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Vollständige Version anzeigen : Taschen oder Anhänger?


Hellman
21.03.2006, 16:12
Ist wahrscheinlich ne Frage der Radfahrphilosophie: Was haltet ihr auf einer Radtour von 3-4 Wochen für sinnvoller, den Gepäckstransport in Fahrradtaschen oder auf nem Anhänger? Sicher bietet beides Vor- und Nachteile.
Was nutzt ihr, welche Erfahrungen habt ihr gemacht, welche Empfehlungen habt ihr?
Beste Grüße und besten Dank schon mal,
Hellman

Phish
30.03.2006, 12:12
Hi Hellman,
ich würde sagen, es kommt drauf an wo du fahren willst.
Wenn viele Berge dabei sind würde ich auf gar keinen Fall einen Anhänger nehmen, da er beim Bergabfahren ziemlich stört (schiebt und schwänzelt ;) ?) und ebenfalls beim Bergauffahren, da man dort doch schaukelt und der Anhänger immer nicht im Rhythmus mitmacht. Bei starken Bremsmanövern verhält sich so ein Anhänger eh störrisch ;)
Mit Taschen dagegen fährt sichs allgemein besser, vor allem wenn du sie sehr tief anbringst (optimal Nabenhöhe). Dann hast du besonders beim Bergfahren eine grandiose Bodenhaftung und natürlich auch sonst.
Für flache Strecken, wo man gleichmäßg fahren kann, bietet sich ein Anhänger auf Grund des größeren Packvolumens schon an.
Wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich tendenziell für Taschen entscheiden, aber das hängt natürlich auch von der Ausrüstungsmenge ab, etc...
Mir ist bei einer wilderen Abfahrt mal ein Hänger aus der Kupplung gesprungen und die Deichsel ins Hinterrad geraten, war nicht so toll... Bei Taschen sehe ich da ein geringeres Risiko,
Gruß Flo

Pater Noster
14.04.2006, 13:50
Servus Hellman,
mit Anhänger musst du halt den Anhänger auch noch mit rumfahren ...!
Je dichter das Gepäck (mit möglichst niedrigem Schwerpunkt - also hängende, aber stabil am Rad befestigte, nicht schlackernde Packtaschen auf Vorder- und Hinterrad verteilt) an dir ist, desto besser. Und ganz ehrlich: so viel Gepäck wirst du nicht brauchen, dass ein Anhänger nötig ist, sonst hast du irgendwas falsch gemacht.

Auf meinen zahlreichen Touren (ich fahre seit 35 Jahren Radtouren) hatte ich ein einziges Mal einen Anhänger dabei. Da war ich mit einer Gruppe von acht Jugendlichen unterwegs und war so blöd, das komplette Allgemeingut zu transportieren (Zelte, Kocher, Geschirr, Lebensmittel, einen Getränkekasten). Nach der Tour hatte ich sechs Kilo abgenommen und mir geschworen, nie wieder mit Anhänger eine Radtour zu fahren.

Es gibt zwar ganz schöne Leichtlaufanhänger, aber ich finde, du wirst weniger wendig mit so einem Teil und außer mehr Rollwiderstand und weiträumigerer Gewichstverteilung bringt er vermutlich nichts. Schließlich verteilst du das Gewicht ja nicht auf andere Mitradler (dann wäre ich sofort für einen Anhänger im Sinne von "Fan" oder "Nachfolger" ... =;o), sondern das gesamte Gepäck wird weiterhin von dir gezogen!

"Rahmen- und Speichenbruch" wünscht dir Pater Noster (Uli)

Hellman
19.05.2006, 12:10
Besten Dank für Eure Antworten. Trotz eurer Empfehlung für Taschen wirds wohl doch ein Hänger werden. Einen anderen Grund habe ich unterschlagen. Ich lebe und arbeite in ner flachen grosstadt, habe kein Auto und transportiere entprechend alles mit meinem rad. Im Winter fällt mir das wenigre auf, aber wenn im Sommer die Frage auftaucht Grill und Bierkiste irgendwie in einen Park transportieren wirds schwierig. So ist der Anhänger nicht nur für die Tour sondern auch für den Alltag.
Danke euch trotzdem für die Arbeit!!!
Hellman

Krischan
13.06.2006, 07:34
Hallo,

wir (Familie mit zwei Kindern) waren zweimal durch die Niederlande unterwegs. Da ging es nur mit Anhänger und Taschen. EinRad mit Dolphin mit Kindersitzschale, um die Sitzschale Windelpackete und andere weiche Sachen, volles Taschenprogramm, am anderen Rad ein BOB, mit Zelt etc. und 1 Paar Taschen.
Große Teile wie unser Zelt fahren sich im Anhänger angenehmer.

Grüße, Christian

würthmann
25.06.2006, 08:27
Prinzipiell brauchen wir für eine Woche die gleiche Menge Zeug wie für 3-4 Wochen oder länger.Es kommt also nicht darauf an wie lange die Tour geht sondern eher wolang du fährst. Für's Gelände fand ich Anhänger immer ungünstiger (setzen auf,schleifen, sind breit,ein bis zwei Räder mehr, die stecken bleiben können) Auf der Straße ob bergauf oder bergab isses egal. Ich nehme aber nur noch Taschen.

Mit "Übergepäck" durch Familie wird man freilich kaum drumherumkommen zusätzlich Hänger zu nehmen.

würthmann

Rebekka
23.10.2006, 22:43
Hallöchen allerseits,

Dieses Thema ist zwar schon etwas älter, aber ich möchte trotzdem meine Meinung dazu schreiben, vielleicht interessiert es ja jemanden.

Wir sind beides schon auf Fahrradreisen gefahren: Mit zwei einzelnen Fahrräder mit Packtaschen und mit Tandem mit Anhänger (2-rädriger mit Tiefdeichsel) - und hatten auch mit beiden Varianten schon Zelt, Schlafsack, Küche usw. dabei.

Und ehrlich gesagt, ist der Unterschied nicht so groß, wie man es sich vielleicht vorstellt, und ist vielleicht auch am ehesten Geschmackssache.

Wenn man einen Anhänger mit Tiefdeichsel nimmt (der an der Hinterradachse des Fahrrads befestigt wird), ist auch das Fahr- und Manövrierverhalten des Anhänger nicht so problematisch. Der einrädrige Anhänger folgt sowieso schön brav dem Fahrrad und man kann ihn beim Fahren sozusagen "vergessen".
Aber auch vom zweirädrigen Anhänger haben wir oft nicht viel gemerkt - mein Tandem-Hintermann (Stolker) musste mir sogar ein paar Mal berichten, ob mit Anhänger alles in Ordnung ist - es war vom Anhänger wirklich wesentlich weniger zu merken, als ich es mir jemals vorgestellt hatte! Und wir sind nicht zimperlich gefahren und haben uns letztendlich auch auf Wege getraut, von denen wir uns nie träumen liessen, dass wir sie mit diesem Anhänger packen würden - und die auch mit schwerbeladenen Fahrräder schwierig geworden wären.

Auch in Steigungen ist der Unterschied nicht so gross, wie es auf Anhieb vielleicht aussieht: Das Gewicht, das man den Berg hoch treten und in den Abfahrten abbremsen muss, ist ja unabhängig davon, ob es auf dem Fahrrad selber oder hinter dem Fahrrad ist! Auch mit einem schwerbepackten Fahrrad nimmt man Steigungen nicht ganz auf die leichte Schulter! Vielleicht ein bisschen leichter als mit Anhänger ...
Zudem ist auch ein schwerbepacktes Fahrrad nicht ganz so leicht zu manövrieren, auch wenn es möglichst geschickt mit gutverteiltem Gepäck und Lowrider usw. bepackt ist.

Ich persönlich würde, wenn möglich, trotzdem auf einen Anhänger verzichten, weil es mir irgendwie flexibler erscheint - auch wenn der Anhänger durchaus auch seine Vorteile hatte!
Für die Tandemradreise mussten wir auf einen Anhänger zurückgreifen, da unser Tandem relativ alt und der Rahmen nicht sehr steif ist: Schon bei geringem Reisegewicht hat das Fahrrad über die ganze Länge geschwungen und war etwas schwieriger zum Manövrieren - im Vergleich dazu war der Anhänger wirklich sehr pflegeleicht!

Viele Grüße,
Rebekka