derdahinmuss
15.03.2006, 22:45
Im Februar haben wir erstmals Myanmar/Burma bereist und möchten euch mit der Schilderung des Reiseverlaufs und unseren Erlebnissen von dieser sehr schönen Erfahrung berichten. Myanmar ist ja nicht gerade Thema Nr.1 in den Forumsaktivitäten und wir könnten vielleicht dazu beitragen, das sich dies ein wenig ändert. Wir hoffen nicht verbal gesteinigt zu werden, weil es sich zu unserer Schande diesmal nicht um eine Trekkingtour gehandelt hat. So hat es sich zugetragen.886
Durch die eingeschränkte Zugänglichkeit des Landes für Touristen ergeben sich fast zwangsläufig gewisse Routen und Reiseverläufe. Unsere Reise begann mit einem Inlandsflug von Yangon nach Heho von wo aus wir per Taxi nach Nyaung Shwe am Inle See gefahren sind. Der See liegt auf der klimatisch sehr angenehmen Höhe von 1200m im Bergland des Shan State und ist weltweit bekannt durch seine Bewohner mit der einzigartigen, Einbeinrudertechnik. Der See ist eingebettet von zwei Hügelketten und umgeben von weitreichenden Sumpfzonen.884
Obwohl es das touristische Zentrum der Region ist, geht es in Nyaung Shwe beschaulich zu. Unbedingt zu empfehlen ist eine nachmittägliche Rudertour durch die Kanäle der Umbebung. Das lautlose Gleiten durch die Dörfer mit ihren auf Stelzen gebauten Bambushütten war ein Genus. Die ganztägige Motorboottour am Folgetag gehört mehr oder weniger zum Pflichtprogramm und hat dennoch meine Erwartungen übertreffen können. Die schwimmenden Gärten auf dem See lassen sich besonders genießen, wenn man den Boatman überreden kann das Tagesprogramm zu 885reduzieren und dafür langsamer zu fahren. Zudem würde ich empfehlen den recht weiten Abstecher zu den Padoden von Indein zu verabreden. Sehr lohnend und fast menschenlehr aufgrund langen Bootfahrt die wohl von vielen gescheut wird.
Tag 3 war der Erkundung des Pagodenfeldes von Kakku ca. 65 km vom Inle See
gewidmet. Taxi gemietet. Kakku ist erst seit 5 Jahren für Ausländer zugänglich und dies nur in Begleitung eines Guide der Volksgruppe der Pa-O auf deren Stammesgebiet der Ort liegt (es gibt 33 Volksgruppen in Myanmar). Auf dem Weg bot sie der Besuch des Fünftagesmarktes in der ehemalig britischen Provinzhauptstadt Taungyi an wo auch der Guide zusteigt um auf der Fahrt die Formalitäten an den Kontrollposten zu regeln.887
Ob Kakku die relativ beschwerliche Anreise wert ist muss jeder selbst entscheiden. Ich würde dem Besuch von Indein am Inle See den Vorzug geben. Ähnlich doch landschaftlich schöner eingebunden und zudem einfacher erreichbar.“Same,same – but different“, wie der Burmese auch gern`zu sagen pflegt.
Ein weiterer Tag stand ganz im Zeichen der Dörfer, Klöster und Mönche in der Umgebung Nyaung Shwe´s. Gerne hätten wir hier noch einige Tage verbracht. 888Für die folgenden zwei Tage haben wir wieder ein Taxi gemietet um die Strecke Inle-Mandalay auf Umwegen und Nebenstrecken zurückzulegen.1. Taxitag, Nyaung Shwe nach Pindaya zu einem der wichtigsten, buddhistischen Orte Myanmar`s.
In Pindaya stehen weit über 5000 Buddhastatuen in einer Höhle die eine beeindruckende Atmosphäre vermittelt. Allein die Fahrt dorthin hat mir landschaftlich sehr gut gefallen. Man hat teilweise Probleme eine Landschaftsaufnahme zu machen, ohne das eine Pagode ins Bild rutscht. Nachmittags Rückfahrt nach Kalaw einer ehemalig britischen Hillstation. (ca.90 Tageskilometer =4 Autostunden)889
2. Taxitag von Kalaw nach Mandalay auf Nebenstrecke durch eine hügelige Region mit herrlich rötlicher Erdfärbung um 1400 Hm, hinein in die fast auf Meereshöhe liegende Ebene von Mandalay mit rasanter Abfahrt. (215 km = 6 Autostunden)
3 Tage Mandalay und Umgebung. Mandalay selbst sollte als Basis für die mannigfaltigen Ziele in der näheren Umgebung gesehen werden, hat aber auch interessante Märkte und Handwerksbetriebe zu bieten. Meine persönliches Highlight war ein kompletter Tag an und um die bekannte U-Bein Teakholzbrücke im 11 km entfernten Amarapura. Mandalay gilt als buddhistisches Zentrum des Landes dessen Herz in den Klöstern von Amarapura liegt. Der intensive Kontakt zu den Mönchen und die immer sehr positiv verlaufenen Kontakte zur Bevölkerung, sind die prägnantesten Erinnerungen an die Begegnungen in diesem faszinierende Land. 890An dieser Stelle möchte ich noch ein interessantes Bildungsprojekt in Mandalay erwähnen. Per Zufall ist ein Freund in Köln einem burmesischen Mönch begegnet und kam mit ihm ins Gespräch über meine bevorstehende Burma-Reise. Der Mönch erzählte von besagtem Bildungsprojekt und vertraute uns spontan 450.-€ zur Überbringung nach Mandalay an. Der kölner Mönch und unser Kontaktmann in Mandalay sind Freunde aus einer gemeinsamen Zeit in Yangon. Wir überbrachten die Spende und hatten Gelegenheit das Projekt vor Ort zu besuchen. Kostenlos wird dort z.B. Englisch, Japanisch und Mathematik unterrichtet. 891Für Interessierte kann ich gerne eine Kontaktadresse liefern.(www.thebestfriend.org (http://www.thebestfriend.org)) Kloster und Schule liegen direkt an der Ainedawyar Pagode in mitten eines Marktviertels und nur 100m vom empfehlenswerten AD-1 Hotel . Das Mönchsdasein scheint sich offensichtlich auch zu liberalisieren. Hatchi „The craziest Monk alive“, wie ich ihn genannt habe, konnte mir gleich mit seinem Lonely Planet Reiseführer aushelfen, verstand es zu rappen, besaß seine eigene Visitenkarte und ein Michael Ballack-Poster, dem er seiner Meinung nach wahnsinnig ähnlich war. Wer nicht zu schnell pagodenmüde wird, sollte auch die umliegenden, ehemaligen Königsstädte Sagaing und Awa besuchen, die völlig unterschiedlichen Charakters sind. 895
Wir verließen Mandalay mit der Bootfahrt auf dem Ayeyarwaddy River nach Bagan (10 ½ Std.) . Der Bootstrip ist zwar komfortabel aber nicht wirklich ein Genuss. Landschaftlich unspektakulär und selten in Ufernähe. Würde beim nächsten Mal den Bus nehmen, der nur 6 Std. braucht (ca. 150 km).
Den Besuch der Tempelfelder von Bagan hatten wir mit Ungeduld erwartet und eine Menge Erwartungen damit verknüpft. Alle Erwartungen wurden übertroffen. Nicht allein die Tatsache das hier 2300 Pagoden in der Steppenlandschaft stehen sondern die ganze Aura dieses Ortes ist der Hammer und lassen sich durch die Bilder vielleicht erahnen. 892Mit Fahrrad oder Pferdekutsche erkundet, findet ihr immer Plätze an denen ihr die mystischen Lichtstimmungen bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang allein, ohne Reisebusgruppen genießen könnt. Vier Tage haben wir hier verbracht und hätten den Aufenthalt gern noch verlängert, wenn nicht der Flug von Bagan an die Küste des Golfs von Bengalen nach Thandwe schon gebucht gewesen wäre.893
In der Nähe von Thandwe liegt der Ngapali Beach, wo wir ein paar (4) Tage ausspannen bzw. die vielen, umwerfenden Erlebnisse verarbeiten wollten. Haben wir auch, aber der Reiz der Fischerdörfer war doch zu groß, als das wir nur hätten am Strand liegen können. 894Mit dem Wissen angereist, das Ngapali der Strand Nr.1 in Myanmar ist, war es nahezu unfassbar wie menscherleer die Küste jetzt zur Hauptsaison war. Außerdem ein Eldorado für Seafood-Liebhaber. Die schon erwähnte, unglaubliche Freundlichkeit, Offenheit und Wissbegierigkeit der Burmesen, beeindruckt sogar in den schon relativ gut erschlossenen Gebieten wie Ngapali.
Der anschließende Inlandsflug von Thandwe zurück nach Yangon, der lebhaftesten Metropole des Landes, katapultierte uns in das vergleichsweise hektische Hauptstadtleben. Wer in Yangon nur Sehenswürdigkeiten abarbeiten will ist mit zwei Tagen gut bedient. Ich hatte vier Tage veranschlagt um das Nationalheiligtum Myanmars, die Shwedagon Pagode ausgiebig zu studieren. Die Faszination dieses buddhistischen Highlights liegt unter anderem in ihrem Alltagsnutzwert. Kein eingezäuntes Ausstellungsstück sondern ein tagtäglich von großen Bevölkerungsteilen genutzter Rückzugsort im religiösen Alltag.896
Unser Myanmar-Aufenthalt war hiermit beendet und wir kehrten nach Bangkok/Thailand zurück von wo wir noch einige Tage in die Region Kanchanaburi am River Kwai mit der bekannten Eisenbahnbrücke am Kwai verbracht haben. 140 km nordwestlich von Bangkok für 20 Bath per Linienbus erreichbar. 897Die Erawan Wasserfälle im gleichnamigen Nationalpark sind 70 km von Kanchanaburi auf jeden Fall einen Abstecher wert zumal sich hier die seltene Gelegenheit zum baden in vergleichsweise kühlem Wasser bietet.898
Hauptgrund für den Besuch dieser Gegend war der Wunsch ein Tiger Reserve Camp am Kloster Wat Pha Luang Ta Bua zu besuchen. Betreut von Mönchen leben hier neben „Problemtigern“ aus ganz Thailand, auch viele in der Station geborene Tiere, die ohne Gitter oder Zäune erlebt werden können. Insgesamt etwa 20 Tiger die nachmittags wie Hunde Gassi geführt wurden, das man fast den Respekt vor diesen imposanten Raubkatzen verlieren konnte. Für mich ein würdiger Abschluss dieser Asienreise.
Obwohl die Besucherzahlen Myanmar´s im Vergleich zu Thailand oder Vietnam noch lächerlich gering sind, entwickelt sich das Land touristisch sehr rasant. 902Diesen Eindruck haben vor Ort alle Reisenden bestätigt, die Myanmar in den vergangenen Jahren schon mehrfach bereist haben. Bleibt zu hoffen, dass das richtige Maß gefunden wird und man z.B. in Bagan nicht noch mehr Straßen zwischen den Pagoden beleuchtet, oder gar asphaltiert werden, damit der „Studiosus-Reisende“ 899bei seiner Fahrt im klimatisierten Bus zum Sonnenuntergang auf der Shwesandaw Pagode, nicht so durchgeschüttelt wird. Da hat die Rütteltour auf der Staubpiste per Horse Cart doch mehr Stil. Oder ? 903
„Indien light“ oder Thailand vor der Reisewelle. Wer hat Myanmar ähnlich empfunden oder kann unsere Eindrücke gar nicht nachvollziehen? Wir waren bestimmt nicht zum letzten mal dort und sind gespannt auf alle Reaktionen.Gruß
derdahinmuss - Christian & diedahinmuss - Melanie
Durch die eingeschränkte Zugänglichkeit des Landes für Touristen ergeben sich fast zwangsläufig gewisse Routen und Reiseverläufe. Unsere Reise begann mit einem Inlandsflug von Yangon nach Heho von wo aus wir per Taxi nach Nyaung Shwe am Inle See gefahren sind. Der See liegt auf der klimatisch sehr angenehmen Höhe von 1200m im Bergland des Shan State und ist weltweit bekannt durch seine Bewohner mit der einzigartigen, Einbeinrudertechnik. Der See ist eingebettet von zwei Hügelketten und umgeben von weitreichenden Sumpfzonen.884
Obwohl es das touristische Zentrum der Region ist, geht es in Nyaung Shwe beschaulich zu. Unbedingt zu empfehlen ist eine nachmittägliche Rudertour durch die Kanäle der Umbebung. Das lautlose Gleiten durch die Dörfer mit ihren auf Stelzen gebauten Bambushütten war ein Genus. Die ganztägige Motorboottour am Folgetag gehört mehr oder weniger zum Pflichtprogramm und hat dennoch meine Erwartungen übertreffen können. Die schwimmenden Gärten auf dem See lassen sich besonders genießen, wenn man den Boatman überreden kann das Tagesprogramm zu 885reduzieren und dafür langsamer zu fahren. Zudem würde ich empfehlen den recht weiten Abstecher zu den Padoden von Indein zu verabreden. Sehr lohnend und fast menschenlehr aufgrund langen Bootfahrt die wohl von vielen gescheut wird.
Tag 3 war der Erkundung des Pagodenfeldes von Kakku ca. 65 km vom Inle See
gewidmet. Taxi gemietet. Kakku ist erst seit 5 Jahren für Ausländer zugänglich und dies nur in Begleitung eines Guide der Volksgruppe der Pa-O auf deren Stammesgebiet der Ort liegt (es gibt 33 Volksgruppen in Myanmar). Auf dem Weg bot sie der Besuch des Fünftagesmarktes in der ehemalig britischen Provinzhauptstadt Taungyi an wo auch der Guide zusteigt um auf der Fahrt die Formalitäten an den Kontrollposten zu regeln.887
Ob Kakku die relativ beschwerliche Anreise wert ist muss jeder selbst entscheiden. Ich würde dem Besuch von Indein am Inle See den Vorzug geben. Ähnlich doch landschaftlich schöner eingebunden und zudem einfacher erreichbar.“Same,same – but different“, wie der Burmese auch gern`zu sagen pflegt.
Ein weiterer Tag stand ganz im Zeichen der Dörfer, Klöster und Mönche in der Umgebung Nyaung Shwe´s. Gerne hätten wir hier noch einige Tage verbracht. 888Für die folgenden zwei Tage haben wir wieder ein Taxi gemietet um die Strecke Inle-Mandalay auf Umwegen und Nebenstrecken zurückzulegen.1. Taxitag, Nyaung Shwe nach Pindaya zu einem der wichtigsten, buddhistischen Orte Myanmar`s.
In Pindaya stehen weit über 5000 Buddhastatuen in einer Höhle die eine beeindruckende Atmosphäre vermittelt. Allein die Fahrt dorthin hat mir landschaftlich sehr gut gefallen. Man hat teilweise Probleme eine Landschaftsaufnahme zu machen, ohne das eine Pagode ins Bild rutscht. Nachmittags Rückfahrt nach Kalaw einer ehemalig britischen Hillstation. (ca.90 Tageskilometer =4 Autostunden)889
2. Taxitag von Kalaw nach Mandalay auf Nebenstrecke durch eine hügelige Region mit herrlich rötlicher Erdfärbung um 1400 Hm, hinein in die fast auf Meereshöhe liegende Ebene von Mandalay mit rasanter Abfahrt. (215 km = 6 Autostunden)
3 Tage Mandalay und Umgebung. Mandalay selbst sollte als Basis für die mannigfaltigen Ziele in der näheren Umgebung gesehen werden, hat aber auch interessante Märkte und Handwerksbetriebe zu bieten. Meine persönliches Highlight war ein kompletter Tag an und um die bekannte U-Bein Teakholzbrücke im 11 km entfernten Amarapura. Mandalay gilt als buddhistisches Zentrum des Landes dessen Herz in den Klöstern von Amarapura liegt. Der intensive Kontakt zu den Mönchen und die immer sehr positiv verlaufenen Kontakte zur Bevölkerung, sind die prägnantesten Erinnerungen an die Begegnungen in diesem faszinierende Land. 890An dieser Stelle möchte ich noch ein interessantes Bildungsprojekt in Mandalay erwähnen. Per Zufall ist ein Freund in Köln einem burmesischen Mönch begegnet und kam mit ihm ins Gespräch über meine bevorstehende Burma-Reise. Der Mönch erzählte von besagtem Bildungsprojekt und vertraute uns spontan 450.-€ zur Überbringung nach Mandalay an. Der kölner Mönch und unser Kontaktmann in Mandalay sind Freunde aus einer gemeinsamen Zeit in Yangon. Wir überbrachten die Spende und hatten Gelegenheit das Projekt vor Ort zu besuchen. Kostenlos wird dort z.B. Englisch, Japanisch und Mathematik unterrichtet. 891Für Interessierte kann ich gerne eine Kontaktadresse liefern.(www.thebestfriend.org (http://www.thebestfriend.org)) Kloster und Schule liegen direkt an der Ainedawyar Pagode in mitten eines Marktviertels und nur 100m vom empfehlenswerten AD-1 Hotel . Das Mönchsdasein scheint sich offensichtlich auch zu liberalisieren. Hatchi „The craziest Monk alive“, wie ich ihn genannt habe, konnte mir gleich mit seinem Lonely Planet Reiseführer aushelfen, verstand es zu rappen, besaß seine eigene Visitenkarte und ein Michael Ballack-Poster, dem er seiner Meinung nach wahnsinnig ähnlich war. Wer nicht zu schnell pagodenmüde wird, sollte auch die umliegenden, ehemaligen Königsstädte Sagaing und Awa besuchen, die völlig unterschiedlichen Charakters sind. 895
Wir verließen Mandalay mit der Bootfahrt auf dem Ayeyarwaddy River nach Bagan (10 ½ Std.) . Der Bootstrip ist zwar komfortabel aber nicht wirklich ein Genuss. Landschaftlich unspektakulär und selten in Ufernähe. Würde beim nächsten Mal den Bus nehmen, der nur 6 Std. braucht (ca. 150 km).
Den Besuch der Tempelfelder von Bagan hatten wir mit Ungeduld erwartet und eine Menge Erwartungen damit verknüpft. Alle Erwartungen wurden übertroffen. Nicht allein die Tatsache das hier 2300 Pagoden in der Steppenlandschaft stehen sondern die ganze Aura dieses Ortes ist der Hammer und lassen sich durch die Bilder vielleicht erahnen. 892Mit Fahrrad oder Pferdekutsche erkundet, findet ihr immer Plätze an denen ihr die mystischen Lichtstimmungen bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang allein, ohne Reisebusgruppen genießen könnt. Vier Tage haben wir hier verbracht und hätten den Aufenthalt gern noch verlängert, wenn nicht der Flug von Bagan an die Küste des Golfs von Bengalen nach Thandwe schon gebucht gewesen wäre.893
In der Nähe von Thandwe liegt der Ngapali Beach, wo wir ein paar (4) Tage ausspannen bzw. die vielen, umwerfenden Erlebnisse verarbeiten wollten. Haben wir auch, aber der Reiz der Fischerdörfer war doch zu groß, als das wir nur hätten am Strand liegen können. 894Mit dem Wissen angereist, das Ngapali der Strand Nr.1 in Myanmar ist, war es nahezu unfassbar wie menscherleer die Küste jetzt zur Hauptsaison war. Außerdem ein Eldorado für Seafood-Liebhaber. Die schon erwähnte, unglaubliche Freundlichkeit, Offenheit und Wissbegierigkeit der Burmesen, beeindruckt sogar in den schon relativ gut erschlossenen Gebieten wie Ngapali.
Der anschließende Inlandsflug von Thandwe zurück nach Yangon, der lebhaftesten Metropole des Landes, katapultierte uns in das vergleichsweise hektische Hauptstadtleben. Wer in Yangon nur Sehenswürdigkeiten abarbeiten will ist mit zwei Tagen gut bedient. Ich hatte vier Tage veranschlagt um das Nationalheiligtum Myanmars, die Shwedagon Pagode ausgiebig zu studieren. Die Faszination dieses buddhistischen Highlights liegt unter anderem in ihrem Alltagsnutzwert. Kein eingezäuntes Ausstellungsstück sondern ein tagtäglich von großen Bevölkerungsteilen genutzter Rückzugsort im religiösen Alltag.896
Unser Myanmar-Aufenthalt war hiermit beendet und wir kehrten nach Bangkok/Thailand zurück von wo wir noch einige Tage in die Region Kanchanaburi am River Kwai mit der bekannten Eisenbahnbrücke am Kwai verbracht haben. 140 km nordwestlich von Bangkok für 20 Bath per Linienbus erreichbar. 897Die Erawan Wasserfälle im gleichnamigen Nationalpark sind 70 km von Kanchanaburi auf jeden Fall einen Abstecher wert zumal sich hier die seltene Gelegenheit zum baden in vergleichsweise kühlem Wasser bietet.898
Hauptgrund für den Besuch dieser Gegend war der Wunsch ein Tiger Reserve Camp am Kloster Wat Pha Luang Ta Bua zu besuchen. Betreut von Mönchen leben hier neben „Problemtigern“ aus ganz Thailand, auch viele in der Station geborene Tiere, die ohne Gitter oder Zäune erlebt werden können. Insgesamt etwa 20 Tiger die nachmittags wie Hunde Gassi geführt wurden, das man fast den Respekt vor diesen imposanten Raubkatzen verlieren konnte. Für mich ein würdiger Abschluss dieser Asienreise.
Obwohl die Besucherzahlen Myanmar´s im Vergleich zu Thailand oder Vietnam noch lächerlich gering sind, entwickelt sich das Land touristisch sehr rasant. 902Diesen Eindruck haben vor Ort alle Reisenden bestätigt, die Myanmar in den vergangenen Jahren schon mehrfach bereist haben. Bleibt zu hoffen, dass das richtige Maß gefunden wird und man z.B. in Bagan nicht noch mehr Straßen zwischen den Pagoden beleuchtet, oder gar asphaltiert werden, damit der „Studiosus-Reisende“ 899bei seiner Fahrt im klimatisierten Bus zum Sonnenuntergang auf der Shwesandaw Pagode, nicht so durchgeschüttelt wird. Da hat die Rütteltour auf der Staubpiste per Horse Cart doch mehr Stil. Oder ? 903
„Indien light“ oder Thailand vor der Reisewelle. Wer hat Myanmar ähnlich empfunden oder kann unsere Eindrücke gar nicht nachvollziehen? Wir waren bestimmt nicht zum letzten mal dort und sind gespannt auf alle Reaktionen.Gruß
derdahinmuss - Christian & diedahinmuss - Melanie