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Vollständige Version anzeigen : La Reunion mit Zelt?


chrissi
04.03.2006, 14:26
Salut!!

Draußen schneit es ununterbrochen- also genau das richtige Wetter um den nächsten Urlaub in einer etwas wärmeren Gegend zu planen....

Wir würden gerne die Insel s.o. auf dem Gr2 durchqueren - ich bevorzuge aber das Übernachten im Zelt (habe was gegen schlaflose Hüttennächte)- Jetzt meine Frage:
In dem neu erschienenen Rother-Wanderführer über La Reunion ist zwar davon die Rede, dass es wohl einzelne Biwakplätze gäbe, es wird aber nicht gesagt wieviele u. wo.
Lohnt es sich ein Zelt mitzunehmen, oder gibt es tatsächlich nur sehr wenige camp-Möglichkeiten, so dass ein Zelt nur unnötiger Ballast wäre???
Gibt es eine Beschreibung /Buch (auch auf Französisch) die diesbezüglich etwas detailierter ist??

Ich würde mich freuen, wenn uns jemand weiterhelfen könnte-haben aber noch viel Zeit, d.h. Reisezeitpunkt steht noch überhaupt nicht fest-auf jeden Fall erst wenn das Tropenfieber vorbei ist....

Vielen dank schonmal....werde jetzt doch noch etwas durch den Schnee stapfen

Chrissi

Harp Booth
05.03.2006, 13:12
Hallo Chrissi,

auch wir bevorzugen üblicherweise die Übernachtung im Zelt.

Reunion ist aber dafür leider etwas ungeeignet. Es gibt nur wenige ebene Platze in den Cirques, wo kein Gestrüpp wächst und man ein Zelt aufbauen könnte und da sind üblicherweise Dörfer... die sog Ilêt

Natürlich kannst Du jeden Hüttenwirt fragen, ob Du bei Ihm vor der Tür ein Zelt hinstellen kannst. Da die Hütten aber vielfach privat sind, stehst Du dann bei ihm im Garten.

Unterwegs haben wir nur wenige geeignete Biwakplätze gefunden.

Andererseits haben wir von 2 Wochen Tour auch nur 2 mal im Lager mit anderen übernachtet und hatten ansonsten 2-Bett Zimmer. Kostet üblicherweise nur unwesentlich mehr.

Wenn Du mehr zu Preisen und Orga erfahren willst, schau mal auf meiner Homepage nach. Der Reisebericht ist leider immer noch erst halb fertig...mir fehlt halt die Zeit. Bei speziellen Fragen ...frag ruhig nach.

Bitte ebachte aber auch die zur Zeit verbreitete Krabnkheit (deren afrikanischen Namen ich mir nicht merken kann). Sie wird von Mücken übertragen und es sind bereits über 20% der Bevölkerung infiziert. Deziet setzt Frankreich bereits Militär ein um eine weitere Übertragung einzudämmen (versprühen von Insektiziden).

Hier war neulich ein Threat dazu.. ienfach mal nach La Reunion suchen.

Gruss Harald

chrissi
05.03.2006, 15:51
Salut Harp Booth!

Danke schon mal für die schnelle Antwort!

Bin natürlich sofort auf deine Seite-und hab direkt noch ne Frage:
Was heißt man "muß" reservieren? Bestehen die Hüttenwirte darauf(?) oder heißt das nur, dass man ev. keinen Platz bekommt (oder nicht den Platz im ersehnten 2-Bett-Zimmer-wenn schon nicht im eigenen Zelt)???
Ich finde halt immer schade, dass man sich bei Übernachtungs-Buchungen auch immer an die geplante Strecke u. Zeit halten muß.
Gibt es vielleicht auch Zeiten in denen es nicht so voll, u. dadurch vielleicht einfacher ist ohne Buchung einen Platz zu bekommen?

Zum Tropenfieber mit dem komplizierten Namen (kann ihn mir auch nicht merken):
Der Trip soll erst im nächsten Winter stattfinden, also noch jede Menge Zeit, (vielleicht dürfen wir dann wegen der Vogelgrippe nicht mehr ausreisen???!!!)

viele Grüße aus dem Schneeschwarzwald

Chrissi

Harp Booth
06.03.2006, 09:03
Hallo Chrissi,

die meisten Hütten unterwegs sind sozusagen "öffentlich-rechtlich".
Diese Hütten müssen mit fixem Termin im Vorfeld reserviert werden. Die Übernachtung ist ebenfalls bereist im Vorfeld zu bezahlen. D.h. beim Wirt selber bezahlst Du nur noch das Essen.

In den größeren Orten bzw. Ansiedlungen oder leichter zugänglichen Plätzen wie Marla gibt es auch private Refuge. Diese bezahlt man dann vor Ort. Dennoch ist eine Reservierung dringend zu empfehlen.

An besonders populären Refuge wie oben am Vulcan oder am Piton de Neige solltest Du unebedingt bereits einige Monate vorher reservieren, vor allem wenn die Übernachtung auf ein Wochenende fällt.

In Cilaos hast Du dann sogar die Auswahl zwischen Refuge oder Privatpensionen.

Wenn Du vorhast im Zelt zu übernachten, könntest Du mit den Mahlzeiten auf den Hütten eventuell auch ein Problem bekommen. Häufig gibt es nur so viele Plätze zum Essen, wie es auch Betten auf dem Refuge gibt.

Insgesamt finde ich solche Reservierungen auch immer recht unflexibel, um auf eventuelle gesundheitliche Probleme oder schlechtes Wetter reagieren zu können. Hat bei uns dann aber doch alles entsprechend der Planung gepasst.

Wenn Du noch Fragen hast, melde Dich halt ruhig wieder.

Gruss Harald

kimba
15.09.2006, 13:09
Hallo Chrissi,
man findet genuegend Plaetze zum Campen, teilweise "illegal". Ist aber kein Problem, ausser in der "Réserve Naturel".
Schlage (wegen Gewicht) Plane vor statt Zelt.
Am besten waehlst du eine Route, und ich empfehle dir die entsprechenden Campingplaetze, oder auch Hoehlen.
Ich lebe auf La Reunion und verbringe einen Grossteil meiner Zeit in den Bergen.
Kimba

chrissi
01.10.2006, 15:18
Hallo Kimba!

Da sich unsere Tour auf Reunion auf nächstes Jahr im Mai/Juni verschoben hat, ist unsere Planung noch nicht so weit... Wir wollten aber eigentlich schon eine längere Strecke (GR2) laufen.

Was ich allerdings nicht gerne machen, ist das "illegale" Übernachten, da ich denke, daß ein entsprechendes Verhalten nur zu mehr Verboten führt!?
Wo es aber möglich ist zu biwakieren, wäre das auf jeden Fall eine Alternative zu den Hüttenübernachtungen.

Wenn unsere Planung soweit steht, würde ich mich dann gerne mal melden!

à bientot

Christine

kimba
05.10.2006, 13:29
Hallo,
es gibt im Mafate z.B. auch zu bezahlende "Campingplaetze" (im Garten der Bewohner). Wenige (kostenlose) sind als offizielle PLaetze gekenzeichnet aber viele sind sehr gut dafuer geeignet (oft stehen offene Huetten dabei, oft sehr schmutzig) und werden auch rege genutzt. Typischer Fall einer tolerierten Aktivitaet, aber wie gesagt, man benoetigt ein gewisses know how. Mein Telefon: 0692-528378.
Viel Spass,
Kimba

Sylvia
09.07.2007, 10:02
Hallo Chrissi!

Wir planen fuer September eine Reise nach La Réunion. Und nu sind wir natuerlich nach moeglichst aktuellen Reiseberichten und Erlebnissen auf der Suche. Habt Ihr denn Eure Tour durchgeführt? Wie war es mit dem Zelten, oder habt Ihr doch auf die Huetten zurueckgegriffen?

Wuerde mich freuen, wenn Du was berichten wuerdest!
Liebe Gruesse
Sylvia


< Da sich unsere Tour auf Reunion auf nächstes Jahr im Mai/Juni verschoben hat, ist unsere Planung noch nicht so weit... Wir wollten aber eigentlich schon eine längere Strecke (GR2) laufen. >

kimba
10.07.2007, 09:01
Hallo Chrissie und Sylvia,
es gibt einige Orte wo es "private" Campingplätze gibt, und einige wo "Gewohnheitsrecht " besteht. Da muss natürlich äusserste Disziplin herrschen, und es gibt nicht immer Wasser! Ich kann euch, wenn es konkret wird, gerne die Orte nennen.;)

chrissi
13.07.2007, 17:33
Hallo Sylvia!

ich kann dir leider keinen Reisebericht liefern, da sich unser La Réunion Aufenthalt noch mal verschoben hat (und zwar auf diesen September!)

Wir haben uns entschlossen das Zelt erst gar nicht nicht mitzunehmen (-3,5kg!) und haben daher alle Nächte einschließlich Abendessen (-xxkg!) entlang des GR2 in Hütten gebucht (beim maison de la montagne). Zum Teil war es auch tatsächlich möglich ein Doppelzimmer zu buchen; ansonsten lassen wir uns überraschen wieviel mehr oder weniger schlaflose Nächte es geben wird....

Es tut mir leid, dass ich dir nicht mehr sagen kann....
vielleicht treffen wir uns ja per zufall auf der insel.... bis dahin viele Grüße aus dem Schwarzwald

Chrissi

kimba
14.07.2007, 18:24
Hallo Chrissie,
habt ihr recht gehabt.
Der Reiz hier ist ja gerade das Wandern mit leichtestem Gepäck. Mehr als 8 kg sollten es niemals werden. Und wenn du Zelt, Schlafsack, Matte, Kocher ... dabei hast, wird das unmöglich.
Man kann das ganze noch variieren, indem man private Hütten bucht, das ist noch origineller und meist auch billiger. Aber dazu muss man die Telefonnummern kennen (Ich habe sie). Apropos, vergesst nicht immer euer Abendessen zu reservieren! Oder Tip: In den Mafate-Hütten, und z.B. auch am Piton des Neiges und am Vulkan gibt es Gasherde und manchmal auch Töpfe und Geschirr, wenn ihr selber kochen wollt.
September ist eine hervorragende Zeit: nicht zu heiss und nicht zu kalt, ruhig und "billig"
Ich arbeite hier als Wanderführer und ihr könnt mich gerne anrufen (ab Réunion: 0692-52 83 78), wenn ihr weitere Tips braucht, oder einfach nur um ein Bier zusammen zu trinken.
Viel Spass bei den Vorbereitungen:cool:!
Kimba


ich kann dir leider keinen Reisebericht liefern, da sich unser La Réunion Aufenthalt noch mal verschoben hat (und zwar auf diesen September!)

Wir haben uns entschlossen das Zelt erst gar nicht nicht mitzunehmen (-3,5kg!) und haben daher alle Nächte einschließlich Abendessen (-xxkg!) entlang des GR2 in Hütten gebucht (beim maison de la montagne). Zum Teil war es auch tatsächlich möglich ein Doppelzimmer zu buchen; ansonsten lassen wir uns überraschen wieviel mehr oder weniger schlaflose Nächte es geben wird....

Es tut mir leid, dass ich dir nicht mehr sagen kann....
vielleicht treffen wir uns ja per zufall auf der insel.... bis dahin viele Grüße aus dem Schwarzwald

Chrissi

kimba
14.07.2007, 18:27
Korrigiere: Anscheinend kann man neuerdings das Essen mitbuchen!
Kimba:up:

Sylvia
31.07.2007, 14:26
Hallo zusammen!

Jetzt hab ich laenger nicht geguckt, und schon sind wieder ein paar neue Antworten da. Also, wir haben jetzt den Flug gebucht. 3,5 Wochen im September. Wir werden aber doch mit dem Zelt losziehen - für alle Faelle. Vorgefertigte Wanderabschnitte sind nix fuer uns. :(
Aber wer weiss, vielleicht treffen wir uns ja doch auf der ein oder anderen Huette oder unterwegs :)
Geht Ihr nur wanderen oder macht Ihr auch noch was anderes?
Wir wollen naemlich auch noch tauchen gehen - machen gerade einen Tauchkurs.

Vielleicht hat ja jemand anders hier im Forum auch noch ein paar Tips zum Tauchen auf Reunion??? Gibt es Empfehlungen fuer Tauchbasen, insbesondere, die auch Deutsch oder Englisch sprechen?

Liebe Gruesse
Sylvia

kimba
30.08.2007, 11:33
Hallo Sylvia,
das Zelt ist eine Gewissensentscheidung, der Charme hier ist ja gerade das leichte Gepaeck. Vielleicht waere eine Plane als Regenschutz ein Kompromiss?
Apropos Tauchen: ich empfehle euch www.bleu-marine-reunion.com, im Hafen von St.Gilles. Ihr muesst dort mit Yves sprechen und sagen, das ihr von Christoph kommt. Vielleicht macht er euch dann eine kleine Reduktion.
Ihr könnt mich auch gerne anrufen, wenn ihr vor Ort seid: 0692-52 83 78.
Viel Spass und bis dann,
Kimba.

Sylvia
09.11.2007, 15:27
Hallo zusammen!

Nun antworte ich mal auf meine eigene Frage :)
Inzwischen war ich naemlich schon dort. 3,5 Wochen La Réunion. Davon gute 2 Wochen mit Rucksack und Zelt durch die Cirques der Insel. Und ich muss sagen, es war absolut machbar und es hat sich gelohnt!!!
Zwar gab es nicht gerade üppig viele Möglichkeiten das Zelt aufzuschlagen und es sollte auch nicht zu gross sein, aber wenn man nicht zu anspruchsvoll ist - und das ist wohl hier keiner, oder? ;) - dann traut Euch!
(Es versteht sich von selbst, dass man keinerlei Hinterlassenschaften dort zurück lässt... womit es die Inselbewohner teilweise leider nicht so genau nehmen. :)
Ein anderes Ding ist natuerlich, den Klotz auf dem Ruecken zu schleppen...
Unsere Route war vornehmlich am GR2 bzw. GR1 angelehnt. (dabei halfen uns natuerlich die TKs und der Rother Wanderführer und ab und an mal der Lonely Planet)
Gleich am ersten Tag, nachdem wir morgens frueh in der Hauptstadt angekommen sind, sind wir mit dem Bus so weit "raus" gefahren, wie es ging, haben unsere Rucksaecke geschultert und los gings. Und zwar natuerlich gleich bergauf. Also eigentlich geht es auf der Insel entweder bergauf oder begab, ein "geradeaus" gibt es nur fuer ganz kurze Wegstrecken und man freut sich tierisch. Im Schnitt haben wir am Tag so zwischen 500 und 1000 Höhenmeter gemacht. Das war schon ab und an ganz schoen anstrengend.
Streckenmaessig hat das immer sehr variiert, so, wie wir gerade Lust hatten. Ich glaube, die laengste Distanz war so um die 20 km, incl. 1000 Hoehenmetern. Das war dann aber auch die heftigste aller Strecken und wir mussten anschliessend einen Ruhetag einlegen.

Die Insel besteht im Wesentlichen aus drei Talkesseln, dem Cirque de Mafate, ein Talkessel, in dem es keine Strassen und daher auch keine Autos und nur sehr wenige Doerfer gibt, dem Cirque de Cilaos und dem Cirque de Salazie. In der Mitte dieser drei Talkessel thront der Piton de Neige, der höchste Berg der Insel mit 3000 bisschen Meter. Dies ist der alte Vulkan der Insel. (übrigens ist die ganze Insel vulkanischen Ursprungs)
Diese Talkessel sind ein wahres Wanderparadies. Wir haben uns vornehmlich auf den Cirque de Mafate konzentriert, weil es dort eben keine Autos gibt und man alles zu Fuss erwandern muss. Nun stellt man sich vor, wie herrlich ruhig es dort sein muss... weit gefehlt! Um 7:15 beginnt der Flugverkehr. Da die Belieferung saemtlicher nicht anbaubarer und selbst herstellbarer Produkte eben nicht per Auto erfolgen kann, bleibt einem nur der eigene Buckel oder der eines Lasttiers oder eben in der heutigen Zeit des Hubschraubers. Und die brausen den lieben langen Tag durch die Luft.
Aber trotzdem war es herrlich in diesem Cirques. Die Doerfer waren sehr uebersichtlich aber trotzdem sehr gut ausgestattet. So gab es in jedem Dorf eine Grundschule, einen kleinen Laden und in jedem zweiten eine Medizinstation. Wie gut oder schlecht die bestueckt sind, mussten wir zum Glueck nicht auskundschaften.

Nachdem wir den ersten Cirque durchquert hatten, haben wir kurz unsere Vorraete in Cilaos, einer etwas groesseren Ansiedlung, aufgefrischt und sind Richtung Piton de Neige losmarschiert, natuerlich wieder mal bergauf :)
Die meisten Touristen campieren in einer Berghuette, ca. 400-500 m unterhalb des Gipfels. Der Clou ist dann, morgens um halb 4 Uhr aufzustehen, um dann um 6 Uhr den Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu bestaunen... bei eisiger Kaelte und einem Affenwind... ganz romantisch mit 50 anderen Touristen...
Naenae, das haben wir uns anders gedacht. Wir sind fein mit unserem mobilen Haeuschen nachmittags hoch und haben unser Zelt in einem vor dem Wind schuetzenden Steinwall aufgebaut (ein dank an die vorherige Gipfelstuermer...). Den Sonnenuntergang haben wir dann naemlich fein ganz alleine bestaunen koennen. Die Nacht war zwar dann etwas frisch, mit 1 °C und monstroesem Wind, aber mit einem warmen Schlafsack und dicken Klamotten war das gar kein Problem. Um halb 6 zogen dann die ersten Stirn- und Taschenlampen an unserem Zelt vorbei. brrrr... die armen Schweine, und wir hatten es so gemuetlich in unserem Zelt. :D
Naja, den Sonnenaufgang haben wir uns trotzdem angeguckt. Fraglich war dann, wer wen mehr bedauert hat: wir die armen frierenden und vom Aufstieg verschwitzten Touris oder die Touris uns, weil sie eben so froren und dachten, wir haetten ebenso in unserem Zelt frieren muessen. ;)

Nach dieser kargen Vulkanlandschaft (ueber 3000 m waechst eben auch nicht mehr sehr viel) fuehrte unser Weg weiter in den Foret de Belouve, einem wahren Regenwald. Was da alles wuchs... einfach herrlich! Und die Gruentoene!!! Super super toll! Nicht so toll war dann eben die Feuchtigkeit von oben, sprich Regen, den so ein Regenwald nunmal leider braucht. Dieser Regenwald kann sich uebrigens auch nur deshalb halten, weil das "Wetter" in der Regel von Osten kommt und sich erstmal ueber dem Osten der Insel ordentlich abregnet. Dafür erfreut sich der Westen dann aber auch netten tropischen 26 Grad und herrlichen Straenden.

Tja, und dann gings weiter Richtung Piton de la Fournaise. Der "aktiven" Vulkan der Insel. Also aktiv ist insofern zu verstehen, dass der Vulkan noch eine Verbindung zur Magmakammer hat und es immer mal wieder zu Ausbruechen kommt. Der letzte Ausbruch erfolgte im April. Seitdem schlummert der Vulkan so vor sich hin und man darf gespannt sein, wann er mal wieder was von sich gibt. Der letzte Ausbruch war so heftig, dass die Kuestenstrasse im Osten von der Lava ueberrollt wurde und sie bisher noch nicht wieder hergestellt ist. Als wir da waren, sah es aber so aus als wuerde sie bald fertig sein.
Naja... ich haette mich ja schon etwas mehr Taetigkeit gewuenscht... aber es war trotzdem auch sehr schoen durch die alte Caldera zu laufen (ein grossraeumiger Einbruch des Vulkankegels infolge diverser Magmakammern-Leerungen) und die vielen verschiedenen ausgelaufenen Lava-Formationen zu bestaunen.

Nach 2 Wochen Zeltleben und Wandern haben wir uns dann erstmal 3 Tage an der Westkueste am Strand in St. Leu einquartiert und sind drei mal tauchen gewesen. Wow, das war mal was ganz anderes als hier in dem schlammigen See, in dem wir tauchen gelernt haben. Man kam sich vor wie in einem riesigen Aquarium! Lauter bunte Fische! Und wir haben sogar 2x eine Muraene, eine Seegurke, einen Steinfisch und und und gesehen. Toll!

Zum Abschluss haben wir uns dann noch ein Auto gemietet und sind noch einmal um die Insel gefahren und haben unter anderem eine Zuckerrohrfabrik mit angeschlossener Distillerie besucht. Dort wird der Rum hergestellt, den die Réunionaisen fleissig zu jeder Gelegenheit trinken, angereichert mit allerlei Gewuerzen (u.a. Vanille) und/oder Fruechten. Nennt sich dann Rhum arrangé und jeder Reunionaise hat seine eigene selbst hergestellte Mischung, die natuerlich die Beste ist. ;)

Und nu noch ein paar Worte zum Thema Nahrungsaufnahme:
Im Wesentlich gibt es zwei Essen:
Carry Poulet (Huehnchen mit allerlei)
und
Rougail Soucisse (Wurst mit allerlei)
Jeder hat nateurlich auch hier sein eigenes Rezept, aber nach dem dritten Rougail Soucisse hat's dann auch gereicht.

Ja, und die Leute, die in den Hütten übernachten, die kennen sich jetzt aus mit den Feinheiten zwischen diesen einzelnen Gerichten! ;) ...und wir kennen dafuer verschiedenste Arten von Pasta aus der Tuete oder ähnliche Köstlichkeiten. Da haetten wir uns schon das ein oder andere Rougail Soucisse gewuenscht!!!

So, ich hoffe, ich habe bei dem/der ein/en oder anderen das Interesse für diese süße kleine Insel wecken koennen. Fuer Wanderer ein absolutes Paradies und definitiv zu schade, um sie nur mit dem Mietwagen zu bereisen!
Wer genauere Infos haben moechte, kann mich gerne kontaktieren!

Sylvia

chrissi
10.11.2007, 16:33
Hallo miteinander!

Auch uns hat La Reunion supergut gefallen - neben der Landschaft vor allem die Leute, die alle wahnsinnig nett waren, immer mit einem Lachen und gut gelaunt...(ist man von Deutschland ja nicht gerade gewöhnt)... und genau darin liegt einer der Vorteile des Übernachtens und Essens in der Hütte bzw. in einem Gite!
So viel Kontakt zur Bevölkerung bekommt man im Zelt bei Tütennudeln meist nicht.
Voraussetzung war allerdings, dass man ein bisschen Französisch spricht.(Das war so was wie ein intensiv-Französischkurs für uns......)


Nächstes Jahr gehts allerdings auch wieder mit dem Zelt......

Danke noch an Harald, dessen Reisebeschreibung ich viele Infos entnehmen konnte!

Grüße aus dem nasskalten Schwarzwald

Christine

Harp Booth
11.11.2007, 13:55
Hallo Chrissi,

schön das Du nützliche Tips gefunden hast. Schade dass ich mich irgendwie nicht aufraffen kann die Seite fertig zu stellen.

Neue Touren planen ist immer schöner, als alte auf zu bereiten.

In diesem Sinne viel Spass bei der Vorbereitung Eurer zukünftigen Touren.

Gruss Harald

Sylvia
12.11.2007, 08:44
Guten Morgen! :)

Naja, also ich wuerde sagen, das kommt immer auf einen selber an, ob man trotz Zelt mit Leuten in Kontakt kommt oder nicht. Wir konnten uns da jetzt nicht beklagen. Beim Trampen sind wir sogar einmal von einer Familie zum Essen eingeladen worden.
Oder man geht abends in die Ortskneipe, z.B. zu Jimmy in Marla! Aber da ward Ihr sicher auch ;) Den kennt irgendwie jeder!
Und gerade, wenn man zeltet ist man doch immer ein Exot und alle Leute quatschen einen an.
Mein Französisch hat jedenfalls auch ordentlichen Aufschwung bekommen.

Ich wünsch Euch was!
Sylvia

kimba
18.11.2007, 15:20
Ja, Silvia, finde ich auch. Mit anderen Campern am Lagerfeuer zu sitzen (aber Vorsicht!Wir sind jetzt Nationalpark!) ist doch romantischer als in (in der Hauptsaison) vollgestopften Hütten zu hocken. Und die echten "Einheimischen" (die Besitzer oder Pächter), sind bezüglich ihrer Kommunikationsbereitschaft sehr verschieden...
Ich hoffe, du hast mir Jimmy gegrüsst, da letzte Mal, als ich oben war, war er nicht da. Er war wohl noch vom Grand Raid geschafft...
Hat er seinen Kumpel für einen Maloyaabend geholt?
Er hat ja neurdings auch Karaoke und Darts ...
Das letzte Mal gab's einen Gesangswettbewerb: Franzosen gegen Deutsche.:-/

Bis auf weiteres, Kimba (----x@web.de) :cool:

Dragon
13.01.2008, 23:24
Hallo Sylvia!
Hallo Kimba!

Wir planen für den Mai / Juni 2008 eine Trekkingtour auf die Réunion und haben mit großem Interesse die Beiträge hier im Forum gelesen.

Ich wende mich gezielt direkt an Euch, weil auch wir - wie Sylvia - das Zelt nicht zu Hause lassen wollen. Ganz im Gegenteil...

Ich will nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und daher zunächst mal fragen, ob ich ein paar Fragen zum Thema Réunion mit dem Zelt loswerden darf. Insbesondere Sylvia bei Dir wären wir natürlich an ein paar näheren Details Deiner Erfahrungen interessiert.

Viele Grüße aus dem Taunus!

Sylvia
15.01.2008, 09:19
Na klar! Immer her mit den Fragen :)

kimba661
15.01.2008, 12:38
Hallo Dragon,
ich kann mich da Sylvia nur anschliessen.
Die wichtigste Fragen sind wohl wo, und die der Gepäckminimierung. Zur Planung der Tages etappen empfehle ich bei ign die 1:25.000er Karte "Saint Denis" + ev. weitere zu bestellen.
Grüsse, Kimba.

Dragon
15.01.2008, 23:45
Hallo Ihr Zwei!

Ganz lieben Dank für die schnellen Antworten!

Also - hier mal so ein paar Stichworte, die uns derzeit auf der Zunge brennen. Ich warne Euch schonmal vor - weitere werden folgen....

Sylvia schreibt, dass es mit einem kleinen Zelt machbar ist. Wie groß war Euer Zelt denn? Wir haben ein ca. Tunnelzelt, ca. 4,5 x 2 Meter. Ist das schon zu viel?

Wie reagieren die Einwohner, wenn man das Zelt dabei hat. Ich habe das hier so verstanden, dass wildes Zelten auf der Réunion unerwünscht oder sogar verboten ist. Macht man sich unbeliebt oder erscheint gar "unhöflich" oder "respektlos", wenn man dennoch zeltet? :confused: Ich meine damit, dass wir nur Gäste auf der Réunion sind und gewisse Tabus respektieren sollten oder müssen. Natürlich ist dabei selbstverständlich, dass man einem wilden Zeltplatz nach der Übernachtung nicht ansehen darf, dass er als Zeltplatz benutzt wurde!

Ganz wichtig finde ich die Frage nach Wasser. Muss man Wasser beim Gewicht mit einplanen, oder findet man Quellen, Bäche, Wasserfälle etc, aus denen man Trinkwasser entnehmen kann? Wir waren z.B. im Sommer 2007 in Island zum Trekken - das war in Sachen Wasser ein echtes Paradies! Wasser gab es immer und überall, wir haben nicht einen einzigen Liter geschleppt.... (an sowas gewöhnt man sich schnell....:-) )

Könnt Ihr mir sagen, ob ich im Internet Informationen über ein öffentliches Busnetz finde?

Und schließlich: Wenn auch wir am Ende noch ein paar Tage zum Relaxen und Baden einplanen wollen - habt Ihr einen Tip für uns, welcher Strandabschnitt zum Baden / Schnorcheln einlädt? :roll:

Sylvia - Du hattest irgendwann mal Literatur zur Réunion abzugeben. Ist die schon weg oder noch zu vergeben?

Ach ja - Stichwort Lagerfeuer: Habt Ihr auch mal selbst eins gemacht, ist dies überhaupt erlaubt? Oder habt Ihr Euch anderen beim "Feuern" angeschlossen?

So - erstmal vielen Dank jetzt schon.
Wie gesagt - ich warn Euch schonmal, da kommt sicherlich noch mehr....
Und - meldet Euch, wenn Ihr mal nach Island wollt - vielleicht kann ich helfen!

Viele Grüße

Dragon

Sylvia
17.01.2008, 16:52
Mist, jetzt hab ich aus Versehen meinen ganzen Beitrag geloescht... und nu muss ich leider los :(
Sorry, ich bin auch uebers WE nicht da. Melde mich dann naechste Woche, wenn nicht jemand schneller mit den Antworten war :)

Der Reisefuehrer steht auch noch zum Verkauf :)
Sag mir Bescheid, wenn DU ihn haben willst!

Gruss
Sylvia

Dragon
21.01.2008, 07:07
Hi Sylvia!

Kenne das - da schreibt man sich nen Wolf und dann erwischt man die falsche Taste.... *aaaaarrrrrrrrgh*

Ist aber kein Problem - da wir erst Mitte Mai fliegen werden, können wir auch mal ein paar Tage auf die Infos warten.
Lieben Dank jedenfalls schonmal, dass Du Dir die Mühe (nochmal) machst! :)

Viele Grüße!

Dragon
21.01.2008, 07:08
Ach ja - welcher Reiseführer war das bei Dir nochmal?
Rother Bergverlag oder ein anderer?

Gruß Dragon

Sylvia
22.01.2008, 08:28
Hallo!

Der Reiseführer ist von Polyglott "Apa Guide" - über Mauritius, Reunion und die Seychellen. Wir haben ihn vor unserer Reise zur Einstimmung ein wenig durchblättert, weil so schöne Bilder drin sind. (Der Lonely Planet gibt diesbzgl. ja nicht so viel her...)
Daher ist er nahezu ungenutzt.

Unterwegs hatten wir den LP und den Rother Wanderführer und haben beide viel genutzt.

Schneller Gruss am Morgen
Sylvia

Sylvia
23.01.2008, 15:05
So, neues Spiel, neues Glück! :)

Aaaalso.... :)
Zum Thema Zelt:
Wir haben das Sierra Leone von Salewa. Die Maße sind: 2,45 x 2,95. Damit hatten wir schon manchmal Probleme, also es stand manchmal nicht ganz gerade. Das wird bei 4 m Länge natuerlich noch etwas schwieriger mit dem Abspannen. Schau mal hier, da sind auch Fotos von unserem Trip: http://www.egika.de/reunion/index.html
Manchmal haben wir mitten auf dem Weg zelten müssen, weil es einfach nix anderes gab. Als es dunkel wurde haben wir aufgebaut und als es hell wurde, wieder ab. Im Sept. wurde es morgens um 7 hell und abends um 7 dunkel und das immer ziemlich fix. (Ich glaube, aufgrund der geographischen Lage ist das das ganze Jahr ueber so... Kimba, stimmt das?) Also wenn es daemmrig wurde, war nicht mehr viel Zeit, einen Lagerplatz zu finden, daher frühzeitig schonmal mit der Suche beginnen.
Wir hatten nie Aerger mit den Einwohnern und unserem Zelt. In Marla haben wir z.B. auf dem Schulhof der Grundschule uebernachtet. Dort haben uns die Dorfbewohner hin geschickt (uebrigens gleich daneben ist Jimmys Kneipe :)). Auch sonst haben wir manchmal Leute von der Insel getroffen, die uns erzaehlt haben, dass sie auch schon gezeltet haben (z.B. in Trois Roches, wenn Ihr da vorbei kommt, plant das als Etappenziel ein).
In der Regel war es auch kein Problem bei den Wanderhuetten zu zelten. Manchmal haben die auch einen ausgewiesenen Zeltplatz (z.B. Im Foret de Belouve).

Thema Wasser
Ich bin da immer ein bisschen uebervorsichtig... daher habe ich mich - zum Amuesement meines Freundes ;) - meist tot geschleppt... Wenn man an bewohnten Orten vorbei kommt, gar kein Problem. Entweder es gibt eine offizielle Wasserstelle im Ort oder aber man bekommt Wasser von den Einwohnern. Wie das mit der Wasserqualitaet der Fluesse ist? Zum Kochen haben wir es benutzt. Mein Freund hat es auch so getrunken. Wie gesagt, ich bin da immer ein bisschen vorsichtiger. Ich weiss aber nicht, ob die Dorfbewohner das Wasser extra aufbereiten oder ob das auch nur das abgezweigte Flusswasser ist. Kimba?

Thema Busnetz
Die Busverbindungen stehen im Rother Wanderfuehrer drin. Den hatten wir eh dabei. Daher hab ich mich da nicht weiter erkundigt, vielleicht standen sie auch im LP drin, das weiss ich aber nicht mehr so genau.

Thema Strand
Wir waren zum Tauchen in St. Leu. Die Stadt gibt allerdings nichts her. Ist eben nur eine Siedlung entlang einer Hauptstrasse. Aber mit sehr schoenen Tauchspots und einem ganz netten Strand. Wenn Ihr aber einen schwarzen Sandstrand wollt, dann geht nach L'Etang Salé. Ein suuuper schicker Strand und hauptsaechlich Einheimische. Zur Stadt kann ich leider nix sagen, wir haben dort nur einen Tag am Strand verbracht. Wir sind am Ende mit dem Mietwagen unterwegs gewesen. Oh, als Tip: Ich weiss nicht, ob ich das hier schreiben darf? Ein kleiner Mietwagenverleih heisst Taxi Brousse, hinter St. Leu, vor L'Etang Salé, die vermieten aeltere Mietautos fuer relativ wenig Geld. Falls Ihr am Schluss nochmal an etwas abgelegenere Orte wollt, oder schneller am Ziel sein wollt. Aber die Busnetze sind auch recht gut.
Auch ein schoener Strand (dann wieder mit weißem Sand) kurz vor St. Gilles (welches furchtbar touristisch ist) ist L'hermitage. Der war auch ganz nett und da sind die Leute auch geschnorchelt. Ob's was zu sehen gab, weiss ich nicht. :D

Thema Lagerfeuer
Wir haben mit einem Kocher unser Essen gemacht und nur selten Feuer gemacht. Aber es gab oft Feuerstellen. Ihr koennte ja wenn eine vorhandene nehmen. Wir haben aber oefter Wandergruppen mit reunionesischen Fuehrer getroffen und die haben auch z.B. mittags Feuer gemacht und darauf gekocht.

So, ich hoffe, ich habe alles ausreichend beantwortet. Aber immer her damit, wenn sich neue Fragen auftun!

Gruß
Sylvia

Dragon
24.01.2008, 07:27
Hallo Sylvia!


*seufz* - AUCH HABEN !!!!

Vieeeeeeeeeelen lieben Dank für die ausführlichen Infos! Und natürlich auch für die Bilder. Wir haben sofort zu träumen angefangen...

Ist ganz witzig - mit dem Sierra Leone (Vorgängermodell) waren wir letzten Sommer in Island. Ich sag nur: Quadratisch, praktisch, gut! Ein sehr schönes Zelt und vor allem so schön klein und leicht zu tragen... Da wir Trekkinganfänger sind (und damals erst Recht waren), hatten wir zu dem Zeitpunkt noch keine vollständige eigene Ausrüstung und z.B. das Zelt geliehen. Dann haben wir in Island ein Pärchen aus der Schweiz kennen gelernt und die hatten von Hilleberg das Nammatj GT. Eines abends hat es ohne Ende geregnet und wir waren eigentlich zum gemeinsamen Kochen + Essen verabredet, was sprichwörtlich ins Wasser gefallen ist bzw wäre: Das Nammatj GT hat einen recht großen Vorraum, in dem man, wenn man sehr vorsichtig ist, auch kochen und zu 4. essen kann. Das hat uns so beeindruckt - jetzt haben wir auch eins.... Daher die 4,5 auf 2,2 Meter.

An dem Reiseführer hätten wir schon Interesse. Was soll er denn kosten?

Das mit dem Lagerfeuer klingt auch sehr gut. Beim Thema "open fire" sind wir grundsätzlich etwas vorsichtig, denn man will schließlich keinen verärgern oder nicht gegen irgendwelche Regeln verstoßen, andererseits hat ein richtig schönes, gemütliches Lagerfeuer schon was sehr angenehmes... Wir werden dann sicherlich das eine oder andere machen oder uns mal dazu gesellen. Haben in Island auch ein paarmal "gefeuert", aber wenn nachts die Sonne nicht untergeht, dann fehlt ein Teil der notwendigen Atmossphäre...

Also nochmal lieben Dank für die ausführlichen Infos und die Bilder! Ich denke es werden weitere Fragen folgen die ich dann einfach mal stellen werde - aber vorerst sind wir erstmal einfach nur beeindruckt und freuen uns rieeeeeeesig auf den Urlaub!

:-):-):-)

Liebe Grüße

Dragon