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Vollständige Version anzeigen : Mongolei oder Kirgistan auf eigene Faust?


Smilla
12.02.2006, 20:35
Hallo liebe Leute,

Wir dürfen diesen September für 3 Wochen auf unsere Hochzeitsreise. Nun sind wir auf der Suche nach einer Destination auf die Mongolei und Kirgistan gestossen. Was meint ihr, ist es möglich, in diesen Ländern auf eigene Faust zu reisen, sprich auch zu wandern oder braucht es da extreme Erfahrung bzw. einen Guide? Ist September eine gute Reisezeit.

Herzlichen Dank für eure Tipps,

Andrea

Haribo
13.02.2006, 11:55
In der Mongolei ist es möglich auf eigene Faust zu reisen. Dies setzt jedoch eine sehr intensive Beschäftigung mit dem Land voraus. Vorher gut einlesen und nicht alles für bare Münze nehmen, was die Reiseführer so schreiben.........

Haribo

Hannes33
14.02.2006, 08:57
Hallo Andrea,
September ist für beide Länder eher schon an der "grenze"... es kann angenehme Temperaturen und wetter haben, es kann aber auch schon richtung winter gehen.
am besten ist es sicherlich so früh wie möglich im september.
In kirgisien könntet Ihr auch noch im september sehr schöne trekkingtouren machen. da würde ich euch dann von den bergen des hohen tien-shan weg zu den etwas niedrigeren regionen weiter westlich im lande raten... gegend um bishkek z.B. oder Sary-Chelek...
alleine reisen: ist immer schwierig so eine frage zu beantworten, da ich nicht weiß ob ihr alleine am berg unterwegs seids usw...
es gibt sicherlich "einfachere" länder um alleine zu reisen als kirgisien oder mongolei, wird aber natürlich schon auch gemacht...
lg, HanneS.

Smilla
15.02.2006, 16:26
Hallöchen ihr beiden,

Danke vielmals für die Tipps. Eigentlich sind wir schon nicht so erfahren mit Wanderungen in gebirgigen Regionen. Zwar haben wir einige Wanderferien gemacht, immer aber mit relativ guten Karten. Meint ihr, es könnte von der Navigation her schwierig sein? Ist es schwierig, Karten zu finden?

Herzlichen Dank für eure Hilfe,

Andrea

Hannes33
15.02.2006, 18:13
Hallo Andrea,
die Kirgisischen Karten sind leider schlecht: 1:200.000! ist das beste was man bekommt. dazu kommt das schlechte Bild, also wirklich nicht zu vergleichen mit Alpenkarten... und das geographische Gitternetz ist auch nicht zuverlässig: es gibt zum Teil grosse Abweichungen um meherere " also auch mit GPS nur mit Vorsicht zu geniessen.

Aber die gute Nachricht ist, dass man diese Karten in Bishkek einfach ersteigern kann.

Aber ich würde eher sagen dass die Navigation schwierig ist!
HanneS.

mariokel
17.02.2006, 13:08
Komme gerade aus Kirgistan. Man rechnet noch in diesem Jahr mit einer erneuten Revolution. Alles ist in Alarmbereitschaft, Reisen auf eigene Faust sind aber kein Problem. Habe viele web-seiten wo ihr euch informieren könnt.

Smilla
17.02.2006, 14:38
Lieber Hannes,

Danke für deine Informationen. Wir sind uns ziemlich unschlüssig, ob wir es wagen sollen. Die Alternative wäre Lappland ... auch nicht schlecht, oder? Aber Infos kann man immer brauchen, auch für nächste Reisen.

Liebe/r Mariokel,

Auch dir herzlichen Dank für die Infos. Meinst du, es sei nicht gefährlich, wenn eine Revolution bevorsteht? Könntest du uns eine gute Homepage empfehlen, falls wir uns doch für Kirgistan entscheiden? Wie sieht es denn in Usbekistan aus, politisch meine ich?

Vielen Dank für eure Hilfe,

d'Andrea

Hannes33
17.02.2006, 18:45
Komme gerade aus Kirgistan. Man rechnet noch in diesem Jahr mit einer erneuten Revolution. Alles ist in Alarmbereitschaft, Reisen auf eigene Faust sind aber kein Problem. Habe viele web-seiten wo ihr euch informieren könnt.
Hallo, Mariokel,
das klingt ja gefährlich... kannst du das bitte näher erklären: "Alles ist in Alarmbereitschaft, Reisen auf eigene Faust sind aber kein Problem".
danke.
HanneS.

selmer
10.03.2006, 10:06
in kirgistan sind gewalttaten in erster linie auf politischer ebene angesiedelt. d.h., dass die sicherheit der leute wenig von irgendwelchen machtumstürzen oder morden an politikern betroffen ist. insbesondere natürlich ausserhalb der zentren bishkek, naryn, osh und jalalabad. da spürt man kaum etwas von der politischen lage.
stimmt aber sicher, es könnte dieses jahr wieder zu einem politchaos kommen, so wie sich die sache entwickelt. aber wenn, dann würde das sicher ähnlich wie letztes jahr ablaufen, und die sache war nicht annährend so wild, wie in den medien dargestellt. es gibt wenig waffen im land, und die armee und polizei sind sehr unorganisiert und keiner der politiker hat wirklich ihre volle unterstützung. nur kennen weder die meisten medien noch botschaften das land, so dass dann schnell mal von reisen abgeraten wird bzw. die sicherheitssituation übertrieben dargestellt wird...

kg ist auf jeden fall zu empfehlen für trekking und pferdetrekking. eine sehr gute organisation ist CBT, community based-tourism (cbtkyrgyzstan.kg), welche ein gutes B&B und Yurten-Netzwerk aufgebaut haben im land und auch sehr schöne pferde-/trekkingtouren anbieten. schaut euch die webseite an, ist alles gut erklärt und die leute sind zumeist sehr kompetent. aber v.a. ist es auch community-based, d.h. der profit geht ins dorf zurück.
bzgl. eigene faust, russisch-kenntnisse sind nicht von nachteil in kg, und man sollte eine gewisse offenheit und spontanität der organisation akzeptieren können, denn ausser CBT und im issyk-kul-gebiet gibt's kaum tourismusinfrastrukturen, die wir "westler" so einfach verstehen.;)

wie hannes schreibt, ist im september v.a. der süden zu empfehlen, arslanbob z.b. ist wirklich superschön zum trekken und die leute sind wahnsinnig nett.

viel spaß! sonya

Hallo, Mariokel,
das klingt ja gefährlich... kannst du das bitte näher erklären: "Alles ist in Alarmbereitschaft, Reisen auf eigene Faust sind aber kein Problem".
danke.
HanneS.

Hannes33
10.03.2006, 17:58
hallo,
ich denke nicht, dass es in kg heuer erneut zu einer revolution kommt. die menschen sind in kg grossteils extremst unpolitisch (der udssr sei dank:-/ ). vor allem in den hauptzentren Bishkek und den ganzen städten im norden des landes. hier wurden letztes jahr die unruhen nur von einem gewissen teil der politischen elite geschürt, der "kleine" bürger hatte an dem ganzen kein interesse und war froh, dass die unruhen weitesgehend friedlich verlaufen sind, und die wahlen ebenfalls ohne grössere probleme über die bühne sind.
der süden, hauptsächlich Osh und das Fergana tal sind da schon eher die hochburgen der revolutionären kräfte, die haben nun "ihren" präsidenten und werden nichts gegen den unternehmen.

meine bekannten in kg, zugegebener massen aus Bishkek, karakol und koshkor, also alle im norden, wissen nichts von unzufriedenheiten in der bevölkerung.
das heisst jetzt natürlich nicht, das nichts passieren kann, weil solche unruhe ja sehr oft nicht von der bevölkerung ausgehen, aber zu sagen, dass es "sehr wahrscheinlicher weise wieder zu unruhen/revolutionen kommen wird" halte ich für wirklich sehr überzogen. Ansonsten schliesse ich mich ganz selmer an: sobald man die ortschaften verlassen hat ist es ruhig, bzw. man bekommt nichts von unruhen mit.
lg, hannes.

selmer
13.03.2006, 07:35
hi hannes

du hast schon recht, die kirgisen sind sehr unpolitisch, und wie du schreibst, in der zwischenzeit spricht ja auch niemand mehr von einer "volksrevolution" bezüglich des märz2005-machtumsturzes, sondern eher von einem spontanten volksauflauf oder so ähnlich.
man hat auch im verlauf des letzten jahres etliche "massen"demonstrationen in verschiedenen städen kirgistans gesehen, darunter z.b. eine mitte oktober in bishkek, bei der der rücktritt des premiers kulov gefordert wurde. meinen politik-involvierten und -interessierten freunden in kirgistan glauben schenkend, sind diese massendemonstrationen jedoch weitgehdend von mafia-bossen/politikern/geschäftsleuten (ungefähr alles synonyme) organisiert, welche die leute bezahlen, um zu demonstrieren. von volksbewegung kann also bei weitem nicht die rede sein.
so wäre denn auch eine erneute "revolution" dieses jahr keine volksrevolution, denn die leute sind tatsächlich zu desillusioniert und apolitisch. es gibt nämlich keine alternativen zu den bestehenden leuten an der macht, denn wie sich in der zwischenzeit herausgestellt hat, haben unter bakiev&co. auch nur die namen im regime und auf den einflussreichen posten gewechselt, ansonsten bleibt alles beim alten bzw. hat sich verschlimmert (inflation, korruption, machtvakuum...).
so könnte es also sein, dass in diesem jahr ein einflussreicher geschäftsmann, politiker oder mafiaboss eine erneute "revolution" anzetteln würde, um bakiev zu stürzen. der ja sowieso in kurzer zeit schon relativ unbeliebt geworden ist und wenig unterstützung weder vom volk noch unter politikern geniesst. auch im süden genießt er übrigens wenig unterstützung, da kann von solidarität unter "südlern" wohl kaum die rede sein. der süden leidet zusätzlich eben auch noch unter der kritische lage in usbekistan, wie man letzten mai gesehen hat. und usbekistan stellt schlussendlich wahrscheinlich eine der größten gefahren für die stabilität zentralasiens überhaupt dar. aber dies ist ein anderes thema.
soweit also meine analyse.:-/
fazit: leider gibt's in kirgistan zur zeit wirklich eine art machtvakuum, wo jede einigermassen einflussreiche person so ein bisschen das macht, was er will, um seinen eigenen gewinn zu vergrößern, ohne dabei an das wohl des landes zu denken. deshalb ist auch ein erneuter machtumsturz in diesem jahr durchaus möglich. aber hoffen wir natürlich, dass dies alles sehr schwarz gesehen ist, und dass die kirgisen die kurve kriegen mit ihrer politik...

lg, sonya

hallo,
ich denke nicht, dass es in kg heuer erneut zu einer revolution kommt. die menschen sind in kg grossteils extremst unpolitisch (der udssr sei dank:-/ ). vor allem in den hauptzentren Bishkek und den ganzen städten im norden des landes. hier wurden letztes jahr die unruhen nur von einem gewissen teil der politischen elite geschürt, der "kleine" bürger hatte an dem ganzen kein interesse und war froh, dass die unruhen weitesgehend friedlich verlaufen sind, und die wahlen ebenfalls ohne grössere probleme über die bühne sind.
der süden, hauptsächlich Osh und das Fergana tal sind da schon eher die hochburgen der revolutionären kräfte, die haben nun "ihren" präsidenten und werden nichts gegen den unternehmen.

meine bekannten in kg, zugegebener massen aus Bishkek, karakol und koshkor, also alle im norden, wissen nichts von unzufriedenheiten in der bevölkerung.
das heisst jetzt natürlich nicht, das nichts passieren kann, weil solche unruhe ja sehr oft nicht von der bevölkerung ausgehen, aber zu sagen, dass es "sehr wahrscheinlicher weise wieder zu unruhen/revolutionen kommen wird" halte ich für wirklich sehr überzogen. Ansonsten schliesse ich mich ganz selmer an: sobald man die ortschaften verlassen hat ist es ruhig, bzw. man bekommt nichts von unruhen mit.
lg, hannes.

gwiszmann
13.04.2006, 23:48
Hoilla ihr Lieben,

Alles gute zur Hochzeit schon mal. Also die Mongolei im September ist sicher etwas irre schönes. Gegen Ende September ( im Westen und Norden mit unter auch schon Anfangs) müsst ihr schon Mal mit Morgenfrost, u.U. Schneefall und auch mal ghörigen Regen rechen. Führer würde ich vorab keinen nehmen. Ihr könnt im Notfall wenn ihr einen Motorisierten Untersatz braucht bei Che Bernard ( kleine cafe an der Mittleren Hauptstrasse in UB kennt jder Taxifahrer), oder in jeder grösseren " Stadt" anheuern; zu ganz guten Preisen eigentlich. Karten gibt es noch die guten alten russischen. Könnt ihr auch vor Ort kaufen. Falls ihr euch für die Mongolei entscheidet meldet euch doch bei mir, ich werde Ende August Anfang Sept. wieder in Ulan Bathaar sein ( meine mail : gwiszmanuel@hotmail.com )

ansonst alles gute euch zwein...

manu

Smilla
14.04.2006, 14:44
Hallöchen Manu,

Herzlichen Dank für deine Tipps. Wir haben uns nun trotzdem für Finnland entschieden, da es uns ein bisschen einfacher schien von der Navigation und Organisation her. Kirgistan ist aber noch nicht gestorben für uns. Falls wir nächstes Jahr da hinreisen, werden wir gerne auf dich zurückkommen. Herzlichen Dank auch für die Glückswünsche, einen schönen Frühlingsanfang wünschen dir

Andrea und Christian

Haribo
16.04.2006, 09:50
Das Wetter ist insgesamt in der Mongolei sehr wechselhaft. Mit plötzlichen Wetterumstürzen ist zu rechnen. Das Extremste was ich erlebt habe, war ein Wechsel von etwa + 25°C auf -20°C innerhalb von 5 Minuten mit anschliessendem Hagel, wobei die Hagelkörner Golfballgrösse erreichten. Dies im Hochsommer! Doch muss ich hinzufügen, es war im Westen der Mongolei, im Altaigebirge auf etwa 2400 m, doch ist dies höhenmässig nicht mit unseren Verhältnissen vergleichbar, in dieser Höhe sind dort etwa die tiefer gelegenen Hochweiden des Sommers. Ich habe einmal einen Sommer erlebt, wo es jede Woche irgendwann einmal geschneit hat. Einmal setzte der „Vollschnee“, der wirklich den ganzen Altai bedeckte, am 14. August ein. Am besten ist, man reist mit Kleidung die man zwiebelschalenartig an/ausziehen kann, so dass man für sehr heisse wie auch für sehr kalte Temperaturen gerüstet ist.

Haribo