Spartaner
06.02.2006, 21:27
Hallo in die Runde,
auf Anregung von Thomas folgen Bilder und eine kurze Beschreibung unserer
Wintertour in Norwegen.
Wir sind vom 26. Dezember bis zum 3. Januar im Rondane-Nationalpark zum
Schneeschuhwandern gewesen. Warum Rondane? Ganz einfach: Es ist das einzige
Gebiet, in dem die Selbstbedienungshütten auch im Dezember geöffnet haben.
Anreise: Frankfurt-Oslo-Gardemoen mit Lufthansa/Sas für 169 Euro
hin/rück. Ab Oslo-Gardermoen mit dem Zug (http://www.nsb.no) nach
Otta für rund 50 Euro hin/rück. Von Otta rund 13 Kilometer mit dem Taxi nach
Mysuseter, rund 13 Euro. Dort übernachteten wir im Hotel
Rondanespa (http://www.rondane.no) für knapp 100 Euro
Person/Nacht im DZ. Essen, Frühstsück, Sauna und Schwimmbad inkl.
Unterwegs: Von dort sind wir am nächsten Morgen losgegangen in
Richtung Rondvassbu, der zentralen Hütte im Rondane-NP. Dort übernachteten
wir in der Selbstbedienungs-Winterhütte, wer Mitglied im
DNT, (http://www.turistforeningen.no) dem norwegischen
Wanderverein wird, bekommt einen Universalschlüssel mit dem schönen
norwegischen Namen "Nökkel" (Schlüssel). Die Mitgliedschaft hat für mich 70,
für meine Freundin 30 Euro für 2006 gekostet, Anmelden geht am
schnellsten hier (http://www.huettenwandern.de). Die Hütten sind
verproviantiert, mit Kanonenofen, Toiletten und Küche ausgestattet. Uns
wurde gesagt, dass wir im Dezember in den Hütten alleine sein würden. Das
stimmte so nicht. In Rondvassbu waren wir nie alleine, einmal war es
ziemlich voll, da die Hütte von Mysuseter bequem erreichbar ist. Die anderen
Hütten sind allerdings deutlich weniger frequentiert.
Wetter: Wie zu erwarten, kalt. Bis minus 20 Grad. Schnee lag
eigentlich rund 50 Zentimeter. Da es vorher aber ziemlich gestürmt hatte,
war alles verblasen. Ab dem dritten Tag gab es dann Neuschnee. Es war
meist sonnig, allerdings einmal auch extrem stürmisch. Gescheite Ausrüstung
ist Pflicht, vor allem Handschuhe, Mütze und Socken. Ansonsten hatte ich
eine leichte einlagige North Face Athmosphere Jacke, darunter eine dicke
Fleece-Jacke Polarfleece 200, darunter ein dünnes Odlo-Fleece, dann ein
Odlo-Thermounterhemd. Also, Zwiebelprinzip, oder: Michelin-Männchen. Zur Not hatte ich auch noch einen dicken Daunenparka dabei. Als Hose hatte ich eine North-Face Softshell-Hose und darunter lange Odlo-Unterhosen. An den Füßen dicke Socken (keine Ahnung, welche Marke) und meine normalen Hanwag Alaska. Hat sich ebenfalls bewährt.
Von Rondvassbu haben wir zunächst Tagestouren auf die umliegenden Gipfel gemacht. Dann sind wir von R. nach Björnhollia gegangen, wo wir, ziemlich einsam, Silvester feierten. Auf dem Weg nach B. war es stürmisch, Sicht gegen null und EISKALT. Der Weg war insgesamt sehr unangenehm zu gehen, da man ständig traversieren musste. Zu allem Überfluss verabschiedete sich unser Geko-GPS (Danke, Garmin!) und wir haben uns heillos verfranzt. Dank Kompass und Karte ging es dann nochmal gut (Schönen Gruß an die, die meinen, sie bräuchten so etwas nicht!), so etwas muss ich aber nicht nochmal haben. Über Rondvassbu ging es dann zurück nach Mysuster, wo wir zwar nicht im Hotel
übernachteten, aber ausgiebig saunierten. Ein empfehlenswerter Abschluss einer Wintertour. Zurück ging es dann genau wie hin.
Besondere Ausrüstung: Atlas Schneeschuhe 1033. Normale
Wanderausrüstung + Schaufeln, Thermoskannen, leicht verbesserte
Notfallausrüstung. Selbstgebaute Pulka.
Was würde ich anders machen: #
[list]
-Wer im Dezember zum Schneeschuhwandern nach Rondane fährt, sollte wegen der
Sicht auf die Mondphasen achten. Bei Neumond kann es ziemlich finster
sein...
-Ich würde auch schauen, wieviel Kälte die Elektronik verträgt. Das GPS ist
jetzt im Elektronikhimmel.
-Ich würde mir ein Schild umhängen, dass erklärt, was Schneeschuhe sind.
Norweger werden mit Skiern an den Füßen geboren, Schneeschuhe haben sie
offensichtlich noch nie gesehen. Unsere Truger sorgten für Aufsehen...
-Ich würde Skier mitnehmen. Bergauf mit Schneeschuhen, bergab mit Skiern.
-Kein Rotweinpulver mehr mitnehmen. Schmeckt wie lepröses Fußbad. Dafür mehr
Instant-Cocktails. Waren echt lecker und das Eis kam von alleine.
So, war etwas kursorisch. Wenn jemand Fragen hat: Bitte!
PS: Highlight im wahrsten Sinne des Wortes war ein fettes Nordlicht!
Gruß, Spartaner
auf Anregung von Thomas folgen Bilder und eine kurze Beschreibung unserer
Wintertour in Norwegen.
Wir sind vom 26. Dezember bis zum 3. Januar im Rondane-Nationalpark zum
Schneeschuhwandern gewesen. Warum Rondane? Ganz einfach: Es ist das einzige
Gebiet, in dem die Selbstbedienungshütten auch im Dezember geöffnet haben.
Anreise: Frankfurt-Oslo-Gardemoen mit Lufthansa/Sas für 169 Euro
hin/rück. Ab Oslo-Gardermoen mit dem Zug (http://www.nsb.no) nach
Otta für rund 50 Euro hin/rück. Von Otta rund 13 Kilometer mit dem Taxi nach
Mysuseter, rund 13 Euro. Dort übernachteten wir im Hotel
Rondanespa (http://www.rondane.no) für knapp 100 Euro
Person/Nacht im DZ. Essen, Frühstsück, Sauna und Schwimmbad inkl.
Unterwegs: Von dort sind wir am nächsten Morgen losgegangen in
Richtung Rondvassbu, der zentralen Hütte im Rondane-NP. Dort übernachteten
wir in der Selbstbedienungs-Winterhütte, wer Mitglied im
DNT, (http://www.turistforeningen.no) dem norwegischen
Wanderverein wird, bekommt einen Universalschlüssel mit dem schönen
norwegischen Namen "Nökkel" (Schlüssel). Die Mitgliedschaft hat für mich 70,
für meine Freundin 30 Euro für 2006 gekostet, Anmelden geht am
schnellsten hier (http://www.huettenwandern.de). Die Hütten sind
verproviantiert, mit Kanonenofen, Toiletten und Küche ausgestattet. Uns
wurde gesagt, dass wir im Dezember in den Hütten alleine sein würden. Das
stimmte so nicht. In Rondvassbu waren wir nie alleine, einmal war es
ziemlich voll, da die Hütte von Mysuseter bequem erreichbar ist. Die anderen
Hütten sind allerdings deutlich weniger frequentiert.
Wetter: Wie zu erwarten, kalt. Bis minus 20 Grad. Schnee lag
eigentlich rund 50 Zentimeter. Da es vorher aber ziemlich gestürmt hatte,
war alles verblasen. Ab dem dritten Tag gab es dann Neuschnee. Es war
meist sonnig, allerdings einmal auch extrem stürmisch. Gescheite Ausrüstung
ist Pflicht, vor allem Handschuhe, Mütze und Socken. Ansonsten hatte ich
eine leichte einlagige North Face Athmosphere Jacke, darunter eine dicke
Fleece-Jacke Polarfleece 200, darunter ein dünnes Odlo-Fleece, dann ein
Odlo-Thermounterhemd. Also, Zwiebelprinzip, oder: Michelin-Männchen. Zur Not hatte ich auch noch einen dicken Daunenparka dabei. Als Hose hatte ich eine North-Face Softshell-Hose und darunter lange Odlo-Unterhosen. An den Füßen dicke Socken (keine Ahnung, welche Marke) und meine normalen Hanwag Alaska. Hat sich ebenfalls bewährt.
Von Rondvassbu haben wir zunächst Tagestouren auf die umliegenden Gipfel gemacht. Dann sind wir von R. nach Björnhollia gegangen, wo wir, ziemlich einsam, Silvester feierten. Auf dem Weg nach B. war es stürmisch, Sicht gegen null und EISKALT. Der Weg war insgesamt sehr unangenehm zu gehen, da man ständig traversieren musste. Zu allem Überfluss verabschiedete sich unser Geko-GPS (Danke, Garmin!) und wir haben uns heillos verfranzt. Dank Kompass und Karte ging es dann nochmal gut (Schönen Gruß an die, die meinen, sie bräuchten so etwas nicht!), so etwas muss ich aber nicht nochmal haben. Über Rondvassbu ging es dann zurück nach Mysuster, wo wir zwar nicht im Hotel
übernachteten, aber ausgiebig saunierten. Ein empfehlenswerter Abschluss einer Wintertour. Zurück ging es dann genau wie hin.
Besondere Ausrüstung: Atlas Schneeschuhe 1033. Normale
Wanderausrüstung + Schaufeln, Thermoskannen, leicht verbesserte
Notfallausrüstung. Selbstgebaute Pulka.
Was würde ich anders machen: #
[list]
-Wer im Dezember zum Schneeschuhwandern nach Rondane fährt, sollte wegen der
Sicht auf die Mondphasen achten. Bei Neumond kann es ziemlich finster
sein...
-Ich würde auch schauen, wieviel Kälte die Elektronik verträgt. Das GPS ist
jetzt im Elektronikhimmel.
-Ich würde mir ein Schild umhängen, dass erklärt, was Schneeschuhe sind.
Norweger werden mit Skiern an den Füßen geboren, Schneeschuhe haben sie
offensichtlich noch nie gesehen. Unsere Truger sorgten für Aufsehen...
-Ich würde Skier mitnehmen. Bergauf mit Schneeschuhen, bergab mit Skiern.
-Kein Rotweinpulver mehr mitnehmen. Schmeckt wie lepröses Fußbad. Dafür mehr
Instant-Cocktails. Waren echt lecker und das Eis kam von alleine.
So, war etwas kursorisch. Wenn jemand Fragen hat: Bitte!
PS: Highlight im wahrsten Sinne des Wortes war ein fettes Nordlicht!
Gruß, Spartaner