Vollständige Version anzeigen : Digitaler Fotoapparat bei -30° ?
envuldio
15.01.2006, 20:14
Hallo Zusammen,
für Lappland im März suche ich die richtige Fotoausrüstung.
Würde gerne meine kleine Digitalkamara mitnehmen, nun habe ich aber gehört, das es bei hohen Minusgraden zu einer schnellen Akkuentladung kommt.
Stimmt das?
Was kann ich da machen ?
Gibst es Alternativen (zur schweren mechanischen SPiegerreflex)?
Danke für die Tip im Voraus
Gruß
endrik
Spartaner
15.01.2006, 22:42
Envuldio,
Ich hatte im Dezember/Januar dieses Jahres einen Teil meiner digitalen Spiegelreflexausrüstung (Eos 300 D mit Batteriegriff EG-1, EF-S-18-55 mm 3,5-5,6 USM, EF 70-200 2,8 L ) während einer Schneeschuhtour durch den Rondane-Nationalpark in Norwegen dabei. -30 Grad waren es nicht, aber bis -20.
Die Lithium-Ionen-Akkus BP-511 verloren enorm an Leistung, schätze vielleicht noch ein Drittel Saft blieb über, wenn die Kamera erst mal gut durchgekühlt war (hab sie meist um den Hals getragen). Ich habe einfach bei einem ebay Billigheimer zusätlich zu meinen zwei Akkus noch vier Ersatzakkus gekauft, so dass ich genügend Reserve hatte. Dann habe ich immer einen Akkusatz zum Wechseln in der Tasche gewärmt. Denn wärmt man den LiIo-Akku, gewinnt er wieder Leistung. Außerdem habe ich die Kamera so eingestellt, dass sie weniger verbraucht (Rückschau aus, Displaybeleuchtung etc.) Und so ging das ganz gut.
Solltest du eine Kamera haben, die normale AA-Batterien frißt, beispielsweise Casio,solltest du Lithium-Batterien kaufen, beispielsweise die "Energizer Ultimate Lithium". Lithium Einweg-Batterien sollen bis -40 Grad ohne große Leistungseinbuße funktionieren. Zitat Color Foto von vor Urzeiten: "Die Tester stellten für die Einwegbatterie("Energizer) eine Kapazität von 2230 mAh fest. Sie berechneten dafür Kosten von 5,80 DM pro Stunde Laufzeit. Damit hatte die Mignon-Batterie im Testfeld die deutlich höchste Kapazität, aber auch das ungünstigste Preis-Leistungsverhältnis." Bei einer mitwandernden Freundin haben zwei normale Panasonic AA-Alkali-Mangan-Batterien in einer Casio-Kompaktkamera einfach den Dienst quittiert, sie konnte während der ganzen Zeit keine Bilder machen.
Die Eos 300 D hat sich wacker geschlagen, sie ist eigentlich nur für Temperaturen bis 0 Grad empfohlen. Das LC-Display zur Anzeige der Kameradaten (nicht das Display zum Anschauen der Bilder) wurde bei niedrigen Minusgraden deutlich langsamer in den Reaktionszeiten, allerdings hat es nie den Dienst versagt oder ist wegen der großen Temperaturunterschiede gerissen, wie ich vorher befürchtet hatte.
Das größte Problem machten mir Ströme von Kondenswasser, wenn ich abends in (relativ) warme Räume kam. Da habe ich einfach das Wasser abgewischt. Ebenfalls problemlos funktionierten meine CF Karten (Sandisk Ultra II).
Noch ein Tipp: Lege doch die Kamera über Nacht in die Gefriertruhe und teste das alles aus. So vermeidest du unliebsame Überraschungen.
Viel Spaß in Lappland, ganz grün bin ich vor Neid,
Ernst
Das Hauptproblem sind die Batterien, bei starken Kälte verlieren sie die Kapazität. Sie sollen die Bat. in Wärme halten. Ein Bekannte wandert in Alaska bei -40, -50 Grad, die Batterien trägt er immer in einer Innentasche und legt sie in die Kamera nur wenn er Foto machen will. Dann hat er etwa 2-4 minuten bevor die Batterien kaputt sind. Deshalb ist es sehr wichtig zuerst zu uberlegen, was und wie man fotografieren will und dann schnell machen.
Das Kondenswasser macht der Kamera bestimmt nicht gut. Noch in Kälte in einen Igelitbeutel einlegen und drinnen erwärmen lassen.
--
Entschuldige mein Deutsch, ist nicht meine Muttersprache.
Hi,
Zum Austesten der Kältetauglichkeit Deiner Kamera kannst Du sie eine Weile in die Kühltruhe legen.
Herzlich
Doro
envuldio
03.02.2006, 18:22
Danke der Ratschläge!
In meiner Kamara Anleitung steht nun, man soll nie MG bzw Li Batterien verwenden, da diese die Kamara aufheizen. Ich vermute ich kann dies bei starken minus Temeperaturen ignorieren oder ?
Hersteller (Canon) empfielt bei Kälte NiMh-Akkus - empfehlenswert?
Hi,
Ja die werden schön warm. Ich hatte aber noch nie Probleme damit. Falls die Kamera jedoch einen Defekt erleidet, hast Du keinen Garantieanspruch mehr.
Alternativ hast Du ein kleines Oefeli dabei;)
Herzlich
Doro
hallo,
ich bin grade aus lappaland zurück und meine kamera (canon eos 20 d) hat die minus 31 grad nicht überlebt :( sicher ein einzelfall und mit entsprechender vorsicht sollte nix passieren. bei mir war das problem das ich die halbe nacht auf dem eis stand und auf ein nordlicht gewartet habe. meine kamera war danach so dermassen vereist, in der nacht war eine hohe luftfeuchtigkeit, das wohl beim auftauen der kamera die elektronik zerschossen wurde. jedenfalls ging dann nix mehr. wenn man seine kamera allerdings immer in der tasche/rucksack trägt und nur zum fotografieren rausnimmt sollte es keine schwierigkeiten geben. zur not noch ein oder 2 wärmekissen oder taschenöfen zur kamera in die tasche tun. bei den temperaturen ist es normal das das display etwas träger ist als unter normalen umständen
ich selber hatte 5 akkus dabei wovon ich immer 2 in der hosentasche gewärmt habe.
akkuprobleme hatte ich keine.
gruss
stefan
Spartaner
16.02.2006, 10:36
Akkufly,
Hmm, da scheinen 10 Grad doch einiges auszumachen. Hatte meine 300 D auch immer um den Hals. Aber es war nicht soo kalt. Hast du sie schon zu Canon geschickt? Was sagen die Herren in Willich?
Spartaner
@ spartaner
meine kamera habe ich bei einer örtlichen canon service werkstatt reparieren lassen. es wurden einige platinen und verschlussteile ausgewechselt.
im grunde genommen sind solche temperaturen auch nicht so schlimm denke ich. bei meiner reise waren auch leute mit der 300D und 350D dabei und die hatten auch keine probleme.
laut dem service point von canon hat auch feuchtigkeit nicht unbedingt dazu beigetragen das die kamera kaputt gegangen ist. vielmehr sei es ein defekt der halt passieren kann.
wundert mich zwar bei einer kamera die grade knapp ein halbes jahr alt ist, aber letztendlich weiss man es halt nie genau.
gruss
stefan
kingcreol
02.05.2006, 23:59
bei tiefenentladung und kälte kann es sein das ein kaputt geglaubter Akku, der nicht mehr aufladen will, durch eine kleine "sauna" wider zu sich kommt. Die Temperatur ermöglicht dann das elektronen wider in bewegung kommen und ein ladestrom fließen kann.
es gibt eine gute webseite zum thema ladezyklen und akku handling ... wo auch der sogenannte memory effekt beschrieben wird und auf welche akkutypen das überhaupt zutriff,
aber ich muss erst noch 2 Beiträge schreiben bevor ich nen Link posten darf :)
Bei solchen Minusgraden gibt es eigentlich keine normalen Akku's, deren Chemie wirklich damit zurechtkommt. Meiner Erfahrung nach kann man bei Kälte am ehesten noch von NiCd-Akku's eine gewisse Leistung erwarten. Aber -30 Grad? Ist echt 'ne Menge Holz. Ich lagere zum Beispiel LiIo/LiPo-Akkus in der Tiefkühltruhe, weil damit die Alterung erheblich verlangsamt wird. Vor Gebrauch wärme ich sie auf, zB durch tragen am Körper für einige Zeit, da ansonsten eine höhere Leistungsforderung zu irreversiblen Schäden und Kapazitätsverlusten führen würde. Dabei beträgt die Temp in der Tiefkühlt. ja beileibe nicht -30°.
Wer mobile Ladegeräte und Li-Akkus verwendet, sollte hier auch sehr wachsam sein. Laden bei tiefen Temperaturen schädigt mit Sicherheit jeden Li-Akku, und zwar irreversibel. Bei den Preisen für die Dinger nicht unbedingt erstrebenswert. Abgesehen davon kommt es bei mehrzelligen Li-akkus bei 'Kältebenutzung' zu einem deutlich stärkeren auseinandertriften der Spannungslage, die von modernen Ladegeräten bzw bei konfektionierten Akkus elektronischer Geräte erst mal wieder ausbalanciert werden muss, damit hierdurch nicht weitere, dann ebenfalls irreversible Schäden eintreten.
Direkt am Körper getragene Akkus, die kurz vor dem Photo in die Kamera kommen und danach wieder ins warme Nest, ergeben meiner ERfahrung nach die beste Leistungsausbeute. Dann tuts auch ganz gut mit Lithium Batterien, die haben einfach den Vorteil der deutlichen höheren Kapazität bei gegebenen Gewicht.
@Kingcreol
Das mit der Sauna und dem tiefentladenem Akku funzt glaube ich nicht, in dem Fall gibts einfach keine Potentialunterschiede mehr, die einen Stromfluß überhaupt möglich machen würden. Das klappt wohl nur bei kalten Akkus, bei denen man ja auch manchmal den Eindruck hat, sie seien leer ...:)
Grüße von arnold
Hallo,
Leute mit Canon Kameras haben des öfteren Probleme mit der Qualität. Die Häufigkeit der Ausfälle bei digitalen Spiegelreflexkameras von Canon hat mich dazu gebracht, auf eine andere Marke zu setzen. Wenn es wirklich sehr kalt ist, nehme ich meine alte mechanische Kamera OM-1 mit oder ich setze das externen Batteriefach an die OM-2 Spot/Prog ein. Mit dem Adapter kann ich die Objektive an die digiale Olympus weiterverwenden.
Ich hoffe nur, dass Canon die Qualität wieder in den Griff bekommt. Auf Dauer ist das ein großer Image-Verlust.
Mit freundlichen Grüßen
Matis, der Junge aus Norwegen
Spartaner
08.05.2006, 10:01
Hallo,
Leute mit Canon Kameras haben des öfteren Probleme mit der Qualität. Die Häufigkeit der Ausfälle bei digitalen Spiegelreflexkameras von Canon hat mich dazu gebracht, auf eine andere Marke zu setzen. Wenn es wirklich sehr kalt ist, nehme ich meine alte mechanische Kamera OM-1 mit oder ich setze das externen Batteriefach an die OM-2 Spot/Prog ein. Mit dem Adapter kann ich die Objektive an die digiale Olympus weiterverwenden.
Ich hoffe nur, dass Canon die Qualität wieder in den Griff bekommt. Auf Dauer ist das ein großer Image-Verlust.
Mit freundlichen Grüßen
Matis, der Junge aus Norwegen
Matis,
da ich auch zu den Leuten gehöre, die eine (seit neuestem: zwei) Canon D-Spiegelreflexkameras besitzen: Ich nutze EOS Digitalkameras beruflich und privat seit die Canon D30 auf den Markt kam und hatte noch nie größere Probleme mit einem der Geräte, obwohl ich nicht zimperlich mit dem Kram umgehe (siehe weiter oben Im Thread). Nun liegt es mir fern, hier die Ehrenrettung für einen Großkonzern zu machen. Doch ist dein Hinweis für Leute die sich informieren wollen wohl eher irreführend.
Mal abgesehen davon, dass die OM-1 mit einer rein manuellen Belichtungsmessung selbst für die Verhältnisse von 1972 sehr sparsam ausgestattet war: Die OM-1 einer modernen Massenkamera der EOS-Reihe gegenüberzustellen ist ähnlich hilfreich, wie der Vergleich zwischen einem alten Land Rover Defender und einem Golf.
Gruß
Spartaner
Hallo,
ich wollte nur wiedergeben, dass bei uns im Fotoclub viele mit Canon hinsichtlich Qualität unzufrieden sind. In der Hoffnung, dass die Firma Canon mehr auf Endkontrolle achtet. Mir ist klar, dass ich zur OM-1 meinen Gossen Belichtungsmesser mitnehme, wenn ich draussen unterwegs bin. Wenn es wirklich minus 30° Grad unter Null hat, dann tut sich Elektronik schwer. Da finde ich die externene Batteriefächer genial.
Mit freundlichen Grüßen
Matis, der Junge aus Norwegen
Loewe1981
08.01.2011, 03:12
Da ich vor dem selben Problem stehe, belebe ich diesen Thread mal wieder.
Ich bin absoluter neuling was digitale fotografie angeht. Ne einfache Digitalkamera (klick, Foto gespeichert, nächstes bild) kann ich zwar bedienen, aber ob ich jetzt 15 megaPixel brauche, oder 8 auch schon für ein schönes Bild reichen, da bin ich überfragt.
Meine letzten Fotos auf Wintertouren habe ich mit einer analogen Spiegelreflexkamera gemacht. Doch die hat, vermutlich temeraturbedingt, falsch/zu viel/gar nicht belichtet, was allerdings erst nach entwickeln der Filme aufviel ... ein Display bzw digitale, statt mechanischer Technik hätten mir das erspart.
Wie dem auch sei, auf meinen letzten 2 Touren hab ich keine Bilder mehr gemacht. Das soll sich Ändern. Empfohlen wurden mir die Canon EOS 500D und die Canon PowerShot G12, allerdings konnte mir keiner was zur Wintertauglichkeit sagen.
Ich weiß, Grund verschieden. Doch ich suche einen Fotoapparat, mit dem man gute Bilder auch (nicht nur) in Eis und Schnee hin bekommt. Der auch mal -30°C übersteht (ja, habe die Threads dazu gelesen und weiß, dass es da keine Garantien für gibt). Und mit dem ich auch als Anfänger ne Chance habe, ohne 1000 Seiten Handbuch zu lesen ... und nicht zu letzt ist es auch ne Preisfrage (Wenn ihr meint, die EOS 300D reicht vollkommen, bin ich auch zufrieden)
ich würde mich freuen, wenn jemand seine Erfahrungen mit diesen neueren modellen (der ursprüngliche thread ist immerhin von 2006) kurz schildern könnte, oder mir was anders empfehlen könnte
mfg
Löwe
Hallo,
grundsätzlich geben alle Hersteller die Betriebstemperatur an, - 30° dürften offiziell aber nur spezielle Kameras Herstellerseitig aushalten.
Leider hats Du nicht angegeben, welche Ausrüstung du benützt.
Die allermeisten Kameras werden diese Temperaturen nur durch besondere Massnahmen problemlos überstehen. Jedoch werden digitale Kameras auch in der Antarktis eingesetzt sieher hier einige Kommentare:
http://www.crunchgear.com/2009/12/06/the-canon-7d-loves-inclement-weather-even-at-antarctic-levels/
oder hier:
http://forums.dpreview.com/forums/read.asp?forum=1034&message=18923395
oder hier:
http://forums.dpreview.com/forums/read.asp?forum=1019&message=33121945
Meine persönliche Erfahrung ist das tiefe Temperaturen ein Problem sind, wenn man die Ausrüstung schnell erwärmt/abkühlt ohne entsprechenden Schutz (Plastiktasche z.B. oder Handtuch das auch gern noch Feuchtigkeit dämmt/aufnimmt).
-30° ist in jeden Fall sehr extrem und schnelle Temperaturwechsel können auch die Elektronik durch Dehnung kapputmachen.
"google" mal einfach den Namen deiner Kamera mit "Antarktis" oder ähnlichen begriffen und vermutlich wirst einige praxisberichte finden.
Navyo
Loewe1981
08.01.2011, 19:15
Danke, die Links helfen mir schonmal weiter.
Was meinst du mit Ausrüstung?
Auf das fotografieren bezogen? Eigentlich nichts. Hab meine alte analoge Kamera nur mit dem std. Objektiv genutz, bzw mit nem Zoom-zusatz zum dazwischen schrauben. Keine teuren Objektive, kein Stativ oder ähnliches.
Ansonsten wird die Kamera im extremfall halt 2 Wochen im Rucksack getragen und muss im Zelt übernachten (klar, Akkus am Mann, bzw im Schlafsack). -30°C sind da dann vermutlich aber auch das Kälteste was zu erwarten ist. Der Transport und das Verpacken im Rucksack macht mir keine Sorgen.
gegoogelt hatte ich bisher nur nach "Kamera" mit "Winter". Neben vielen Fotos und fast keinen Kamera-Namen oder Herstellern hab ich halt irgendwie auch dieses Forum gefunden. ... Aber, wie gesagt: Danke für die Links.
Inarijoen Peter
08.01.2011, 20:03
Hier (http://www.martin-huelle.de/download/chipfotovideodigital_ausgabe_02_2011_winterfotogra fie.pdf) noch ein Link zum Fotographieren im Winter.
Ich meinte welche Kamera.
Die Frage war ja "Digitaler Fotoapparat bei -30° ?"
Nu schreibst Du " alte analoge Kamera ", die halten tiefe temperaturen besser aus weil die kaum elektronik haben.
Navyo
Danke, die Links helfen mir schonmal weiter.
Was meinst du mit Ausrüstung?
Auf das fotografieren bezogen? Eigentlich nichts. Hab meine alte analoge Kamera nur mit dem std. Objektiv genutz, bzw mit nem Zoom-zusatz zum dazwischen schrauben. Keine teuren Objektive, kein Stativ oder ähnliches.
Ansonsten wird die Kamera im extremfall halt 2 Wochen im Rucksack getragen und muss im Zelt übernachten (klar, Akkus am Mann, bzw im Schlafsack). -30°C sind da dann vermutlich aber auch das Kälteste was zu erwarten ist. Der Transport und das Verpacken im Rucksack macht mir keine Sorgen.
gegoogelt hatte ich bisher nur nach "Kamera" mit "Winter". Neben vielen Fotos und fast keinen Kamera-Namen oder Herstellern hab ich halt irgendwie auch dieses Forum gefunden. ... Aber, wie gesagt: Danke für die Links.
Loewe1981
08.01.2011, 21:38
@Navyo
Ja, die Alte analoge ist defekt, und ich denke über die Anschaffung einer digitalen Neuen nach.
ich bin auch davon ausgegangen das die analogen Kameras mit Kälte besser klar kommen. Bei meiner hat während einer Wintertour der Verschluss für die Belichtung begonnen sich nur noch willkürlich zu schließen ... dabei ist es auch nach der Rückkehr ins Warme geblieben.
Doch bei einer digitalen Kamera hätte ich hin und wieder die Möglichkeit mir die Bilder auf dem Display anzusehen und so nicht erst nach der Tour zu erfahren das ich keine Bilder habe. Auch bei Aufnahmen mit Gegenlicht kann ich dirket sehen ob das Bild was geworden ist.
Und bei einer analogen Kamera bin ich mit einem einmal eingelegten Film auf die Lichtempfindlichkeit festgelegt (zumindest bei den Modellen die ich kenne).
tobivnnhm
30.01.2011, 21:04
Hallo,
Bei den temperaturen würde Ich auch vor allem bei längeren Touren ne analoge Kamera oder sehr viele Ersatzakkus mitnehemn.
Auf der letzten Spitzbergentour hat die analoge nichtmal 2 Batterien in 3 Wochen verbraucht, und hat sogar einen Sturz von ner Steilwand halbwegs überlebt (abgesehen vom Belichtungsmesser, aber man kann ja schätzen ;) ).
Aufgrund der doch demolierten analogen KAmera nach 3 Wochen wurde eine kleinere digitale für die abschließende 2 Tagestour mitgenommen, und die ersten BAtterien haben keine 10min. überlebt. Also mussten wir die BAtterien bis vorm Fotoschießen in den Taschen halten und dadurch sind wahrscheinlich einige Motive entwischt (Polarfüchse).
Zur nächsten Tour kommt ne Solarladestation mit, aber ICh hab keine Ahnung wie das funktioniert.
bergtrekfoto64
02.02.2011, 09:44
Analoge mechanische Kameras kommen mit Tiefst-Temperaturen gut zurecht, Filme nicht unbedingt. Bei -20°C beginnen die spröde zu werden und können beim Transport oder Rückspulen reißen. Und die meisten Analogen haben bereits eine Menge Elekronik, auch die mag keine Kondensfeuchte und braucht Strom. Wer schon einmal bei Kälte einen Film gewechselt hat, hat auch erlebt wie ein elektronischer Filmtransport dann die Batterien leersaugt.
Aktuell ist mir kein Outdoor-Fotograf mehr bekannt, der noch analog unterwegs ist. Mir erscheint diese in vielen Foren immer wieder neu aufgelegte Debatte mehr als willkommene Ausrede, nicht nach draußen zu gehen. Denn die Kälte setzt zuerst dem Fotografen und seinen Gliedmaßen ein Limit. Bevor die Kamera stirbt, ist der Fotograf erfroren.
Also nehmt eure digitalen Wunderwerke, egal welcher Marke, und fotografiert!
Wie bereits geschrieben immer Reserveakku am Körper tragen. Bei mir ist er in einer Neoprenhülle, auch die Kamera lass ich nicht frei herumbammeln. Wenn man auf Bildrückschauen verzichtet (das Histogramm reicht doch!) und weitere Stromfresser wie Bildstabilisatoren nur bei Bedarf zuschaltet, kann man sehr lange bei Kälte unterwegs sein und viele Fotos machen. Bei Skitouren vom Zelt aus bei Temperaturen zwischen -5 und -15°C bin ich schon eine Woche/700 Fotos mit einem Akku ausgekommen. Das wird allerdings kaum eine digitale Kompakte schaffen. Vor allem das Fotografieren über Monitor statt Sucher und der elektonische Zoom lassen die viel mehr Strom brauchen als eine DSLR.
Wenns zurück ins Warme geht, erst den Fotografen auftauen. Die Kamera in der Tasche lassen, evtl. in Plastiktüte, und warten bis sie wieder Raumtemperatur hat.
Viele gute Fotos wünscht Tilmann
Andreas L
03.02.2011, 08:03
... ich hab vor 6,8 Jahren mal ein Batteriegehäuse für einen Kollegen gebaut, das unter der Achsel getragen werden konnte. Ein Kabel wurde dabei vom Gehäuse durch den Ärmel geführt, am Ende war ein kleiner Klinkenstecker. Er musste dann nur, wenn er eine Aufnahme machen wollte, die Klinke in das leere umgebaute Battriegehäuse der Kamera (Nikon F4) stecken und war dadurch innerhalb zwei Sekunden aufnahmebereit. Verwendet hat er es im Altai und am Baikalsee, auch bei deutlich mehr als 30 Grad. Er hat das Gehäuse die ganze Zeit am Körper getragen und nachts erst im Schlafsack abgelegt. Etwas ähnliches müsste auch für digitale Kameras machbar sein - aber auf jeden Fall wäre das eine Einzel-Anfertigung, ich wüsste nicht, dass es sowas auf dem Makrt geben würde.
Bei der F4 hatte ich dann Bedenken, dass die LCD's im Sucher nicht mehr funktionieren oder nicht mehr ablesbar sein würden - aber da gabs offenbar keine Probleme. Die Batterien hätten auf jeden Fall fast genausolange gehalten, wie bei normalen Temperaturen in der Kamera. Beim Film gab es auch keine Probleme, aber bei der F4 konnte man ja den Film auch noch von Hand zurückspulen - dabei sind mir ab und an welche gerissen bei niederen Temperaturen. Er hat dann von vorne herein von Hand gespult.
Andreas
tobivnnhm
05.02.2011, 22:58
Naja viel Elektronik abgesehen vom Belichtungsmesser gibts bei den ganz alten Kameras ja nicht, zum Zurückspulen gibts die gute alte Kurbel, gerissen ist mir auch kein Film, aber einige Fotos hatten nach der Entwicklung einen merkwürdigen teilweise gelblichen polariden Effekt, eigentlich dachte ICh der käme durch die ganzen Röntgenstrahlen am Flughafen, könnte dass auch von der Kälte gekommen sein?
Loewe1981
06.02.2011, 03:20
abgesehen von der falschen belichtung hatte ich mit meiner analogen Kamera einwandfreie Bilder. also das halbe, 3/4 oder noch mehr vom bild schwarz oder total überbelichtet ... auf die kälte würde ich keines meiner bildprobleme schieben, zumal ich früher keine probleme hatte (von falschen einstellungen mal abgesehen).
mit scannern am flughafen hab ich als bahnreisender keine erfahrung.
Andreas L
06.02.2011, 08:04
Naja viel Elektronik abgesehen vom Belichtungsmesser gibts bei den ganz alten Kameras ja nicht, zum Zurückspulen gibts die gute alte Kurbel, gerissen ist mir auch kein Film, aber einige Fotos hatten nach der Entwicklung einen merkwürdigen teilweise gelblichen polariden Effekt, eigentlich dachte ICh der käme durch die ganzen Röntgenstrahlen am Flughafen, könnte dass auch von der Kälte gekommen sein?
... in der Regel kommen Farbverschiebungen bei Color-Negativ-Filmen und bei Diafilmen nicht von zu hohen oder zu niederen Temperaturen, sondern von grossen Temperatursprüngen in kurzer Zeit - also von minus 30 Grad in plus 20 innerhalb einer Stunde - oder so ähnlich.
Andreas
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