Vollständige Version anzeigen : Rolwaling Himal/Lapchi
Hallo,
nachdem wir ein paar Tage nicht mehr in Nepal waren, hat es uns für dieses Jahr wieder gepackt...:cool:
GöGa wird wieder drei Wochen länger als ich unterwegs sein und hat sich in dieser Zeit Rolwaling Himal und den westlich davon liegenden Zipfel mit dem Ziel Kloster Lapchi ausgeguckt.
Jetzt ist die Ecke erst seit relativ kurzer Zeit für Reisende offen (war Sperrgebiet) und vertrauenswürdiges Kartenmaterial, na ja, bislang habe ich noch nichts gefunden...
Aber vielleicht hat hier jemand einen Tipp? Aber bitte nix Virtuelles bzw. aus dem Netz, richtiges Papier sollte es schon sein ;) Und bald wollen wir es natürlich auch haben :roll:
Anschließend soll es via Trashi Laptsa zurück gehen. Hat jemand den Pass schon mal gemacht? Wie sieht es mit dem Schwierigkeitsgrad aus, ist bergsteigerische Erfahrung erforderlich oder "reichen" Dhaulagiri- und Manaslu-Circuit und die Erfahrung mit den dortigen Pässen aus?
Wie ist die Mao-Situation in dieser Ecke Nepals? Khumbu ist eigentlich klar, aber links davon?
Vielen Dank und viele Grüße
Karin
Hallo Karin,
doch nix toro/goro? Bei mir wohl auch nicht :o .
Aber für Lapchi und die Ecke dürfte ich dir helfen können. Mehr per PM...
Gruß an GöGa!
phacops
(PS: Schon wieder mal nen kuchen gebacken??? :D :D :D )
Hallo Karin,
der Thrashi Lapts kannst du nicht mit dem Thorong La z.B. vergleichen.
Dieser Pass ist recht hoch und durchaus gefahrvoll zu überqueren
(Lawinengefahr,Steinschlag ).
Maos gibts durchaus im Rolwaling Gebiet.
Meines Wissens brauchst Du zum Besuch des Rolwaling Himal
eine Genehmigung zur Besteigung eines Trekking Berges.
Leider war ich selber noch nicht dort:(
Grüße Jens
Flachlandtiroler
10.01.2006, 20:04
Rolwaling Himal und den westlich davon liegenden Zipfel mit dem Ziel Kloster Lapchi [...]
Anschließend soll es via Trashi Laptsa zurück gehen.
Kenne die Tour nicht, hatte mich aber auch schon mal danach umgesehen.
- Es gibt eine Schneiderkarte "Rolwaling" (Nelles Verlag, 1:50.000), k.A. ob das Kloster mit drauf ist aber Trashi Laptsa und Anmarsch schon.
- Es braucht ein Trekkingpeak-Permit (nominell fü Pacharmo & Ramdung Go).
- Der Paß ist voll vergletschert und insofen sicher etwas schwieriger als French Col oder der Paß am Manaslu Circuit. Dazu sind außerdem Übernachtungen auf 5400-5700m erforderlich, also neben Gletscherausrüstung auch richtig warmes Zeug für die Crew und sher gute Akklimatisation. Der Abstieg nach Thame ist steinschlagbedroht.
- Berichte im Internet gibt es einige, aber die willst Du ja nicht ;)
Guß, Martin
Hallo Zusammen,
erst einmal vielen Dank für die Antworten!
@phacops
Nee, Pak ist nicht, das kriegt der Doc bis Sommer nicht hin... Aber es bleibt auf der Agenda!
Freue mich auf die PN - aber Postfach aufräumen nicht vergessen :D
Sicher habe ich noch Kuchen gebacken, aber jahreszeitbedingt waren jetzt eher die Kekse dran...
@Jens und Martin
Das mit dem Permit ist klar, es braucht ein Moutaineering-Permit wegen der möglichen Besteigungen. Wir waren gemeinsam vor 14 Jahren (huch, ist das wirklich schon so lange her???) schon einmal in diesem Gebiet unterwegs, haben aber damals die Permitgebühren gescheut und deswegen am "Eingang" abgedreht. Weiter geradeaus Richtung Lapchi war damals auch nicht möglich, das war damals noch gesperrtestes Sperrgebiet. Geöffnet wurde dieser Zipfel unseres Wissens 2004 - und das ist auch genau das Kartenproblem, bislang habe ich nur Karten gefunden, die vor 2004 verlegt wurden :(
Das Ausrüstungsthema ist auch klar, aber hier haben wir mit unseren Ansprechpartnern sehr gute Erfahrungen gemacht - was aber nicht heißen soll, dass GöGa da nicht peinlichst drauf achtet.
Gegen Berichte im Netz hab ich übrigens gar nichts :D , nur bei Karten tun sich meine Rechner schwer :o
Nochmals vielen Dank und viele Grüße
Karin
Nochmals vielen Dank und viele Grüße
Karin
kunibert
12.01.2006, 13:45
HAllo,
an Links im Netz wäre ich auch brennend interessiert
Kunibert
Ich habe Lapchi auf einer 50.000er (offizielle Royal Nepal Maps oder ähnlich), aber gerade nicht griffbereit. Ein engagiertes Ziel übrigens und - natürlich - Mao-Country!
Das interessante ist, dass sich oberhalb von Lapchi das Tal teilt; beide Talende gehören übrigens zu Tibet/China und von beiden Seiten gibt es befahrbare Straßen über die Pässe (Westtal von Pelgyeling; Osttal von Tingri erreichbar). Angeblich dürfen Chinesen / Tibeter über Lapchi Transit reisen (erzählte mir ein Tibeter in Pelgyeling, als ich ihn nach der markanten Straße fragte).
Andreas
Hallo,
Karten hat mir der liebe phacops schon organisiert - das sieht wirklich spannend aus! Allerdings scheinen Lapchi und Trashi Lapsa in Verbindung für drei Wochen doch etwas heftig... Mal sehen...
Maobadigebiet ist nicht so toll, aber mal sehen, was sich bis Oktober tut. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Da verlassen wir uns auch ein wenig auf unsere Agentur in Nepal.
Vielen Dank und liebe Grüße
Karin
Allerdings scheinen Lapchi und Trashi Lapsa in Verbindung für drei Wochen doch etwas heftig... Mal sehen...
Naja, kommt darauf an, was ihr vorhabt: ab/bis Dolakha oder schon Bharabise?
Und der Trashi Lapsa bleibt natürlich immer ein Unsicherheitsfaktor. Schon ein Tag Schlechtwetter kann viele Tage Verzögerung bedeuten!
Doch der Lapchitrip ist natürlich schon eine spannende Sache! Darf man dort wirklich schon 'frei' hin, ich meine selbstverständlich mit Agentur? Alles, was man ergoogeln kann, betrifft die tibetischen Gebiete der Lapchitäler!
Andreas
Hallo Andreas,
die Tour soll in Bharabise beginnen, aber nicht ganz auf dem üblichen Weg, es gibt eine Variante über einen 3000er-Pass (die Variante sind wir vor 14 Jahren auf dem Rückweg gegangen, wir suchen gerade nach der alten Karte, vonwegen der Bezeichnung), die viel interessanter ist, was die Ausblicke angeht - ist aber auf keiner Karte zu finden, außer in alten Mandalamaps.
Lapchi ist offen, sagt zumindest das aktuelle GeoSpezial "Himalaya" (in dem das Forum ja auch erwähnt ist :cool: ) von 2004, dort wird auch eine Kontaktadresse genannt. Unsere Agentur meinte, dass es vom Prinzip her möglich ist, verweist aber auf das Mao-Problem. Genaue Infos von wegen Permit Liasonofficer etc. stehen noch aus, aber das ist mit Sicherheit der aktuellen Lage geschuldet.
Pauschal wird es nur von China aus angeboten, von der nepalesischen Seite aus habe ich auch noch nichts gefunden. Aber ich denke, dass es machbar ist.
Ralf sitzt schon da und grübelt, dank der Karten, über Alternativen. Wobei ich persönlich Lachi besser fände, das wäre wegen der Höhe auch für mich machbar und ich finde die Idee einfach unglaublich spannend... Schaun mer mal, ich berichte anschließend auf jeden Fall und wenn unser Haushalt eine Digi bis dahin hat, gibt es auch Bilder!
Liebe Grüße
Karin
von Bharabise?
Dann halte ich es schlicht für nicht möglich, in drei Wochen Lapchi, Rolwaling und Trashi Laptsa, dann immerhin noch bis Lukla zu machen. Puffertage (Wetter, Höhe) braucht man einfach!
Die Karten von Lapchi hast du also schon (Blätter Lagchegau 2886/13 und Lamabagar 2786/1). Habt ihr auch Barhabise (2785/4), da finden sich viele Wege, die möglicherweise den Gesuchten entsprechen! Ich habe die Karte gerade vor mir liegen: vielleicht über das große Dorf/Stadt Alampu und den Chimyal Danda?
Andreas
Hallo Andreas,
diese Karte haben wir auch (phacops ist grandios), aber da war der Pass auch nicht drin :-/
Aber wie gesagt, in der uralten Mandala ist er drin, die ist aber nach Phacops Besuch irgendwie verschwunden (HEILIGE ORDNUNG sag ich nur :p ).
Am Wochenende ist Suchen angesagt, auch nach dem Tourenbuch aus der Zeit (ICH DANKE MEINEN UMZÜGEN :roll: ), vielleicht ist da was drin und im Zweifelsfall gibts einen Diaabend (weil Bilder gibt es und die finden wir auch :up: ), dann erinnern wir uns sicher wieder... und DANN berichte ich :D
Lieben Gruß
Karin
Guten Morgen,
jetzt sind wir schlauer: Tingsang La auf der Verbindung Dolansa - Bigu Gompa. Dort treffen mehrere Rouren aufeinander
Mit dieser Bezeichnung war der Pass aber in keiner Karte zu finden...:-/
So wie es aussieht, wird es denn doch Trashi Laptsa werden, nach unseren Informationen ist der Durchgang nach Lapchi wegen den Maobadis kritisch. Jeder rät uns, das Kloster ggf. via Tibet zu besuchen, alles andere wäre nicht zu empfehlen :-/ ... schade, aber Ärger muss nicht sein, nicht wirklich.
Lieben Gruß
Karin
Guten Morgen,
nachdem wir wieder eine knappe Woche zu Hause sind, ein kurzer Bericht.
Die Tour war ziemlich knackig, Gletschermuräne und Pass waren nur mit Seilen und teilweise Steigeisen machbar, es geht einige Male durch steile Rinnen, die ohne entsprechendes Equipment bei Schnee nicht unkritisch begehbar sein dürften. Auf der Muräne ist teilweise leichtes Klettern erforderlich, das aber wegen des Eises mehr als mühsam und auch nicht ganz ohne war.
Ganz wichtig ist auf jeden Fall eine gute und langsame Akklimatisation, es gibt auf dem Anmarschweg keine Infrastruktur und wenn es dann "richtig" hochgeht, ist ein "schneller" Rückzug fast nicht möglich. Insofern lohnt sich der "Umweg" über den Tingsang La, von den dortigen grandiosen Ausblicken einmal ganz abgesehen.
Wichtig ist auf jeden Fall eine Crew, die auch mit Bergsteigen Erfahrung hat. insgesamt mussten 5 Mal Seile gelegt werden, einen Klettergurt, mindestens aber einen Jümar mitzunehmen ist sinnvoll. Am Trashi Laptsa selbst hatte es Mitte November 90 cm Neuschnee und fleißiges Spuren war angesagt, der Abstieg war relativ unkritisch, wegen des vielen Schnees kam aber auch hier aus Sicherheitsgründen das Seil zum Einsatz. Ab dann war es mehr ein gemütliches Bummeln bis Lukla.
Insgesamt hat Ralf 19 Tage für die gesamte Tour gebraucht, machbar, aber stressig, wäre sie auch in 16 - 17 Tagen gewesen.
An einer Stelle sind bis auf die uralte Mandalamap alle Karten falsch gewesen:
Der auf der Nordseite des Tsho Rolpa eingezeichnete Weg führt definitiv ins Nichts, der See muss auf der Südseite umrundet werden.
Zum Thema Maoistengebühr: 1000 Rupies, also vergleichsweise preiswert und die Quittung (wie jetzt üblich vorgedruckt) war die beeindruckenste, die ich je gesehen habe. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man drüber lachen. In Phakding haben die Maos nochmal gefragt, aber nicht wirklich kontrolliert, die Handbewegung zum Geldbeutel reichte. Dabei hatte sich Ralf schon so auf die Diskussion gefreut, ob die Maos im Rolwaling andere seien als die im Khumbu...:D
Insgesamt eine absolut lohnende und wirklich einsame Tour, die aber Einiges an Erfahrung und Kondition fordert, vor Allem aber auch den Mut, im Zweifelsfall umzudrehen.
Liebe Grüße
Karin
Danke für den recht interessanten Bericht:)
Manali90
24.04.2008, 23:20
Ganz wichtig ist auf jeden Fall eine gute und langsame Akklimatisation, es gibt auf dem Anmarschweg keine Infrastruktur und wenn es dann "richtig" hochgeht, ist ein "schneller" Rückzug fast nicht möglich. [...] Wichtig ist auf jeden Fall eine Crew, die auch mit Bergsteigen Erfahrung hat. insgesamt mussten 5 Mal Seile gelegt werden, einen Klettergurt, mindestens aber einen Jümar mitzunehmen ist sinnvoll. [...] An einer Stelle sind bis auf die uralte Mandalamap alle Karten falsch gewesen: Der auf der Nordseite des Tsho Rolpa eingezeichnete Weg führt definitiv ins Nichts, der See muss auf der Südseite umrundet werden. [...]
Karin
Dem kann ich fast nur beipflichten, von meinen Erfahrungen Oktober 1990 her:
Alle Steinschlag-Gefahr am Tsho Rolpa ist unnötig, wenn man den See im Süden umgeht. Das Sekundärtal jenseits der Moräne ist fast lieblich, allerdings ist ein Gegenanstieg auf fast 4900m zu bewältigen. Über dem Trakarding-Gletscher liegt dann auf ca. 4700m ein recht großzügig ebener, grasiger Alm-Platz mit einem Überhang-Shelter (sogar in der Schneider-Karte "Rolwaling" als Hütte eingezeichnet) als Camp. Von der Rolwaling-Seite ist das ganz einfach zu finden: einfach vom Beginn des Sees rechts ins Tal einbiegen und an dessen Ende über Blockgelände mit Spuren auf- und absteigen. Wenn man vom Kumbhu kommt, schon weit vor dem See nach der Spur in den Hang (recht einfach zu gehen) Ausschau halten. Ein ortskundiger Guide ist in jedem Fall zu empfehlen, denn die Berichterstatter, die sich der Steinschlaggefahr am Tsho Rolpa ausgesetzt haben (u.a. auch Dietlinde und Hermann Warth, vgl. das legendäre Buch "Der lange Abschied" von Dietlinde Warth, Rosenheim 1987), hatten ihn offensichtlich nicht.
Der Trakarding-Gletscher ist anstrengend, aber nicht eigentlich gefährlich: ein typischer langer, flacher schuttbedeckter Gletscher des Himalaya, wie der Langtang-Gletscher oder der Bara-Shigri-Gletscher in Himachal: Da heißt es, mit Gespür die beste Route zu finden.
Eher einfach, weil recht flach und spaltenlos, und auf Mittelmoränen zu gehen, ist der Drolambao-Gletscher.
Der Knackpunkt der ganzen Tour bleibt sein Gletscherbruch, d.h. der Übergang vom Trakarding-Gletscher nach oben zum Drolambao-Gletscher und umgekehrt. Die in der Schneider-Karte von 1981 eingezeichnete Umgehung durch eine Felspassage westlich existiert nicht mehr. Und der Gletscherbruch selbst verändert sich naturgemäß ständig. Im Unterschied zu Karin musste ich 1990 (im Abstieg) nur ein einziges Fixseil legen, schuttbestreute Rampen und Quergänge machten den Abstieg relativ einfach (selbst ohne Steigeisen). Darauf würde ich aber nicht spekulieren; wir waren alle ausgerüstet.
Der Hang vom Trashi Labtsa hinunter zum Drolambao-Gletscher ist z.T. spaltendurchzogen, aber erschien damals nicht besonders gefährlich. Ein Fixseil auf dem letzten Steilhang hinunter zum Gletscher diente eher dazu, einen unnötigen Unfall zu vermeiden.
Der zweite große Gefahrenpunkt der Tour lauert in der Annäherung/im Abstieg auf der Ostseite unter dem Tengi Ragi Tau: Steinschlag! Wir waren damals am frühen Morgen von der Ostseite aus aufwärts unterwegs, und die letzten mussten schon den ersten Brocken ausweichen. -
Hier im Thread ist immer von der West-Ost-Überschreitung des Trashi Labtsa die Rede, was ja auch etwas für sich hat, weil man sich dadurch den höchsten Gipfeln der Welt wandernd annähert.
Von der Akklimatisierung her gesehen ist sicher der umgekehrte Weg sicherer, nach Khumbu mit Kala Pattar und/oder Gokyo Ri oder ähnlichem (am besten mit Annäherung ans Khumbu durch Trekking von Jiri und nicht durch Flug).
Der Trashi Labsta ist, wie schon gesagt, sicher zwei bis drei Nummern größer als die Touren im Khumbu. Aber deshalb ja auch eine wirkliche Herausforderung...
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