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Vollständige Version anzeigen : Trekking für krebskranke Kinder


Carsten010
23.12.2005, 23:12
Hallo zusammen,

ich hab zuerst bei Andreas nachgefragt, ob das OK geht, wenn ich hier ein
bisschen Werbung für nen guten Zweck mache. Für Andreas ist es OK und ich
hoffe, dass sich keiner an diesem Beitrag stört.

4240 km zu Fuß für krebskranke Kinder (http://www.fastpacking.de/spendenprojekt/spendenprojekt.html)

Meine Freundin und ich laufen von April bis September den gesamten
Pacific Crest Trail in den USA zu Gunsten krebskranker Kinder. Das sind
4240km von der amerikanisch-mexikanischen Grenze bis Canada.

Für jeden dieser Kilometer suchen wir einen Spender. Spenden sind ab
einem Euro möglich und natürlich werden ab 10 Euro auch steuerabsetzbare
Spendenquittungen ausgestellt.

Ich bin selber 2004 den Appalachian Trail (3500km) in den USA gelaufen und
2005 ca 600km mit meiner Freundin Alina auf dem GR11 in den spanischen
Pyrenäen unterwegs gewesen. Wir sind also nicht unbedarft, was Weitwanderungen
angeht.

Wir freuen uns über jeden Spender für die Kinder und würden uns ebenso freuen,
wenn man uns auf seiner Webseite verlinkt, um noch mehr Aufmerksamkeit auf
unser Projekt und somit die Belange des Vereins "Hilfe für krebskranke Kinder
Frankfurt e.V." zu lenken.

Für weitere Fragen stehen wir Euch gerne hier im Forum und natürlich auch
per PN zu Verfügung.

Mit weihnachtlichen Grüßen aus Frankfurt

Carsten und Alina

daxy
08.01.2006, 16:53
ich will ja nicht laestern, aber diese masche ist schon einer franzoesin eingefallen...
reingewinn fuer kinder - reise wird finanziert..
oder ist es nicht so?

abgesehen davon, wieviel krebskranke kinder gibt es denn?

bin nicht sicher, ob es in A merh asl 10 sind - leukämie und glioblastom.

alle behandlungskosten werden von der krankenkasse bezahlt..
wazu dann die spenden?

wollte einmal von der kinderkrebahilfe die impfung gegen hepatitis b fuer die familienangehoerogen bezahlt bekommen - nichts.

frage mich, was die mit den millionen machen?

es ist ja herzzerreissend:

kinder+krebs - da sind die euros locker.

nur hinterfragen wieviele kinder es gibt, wozu das geld gebraucht wird - das tut niemand.

waere schoen mehr davon zu erfahren.

Carsten010
08.01.2006, 18:24
Puh...diese Antwort hat mich ziemlich geschockt und betroffen
gemacht.

Immer wieder wird Spendenprojekten mit Skepsis begegnet und wir
haben versucht unseren Webauftritt so ehrlich und offen wie möglich
zu gestalten, um solche Skepsis nicht aufkommen zu lassen.

Eines vorweg, wir finanzieren damit nicht unsere Reise, was für jeden
Interessierten an folgenden Punkten klar erkenntlich sein sollte:

1.)Die Kontoverbindungs-Daten befinden sich nicht auf unserer Webseite,
sondern direkt auf der Seite der "Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e.V.
Es wird also auf Konten der "Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt
e.V." überwiesen, NICHT auf unsere.

2.)Die "Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e.V." ist Mitglied im Dachverband der
deutschen Leukämie-Forschungshilfe - Aktion für krebskranke Kinder bzw.
der Deutschen Kinderkrebsstiftung. Der Dachverband führt das
DZI-Spendenssiegel. Ein Spendensiegel ist ein Nachweis darüber wie
eingenommene Spendenmittel verwendet werden.

Jährlich erkranken ca. 2000 Kinder in Deutschland an Krebs. Eben diesen
Kindern und Ihren Angehörigen gilt unsere Unterstützung.

Unterstützung, die den betroffenen Familien auch dann hilft, sollte der
unglückliche und traurige Fall eintreten, dass ein Kind an Krebs stirbt.
Der Verein wurde übrigens seinerzeit von betroffenen Familien gegründet
und bis heute können nur Betroffene Mitglied im Verein werden.

Aus der Mitte dieser Betroffenen kann anderen Betroffenen Hilfe
entgegengebracht werden, die über reine Kassenleistungen hinausgeht
und von den Kassen auch nicht erbracht wird.

Liebe daxy, nach einem Blick in Dein Profil war ich nochmehr als zuvor
über Deinen Beitrag verwundert. Von einer Allgemeinmedizinerin hatte einen
Angriff in dieser Härte nicht erwartet. Ich hoffe, dass mein Beitrag dazu dienen konnte,
zumindest Deine Skepsis bezüglich der Spendenverwendung zu mildern.

Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Grüße aus Frankfurt

Carsten Jost

daxy
08.01.2006, 23:22
wie gesagt, ich habe mit der oesterreichischen krebshilfe sehr schlechte erfahrungen gemacht:

das kind hatte leukämie, bekam blutkonserven und die gefahr einer hepatitisinfektion war gross.

um die anghoerigen zu schuetzen war eine impfung indiziert, die die krankenkasse in A nicht bezahlt.

und was tat die, ach so wohltaetige krebshilfe?

sie verweigerte der familie des krebskranken kindes die notwendige unterstuetzung....
daher ist die krebshilfe fuer mich gestorben.

abgesehen davon gibt es weit mehr menschen, die die hilfe notwendiger brauchen:
zb brustkrebs bei frauen, prostatakrebs bei maenner, beide irrsinnig im ansteigen...

aber damit macht man freilich nicht soviel geld als mit den kinder...

abgesehen davon hat zb Christine Janine ihre expeditionen damit finaziert, indem sie den reingewinne ihrer spendenaktion fuer krebskranke kinder wohl spendete, aber doch damit ihre expedition finanzierte.

sammelt fuer etwas sinnvolles dann ist es ok.

Carsten010
09.01.2006, 00:23
Hallo daxy,

ich kann die von Dir vorgetragenen Punkte zum Teil nachvollziehen, zum Teil
auch nicht.

Es ist schade, dass Du schlechte Erfahrungen mit der österreichischen Krebshilfe
gemacht hast. Das heisst jedoch nicht, dass sowas zwangsläufig auch bei der von
uns unterstützen Organisation so gehandhabt wird.

Mir sind allerdings zwei andere Dinge viel wichtiger.

Zum einen hast Du leider nicht verstanden, dass wir unsere Tour nicht
durch Spendenmittel finanzieren. Die Gelder gehen auf die Konten der "Hilfe für
krebskranke Kinder Franfurt e.V.". Dieser Verein trägt ein sogenanntes Spendensiegel
der DZI, das eine sachgemässe Verwendung der Spenden sicherstellt.

Hier kann man im Detail nachlesen, was ein Spendensiegel ist:
http://www.dzi.de/hinweise.htm


Zum anderen sagst Du offen, dass wir Geld für etwas Sinnwolles sammeln
sollen. Entscheidest Du, ob eine Spende für krebskranke Kinder sinnvoller ist als eine
Spende für einen Aidskranken oder für Geparden in der Serengeti?

Wir bedrängen niemanden in unserem Bestreben, Aufmerksamkeit auf die Arbeit
der "Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e.V." zu lenken, finden es aber sehr
schade, wenn unser Einsatz zugunsten einer wohltätigen Einrichtung in einem
solch schlechtem Licht dargestellt wird.

Grüße aus Frankfurt

Carsten

hikingharry
09.01.2006, 03:33
@daxy: Die Frage für mich ist, gibt es nicht vielleicht auch positive Beispiele von der Tätigkeit der österreichischen Krebshilfe.

und abgesehen davon gibt es weit mehr menschen, die die hilfe notwendiger brauchen: zb brustkrebs bei frauen, prostatakrebs bei maenner, beide irrsinnig im ansteigen...Hervorhebung von mir

Wer will/kann das entscheiden? Bei Kindern ist es doch auch wichtig, das ihnen geholfen wird, denke ich mal.

Feel the Love.

Gruß hikingharry

daxy
09.01.2006, 07:50
wie gesagt - habe die errfahrung gemacht, dass eben den kindern und ihren familien von der kinderkrebshilfe NICHT geholfen wird.

setlsamerweise wurde noch nie eine bilanz gelegt und ein nachweis was mit dem vielen gespendeten geld passiert.

seltsamerweise - oder natuerlich nicht seltsamerweise - wird immerfort fuer die kinderkrebshilfe gespendet, denn es ist ja so traurig anzusehen, wenn kinder keine haare haben.
dass diese kinder aber, zb bei leukaemie die besten ueberlebenschanchen haben - gott sei dank! - bedenkt keiner.

fuer alöte leute spendet keiner, auch nicht fuer erwachsene - das ist es , was mich stoert.

wenn schon spende - dann fuer krebsforschung - das waere ok.

Nemo
09.01.2006, 09:17
Guten Morgen,

also ich glaube dem Carsten schon, dass er die Spenden nicht zur Finazierung seiner Reise verwendet. Für mich ging das auch ganz klar aus seiner Homepage hervor!
Allerdings stimme ich Daxy`s Ansichten größtenteils zu, vor allem die medizinischen Aspekten betreffend und dem was sie über die (Kinder)Krebshilfe sagt. Ich möchte mal ein Bsp. bringen: ein sehr guter Freund von mir ist an einer äußerst seltenen Krebsart erkrankt, einem Angiosarkom. Er hat so gut wie keine Chance. Die Ärzte haben klipp und klar gesagt, dass sich die Forschung kaum mit dieser Art von Krebs befasst, weil keine Gelder dafür da sind!! Es gibt ein Medikament, welches helfen könnte, doch das ist zu teuer und wird in der Regel nur an Leukämiekranke abgegeben. Die Krebshilfe lehnt auch Unterstützung in jeglicher Form ab! Das finde ich schon sehr traurig, deshalb tendiere auch ich für mehr Forschungsgelder und beteilige mich nicht an dieser Spendenaktion. Doch das ist eben subjektiv. Jeder Mensch denkt anders, und es steht jedem frei, sich für das zu engagieren was ihm persönlich am Herzen liegt. Oftmals sind es eben Kinder und damit wird leider Gottes auch viel Unfug betrieben. (Womit ich nicht sagen will, Carsten, dass du Unfug betreibst!)
Ich werde oft ausgelacht oder auch kritisiert weil ich mich als Seglerin in der Gesellschaft zu Rettung der Delfine und Wale stark mache. Warum Gelder für irgendwelche blöden Viecher, wo es doch so viele bedürftige Menschen gibt??? Wer hat das Recht zu entscheiden was wichtig ist und was nicht? Wieso können Ärzte einem todkranken Menschen aus ökonomischen Gründen ein Medikament verweigern, dass sein Leben retten könnte? Für mich ist das eine und das andere nichts weiter als Omnipotenzgehabe!
Nemo

daxy
09.01.2006, 13:03
ich finde es interessant, dass du die gleichen erfahrungen wie ich mit der krbeshilfe gemacht hast...
und wenn ich so nachdenken, faellt mir kein einziger fall ein, wo die kinderkrebshilfe geholfen hat...
was machen die mit den millionen?

denn gespendet wird haeufig, wenn man die zeitungsberichte durchliest, nur was passiert mit dem geld, wenn es nicht den betroffenen zugute kommt?

Juno
09.01.2006, 14:26
Hi Carsten,
in die Diskussion, welche Hilfsorganisation gute oder schlechte Arbeit macht, kann und will ich mich nicht einmischen. Ich kenne mich da schlichtweg nicht aus.

Aber ich habe eine eher grundsätzliche Frage. Ich verstehe es einfach nicht, warum man eine private Tour, die doch wohl in erster Linie zur eigenen Freude/Herausforderung dient, mit einer Spendenaktion verbinden muss? Reisen, auch solche Touren, sind doch nun wirklich nichts Besonderes mehr, als dass man damit eine größere Öffentlichkeit, sprich mehr Spenden, erreichen könnte. Ich sage es mal ketzerisch und provokant: Bei meinen täglichen Joggingrunden bemühe ich mich auch nicht um Sponsoren und Spendengelder.

_Matthias_
10.01.2006, 00:28
Hallo,

ich kenne zwar keine der hier genannten Organisationen, aber ich finde es trotzdem nicht richtig alle in einen Topf zu werfen. Carsten schreibt von der "Hilfe für Krebskranke KInder Frankfurt e.V.", Daxy von der "Kinderkrebshilfe" in Österreich, Ute von der "Krebshilfe" oder der "Kinderkrebshilfe" in Deutschland. Das sind alles ganz andere Vereine und die haben auch alle ganz andere Schwerpunkte. Und wenn Verein A nicht immer so hilft wie man sich das persönlich vorstellt, hat das keine Aussagekraft über Verein B.

Ich finde auch immer bedenklich wenn versucht wird Dinge zu relativieren, die nicht zu relativieren sind. Wie kann man vergleichen ob es schlimmer ist wenn eine Frau an Brustkrebs, ein Mann an Prostatakrebs oder ein Kind an Leukämie stirbt? Jeder Einzelfall ist schlimm und jeder Tod der verhindert werden kann ist es wert verhindert zu werden. Da man nicht überall helfen kann muss man für sich selbst Prioritäten setzen, seinen es Kinder, Erwachse, Krebs, Aids, Tiere, Bäume, oder was auch immer. Und da zum Glück jeder etwas andere Prioritäten hat, konzentriert sich das Spenden auch nicht nur auf ein Thema.

Und jetzt wirds noch mehr OT aber das regt mich echt auf:
Immer häufiger wenn irgendwo etwas für Kinder getan werden soll kommt unweigerlich der Vorwurf, man kümmert sich immer nur um die Kinder, keiner denkt an die Alten. Objektiv ist es aber genau anderst herum, es leben mehr Kinder in Armut als Alte, es gibt mehr Betreuungseinrichtungen für Alte als für Kinder. Und es ist toll dass so viel für alte Leute getan wird aber auch Kindern sollte man zugestehen dass man sich um sie kümmrt.

Matthias

hikingharry
10.01.2006, 00:49
Ich bin eigentlich schon immer davon ausgegangen, das die Krebshilfe und ähnlich gelagerte Vereine mehr tun, als nur Geld einsammeln. Echt schade, wenn das hier Geschriebene im Großen und Ganzen der Realität entsprechen sollte. Ich hoffe mal der Zweig, für den Carsten sammelt ist nicht so.

@Juno: Na ja, was ist heute etwas Besonderes? Oder vielleicht besser gesagt für wen? Für mich z.B. ist es nichts Besonderes, wenn jemand eine Fußball-WM gewinnt, weil mich Fußball nicht so sehr interessiert. Wenn dagegen jemand etwas macht, wie z.B. weitwandern (was mich sehr interessiert), dann hat er/sie meine Aufmerksamkeit.

Und es wurde schon mit weniger großen Aktionen Aufmerksamkeit erzielt, z.B. Flohmärkte von Vereinen für einen guten Zweck, wo gleichzeitig auch noch Spenden gesammelt wurden. Wenn auch nur in einem lokalen Bereich.

Und wenn das Geld einem vernünftigen Zweck zugeführt wird, dann ist das für mich schon o.k.

Und auch tägliche Joggingrunden könnte man sicher z.B. dafür benützen, um Geld zu sammmeln, z.B. um für jemand einen Rollstuhl zu kaufen, oder eine Wohnung behindertengerecht einzurichten. Das hängt nur von der Idee, der Darstellung und der Umsetzung ab.

Sorry wenn das zu OT wurde.

Gruß hikingharry

Bauer Gerd
28.02.2006, 19:14
Schade, daß ich auf dieses Thema erst gerade aufmerksam geworden bin! Am 19.2.06 haben wir ein Eseltrekking für ein leukämiekrankes Mädchen aus unserem Nachbarort veranstaltet. Es wurden Spendengelder für eine Typisierung gesammelt. Es waren ca 50 Personen da und wir hatten viel Spaß beim Trekken. So negative Einstellungen sind uns da nicht zu Ohren gekommen und wir haben selbst auch nicht darüber nachgedacht, daß man so denken könnte! Aber jetzt finde ich es interessant, auch diese Seite mal zu beleuchten. Ich komme allerdings zu der Überzeugung, wenn wir bei jedem Spendenaufruf erst mal an die negative Seite denken, werden kaum noch Menschen bereit sein, finanziell zu helfen - sicher sollte man sich vergewissern, was mit meiner Spende passiert! Es gibt eben zuviele Trittbrettfahrer, die hier leicht an Gelder kommen möchten. Jeder ist selbst verantwortlich für sein Tun und sollte sich informieren! Jeder entscheidet auch selbst für wen oder was er spenden möchte, ich finde es nicht in Ordnung, wenn dann diese lobenswerte Einstellung zu Spenden so negativ angegriffen wird, wie ich es eben hier gelesen habe! Wer sich einsetzt für eine gute Sache sollte nicht kritisiert werden - das steht ihm nun wirklich nicht zu! - wie sieht es denn mit eigenem, persönlichem Einsatz in dieser Sache aus? Kritisieren ist einfach - Spenden organisieren ist mit viel persönlichem Einsatz ohne Verdienst verbunden. Aus eigener Erfahrung weiß ich nun aber auch, wieviel Freude das gebracht hat. Uns ist Gott sei Dank auch viel Anerkennung zu Teil geworden, sodaß wir den Mut zum Wiederholen solcher Aktionen nicht verloren haben. Das wünschen wir auch den Wanderern für krebskranke Kinder! Macht weiter so!
Gruß Bauer Gerd