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Vollständige Version anzeigen : Australien - Wilderness Coast Walk & Port Davey Trek


Walexan
17.12.2005, 18:26
Hallo liebe Trekker,
durch die Dezember-Ausgabe des Outdoor-Magazins sind wir auf Australien aufmerksam geworden, insbesondere den Wilderness Coast Walk (Victoria) und den Port Davey Track (Tasmanien). Wir liebäugeln nun, einen der Trails im April nächsten Jahres als Alternative zum E4 auf Kreta (Transkreta) zu gehen. Kann mir jemand irgendwelche Tipps geben oder kann aus eigener Erfahrung berichten?
Insbesondere der Wilderness Coast Walk hat es uns angetan, scheint mir ja fast noch ein Art „Geheimtipp“ zu sein!? Zum Port Davey Track habe ich im Netz einen alten Bericht des Trekkers World gefunden, der sehr abschreckend wirkt: Blutegel, Schlammpisten bis zu den Knien, reißende Flüsse und erbarmungsloses Wetter. Wie viel daran ist wahr und wie viel reißerischer Journalismus? Über jede Info wäre ich Euch überaus dankbar!!!
Gruß, Alex

Julia
13.01.2006, 13:22
Ich kenne nur den Overland Track in der Ecke, aber auch dort kommen bei Regen aus dem Nichts Myriaden von Blutegeln an (etwas Geringeres als ein absolut dichtes Zelt, in das man alles, aber auch ALLES bis zu Schlammstiefeln mit reinnimmt und das man am besten aufbaut, BEVOR der Regen einsetzt, hilft da gar nicht), und wo der Weg nicht mit Bohlen ausgelegt ist, ist er streckenweise sehr schlammig (jedoch nicht bis zu den Knien, für das allerdings auch der Frenchmans Cap berüchtigt ist). Zu den reissenden Flüssen kann ich mich nicht äussern, aber der Rest wird sicher zumindest in Massen zutreffend sein.

PS: Tasmanien ist Spitze, und in der Nebensaison sind auch auf dem Overland Track oder Freycinet Circuit (genial!!!) sehr wenig Leute unterwegs. Ich würde allerdings auch auf dem Overland Track immer wieder das eigene Zelt mitnehmen, denn da ist man für sich allein, kann die Tagesetappen individueller einteilen und hat meist die schönsten Übernachtungsplätze zur Auswahl (z.B. bei den Hartnett Falls, falls man früh genug kommt und die 2-3 Plätze nicht schon besetzt sind).

Walexan
18.01.2006, 20:03
Danke, Julia, für Deine Informationen. Was Du so schreibst, scheint unsere Vermutungen ja zu bestätigen. Dadurch lassen wir uns aber nicht abhalten, 2006/2007 eine Trekkingtour in Australien zu planen ;) .

Gruß, Alex

daniel j.
06.03.2006, 11:39
Ende Dezember diesen Jahres bin ich den Port Davey Track angegangen und ich muss sagen er könnte glaube ich sehr schön sein, wenn das Wetter halbwegs mitspielt. Das war bei mir leider nicht der Fall und deshalb musste ich ihn am 2 Tag abbrechen. Es hatte ne ganze Menge geregnet, wir sind praktisch nur im Schlamm gelaufen (wenn er da mal nur über die Knöchel ging war es schon sehr angenehm). Das Hauptproblem aber waren die kleinen Bäche, die zu reißenden Flüssen angeschwollen waren und zum Teil bis zur Brust gingen. Mit zwei noch ausstehenden (offiziellen) Flüssen zum durchwaten haben wir dann wohl die einzig weise Entscheidung getroffen und sind umgekehrt - vom Wetter besiegt...

Wegen Blutegeln würde ich mir keine Sorgen machen - sicher gibts da ne ganze Menge, aber die tun ja nicht weh und giftig sind sie auch nicht. Man hört zwar, dass sich Bisse entzünden können, bei meinen drei Bissen ist das allerdings nicht passiert. Tip: mit Salz bekommt man sie sehr gut wieder ab, sollten sie sich einmal festgebissen haben.

Wenn ihr ein paar Bilder sehen wollt - auf meiner Homepage gibts ein paar zu bewundern - ww.dj-on-tour.net (der vermittelte Eindruck ist allerdings etwas verfälscht, da ich die Kamera bei Regen weggepackt hatte und deshalb hauptsächlich Bilder von besserem Wetter zu sehen sind).

Bei guten Wetter könnte dies ein wunderschöner Track sein...

gruß,
daniel!

Globetrotterin
13.04.2006, 23:16
Hallo Alex, falls das Thema noch für dich aktuell ist, melde dich kurz bei mir, am besten per PN, ich könnte Dir noch einen Tipp geben als alte Tasmanien Häsin!;)

Gruss Claudia!

Bischti
20.09.2006, 20:50
Danke, Julia, für Deine Informationen. Was Du so schreibst, scheint unsere Vermutungen ja zu bestätigen. Dadurch lassen wir uns aber nicht abhalten, 2006/2007 eine Trekkingtour in Australien zu planen ;) .

Gruß, Alex
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Hallo Alex, wir haben recht kurzfristig beschlossen, im November diesen Jahres den Wilderness Coast Walk zu gehen. Die Infos die ich aber bisher gefunden habe sind recht dürftig, so dass Du/Ihr uns vielleicht weiter helfen könnt; da Ihr da inzwischen scheinbar da ward. Denn auch ich bin über den kleinen Beitrag im Outdoor-Magazin gestolpert und in der Recherche interessiert mich vor allem folgendes:
Muss man das Permit vorher beantragen oder gibt es das problemlos vor Ort? (ca. Kosten?) Wo startet man am besten – Mallacoota, oder am Cape Conran? Oder steigt man besser in Tamboon ein (aus), denn zwischen Tamboon und Cape Conran liegt ja eine ziemlich große Bucht. :confused:
Und - wie kommt man am besten wieder zurück? (Am anderen Ende steht dann unser Auto... – Busverbindung?) Wie sieht es unterwegs mit Trinkwasser aus? Braucht man die im OM angegebenen Spezialkarten, oder kommt man auch so durch bzw. bekommt man vernünftige Karten vor Ort? Wie sind die eigentlichen Wegverhältnisse und wie lange habt Ihr für die Strecke gebraucht? Gibt es was spezielles zu beachten? :roll:
Prinzipiell sind alle Details ganz herzlich willkommen!:up:
Herzliche Grüße von Steffen

Walexan
26.09.2006, 18:49
Hallo Steffen,
leider kann ich Dir nicht wirklich weiterhelfen, da ich bislang selbst noch nicht dort war. Nicht allein aus Kostengründen hatten wir uns stattdessen für den E4 auf Kreta (Transkreta) entschieden. Aber mal sehen, vielleicht wird es bei uns ja nächstes Jahr etwas...
Bei meinen Recherchen bin ich auf eine recht ausführliche Beschreibung des Wilderness Coast Walk im Lonely Planet gestoßen (ich glaub, der Band hieß "Walking Australia"). Schau da mal rein, vielleicht hilft es Dir ja etwas!? Ggf. treibst Du auch noch den vergriffenen Führer "Abenteuer Trekking - Australien" aus dem Bruckmann.-Verlag aus. Dort ist der Track anscheinend auch drin!
Beste Grüße und viel Spass in Australien (*neid* ;) )
Gruß, Alex

Bischti
28.09.2006, 11:35
Hallo Alex,
vielen Dank für Deine Nachricht + Tips. Ich werde da mal weiterstöbern. (Schade, dass Du/Ihr nicht da warst. Aber wir wollen auf jeden Fall hin - evtl. gibt es von mir dann Ende November an gleicher Stelle einen Bericht für diejenigen, welche als nächstes da hin wollen)
Viele Grüße von
Steffen

Bischti
06.03.2007, 22:06
Für alle, die es vielleicht intetressiert: wir haben wie geplant den Trek gemacht (wenn auch nicht ganz vollständig) und waren begeistert. Und wie so üblich: es gibt eine Menge Infos dazu. Ich habe mir die Mühe gemacht und die wichtigsten in einer kleinen Beschreibung zusammen gefasst. Vielleicht will auch noch jemand anders hin, denn: es ist echt noch ein GEHEIMTIP :D

Allgemeines:
Offiziell benötigt man im Croajingolong National Park ein Permit, für den Cape Conran Coastal Park nicht. Es kostet für die Strecke zwischen Bemm River und Mallacoota 50,- AUD (pro Person und Tag zur Zeit ca. 5,- AUD), zahlbar über Kreditkarte. Das Formular sollte man mindestens 4 Wochen vor Beginn der Tour unter der Internetadresse www.parkweb.vic.gov.au (http://www.parkweb.vic.gov.au/) (dort auf den Links zum Croajingolong Nationalpark) ausdrucken und an die angegebene Adresse faxen. Allerdings möchte ich anmerken, dass wir zu keiner Zeit unseres Treks von irgend welchen Leuten (Zeltplatz, Nationalparkbeschäftigten etc.) danach gefragt worden sind.
Das Buch Abenteuer Trekking – Australien von Donatus Fuchs, herausgegeben von Bruno Baumann bei Bruckmann (ISBN3-7654-2947-3) von 1996 ist offiziell vergriffen – bei div. Auktionshäusern im Internet bekommt man aber auch noch was, evtl. gebraucht. (Ich habe ein paar s/w- Kopien von der Tour gemacht, schicke diese Interessenten zum Selbstkostenpreis gern zu, solange sie reichen). Die Tour ist gut und detailliert beschrieben, allerdings nicht mehr 100% aktuell und einige Infos fehlen auch für meine Begriffe. Möchte sie deshalb an dieser Stelle ergänzen. Es gibt neuerdings auch einen Lonely Planet – Trekkingführer (englisch, ISBN leider nicht bekannt), der aktueller ist. Allerdings fängt die beschriebene Tour dort erst am Bemm River an.
Die Landschaft selbst ist einmalig und sehr abwechslungsreich!!!!!!!! Zum Teil ist die Tour extrem einsam – 20 Kilometer Sandstrand ohne Menschen ist nicht ungewöhnlich. Wer allerdings sehr viele Tiere sehen möchte, sollte zeitlich immer wieder Abstecher vom Strand ins Inland oder aber evtl. einen oder mehrere Rasttage an den Wasserplätzen einplanen; am Strand gibt es vorwiegend nur Wasservögel.

Essen + Drinken:
Das Wasser der Inlets ist durch das Tannin der Bäume bräunlich gefärbt, meist gut bis sehr gut trinkbar, sollte aber sinnvollerweise immer abgekocht oder mit Micropur o.ä. desinfiziert werden.
Zu Beginn der Tour sollte man sich die Zeitpunkte von Ebbe und Flut einprägen. Werden häufiger mal benötigt!!
Abgesehen vom ersten Tag haben wir immer nur an den Endpunkten der Tagesetappen Trinkwasser vorgefunden !!!!!!!!!
Lebensmittel bekommt man auf der ganzen Strecke nicht. Nur in Bemm River gibt es eine kleine Einkaufsmöglichkeit

Baden:
Eher nicht so intensiv. Das Wasser ist nicht gerade warm zu nennen und hat eine permanente starke Strömung Richtung Mallacoota. Rausschwimmen kann gefährlich sein.
Für kürzere Abstecher in den Ozean machen die starken Brecher aber auch Spaß; und Erfrischung ist auf jeden Fall garantiert.

Karten:
Die angegebenen Karten (VICMAP Blatt Cann – Point Hicks 8722-N, Mallacoota 8822-N/8823-S sowie Murrungowar 8622-N im Maßstab 1:50 000 waren leider für uns nicht auftreibbar. Allerdings hat die in Australien gekaufte Karte „East Gippsland and the Sapphire Coast“ Maßstab 1: 300.000 völlig zugereicht (erhältlich zum Beispiel in den Buchläden von „Dymocks“).

Schwierigkeit:
Die Tour wird in den Büchern als „sehr anspruchsvoll“ beschrieben. Allerdings klingt das schlimmer als es sich in Wirklichkeit darstellt. Für Leute, die schon öfters über mehrere Tage auf selbstversorgten Treks unterwegs waren (Rucksack, Zelt, Kocher ...) ist sie absolut unkritisch zu sehen. Nur das Rucksack- + Wasserschleppen im Sand kann manchmal etwas nerven....

Start und Rückreise:
Unbedingt von Cape Conran oder Bemm River aus in Richtung Mallacoota starten, nicht umgekehrt. Der Wind an der Küste ist zum Teil wirklich deutlich, so hat man ihn zu 95% im Rücken.
Wie überall nachzulesen – am besten wäre es, wenn man mit 2 Autos startet und eins davon am Endpunkt in Mallacoota positioniert. Es gibt lt. mündlicher Aussage keinen offiziellen Bus von Mallacoota zurück Richtung Orbost Allerdings gibt es eine Touristeninfo in Mallacoota und angeblich (mdl. Info vom Zeltplatzbetreiber in Cape Conran) fährt jemand auf Anforderung auch privat zurück. Das ist sicher aber nicht billig. (Wir hatten das unverschämte Glück von 2 Naturschutzparkleuten mitgenommen und bis zum Ausgangszeltplatz gebracht zu werden.)

Inlets:
Diese waren uns vor Beginn der Reise noch etwas schleierhaft geblieben. Beim Trekken erschloss sich uns dann die Bedeutung:
Inlets sind mal vor längerer Zeit Fluss- bzw. Bachbuchten ins Meer gewesen. Durch die inzwischen permanente und starke Meeresströmung parallel der Küste von Südwest nach Nordost hat das Wasser die Buchten an der Grenzfläche zum Meer mit Sand- und Dünenriegeln mehr oder minder stark zugeweht. Das Wasser sickert da entweder drunter durch (closed Inlet!!!) oder hat einen Durchbruch zum Meer (open Inlet). Das bedeutet: Closed Inlets kann man problemlos queren, bei offenen kann es bei Flut, Sturm etc. Probleme geben oder sogar unmöglich sein.
Infos über offen/geschlossen erhält man u.a. in der kleinen Nationalpark-Zweigstelle in Cann River. (Achtung – am Wochenende geschlossen. Es hängen aber Infozettel an den Scheiben).

Tourplanung:
Wer nicht so viel Zeit hat oder verwenden will (Gesamttour dauert 8 Tage) kann auch etwas abkürzen, mit dem Auto bis nach Bemm River fahren und dort einsteigen. Dann dauert es 2 Tage weniger.
Wer ein großes Problem mit der Rückfahrt von Mallacoota sieht, besorgt sich ein Allradfahrzeug und fährt tageweise die einzelnen Punkte der Tour zum Kurztrek an.
Anstelle der gesamten Küstenwanderung kann man sich den Nationalpark auch auf einzelnen Tageswanderungen (sog. „Walks“) erschließen. Informationen finden sich auf den o.g. Internetseiten zum Croajingolong N.P.
Die Walks selbst sind zum Großteil vom Princess Highway über Sandpisten erreichbar.

Tourverlauf: (lediglich ergänzende Infos zum Bruckmann-Buch)
1. Tag (vom Banksia Bluff Camping Area am Cape Conran nach Dock Inlet):
Die 3 kurzen Stunden Trek von Cape Conran (bewirtschafteter einfacher Zeltplatz mit freundlichen Personal. Man kann problemlos sein Auto abstellen) zum Dock Inlet braucht man kein Kochwasser mitnehmen. Nur volle Trinkflasche ist O.K. Am Cape Conran gibt es Trinkwasser aus dem Hahn (schmeckt etwas seltsam, ist aber O.K.) oder bei der Rezeption zu kaufen.
Dock Inlet selbst ist ein wunderschöner großer Süßwassersee von mehreren Quadratkilometern Ausmaß – der trocknet garantiert nicht aus. Das Wasser ist durch Tannin leicht bräunlich gefärbt, aber sehr gut zu trinken. (Abkochen oder Micropur sollte bei solchen Touren selbstverständlich sein.)

2. Tag (Vom Dock Inlet nach Bemm River):
Der schmale, am Anfang zugewachsene Weg vom Dock Inlet zum Strand ist nicht gleich zu finden. (Wir hatten am vergangenen Tag Tageswanderer getroffen, die ihn trotz langen Suchens nicht gefunden hatten.) Hinweis: die Fahrspur bis zum See runter gehen. Ca. 10 Meter vor dem See gibt es links eine kleine Nische im Gras, wo die Geländeautos zum Wenden zurückstoßen können. In diese kleine Nische hineingehen, ca. 20 Meter durch das Gras weiter Richtung Unterholz – dann erscheint langsam der zugewachsene Pfad, der pro Jahr höchstens von 10 Leuten begangen werden dürfte. Er wurde schätzungsweise vor etwa 20 Jahren angelegt, aber seit dieser Zeit nicht mehr gepflegt und fast gar nicht genutzt. Er zieht sich mehr oder minder links am See durch das ansonsten unpassierbare Unterholz, quert die bewachsenen Dünen und gibt dann einen überraschenden Blick auf das donnernde Meer frei. Man taucht von einem Urwald in die Urgewalt der Küste ein.
Der am Ende des Tages beschriebene Abzweig von der Küste ins Inland ist wirklich leicht zu übersehen. Glücklicherweise gibt es aber inzwischen 3 Stellen mit ca. je 500 Meter Abstand – die Wahrscheinlichkeit alle 3 zu übersehen ist somit geringer. Neben den auf der Düne eingeschlagenen Holzpfählen am besten nach Fußspuren schauen – wenn welche auftauchen wird es interessant.
Vom Strand bis zum kleinen Ort „Bemm River“ sind es noch etwa 90 Minuten Fußweg. Man kann diese am nächsten Tag zurück gehen und den Strand über das (während unseres Aufenthaltes) geschlossene Sydenham Inlet fortsetzen – allerdings wird der beschriebene 3. Tag bis zum Clinton Rocks Creek um ca. 2,5-3 Stunden länger. Oder man versucht, am nächsten Tag einen Fischer oder Angler zu überzeugen, dass er auf die andere Seite des wirklich großen Inlets (richtiger großer See) fährt und man damit ca. 12 Kilometer einspart. (So ist es im Buch auch beschrieben. Wir sind allerdings zurück gelaufen und über das Inlet).
In Bemm River gibt es einen Pub (Bemm River Hotel, sieht von außen nobel aus – ist aber harmlos und innen gemütlich) mit kalten Bier, Pizza und div. anderen Speisen (ein Besuch ist sehr zu empfehlen). Weiterhin gibt es einen kleinen Laden, der vom Brot über den Angelhaken bis zum Fisch alles mögliche verkauft und wo man gegebenenfalls auch nach einem Mitfahrboot fragen kann. Weiterhin gibt es im Ort 2 bewirtschaftete Zeltplätze sehr unterschiedlicher Größe. (Auf dem kleinen Pelikan Point Caravan Park wächst ein Zitronenbaum mit köstlichen Früchten für den Morgentee – der Besitzer war froh, dass wir paar Früchte von dem mit leuchtend gelben Zitronen übersäten Baum, der schon wieder zu blühen anfing und auch noch jede Menge grüner Früchte trug – haben wollten).
Die Tankstelle im Ort ist geschlossen!


3. Tag (Von Bemm River nach Clinton Rocks Creek)
Der Endpunkt - Clinton Rocks - ist nur ein Bach, der an der Grenzfläche zwischen Dünen und einer großen Felsformation ins Meer strömt. Uns erschien er als relativ trinkwassersicher, da für die Größe erstaunlich tief. Bei Sturm könnte das naheliegende Meer allerdings Salzwasser reinwerfen – dann muss man wahrscheinlich ein Stück Richtung Inland zum Wasser holen.
Bei einem Trek im Hochsommer sollte man aber sicherheitshalber etwas Wasser mehr dabei haben. Wenn man am Morgen nicht von einem Fischer mit dem Boot über das Sydenham Inlet gebracht wird und man das Inlet umgehen muß, wird das Erreichen von Clinton Rocks Creek von Bemm River über das Inlet aus noch am gleichen Tag eine ziemlich langwierige Angelegenheit (ca. 10 Std. Wanderung).

4. Tag (Vom Clinton Rocks Creek zum Thurra River Camp):
Für die Querung der Clinton Rocks – Klippen sollte man sich möglichst Ebbe raussuchen. Wir haben versucht, die tollen Klippen bei Fluthöchststand zu passieren. Nass bis zum Hals durch urplötzliche Brecher ist nicht auszuschließen .........
Wir sind dann ins obenliegende Buschland ausgewichen, allerdings kann man dann für 1000 Meter mal schnell eine Stunde brauchen!!!
Vor Point Hicks in der Mitte des Aufstieges bitte links halten. Sonst gelangt man direkt zum Leuchtturm. Allerdings ist das auch nicht schlimm, der Umweg keine 30 Minuten lang und der Punkt; wo der Leutnant Captain Cook das erste Mal die Ostküste sah, auch einen Abstecher wert.
Der unbewirtschaftete Campingplatz am Thurra River zieht sich ca. 1500 Meter entlang der kleinen Fahrstraße durch den Wald, bevor er endlich auf den eigentlichen flachen, recht schnell dahinfließenden Fluss trifft. Wasser ist hier für unser Gefühl das ganze Jahr über kein Problem.

5. Tag (Vom Thurra River Camp bis Gale Hill Camp):
Thurra Inlet und Müller Inlet waren zu unserem Zeitpunkt offen. Allerdings war die Verbindung zum Meer nur ca. 20cm tief und wenige Meter breit – keinerlei Problem bei der Überquerung!
Am Ende der Tour muss man wirklich aufpassen!! Es gibt nur einen einzigen Pfahl in den Dünen, der den Weg ins Dickicht und zum Zeltplatz weist. Und da dieser Punkt von Landesinneren aus so gut wie nie aufgesucht wird, sollte man auch nicht mit Fußspuren am Strand rechnen. Als Tip: Der Zugang ist wirklich ungefähr in der Mitte der Bucht vor dem Petrel Point. Gegebenenfalls muss man halt noch mal ein kleines Stück zurück und näher an oder sogar auf den Dünen langlaufen.
WICHTIG: Der am Gale Hill Track beschriebene kleine Süßwassersee existiert nicht mehr !!!!!!!!!!
Wir hatten dieses Jahr bißchen Pech mit dem Wetter - viel Regen viel die Tage vor unserem Trek !!! Dennoch gibt es dort keinen See mehr. Der hinter den Dünen verlaufende Steg lässt vermuten, wo er sich zum Zeitpunkt der Drucklegung etwa befand.
Wir hatten das Glück, am etwas weiter oben mitten im Busch gelegenen winzigen Rastplatzes mit kleiner Feuerstelle in ca. 10 Meter Entfernung an tiefster Stelle nach langem Schaufeln mit Kochtopf und Deckel nach ca. 60 Minuten in etwa 70cm Tiefe auf Grundwasser zu kommen. Allerdings sollte man sich darauf AUF KEINEN FALL verlassen, sondern zum Gale Hill genügend Wasser für eine zweite Tagesetappe mitnehmen!!!!

6. Tag:
Da unser Kocher am heutigen Tag den „Geist aufgegeben“ hatte und wir in dieser Einsamkeit glücklicherweise 2 Naturschutzleute incl. Allradfahrzeug fanden beschlossen wir, hier unsere Tour zu beenden und mit den beiden zurück zu fahren. (Hiermit nochmals ganz großes DANKESCHÖN an Tony Mitchell und Wendy Elsner) Wir sind dennoch bis zum Wingan Inlet – der Endetappe des 6. Tages gekommen. Hier gibt es wieder einen unbewirtschafteten Zeltplatz, Trinkwasser sogar vom Hahn (aus einer nahegelegenen Quelle) und auf dem Zeltplatz für australische Verhältnisse in dieser Gegend sogar extrem viele Leute. (ca. 10 Autos) Das Inlet selbst ist recht groß. Es ist nicht möglich, es an der Grenze zwischen Meer und Inland zu durchwaten, da es dort sehr tief und die ausfließende Strömung sehr sehr stark ist !!!!! Die einzige Möglichkeit ist etwa im 2. Drittel des Inlets bei Ebbe – Tiefe ca. 80 – 120cm. Nach der Helligkeit des Wassers schauen. Besser: versuchen mit einem Angler über das Inlet zu gelangen.
Wingan Inlet ist echt die Schlüsselstelle dieser Tour. Aber wenn es gar nicht weiter geht – auf Grund der relativ starken Frequentierung des Zeltplatzes kommt man sicher auch von dort mit jemandem weg.

Bischti
06.03.2007, 22:13
Und da nicht alles in einen Abschnitt reinpasste - hier noch der Rest ;)

7./8. Tag:
Auf Grund unseres vorzeitigen Endes der Tour à keine Ahnung. Allerdings scheint der letzte Tag nur mehr eine „Latsche“ durch beginnendes Kulturland zu sein, um nach dem Urlauberort Mallacoota zu kommen.

Zusammenfassung:
Tolle Natur, absolut einsamer Trek! Zeit zum Träumen, Schauen, Nachdenken, Stille tanken etc.
Wir haben auf der ganzen Tour keinen weiteren Trekker getroffen! Am Cape Conran (Startpunkt) zeigte man sich überrascht über unser Vorhaben, meinte aber dann, das diese Tour vergangenes Jahr schon mal 2 Personen machen wollten; allerdings nach 3 Tagen wieder da waren ......... Am Bemm River hat man über unser Vorhaben nur den Kopf geschüttelt......
Sagt wohl alles über die Frequentierung dieses Treks aus!

Wir fanden ihn toll!!!:up: :up: :up:

Walexan
12.03.2007, 21:31
Hallo Bischti,

1000 Dank für diese superinteressanten und wertvollen Informationen. :up: :up: :up:
Sie haben in mir wieder den Wunsch geweckt, diesen Track doch bald anzugehen... :D

Lg,
Alex

Bischti
16.03.2007, 20:33
Hallo Alex,

freut mich, dass ich Lust zum Losgehen geweckt habe. Ist wirklich traumhaft, extrem einsam und auch schon etwas anspruchsvoll. 100% Natur. Ich würde wieder dahin fahren!! :cool:

Falls es am "Bruckmann" klemmen sollte: ich habe meinen zwar wieder verkauft, habe von der Trekbeschreibung aber noch paar Kopien machen lassen. Wenn da also Bedarf besteht - gegen mini Unkostenbetrag schicke ich den gern weg.

Viele Grüße von Steffen

Bischti
16.03.2007, 20:47
Hallo Steffen,
leider kann ich Dir nicht wirklich weiterhelfen, da ich bislang selbst noch nicht dort war. Nicht allein aus Kostengründen hatten wir uns stattdessen für den E4 auf Kreta (Transkreta) entschieden. Aber mal sehen, vielleicht wird es bei uns ja nächstes Jahr etwas...
Bei meinen Recherchen bin ich auf eine recht ausführliche Beschreibung des Wilderness Coast Walk im Lonely Planet gestoßen (ich glaub, der Band hieß "Walking Australia"). Schau da mal rein, vielleicht hilft es Dir ja etwas!? Ggf. treibst Du auch noch den vergriffenen Führer "Abenteuer Trekking - Australien" aus dem Bruckmann.-Verlag aus. Dort ist der Track anscheinend auch drin!
Beste Grüße und viel Spass in Australien (*neid* ;) )
Gruß, Alex

Ach ja - beinahe vergessen: die im Lonely Planet beschriebene Tour fängt erst am Bemm River an und geht auch nicht bis Mallacota. Ist somit nur ein Teilabschnitt.
Hinter Mallacota kann man im übrigen noch weiter laufen, bis hinter Eden. (Der alte Wahlfängerort ist echt Klasse, am Hafen kann man gut Fisch essen, die Landschaft ist toll und das Kilerwahlmuseum unbedingt ansehenswert. Wir sind gleich 2 Tage "hängengeblieben")