PDA

Vollständige Version anzeigen : Wissenschaftliche Studie zum Thema Höhenkrankeit am TV


Juerg
24.10.2005, 15:49
Hallo Jungs

FYI: Eine gruppe von Schweizer Aerzten hat vor eine paar Monaten eine wissenschaftliche Forschungsreise zum Thema Höhenkrankeit unternommen. Das Schweizer TV hat das ganze begleitet. Die Sendung wird aktuell auf dem Schweizer TV ausgestrahlt, kann aber auch per DVD bezogen werden.

"Wie reagiert der menschliche Körper auf extreme Höhen? Wieso werden in der dünnen Luft einige krank und andere nicht? Zwei Schweizer Aerzte wollten es genauer wissen und lancierten die grösste Höhenforschungsexpedition die es je gab. Ihr Ziel: Datenerfassung vor Ort am Muztagh Ata, dem Vater der Eisriesen, einem 7546m hohen, einsamen Berg in Westchina. Im Gepäck der Aerzte: Computer, Messgeräte und sogar Velos, die bis auf 5500 Meter hinauf transportiert werden sollten."

Die weiteren Details findet Ihr unter: http://www.sfdrs.ch/system/frames/highlights/dok/index.php?/content/highlights/dok/hintergrund.php?docid=20051027_2000_SF1

Gruss Jürg

schello
10.01.2008, 22:04
Hallo zusammen

Zwei Jahre nach der höhenmedizinischen Expedition am Muztagh Ata hat das Schweizer Fernsehen eine dritte Dokumentation ausgestrahlt: sehenswerte Bilder (wenn auch überwiegend aus den ersten beiden Folgen recycled) und erstaunliche Resultate.

Der Film ist online in voller Länge verfügbar unter:
www.sf.tv/sf1/dok/index.php?docid=20070319_2220_SF1

Gruss
Schello

campsbay
17.01.2008, 15:43
danke schello,

sehr interessanter bericht:)

gruß

ralf

matis
17.01.2008, 19:49
Hallo Höhenkranke,
da ich kein SF1 bekomme meine Frage:
Kannnst du uns eine Zusammenfassung geben?
Welche neuen Phänomene gibt es?
Wie unterschiedlich reagieren Körper in der Höhe?
Diese Fragen bewegen mich sehr, da die Reiseagenturen so planen, dass nur schnell akklimatisierende Personen eine Chance haben, den Berg zu besteigen. Nicht einmal Schlechtwetter wird eingeplant für einen zweiten Gipelversuch. Ein Reservetag für Notfälle ist zu wenig, wenn man bedenkt, dass eine Schlechtwetterfront zwei oder mehr Tage andauern oder durchziehen kann.

Auf eine antwort würde ich mich freuen, wer den Bericht gesehen hat, bitte melden.
Mit freundlichen Grüßen
Matis, der Junge aus Norwegen

Soshin
17.01.2008, 20:22
Hallo, Matis,

das Neue daran ist eigentlich nur für Mediziner wirklich interessant, weil es zusätzliche Infos zur Pathophysiologie der AMS liefert. Interessant ist ein bisher noch nicht beobachtetes Phänomen, dass durch Blutuntersuchungen (ich nehme mal an BUN und Kreatinin) eine deutliche Verschlechterung der Nierenfunktion gezeigt hat.
Das könnte zusätzlich mit ein Grund für die Symptome der Höhenkrankheit sein.
Interessant ist auch der indirekte Nachweis doch recht starker Hirnödeme ohne klinische Symptome mit Hilfe von Fundusuntersuchungen.
Die Ruheatemfrequenz scheint besonders ab ca 6500m bis zum maximalen erreichten Punkt massiv anzusteigen, bis zu 80 Inspirationen/min, die führen auch zu einem Abbrechen, weil es der Bergsteiger schlicht nicht mehr derschnauft.
Alle Verfahrensregeln und Warnhinweise für die Höhenkrankheit bleiben bestehen. Originalton: "Es ist wirklich gefährich." Ein Höhenträger wäre trotz Optimalversorgung nahezu am HACE gestorben.

Liebe Grüße,

Soshin

Soshin
17.01.2008, 20:23
Ja, und noch etwas: Der Film dürfte über den oben angegeben Link eigentlich weltweit abrufbar sein. Nur das Schwyzerdütsch ist kaum zu verstehen... ;)