Vollständige Version anzeigen : In Lederbergstiefel auf mehr als 6.000 m?
Hallo,
ich will im nächsten Jahr auf einen fast 7.000-er, der zwar meist schneefrei, aber saukalt ist. Normalerweise sollte ich die KS-Schalenstiefel anziehen, die sind mir aber zu schwer und viel zu unbequem (vor allem wenn man nachts immer wieder raus muss!) und ich würde viel lieber die dicken Lederstiefel (Annapurna von Hanwag) anziehe. Andererseits möchte ich mir ungern die Zehen abfrieren. Wer hat Erfahrung mit Lederstiefel in großen Höhen? Wie hoch ist das Risiko von Erfrierungen an den Zehen? Wer kann mir Tipps geben?
Gruß
Udo
Hallo Udo,
mein höchster Berg, den ich jemals bestiegen habe, ist 3002m hoch :D Also so hoch hinaus, wie du es willst, war ich noch nicht. Allerdings habe ich in meinen Hanwags Alaska schon ein paar Wintertouren gemacht. Ich persönlich würde nie auf so einen Berg in Lederstiefeln gehen. Zwar waren meine Füsse auch bei knapp -20°C beim laufen schön warm, aber bei Pausen oder nach dem Aufstehen habe ich schon kaum was gespürt. Wenn du auf einen 7000er willst, und du müßtest dort mit den Schuhe wegen eines Wettereinbruchs biwakieren, naja, immerhin gibt es ja kleine Schuhgrößen dann meist etwas billiger!
Grüße
Thomas
Hallo Udo,
ich vermute mal, Du hast Dir für nächstes Jahr den Aconcagua ausgekuckt - hab ich recht? Nun, jedenfalls empfehle ich Dir dringend, von dem Ansinnen abstand zu nehmen, da mit Lederstiefeln hochgehen zu wollen. Ich war mit Meindl-Bergstiefeln auf den Imja Tse. Wir verbrachten nur eine Nacht im HC und das lag auch noch unter 6.000 m. Ich hab die Stiefel in dieser Nacht gleich im Schlafsack angelassen. Auf einem höheren 6.000er wirst Du auch in größeren Höhen und mehrfach übernachten müssen. Dann geht das definitiv nicht. Und wenn dann die Latschen erst mal ausgekühlt sind, dann wirst Du sie früh nicht wieder warm bekommen. Da Du offenbar noch keine Erfahrungen in größeren Höhen hast, wirst Du die Tour ja wahrscheinlich organisiert buchen - eine gute Agentur erkennst Du daran, das sie Dich ohne Schalenstiefel und Daunenjacke gar nicht erst mit auf den Berg nimmt. Leider giebt es auch viel schlechte Agenturen - blöd, wenn man das erst dann merkt, wenn die Zehen schon schwarz sindhttp://trekkingforum.com/forum/images/smilies/cry.gif . Im übrigen sind die Schalenstiefel auch nicht mehr deutlich schwerer als Lederstiefel. Hab letztens erst welche in der Hand gehabt und werde mir die auch für meinen nächsten Versuch am Elbrus nächstes Jahr holen.
wetterfest
13.10.2005, 18:12
ganz klar,
ich stimme den beiden threads vor mir voll zu, ganz klar nur mit innenschuh!
es gibt aber auch inzwischen schon lederschuhe die auch einen innenschuh haben, glaube bei "la sportiva"..... vielleicht mal die firmenseite googeln.
gruß
helmut
dito.
hatte im HC des Imja auch alles an + die Schalen-Innenschuhe im Schlafsack in dem noch ein Fleece-Innen steckte. Die Kristalle im Zelt lassen einen ja so schon genug frieren...
Am Tilicho hatte ich nur Lederstiefel dabei. 3 Tage unvorhergesehen im Schnee festgesessen - da nimmt man danach lieber die bessere Ausrüstung mit...
phacops
Hallo Juergen und die andern,
am Aconcagua war ich schon, alleine, aber mit Schalenstiefel. Die feuchten Innenschuhe wurden nachts im Vorzelt gefriergetrocknet und konnten morgens wieder angezogen werden. Hat immer gut geklappt. Diesmal soll es der Ojos del Salado sein. Schnee gibt es dort so gut wie keinen. Die Schuhe werden daher "nur" innen vom Schweis naß. Ob sich dort auch Lederschuhe über Nacht gefriertrocknen lassen? :confused:
Gruß
Udo
albatross02
14.10.2005, 10:03
Hallo,
hört sich so nach Aconcagua an. Dort hatte ich Schalenschuhe mit Innenschuhen von Asolo.
Die kann man nur komplett anziehen, d.h. nur mit Innenshuh herumlaufen ist o.k. aber wenn man den kompletten Schuh anziehen will, dann muß man den Innenschuh vorher in die Schale stecken. Bei anderen Schuhen ( z.B. Koflach ) kann man mit dem Innenschuh, direkt in den Schalenschuh rein.
Neben dem Kälteproblem kommt hinzu, das das Blut nicht so gut mit Sauerstoff versorgt wird wie in unteren Lagen, besonders die Zehen. Daher kam für mich nur ein Schalenshuh in Betracht.
Gruss
Dieter
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