Vollständige Version anzeigen : Medikament bei Höhenkrankeit?
Hannes1983
12.10.2005, 11:04
Hi zusammen!!!
Ich weiss, es gab bestimmt schon einiges über dieses Thema. :) Ich habe mir auch schon einige Beiträge dazu durch gelesen. Jetzt wollte ich aber spezieller fragen:
Ich will nächstes Jahr im Oktober mit meinen Bruder eine Weltreise über Nepal (Everest Trek) machen.
Ich habe einiges über DIAMOX gelesen, dass sehr gut sein soll, aber nicht zur spaßigen Einnahme verschrieen wird. Gibt es dieses Medikament noch auf dem Markt, oder wurde es nach den ausgewerteten Studien vom Markt genommen? Gibt es mittlerweiler andere Medikamente, die ihr eher empfehlen könnt? Können diese Medikamente vom Arzt verschrieben werden oder muss ich sie aus eigener Tasche zahlen?
Bin für jede Antwort glücklich.
Machts gut Hannes
pauli2040
12.10.2005, 17:01
hallo, diamox gibts freilich noch, 2 weitere sehr wichtige medikamente sind nifedipin und dexamethason mit diesen 2 bekaempfst du hirn und lungenoedeme. gibs mal als suchbegriff ein, spuckt sicher was aus. eine sehr gute internetseite, auf welcher du zu allem was mit hoehe und bergsteigen zu tun hat ist die seite <LI class=first>www.treibel-bergmed.de (http://www.treibel-bergmed.de) da findest du alles was du wissen musst
Hallo,
wie Pauli richtig schreibt, Diamox gibt es selbstverständlich noch. All die Medikamente, die Pauli auflistet (und die genau die sind, die man im Notfall gegen die Symptome der Höhenkrankheit einsetzt - natürlich zeitgleich mit dem Absteigen) muß Dir Dein Arzt verschreiben, sie sind rezeptpflichtig.
Bei Nifedipin, Dexamethason und Diamox wird Dein Hausarzt das wohl kaum auf ein Kassenrezept machen. Also müsstest Du es selber zahlen.
Liebe Grüße und Namaste,
Soshin
fuer den Everest trek brauchst du keine medikamente gegen hoehenkrankheit.
wenn du langsam gehst, in Namche eine Pause machts, auch in Periche, sehe ich kein problem.
gruss.
d.
wichtiger Tipp für unterwegs auf den Trek: Sehr viel Flüssigkeit aufnehmen.
alpin397
14.01.2006, 10:57
Hallo Trekkingfreunde!
Bin gerade vom Kilimandscharo zurückgekommen, und stöbere etwas durchs Forum.
Zu den Themen Medikamente bei Höhenkrankheit möchte ich deshalb schreiben da ich mit 5 Ärzten am Kibo unterwegs war und kleine Erfahrungen gemacht habe.
Wir hatten einiges dabei: Wichtigstes Medikament ist eine gute Höhenanpassung (Zeit)!
Bevor wir zum Kilimandscharo gingen bestiegen wir den Mount Meru (4.566m). Ein TN konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Gipfel mitkommen. Mit Antibiotika brachte er seine Krankheit aber unter Kontrolle. Ein 2. TN konnte wegen starker Kopfschmerzen und Übelkeit (Höhenkrank) nicht zum Gipfel aufsteigen.
Wichtig in diesem Fall erscheint mir nicht die Besteigung des Mt. Meru, sondern die erreichte Schlafhöhe von 3.500m, zur Höhenanpassung für den Kibo. Nach dem Aufstieg hatten doch einige Probleme, die mit Abstieg und danach mit vermehrtem Schlafbedürfniss wieder unter Kontrolle gebracht wurden.
Am Kibo konnten alle ohne Beschwerden aufsteigen. Kopfweh trat natürlich hin und wieder auf und wurde mit einfachen Schmerzmitteln bekämpft.
Bei einem Teilnehmer wurde auf Grund starker Beschwerden Diamox verabreicht.
(Dieser hat übrigens den Gipfel des Uhurupeak erreicht. Gegen meine Empfehlung da ich von einem weiteren Aufstieg bei Höhenkrankheit abrate).
Jener TN welcher am Mt. Meru krank war, erreichte eine Höhe von 5.400m und kehrte hier um (Diamox hat in diesem Fall nicht geholfen, erst ein Abstieg in eine Höhe von ca. 3.100m brachte eine deutliche Besserung).
Sehr genau wurden die TN von mir beobachtet. Gesundheitlicher Zustand, Pulskontrolle, Appetit, ... Von 17 Leuten in der Gruppe erreichten 15 den Uhuru Peak (5.896m) und einer den Stella Point (ca. 5.730m). Einer ereichte eine Höhe von 5.400m.
Ausschlaggebend für den Erfolg ist meiner Meinung nach der großzügig bemessene Zeitraum von 4 Tagen für Mt. Meru und 7 Tagen für Kilimandscharo.
Wer Medikamente zur Bekämpfung der Höhenkrankheit einsetzen möchte (muss) sollte sich sehr genau informieren. Ein Abstieg ist immer noch die beste Medizin!
Liebe Grüße an alle Trekker und Bergsteiger,
viel Erfolg auf euren Touren.
Andi:up:
wetterfest
14.01.2006, 11:18
hallo hannes,
falls du dir diamox und nifedipin besorgen willst, so kannst du diese medikamente in kathmandu in jeder apotheke rezeptfrei für ein paar cent kaufen, ist also völlig überflüssig sich deshalb in deutschland stress zu machen.
gruß
helmut
Medikamente gegen Höhenkrankheit sollten immer nur Notfallmedizin sein um den sofortigen Abstig zu gewähleisten. Keinesfalls als Doping einsetzen!
Bei Anpassungs-Kopfschmerzen sollte Aspirin genügen, wenn nicht, runter, Akklimatisationspause und nochmal versuchen. Yo-Yo Effekt hilft oft.
Tagsüber wo möglich höher aufsteigen als Schlafhöhe, und trinken, trinken, trinken!
(kein Alk. :D )
Es gehen jedes Jahr Trekker drauf die die Höhenanpassung vernachlässigen! Das muß man leider so deutlich sagen.
Gruß
Hannes1983
14.01.2006, 17:19
@ Helmut!!
Danke für den Tipp, aber ehrlich gesagt, weiss ich net, ob ich in Katmandu auch dann das bekomme, für was ich bezahlen. Also damit meine ich, ob ich nicht irgendeine Tablette kaufe, die gar nicht Diamox entspricht.
@ Klaus!!
Aspirin werde ich auf jeden Fall mitnehmen. Ich will natürlich Diamox net als "Doping":-) nehmen. Für mich hat all das keine Wert meinem Körper das letzte Abzuverlangen, vorallem, weil ich auf Grund meiner Weltreise, ja noch einige schöne Länder vor mir habe. Meinst du Diamox brauche ich überhaupt, und sollte ich nur Aspirin mitnehmen??
Machts gut Hannes
Also ich selbst hatte noch nie was dabei. Das ist allerdings eine persönliche Entscheidung, im Zweifel wäre ich halt zurückgegeangen!
Beim EBC Trek hast Du zumindest den Vorteil, dass es in Khunde (oberhalb Namche Bazar unweit Khumjung) das Hillary Hospital gibt, dort kannst Du Dir für ein paar Dollar ärztlichen Rat holen, wenn notwendig, den Sauerstoffwert im Blut messen lassen und Du bekommst ggf. auch Medikamente. In Periche gibt es dann nochmal einen Hilfsposten der Himalaya Rescue Org.
Khunde ist aber schon 3800 und Periche 4300 m besser als zum Doc, ist in Namche akklimatisieren, wenn ihr Zeit habt macht noch den Ausflug nach Thame, schönes Kloster, und Heimatort Tenzin Norgay's
Gruß
Die Experten möchte ich mal auf die Diskussion über ne Eisenkur zur Höhenanpassung im Südamerikaforum hinweisen:
http://www.trekkingforum.com/forum/showthread.php?p=34430#post34430
Erkenntnisse und Meinungen dazu?
phacops
Vielwanderer
28.06.2006, 14:12
Leider noch nicht weit genug verbreitet:
Aspirin kann in größerer Höhe die Augen (Netzhaut) irreversibel schädigen. Ich weiß auch nicht, warum das sogar auf guten www-Seiten noch empfohlen wird.
Leider noch nicht weit genug verbreitet:
Aspirin kann in größerer Höhe die Augen (Netzhaut) irreversibel schädigen. Ich weiß auch nicht, warum das sogar auf guten www-Seiten noch empfohlen wird.
Namaste,
Kannst Du mir zu dieser Info Quellen nennen? Habe selber (als Pfleger von Beruf) auch für Höhenkopfschmerz kein ASS mit mir, sondern nehme da üblicherweise Metamizol. Aber ich finde das sehr interessant.... Netzhauteinblutungen wegen der gerinnungshemmenden Wirkung, nehme ich an?
Dann müßten allerdings große Höhen für Leute, die sogar noch stärker gerinnungshemmende Mittel (Marcoumar etc.) einnehmen müssen (wegen Vorhofflimmern z.B.) vollends tabu sein? Habe dazu nix gefunden...
Danke auf jeden Fall im Voraus für eine Quellenangabe,
Liebe Grüße,
Soshin
Vielwanderer
28.06.2006, 18:58
Ich habe diese Info schon von einigen verschiedenen Seiten gehört (hauptsächlich andere Höhenbergsteiger). Auf folgendem Dokument, ein Auszug aus einer Ausrüstungsliste herausgegeben von www.oxytrainer.at stehts z. B. auch drauf:
VIelen Dank.
Da das mit den Alpha- statt Betablockern auch Sinn macht, nehme ich an, daß die wissen, was sie schreiben.
Liebe Grüße,
Soshin
Diamox bekommst du in Kathmandu in jeder "Pharmacy" zu einem Preis, der etwa 1/10 von unseren Apothekenpreisen beträgt. Unseren Leuten hat eine halbe Tablette/Tag (Treibel-Empfehlung) gut getan.
Wolfram
Diamox bekommst du in Kathmandu in jeder "Pharmacy" zu einem Preis, der etwa 1/10 von unseren Apothekenpreisen beträgt. Unseren Leuten hat eine halbe Tablette/Tag (Treibel-Empfehlung) gut getan.
Wolfram
=
Zur Not kriegste es auch im Trekkinggebiet (Everest-Region um Namche )
Grüß Dich
Den Ausflug nach Thame habe dir ja auch schon andere vorgeschlagen. Ich bin damals schon in Jiri losgelaufen und war entsprechend sehr fit als ich in die großen Höhen kam.
Auch ist dieses Stück landschaftlich sehr zu empfehlen und es sind bei weitem nicht so viele Leute unterwegs.
Mit dem Kauf von Medikamenten in Nepal wäre ich auch sehr vorsichtig. Auch was die Einnahme von Nifedipin angeht, denn der ein oder andere reagiert darauf mit massivem Blutdruckabfall bis hin zum Schock.
Besser ist sicherlich die Route nicht direkt via Khumjung, Pangboche, Pheriche, Tughla nach Gorak Shep zu nehmen sonder lieber noch einen Ausflug nach Dingboche zu machen. Als Tagestour kann man von da nach Chhukung laufen und den Chhukung Ri (5546m) besteigen. Aussicht genießen und wieder nach Dingboche laufen. Schlafhöhe sollte immer niedriger sein als die tagsüber erreichte Höhe! Wenn ihr vor Sonnenaufgang loslauft (mit Mütze, Schal, Handschuhen und allem Warmen das ihr habt :D) seht ihr die Gletscher im Morgenlicht. Ein sehr schöner Anblick!
Gruß,
Marisa
Noch was:
Nimm dir Teebeutel mit denn ein Liter heißes Wasser ist sehr billig, der Teebeutel vervielfacht den Preis!!!
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