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Vollständige Version anzeigen : Sauerland Höhenflug


Spartaner
29.09.2005, 10:28
Hallo zusammen,
mal eine Info für diejenigen, die gerne im Mittelgebirge unterwegs sind:
Inspiriert vom Rothaarsteig plant derzeit eine Lenkungsgruppe einen neuen Weitwanderweg namens "Sauerland Höhenflug". Der neue Wanderweg soll von Korbach in Nordhessen in östlicher Richtung über Willingen, Medebach (NRW), Hallenberg, Winterberg, Schmallenberg, Eslohe und Finnentrop führen. Dort gabelt sich der Höhenflug in eine Nord- und eine Südroute. Hauptroute soll die Südroute über Finnentrop, Attendorn, nach Meinerzhagen (an der A45 zwischen Siegen und Hagen) sein. Die Nordroute soll über Sundern und Neuenrade nach Altena führen. Seit über einem Jahr laufen die Planungen schon. Gibt es keine Probleme, soll der Weg im Herbst 2006 eröffnet werden. Allerdings sind die Waldbauern, durch deren Forst der Weg gehen soll, wohlnicht so begeistert. Wegen Verkehrssicherungspflicht etc.
Der Weg soll ein "Premiumwanderweg" mit umfangreicher Infrastruktur werden. Heißt: Wanderparkplätze, Schutzhütten, Sitzgruppen, Infotafeln, Eingangsportale.
Ich bin mal gespannt, was dabei herumkommt. Auf dem Rothaarsteig haben sich angeblich Wanderer über schlammige und schlechte Wege beschwert. Das finde ich ziemlich bescheuert. Das ist wohl die Kehrseite des neuen Wanderbooms. Wie wäre es mit einer Rolltreppe auf den Mont Blanc?
Ernst

figueras
29.09.2005, 14:07
Hallo Spataner

Du schreibst das sich einige Wanderer über den Rothaarsteig beschwert haben wegen Schlamm und Pfützen, also ich kann das nur bestätigen das eine vielzahl von den Wegen in einem sehr schlechten Zustand sind, das liegt aber nicht an den Wanderfreunde sondern das die viele Wirtschaftswege sind, Holzrücken usw. Ich sagen nur wenn die Wege so währen wie die Wegemakierung und die Reklame um den Steig, dann währe das erste Sahne. Ich wahr dieses Jahr im Bayrischen Wald zum Wandern und da muß ich sagen dort habe ich solche Wege nicht vorgefunde. Ich hoffe nur das der neue Steig in der Richtung besser wrd.
MfG.Javier

Spartaner
29.09.2005, 14:27
Javier,
die Ranger des Rothaarsteiges sind übrigens seit einiger Zeit dabei, die Wege ausbessern. Dazu wird Kies aufgeschüttet, dann kommt da eine Spezialfolie drüber und anschließend Mulch oder was Ähnliches.
Ich finde die Beschwerden nicht angebracht, auch wenn ein Weg schlecht ist. Das gibt es, glaube ich, nur hierzulande. Wer nicht will, dass er schmutzig wird, sollte eben zu Hause bleiben. Allerdings gebe ich dir hier recht: Wer so einen Werbeaufwand betreibt und viel Trara macht, muss sich auch an seinem eigenen (hohen) Anspruch messen lassen.
Mich schreckt das ganze Brimborium rund um solche Wege eher ab, ich will keine tausend Sitzgruppen, kein Wanderportal und einen Parkplatz direkt am Weg brauche ich auch nicht. Suche ich mir doch lieber einen stillen Weg abseits, setz`mich auf meinen verschlammten Rucksack únd habe meine Ruhe.
Viele Grüße,
Ernst

Flachlandtiroler
29.09.2005, 14:31
Mich schreckt das ganze Brimborium rund um solche Wege eher ab, ich will keine tausend Sitzgruppen, kein Wanderportal und einen Parkplatz direkt am Weg brauche ich auch nicht. Suche ich mir doch lieber einen stillen Weg abseits, setz`mich auf meinen verschlammten Rucksack únd habe meine Ruhe.
Full ACK. Aber warum bewirbst Du dann diesen Touristiksch... ?

Gruß, Martin

Spartaner
29.09.2005, 14:45
Nein, ich bekomme keine Provision. Wollte den Rothaarsteig auch nicht bewerben, arbeite auch nicht für die Sauerland-Touristik. Bin Journalist und war auf der Pressekonferenz in Olpe, auf der der Sauerland-Höhenflug vorgestellt wurde. Meine Info war vollkommen wertfrei gedacht. Dachte halt einfach, dass es Viele interessiert. Und wenn dabei eine Diskussion um den Sinn oder Unsinn von Wanderautobahnen herauskommt, auch gut.
Ernst

ThomasFFM
29.09.2005, 16:22
Hallo, Ernst!

Ich empfand Deinen ersten Beitrag nicht als Werbung.

Aber in einem Punkt muss ich Dir widersprechen.

Du schreibst, Beschwerden über schlechte Wege seien nicht angebracht und so etwas gebe es auch nur hierzulande. Ich finde die Beschwerden dann angebracht, wenn eine Wanderroute, mit der offenbar mit viel Brimborium geworben wird, auf Wirtschaftswegen verläuft und die dann durch anderweitige Nutzung schlecht sind. Dieses Problem herrscht meines Wissens in vielen deutschen Mittelgebirgen, wenig dagegen im Pfälzerwald, offenbar auch nicht im Bayerischen Wald und noch weniger in den Vogesen, wo der Club Vosgien ganz gezielt seine Routen auf Wanderpfaden anlegt und Wirtschaftswege nur dann benutzt, wenn es nicht anders geht. Es ist doch klar, dass eine Wanderung auf einem urigen Pfad oder Steig viel attraktiver ist als auf einer "Forst-Autobahn", und auf Pfaden nimmt man auch den Dreck bereitwillig in Kauf. Jedenfalls dürfe das nicht nur mir so gehen.

Gruß
ThomasFFM

wanderfalke
30.09.2005, 18:59
Hallo,

ich denke das Problem liegt großenteils darin begründet, dass ein Weg "Steig" genannt wird, dann aber großenteils über Wirtschaftswege führt.
Die Initiatoren des Rothaarsteiges hatten eigentlich auch einen urigen Pfad im Sinn, aber in der Abstimmung mit den Grundbesitzern, wobei es in der Realität hauptsächlich um Jagdinteressen ging, konnte der Pfadgedanke leider nur teilweise umgesetzt werden.

Mich würde interessieren, ob die Mehrheit hier im Forum lieber auf verschlungenen, fußbreiten Pfaden oder auf für Holzlaster geeigneten Wegen läuft?

Gruß Gerald

ThomasFFM
30.09.2005, 19:49
Hallo!

@ Wanderfalke: War DeineFrage eigentlich ernst gemeint? Ich kann sie nur auf Ironie auffassen. Den Wanderer, der leiber auf Forstautobahnen als auf Pfaden wandert, möchte ich sehen!

Gruß
ThomasFFM

wanderfalke
01.10.2005, 09:02
Hallo,

Thomas FFM: Ganz ernst natürlich nicht, aber wenn man sieht, dass eben der Großteil der Wanderwege in Deutschland auf "Autobahnen" verläuft, wundert man sich schon.
Hoffentlich ändert sich das in der Zukunft, aber wenn die Wanderer nicht ihr Interesse an naturnahen Pfaden äußern, wird wegen der beispielhaft vom Rothaarsteig beschriebenen Widerstände alles beim Alten bleiben.
Du hast recht, wie ein wirklich attraktives Wanderwegenetz aussieht, sieht man sehr schön in den Vogesen.

Gruß Gerald

Lungta
04.10.2005, 13:03
Ich denke, der Punkt ist, dass die Forststraßen aus der Sicht des Wanderers schon da sind, während eigene Wanderwege extra angelegt und gepflegt werden müssen. Das kostet entweder Geld oder viel ehrenamtliche Arbeit (von der Frage der Genehmigung des Anlegens neuer Wege einmal abgesehen). Was zum Wandern schöner ist, darüber braucht wohl nicht diskutiert zu werden.

Bezüglich Rothaarsteig, Rheinsteig & Co. habe ich übrigens gehört, dass sie über weite Strecken auf bereits vorhandenen Wegen verlaufen (so z. B. der Rheinsteig auf dem bereits seit langem existierenden Rheinhöhenweg). Es werden also nur in geringem Umfang wirklich neue Wanderwege angelegt, sondern es wird vielmehr aus den existierenden Wegen eine neue, einheitliche Route geschaffen und vermarktet. Ferner stellt sich die Frage, ob durch die neuen, teuer vermarkteten "Steige" der Wandertourismus tatsächlich zugenommen hat (so dass tatsächlich die Gastronomie- und Beherbungsbetriebe der Gegend davon profitieren) oder ob nicht vielmehr eine Verlagerung von den übrigen Wanderwegen (die es ja vorher schon gab und weiterhin gibt) hin zu den neuen Steigen stattgefunden hat. Ich jedenfalls habe letzteres gehört, kann aber aus eigener Kenntnis nichts dazu sagen.

Grundsätzlich sind einheitlich geplante und markierte Fernwanderwege natürlich eine schöne Sache - man denke nur an die französischen "GR"-Weitwanderwege. Wenn es aber darauf hinausläuft, dass eine Verbindung aus größtenteils bestehenden, eher weniger attraktiven Wegen für teure Steuergelder zu einer einheitlichen Strecke zusammengefaßt und vermarktet wird - dann kann ich mich auch mit etwas mehr Aufwand mit gutem Kartenmaterial eindecken und meine eigene Route planen.

Christine

figueras
04.10.2005, 21:42
Im letzten Jahr haben meine Laufkollegen und ich mit der Wanderung Brilon bis zum Albrechtsplatz auf dem Rothaarsteig begonnen.Dieses Jahr haben wir vom 1-3 Oktober vom Albrechtsplatz bis Wilgersdorf fortgesetzt und werden im nächsten Jahr die Wanderrung bis zum Ende fortsetzen. Auf dem zweiten Teilabschnitt unserer Wanderung trafen wir ein sehr netten Ranger,der uns befragte was uns gut oder nicht so gut gefiel, als wir auf einige Abschnitte der schlechten Wege aufmerksam machten, erklärte er uns das die Waldbesitzer ca.500 an der Zahl nicht die allergrößten Intressen daran hätten die Wege wieder in Ortnung zu bringen oder andere Wege anlegen zulassen so das das Problem trotz größter Mühe der Ranger weiter bestehen bleibt.

Gruß Javier

Spartaner
05.10.2005, 11:59
Wenn ich schonmal ein Fass aufgemacht habe, hier noch eine Zusatzinfo zum Sauerland-Höhenflug:

"Der neue Wanderweg "Sauerländer Höhenflug" kommt in einer drei-dimensionalen Fassung auch ins Internet. Der Märkische Kreises ist derzeit mit den Vorarbeiten beschäftigt. Dabei werden Höhendaten des Katasteramtes mit Luftbildern verknüpft. Dadurch wird ein virtueller Flug über besonders reizvolle Streckenabschnitte ermöglicht. Wanderer können sich vorab informieren, wie steil einzelne Wegabschnitte sind und wie die Landschaft dort aussieht. Teile des virtuellen Wanderweges zwischen Plettenberg und Meinerzhagen sind bereits fertig. Der Sauerländer Höhenflug führt durch den Märkischen Kreis und die Kreise Olpe und Hochsauerland bis nach Hessen". Quelle: WDR-Regional Südwestfalen 5.10.05

Ob das Magic-Maps sind?
javier, das mit den widerspenstigen Waldbauern stimmt... Der Waldbauernverband hasst die Wanderer innig. Die haben Angst, dass sie beim Holzrücken einen Wanderer umfahren.
Na ja,
Gruß
E.

wanderfalke
05.10.2005, 21:45
Hallo,

Christine: Ich denke, dass es in jedem Waldgebiet genügend unbefestigte Waldwege für tolle Wanderwege gibt. Eine Neuanlag ist sicher fast nirgendwo nötig. Der Punkt ist, dass kleine Wege z.t. durch Wildeinstände führen. Für das Wild ist das ein kleineres Problem, da es zwischen harmlosen Wanderern und bewaffneten Jägern unterscheiden kann, und die wenigsten Wanderer in den kritischen Dämmerungs oder Nachtzeiten unterwegs sind.
Bei den Jägern sieht das anders aus. Mancher fühlt sich leicht auf seinem Hochsitz gestört. Diffuse Ängste über eine zu starke Beunruhigung des Revieres sind aber wahrscheinlich bedeutender dabei.
Vom Rheinsteig weiß ich, dass zunächst daran gedacht war, diesen nur etwas "aufzumotzen" . Bei der Planung hat sich aber bald heraus gestellt, dass eher für eine "neue" Wanderroute ungeeignet istl. (Zu oft entlang von Straßen u.s.w.)
Daraufhin hat man den Rheinsteig konzipiert, der zwar auch schon vorhandene Pfade nutzt, aber auf einer neuen Trasse verläuft. mit sehr hohem unbefestigtem Anteil.
Eigentlich hatte ich vorher ihn am letzten Wochenende mit meiner Frau zu erkunden, aber leider hatte sie sich vorher die Hand gebrochen.
Spartaner: Es ist nicht die Angst der Waldbesitzer vor einem Rückeschlepperunfall, sondern die sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Platt gesagt fürchten Sie,dass wenn einem Wanderer ein Ast auf den Kopf fällt, sie belangt werden.
So ganz von der Hand zu weisen ist das auch nicht, sollte allerdings auch nicht dazu führen eine Front zwischen Grundbesitzern und Wanderern aufzubauen.

Viele Grüße Gerald

Lungta
05.10.2005, 23:41
Den Rheinsteig werde ich mir auch noch mal anschauen, liegt ja quasi fast vor der Haustür. Ich weiß - das ist eigentlich der falsche Thread, aber gibt's inzwischen eigentlich Karten?

Christine

[edit: bin jetzt selbst schon fündig geworden - z. B. hier: http://www.lverma.rlp.de/shop/tk25.html, links auf Rheinsteig klicken; es müsste aber auch noch 1.25.000er Karten geben.]

FrankSauerland
29.11.2008, 11:15
Wir sind dies jahr 2008 über unterschiedliche wege im sauerland gewandert, u.a. rothaarsteig oder höhenpflug. ich finde die ranger leisten super arbeit und die wege passen jetzt auch zur restlichen infrastruktur. (siehe beitrag von javier) . gute infos findet ihr unter www.sauerland.com oder in meinem blog unter www.franksauerlaender.de unter links.

ich finde es sollte immer mehr ins schöne sauerland kommen.
frank