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Vollständige Version anzeigen : Schmerzende Knie beim Abwärtslaufen


Gerry
27.06.2003, 10:23
Ist mir zwar etwas peinlich, mein Leiden vor euch auszubreiten, aber vielleicht hat ja jemand einen Tipp?
Ich habe folgendes Problem: Beim Abwärtslaufen vor allem auf hartem Untergrund fängt nach ca. 3 Stunden immer mein rechtes Knie an weh zu tun.
Und zwar an der Aussenseite.
Ich habe jetzt versucht mit einer Stützmanschette und mit Stöcken zu gehen, was auch bei meinen Wanderurlauben im Süden recht gut geklappt hat.
Aber als ich vor ca. 10 Tagen auf der Damülser Mittagsspitze war und eine Rundtour so ca. 4 Stunden gemacht habe, fing es im letzten Drittel wieder an.
Zuerst spürte ich es nur leicht und dann tat es immer mehr weh.
Hat wer von euch eine Ahnung, was das an der Aussenseite des Knies sein kann und ob es da "was zu operieren" gibt?
Mir ist klar, daß wahrscheinlich keine Ärzte im Forum sind, aber vielleicht hatte ja jemand von euch schon mal was ähnliches!?
Vor einigen Jahren war ich mal beim Arzt und der meinte damals nur, daß ich halt nicht mehr abwärts laufen soll...
Was meine Wanderleidenschaft dann für eine längere Zeit ausser Gefecht gesetzt hat.
Aber ich will mich nicht damit abfinden müssen, nur noch auf "Seilbahnberge" gehen zu können, bei denen ich dann runterfahren kann.

dani
27.06.2003, 13:26
gerry,

wenn's an der aussenseite weh tut, heisst das nicht umbedingt, dass auch dort etwas "kaputt" ist.

hatte vor ca 2 jahren auf einer tour eine ähnliches problem beim abwärtsgehen. konnte schliesslich nur noch humpeln so ¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*# weh hat's getan.

dr arzt wusste auch nicht was es war, hat geröngt etc. war aber nichts gebrochen oder gerissen.

die physio hat mit ultraschall den schmerz beseitigt und gemeint, dass die muskeln zu wenig trainiert wären, weshalb die bänder mehr belastet würden und sich dann entzünden oder sowas.

als therapie gabs ein paar ziemlich simple übungen um die bein-muskeln zu trainieren. und sie meinte, dass viel ¤*#laufen auch sehr gut wäre.

hab dann auch davon gelesen, dass ein simples elastisches band schon reicht, um die knie zu stützen.

seither nehme ich auf alle touren so eine stütze mit und hatte eigentlich nie mehr probleme.

Bjoerk
27.06.2003, 16:25
Hallo!
Tatsächlich ist häufig ein zu schwacher Quadtrizeps schuld an Knieschmerzen beim Berg ab gehen. Trotzdem würde ich zum Doc gehen und das abklären lassen. Wenn nix iss, hast du Glück. Dann musst du halt deine Oberschenkel etwas hochtrainieren.

Ich habe selbst auch oft beim ablaufen Knieschmerzen. Allerdings hat das auch eine handfeste Ursache. Trotzdem habe ich das Problem bedeutend gemildert, durch regelmäßiges Klettern gehen (Man steigt ja immer hoch und dadurch werden die Beinmuskeln gut trainiert.) und radfahren.
Starke Musklen entlasten den Stützapperat immer! Gilt für den Rücken, wie für die Beine.

Viel Erfolg!
Björk

Peter_N
27.06.2003, 17:12
Vor einigen Jahren war ich mal beim Arzt und der meinte damals nur, daß ich halt nicht mehr abwärts laufen soll...
Diesen Arzt würde ich wechseln. ¤*#???
Ich hatte vor 10 Jahren am rechten Bein einen Achillessehnenabriss, fast alle Ärzte haben mir danach vom Bergsteigen, Klettern, ja sogar trekken abgeraten.
Man könnte manchmal meinen, man sollte sich nur noch im Haus einschließen, damit die Krankenkassen Geld sparen können. Habe mir dann vom eigenen Geld einen Spezialschuh im orthopädischen Fachhandel besorgt, intensives Training gemacht und siehe da, 1/2 Jahr später nach der OP eine Karwendeldurchquerung gemacht. Ohne Probleme mit meinem operierten Bein. Habe dann nur noch auf den Physiotherapeuten gehört, der zu dem ganzen überhaupt keine Bedenken hatte.
Warum ich Dir das erzähle?
Um Dir Mut zuzusprechen, geh zu einem guten Facharzt der sich auf Sportmedizin spezialisiert hat.
Denkbar ist auch, das Du
- falsches Schuhwerk hast (zu weiche Sohle, ...)
- zu grosse Schritte im Abstieg machst
- vielleicht mit Deinen Teleskopstöcken manchmal noch Schwung holst (das mögen die Knie nicht!)
- Ursache im ganz anderen Bereich liegt und die Schmerzen nur sich jetzt am Knie bemerkbar machen.
Dies kann aber, wie schon gesagt nur ein Facharzt beurteilen.

Viel Erfolg, Gruss Peter ¤*#;)

Karin_S
29.06.2003, 12:54
Hallo Gerry,

vergiß diesen Arzt, aber so schnell wie möglich und hör' Dich nach einem Sportmediziner und/oder Orthopäden um, der sich auf Kniee spezialisiert hat.
Es kann viele Gründe geben, weshalb Du beim Bergagehen Schmerzen im Knie hast, die kann aber schlußendlich nur ein Arzt abklären. Eine OP sollte aber nur das letzte Mittel sein, es gibt reichlich Möglichkeiten, etwas gegen die Schmerzen zu tun. Es gibt, wie schon gesagt z.B. isometrische Übungen, die neben einem Trainingseffekt auch in der Akutsituation helfen können.
Hinsichtlich der Manschette würde ich auch mit dem Arzt abklären, ob Du die richtige benutzt, manchmal kann eine Manschette alles nur noch schlimmer machen, wenn z.B. die Kniescheibe dran schuld ist und Du eine trägst, die die Kniescheibe bedeckt.
Wanderstöcke, möglichst mit Dämpfung helfen zwar, aber ein Fachmann sollte, wenn die Schmerzen so arg sind, in jedem Fall ran.
Gruß
Karin

Gerry
30.06.2003, 07:53
:-*
Vielen Dank, für eure Tipps betreffend meiner Knie!!
Mir ist schon klar, daß es nur ein wirklich guter Arzt richten kann.
Aber trotzdem habe ich mich über eure Beiträge gefreut.
Daß es an der Kondition liegt kann ich nicht glauben.
Ich fahre sehr viel Fahrrad und habe beim bergauf wandern auch keine muskulären Probleme.

Was ich noch erwähnen wollte, ist, daß dieses Forum eines mit sehr netten und umgänglichen Usern ist!
In anderen Foren in denen ich mich manchmal aufhalte wird gegenseitig gepöbelt usw.
Dies ist hier absolut nicht der Fall und auch Anfänger bekommen ordentliche Antworten!
Es macht Spaß bei euch!!

greenroom
30.06.2003, 14:42
Dem möchte ich mich anschließen :)!

Susanne
30.06.2003, 20:36
hallo,
ich selber leide nicht unter schmerzenden knien *klopf-auf-holz*, aber eine freundin, die auch physiotherapeutin ist. sie schwört auf eine art festen stützstrumpf, ein "brace", wie sie es nennt. so hat sie keine probleme mehr. ihr knie schmerzt dann auch noch, aber sie kann es problemlos abbiegen und schafft alle "downhills".

@ gerry und greenroom:
kann mich nur anschließen! wo findet man das schon, ein forum ohne persönliche untergriffe?
weiter so!

susanne :-*

Hakku
10.07.2003, 07:48
Hallöchen,

habe nach Kreuzbandriss und 3 Bandscheibenvorfällen gerade die Annapurnarunde gemacht und verlasse mich auf Teleskopstöcke (Fa. Leki o. ä.).
Das machen immer mehr Leute und das Opa-Image ist längst Vergangenheit. ::)

Tashi delek
Hakku

Tim
25.07.2003, 00:13
hmm arzt bin ich leider auch keiner aber jede/r sammelt ja so ein bisschen erfahrung im laufe der zeit...

knie außen ist meines wissens sehr oft entweder eine gelenkspaltentzündung (nicht tragisch nach verheilen restlos weg aber wenn man weiterläuft böse aua) oder eine aussenminiskusreizung (kann ärgerlich werden wenn man damit weiterläuft).

manchetten und stützstrümpfe bringen angeblich nur etwas um eine bereits geschädigte stelle zu entlasten... sagten mir alle "fachleute" die ich dazu bislang fragte. ist nur schwer zu ermitteln.... hätte ich nun was bekommen wenn das ding nicht getragen hätte...? im zweifelsfall einfach hinmachen und freuen wenn nichts war. :)

die lieben stöcke... ich mag sie nicht... alle sagen sie bringen was und das glaube ich auch... wenn es die knie schont und das tut es, kann es albern aussehen wie es will, die knie sind wichtiger... und außerdem, welche oma läuft schon mit 20kg gewicht die berge runter?

tim

Norman
07.09.2003, 18:25
Scheint ja ein bekanntes und verbreitetes Problem zu sein. War gerade fünf Tage durch die Eifel unterwegs und hatte (nach einem längeren, steilen Abstieg) das gleiche Problem. Bin dann trotzdem weitergelaufen, allerdings mit einem einfachen Stock, der schon spürbar viel Entlastung brachte. Für die nächste Tour besorge ich mir auf jeden Fall auch Stöcke, auch wenn es vermeindlich noch so albern aussieht! Am Wanderstock mit kaputtem Knie sieht noch viel alberner aus!

Jetzt, drei Tage später war sind die Schmerzen (fast) weg, überlage aber am Montag doch mal zum Onkel Doktor zu gehen (sollte ich?).

Persönlich schiebe ich das ganze auch auf unterentwickelte Muskulatur, da dann die Knie alles ab bekommen.

Persönlich frage ich mich, warum ausgerechnet und ausschließlich am rechten Knie? Sollte da die Muskulatur nicht stärker sein?

Gruß,

Norman

Andreas
07.09.2003, 20:08
Hallo,

Ich habe vor kurzem einen recht interessanten Artikel gemailt bekommen, den ich euch nicht vorenthalten möchte, und der wohl (fast) alle hier aufgetauchten Fragen erschöpfend beantworten wird.

Da er zu lange ist, um ihn direkt ins Forum zu stellen, verlinke ich auf die entsprechende pdf-Datei.

Hier nur ein kurzer Auszug:
Schlussfolgerungen und Anwendungen
Die Untersuchungsergebnisse zeigen deutlich auf, dass ein wesentlicher Faktor für das Auftreten von Beschwerden beim Bergwandern die spezifischen hohen Belastungen in den Gelenken und deren Strukturen ist. Diese Belastungen lassen sich allerdings durch verschiedene Maßnahmen verändern und somit steuern. Aufgrund der hohen Komplexität und Situationsspezifität kann zwar keine absolute Rangordnung hinsichtlich der Effektivität der Steuerungsgrößen erstellt werden, aus den Untersuchungsergebnissen lassen sich allerdings folgende Tendenzen ableiten.
Die effektivste Steuerungsgröße zur Veränderung von Gelenksbelastungen ist die Neigung. Um hohe Belastungen in den Gelenken der unteren Extremitäten zu vermeiden, sollten steile An- und Abstiege vermieden werden.
Und hier der Link:

Gelenksbelastung_beim_Bergwandern.pdf (http://trekkingforum.com/grafiken/g/Gelenksbelastung_beim_Bergwandern.pdf)

Beste Grüße,
Andreas

sevenki
16.03.2004, 14:14
hallo,

auch wenn das thema schon etwas älter ist, ist es doch immer noch interessant, und ich wollte gern, als selbstbetroffene kurz über meine erfahrungen berichten.

bei mir ist es auch so, dass beim abwärtsgehen die knie anfangen zu schmerzen. ¤*#beim aufsteigen hatte ich das problem noch nie. meine ärzte sagen auch, dass sie keine ursache feststellen könnten, außer vielleicht einer etwas zu schwachen muskulatur direkt über dem knie.

mir haben diverse dinge geholfen:

a) eine stärkung der muskulatur, durch radfahren und auch isometrische übungen

b) das tragen einer manschette (jedoch nur beim abwärtsgehen). diese sitzt direkt unterhalb des knies auf der patella-sehne auf und stützt so das knie von unten. hat man so eine manschette nicht zur hand, kann man sich auch, (nur im notfall, wenn es nicht ärztlich verschrieben wurde!!) ein stück einer elastischen bandage um die betroffene partie wickeln. jedoch nicht zu fest, es sollte lediglich als lockere stützung wirken.
bei mir hat sich das knie dadurch direkt "stabiler" angefühlt und die schmerzen, wenn sie überhaupt noch auftreten, sind a) nicht so schlimm und b) treten sehr viel später erst ein.

natürlich sollte man im zweifelsfall immer erst den arzt fragen, und es kann ja sein, dass schmerzen unterschiedliche ursachen haben.
aber ich dachte mir, so als tip für den notfall ist das vielleicht ganz ok...

viele grüße, sevenki

Nemo
18.03.2004, 00:04
Hallo alle beinander,

das Thema betrifft mich im Moment auch. Habe jetzt seit Januar einige Trekkngtouren mit viel Gepaeck gemacht und meine Knie (beide) schmerzen ganz schoen, trotz Leki-Stoecke.
Eigentlich muesste meine Muskulatur doch jetzt ausgezeichnet trainert sein, aber ich habe den Eindruck das sie eher ueberbelastet ist. Ich fuehle mich schlapp und muede.

Sevenki
>>eine stärkung der muskulatur, durch radfahren und auch isometrische übungen<<

hierzu wuerde mich interessieren was es fuer isometrische Uebungen fuer die Oberschenkelmuskulatur gibt. Da ich kein Schwarzeneggermutant bin bevorzuge ich naemlich isom. Uebungen fuer die Muskulaturstaerkung habe aber fuer die Beine noch keine gefunden. Waere doch ein interssantes Unterthema. Vielleicht kennt jemand einen Link wo sowas vorgestellt wird.
Gruss Ute

sevenki
18.03.2004, 17:42
hallo nemo :)

hier auf diesen seiten wird es ein wenig beschrieben:

http://www.orthoglobe.com/cm/de/pfsp_rehab/pfsp_rehab_knee/pfsp_rehab_knee_stren
gthen1.htm?sid=

http://www.oberthaler.com/info/quadriceps.htm

ich persönlich lege meine beine auf einen gymnastikball und spanne dann die oberschenkelmuskulatur an. alternativ dazu kann man einfach im sitzen das bein in eine waagerechte lage bringen (das ist allerdings ganz schön anstrengend, ähnlich wie die arme zur seite auszustrecken um die schultermuskulatur zu stärken...)

viele grüße, sevenki

edit: der link funktioniert jetzt hoffentlich.:)

Nemo
21.03.2004, 03:08
Hallo Sevenki,

danke fuer die Infos. Werde ich mal ausprobieren. Als mache ich momentasn nicht schon genug ;)
Uebrigens, der 1. Link funktioniert nicht. ???
Gruss Ute

Hummersepp
09.08.2004, 01:14
Hallo

Seit einem Boardsturz vor einigen Monaten, bei dem anscheinend ein Bändchen, das den Meniskus im Knie hält abgerissen ist habe ich Knieschmerzen rechts und links (da auch, weil noch ein paar Tage weitergefahren und nochmal saublöd hingeflogen).
Mittlerweile kann ich aber eine überlastung des Knies auch beim steilen Wandern oder kniebelastender Arbeit und Sport vermeiden indem ich eine Orthese trage. Das ist quasi eine Bandage mit auch beiden Seiten desKnies integrierten Schienen, die wie das Knie ein Gelenk haben. Dadurch hält das alles noch weit fester und man erhält sich trotzdem voll Beweglichkeit beim Abknicken (zumindest nach hinten, seite geht jetzt nimmmer - soll ja auch nciht).

Ich kann das Ding mit dem netten Namen Genu-Tex von Sporlastic nur empfehlen, weil ich es auch verschrieben bekommen hab, auch finanziell. Wenn man es aber selbst finanzieren muss (gesetzliche Kasse glaube ja) dann ist der Preis echt extrem, weil so ein Teil 500 € kostet.
Aber das sind vielen ihre Knie bestimmt wert.

Hoffe ihr könnt alle schmerzfrei laufen und das trekken ungestört genißen, Sebastian

Guest
11.08.2004, 06:43
Auch meine Frau und ich hatten seit Jahren Knieprobleme beim Abwärtsgehen. Wir kauften uns dann Leki-Stöcke und setzten sie regelmäßig ein.
Grund für diesen Beitrag ist aber folgendes: Vorgestern bin ich beim Abstieg von einem 1300 Meter hohen Berg ausgerutscht. Was normalerweise nur ein kleiner Hinsetzer gewesen wäre, wurde durch die Stöcke fast zum tragischen Ereignis. Jedenfalls schnellte mir ein Wanderstock so blöd ins Gesicht, dass mir dabei zwei Schneidezähne abbrachen. javascript:cry() Bis zur Zivilisation waren es noch drei Stunden Fußmarsch. Mit blutigen Lippen und Trauer um verloren geglaubte Zähne macht Trekking keinen Spaß mehr. Zum Glück sind die Zähne doch nicht ganz verloren und der Zahnarzt hat sie schon wieder geflickt. Hätte aber alles noch schlimmer kommen können.

Jedenfalls verzichte ich künftig auf den Einsatz der Stöcke. Wie alle technischen Hilfsmittel scheint mir auch ein simpler Alustock mit einem Restrisiko behaftet. Mich würde interessieren, ob es anderen schon ähnlich ging.

Was die Knieschmerzen angeht: Vorgestern hatte ich keine, obwohl ich ohne Stöcke weiterging. Möglicher Grund: Habe seit letzten Winter 5 kg abgenommen (meine Frau übrigens auch mit ähnlichem Resultat).
Ich fahre auch Rad und habe in diesem Zusammenhang gelesen, dass es wichtig ist die Radschuhe so einzustellen, dass die Schuhspitzen nach außen zeigen. Versuche nun auch beim Abwärtsgehen ein Nach-Innen-Drehen der Füße bewusst zu vermeiden und bilde mir ein, das hilft. Bin aber kein Arzt und übernehmen keinerlei Garantie.

auaox
14.10.2004, 18:02
Ich habe mir beim Sturz mit einem eingeschlauften Teleskopstock einmal die Schulter böse verrenkt. Ein ähnliches Risiko besteht übrigens auch bei Eispickeln, daher gehen die meisten Geübten mit einem Pickel ohne Schlaufe (Steileiskletterer ausgenommen). Doch bei einem Teleskopstock bietet die Schlaufe viel mehr als Verlustsicherung: Sie stützt auf unentbehrliche Weise das Handgelenk. Aber vor den Kopf knallen könnten auch frei getragene Skistöcke bei einer Abfahrt - doch welcher Skifahrer käme deswegen auf die Idee, die Stöcke wegzulassen? :)
*
Das Problem ist, wie weit oben angedeutet, oft ein anderes: Die Stöcke werden wie beim Skifahren zum Schwungholen anstatt zum abbremsen eingesetzt. Was bergauf als Stütze ja auch ganz in Ordnung ist. Aber geschieht das bergab oder auf der Geraden, muss das Knie ein mehrfaches des Körpergewichtes "unmerklich" abfangen.
Daher: Bergab die Stöcke so lang einstellen, dass sie mit leicht nach vorn gebeugtem Oberkörper (Gehhaltung) bequem im stufigen Gelände die jeweils nächste Stufe bzw. die nächste Tritttiefe erreichen.
Die Stöcke werden vor dem Körper und IMMER parallel geführt. Man stellt die Stöcke auf den nächsten Tritt und sich an diesen abstützend, steigt man relativ langsam herunter. Meist wird der nächste Schritt, um einen Gehrhythmus aufrechtzuerhalten, dann ohne Stöcke ausgeführt usw. Logisch, dass man mit Stöcken, wenn sie richtig eingesetzt werden, also eher langsamer als schneller wird.
Darum kann ich auch nur davon abraten, die Stöcke in nur leicht fallendem oder gar ebenen Gelände zu gebrauchen - es sei denn, man geht so langsam, dass man (ähnlich wie bei Unterarmgehstützen) jeden Schritt abstützt (was aber nur vorkommt, wenn man schon ziemlich fertig ist :-)).
Bergauf stellt man die Stöcke auch so ein, dass sie die nächste Tritthöhe erreichen, geht aber besser abwechselnd (Rechtes Bein - Linker Stock; Linkes Bein - rechter Stock) und untstützt die Beinarbeit durch SANFTES (!) "hochwuchten". Dadurch wird auch die Atemmuskulatur und der ganze Köper gefordert, was auch im Sinne einer ganzheitlichen gesundheitlichen Betrachtung von Vorteil ist.
--
grEEtZ
Stephan

bachergerardo
27.11.2004, 10:45
Liebe Teilnehmer,
auch ich hatte frueher oft das Problem mit schmerzenden Knien beim Abwaertsgehen. Trotz Wanderstoecken liess sich das Problem, vor allem mit Gepaeck ueber 50 kg, nicht beseitigen.
Als Training betreibe ich jetzt taeglich Berglauf mit leichtem Gepaeck, dies scheint den Quatrizeps so gut zu trainieren, dass er dem Knie die Energieaufnahme abnimmt und es somit schont.
Viel Spass und Erfolg aus Chile,
Gerhard

Lungta
27.11.2004, 11:27
Ob man Lekis & Co. einsetzt oder nicht, ist meines Erachtens eine Frage individueller Vorlieben - die einen mögen sie, die anderen nicht. Ich kenne Leute, die sind ohne Stöcke die 5000er-Pässe im Himalaya rauf und runter gelaufen, während ich meine Stöcke selbst im Mittelgebirge gerne einsetze, bergauf und bergab (während früher der Kommentar meistens lautete "wo sind denn die Ski?" sind die Leute heute durch die massive Werbung schlauer "Ah, schau mal, Nordic Walking" :mad: ). Ist mir aber völlig egal, ob's albern aussieht - wenn's denn hilft (und das bilde ich mir zumindest ein). Wenn man denn Stöcke einsetzt, sollte man es natürlich richtig machen. Insbesondere wenn man den Stock beim bergab gehen mit dem Körpergewicht belastet, sollte er unten nicht wegrutschen können (immer schön fest einpicksen) und natürlich ordentlich festgedreht sein. Ich habe die Hände oft nicht in den Schlaufen (auch wenn's nicht ganz richtig ist), aber ich hatte auch schon Bedenken, dass ich mir im Falle eins Sturzes das Handgelenk verdrehen könnte oder ähnliches.

vor allem mit Gepaeck ueber 50 kgDa hätte ich dann in der Tat wohl keine Probleme mehr mit den Knien ... ich würde spätestens nach 10 m zusammenbrechen und zappelnd unter'm Rucksack liegen ... vorausgesetzt, ich bekäme ihn überhaupt irgendwie auf den Rücken ... Hast du nebenbei als Sherpa gejobbt? (ist nicht bös' gemeint).

Lungta

bachergerardo
27.11.2004, 14:26
Hallo Lungta,
auch ich bin mit den Stoecken hoch zufrieden, ich habe zwar noch nie einen Nordic Walking Kurs besucht, bin auch schon zu lange in Chile, um diese Modewelle richtig mitzubekommen, ich setze meine Stoecke, die in Chile hergestellt, um die Haelfte billiger und von bester Qualitaet sind, aehnlich wie beim Langlaufen ein (klassischer Stil), auch Schitourengeher sollten wenige Probleme mit der Technik haben.
Zu den 50kg Gepaeck:
Fuer 2 Wochen am patagonischen Inlandeis sollte man genug mitnehmen, dann muss man auf alles gefasst sein. Proviantdepots sind da undenkbar, daher so viel Gepaeck. Vor allem wenn die anderen Teilnehmer eher schwach auf der Brust sind, muss geholfen werden mit dem Gepaecktragen.
Eine bessere Form zum Abnehmen gibt's nicht, ich verlor damals 15 kg in 8 Tagen.

ThomasFFM
29.11.2004, 15:33
Hallo!

Das meiste zu Gerrys Frage ist längst gesagt, und ich bin auch kein Arzt, sondern Pauker, der zwar grundsätzlich alles besser weiß - aber in diesem Fall...

Trotzdem möchte ich noch ein paar Dinge sagen, weil ich auch schon einige Knieprobleme hatte. Das waren nachweislich Meniskusprobleme, die operiert worden sind - es ging damals einfach nicht anders.

Ich gehe nur mit Teleskopstöcken, auch im Mittelgebirge. Natürlich birgt ihre Anwendung auch Risiken, aber mir ist noch nie etwas passiert. Im Übrigen ist auch die Anwendung eines Seils in gewisser Weise riskant - wenn man es falsch anwendet oder einfach Pech hat. Aber wer würde deshalb das Seil für entbehrlich halten?

Nach meiner Beobachtung gehen die meisten Wanderer entschieden zu schnell bergab, was natürlich die Gelenke sehr belastet. Zudem sollte man sich nur im äußersten Notfall - also am besten überhaupt nicht - mit vollem Gewicht auf die Stöcke stützen; die Hauptlast haben immer noch die Beine zu tragen, die Stöcke wirken höchstens ergänzend, obwohl ich sie nicht unterschätze. Gerade mit Knieproblemen sollte man nicht bergab rennen, wie das viele tun.

Gerry, ich würde Dir auch - wo es möglich ist - von sehr langen Abstiegen abraten. Ein Beispiel, damit Du das nicht falsch verstehst: Eine Tour wie die GTA in Italien, die in der Regel von einem Tal über einen Pass ins nächste Tal führt und dabei täglich 1000 Höhenmeter oder deutlich mehr im Auf- und Abstieg überwindet, wäre nicht so gut für Dich (und für mich, ich bekäme dort nach dem dritten langen Abstieg auch Probleme). Ähnlich ist es mit dem E5 (der sowieso total überlaufen ist) zwischen Oberstdorf und Meran: 1900 Höhenmeter Abstieg ins Inntal, am nächsten Tag 1600 Höhenmeter Abstieg ins Pitztal, dann 1600 Höhenmeter Abstieg ins Ötztal, 1500 Höhenmeter Abstieg ins hintere Passeiertal - brrrrr! Da sucht man sich vielleicht besser einen Höhenweg, der einem Kamm folgt. In Deinem Fall, Gerry, wäre das z. B. der Österreichische Weitwanderweg 02 (mit eventuellen Varianten) von Feldkirch bis zur Silvretta, das läge ja vor Deiner Haustür. Bei einer solchen Tour kommen täglich vielleicht 400-800 Höhenmeter zusammen, selten mehr, aber nicht 1200-1500. Und wenn es eine Alpenüberquerung sein soll, dann finden sich sicher knieschonendere Routen als der E5.

Den Arzt würde ich aber auch umgehend wechseln...

Gruß
ThomasFFM

Unregistriert
29.11.2004, 20:59
Schmerzen im Außenbereich des Knies unter Belastung hatte ich diesen Sommer nach einer 4000er Besteigung ebenfalls im Abstieg.

Diagnose: "Runner’s Knee“ oder iliotibiales Bandsyndrom.

Schau mal unter http://www.hotsport.ch/hotsport.ch/verletzungen/knie/kniegelenk.htm

Das beste was man dagegen tun kann, ist in Ruhe auskurieren (1-2 Monate total schonen) und die Knie danach systematisch auftrainieren (z. B. regelmäßig Radfahren).

Ein guter Muskelapparat um das Knie herum entlastet die Bänder ganz maßgeblich.

Jaret
19.12.2004, 23:40
Kann nur bestätigen was im Artikel vom 29.11.2004 20:59 steht. Meine Beschwerden im Außenbereich, wurden erheblich durch Dehnungsübungen und Stärkung der inneren Beinmuskulatur gelindert. Nächster Einsatz ist in zwei Monaten, werde nachher berichten in wieweit meine Therapie erfolgreich war. Tägliches Laufen macht mir keine Probleme, mal sehen wie es bei den 8 - 10 Stunden Etappen im Gelände sein wird.

Promedic
10.01.2005, 14:06
also auch noch ein paar Worte in das angenehme Forum


Stöcke gut fürs Bergabgehen, Bergauf besser ohne,
Stützverband gut, es gibt kl. Kompressionsbänder mit Klett die unterhalb der Kniescheibe halten und diese Stützen, kann eine große Erleichterung bringen.

Manuelle Therapie- hat schon so manches Knie wieder beschwerdefrei werden lassen.

wetterfest
26.02.2005, 17:44
hallo,

ich bin auch anhänger "mit trekkingstöcken laufen".
ich denke vor allem bergab ist es eine geniale entlastung der knie. früher habe ich mir keine gedanken darum gemacht, aber über 40 und bisher ohne irgendwelche zipperlein benutze ich seit längerem immer stöcke, also auch präventiv.
im dav-heft etc. gab es auch schon untersuchungen die die entlastung für den bewegungsapparat bestätigen.
allerdings kann ich auch die verletzungsgefahr bei sturz bestätigen, ich mache eigentlich ziemlich viele touren und habe selten probleme aber im herbst beim abstieg vom thorong la hat es mich vom vereisten weg gehauen und dabei habe ich mir mit dem griff des einen stockes (hände waren in den schlaufen) den fingernagel am daumen durchgehauen (wächst nun langsam raus) und glück gehabt das ich den stock nicht fester ins gesicht bekommen habe.

trotzdem werde ich auch weiterhin stöcke bei allen touren benutzen, denke der nutzen überwiegt.
gruesse
helmut

Sarah
26.02.2005, 18:40
Hallo an alle anderen Knie-leidenden!
Ich wollte mal noch ein anderes Argument in die pro/contra Stock-Diskussion bringen: Gehe auch regelmäßig mit Stöcken, musste aber inzwischen feststellen, dass sich mein Gleichgewichtssinn extrem verschlechert hat!:( Inzwischen versuche ich, die Stöcke auch immer mal wieder wegzulassen, beispielsweise bei Tageswanderungen, wenn keine großen Abstiege bewältigt werden müssen. Mein Rumwackeln und das Bedürfnis, sich irgendwo festhalten zu wollen, haben mir zu Denken gegeben. So hilfreich Stöcke zur Gelenkentlastung auch sind, für's Gleichgewicht sind sie wohl eher schädlich...
Grüße an dieses nette Forum und beschwerdefreies Trekken!
Sarah

kangoorider
01.03.2005, 12:05
hy !

ich wollte mal was zum folgenden link beitragen:

www.hotsport.ch/hotsport.ch/.../kniegelenk.htm (http://www.hotsport.ch/hotsport.ch/.../kniegelenk.htm)

belastung eines übergewichtigen........

die gesamtauswirkung des sports auf die gesundheit........

der arthrose wirkt körperliche bewegung entgegen...

und nun zu mir bin 36 jahre 1.82 m und wiege 71 kilo und habe athrose in beiden knien,beide innenmenisken angerissen, 2 bs vorfälle auf 2 ebenen und degenerative abnutzung der facetten l4/l5 der lws und der kleinen wirbelgelenke !!!


ich bin intensiv mtb gefahren 5x mal mit dem mtb die alpen überquert, mein hund braucht auch jeden tag 2h auslauf und mein dienstherr verlangt von mir 3h sport die woche und alle 4 wochen nen marsch von 20 - 30 km.


wie diese bericht schon sagt - die aussagen treffen nur für den genormten menschlichen körper zu. sobald sich eine abweichung ergibt fallen die aussagen aus.

die antwort der orthopäden: mit ihrem körpebau ( flachrücken, nach innen gestellten knien) hätten sie die sportlichen betätigungen zurückschrauben müssen bzw erst garnicht machen sollen.

ha ha was nen witz wenn nichts weh tut macht man halt auch alles und wenn es dann dann zwickt und kneift dann schiebt man es noch raus und wenn gar nichts mehr geht dann geht man erst zum doc !

will damit sagen:
wenn man solche beschwerden hat sollte man das gleich mal fachärztisch klären lassen und u.a. physotherapeutische hilfe in anspruch nehmen !

klar kann man sich im i-net sachkundig machen aber ich denke das schließt den gang zum doc nicht aus. und auch bei verschiedenen übungen kann man - wenn man sie nur aus der literatur heraus macht viel falsch machen - sprich mann sollte sich verschiedene übungen vom physiotherapeuten zeigen lassen !

mfg

cu on the trail

kangoorider