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Vollständige Version anzeigen : wie viel Strecke in wie viel Zeit?


Sophie
24.08.2005, 19:09
Ich habe eigentlich vor von Ägypten nach Südafrika zu wandern, über den Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, Sambia, Namibia. Eventuell würde ich noch einen Aufenthalt in Madagaskar dazurechnen. Hat jemand so etwas ähnliches schonmal gemacht? Wie viel Zeit würde man da ungefähr brauchen? Ich möchte ja nicht den ganzen Tag lang laufen und nichts von meiner Umwelt mitbekommen, sondern eigentlich schon Afrika kennenlernen. Wie viel könnte man in einem Monat oder in 8 Wochen schaffen? Was für eine Zeit wäre zu empfehlen? Ich habe bis jetzt Dezember/Januar in Betracht gezogen. Ist mir davon abzuraten? Es sind so viele Fragen... :roll: Naja zwei wichtige noch! :D Mit wieviel Geld muss man alleine ungefähr in Afrika rechnen (Unterkünfte, öffentliche Verkehrsmittel)? Weiß jemand wie es in diesen Ländern aussieht, wegen dem Jedermannsrecht oder wie es heißt?! Also kann man sein Zelt überall aufstellen wo man will? Bin über jede Antwort dankbar, da ihr mir damit viel weiterhelfen würdet.

DerDute
24.08.2005, 21:40
ich war für meine teil noch nie in afrika ( von einem 1tägigen marroko aufenthalt mal abgesehen) aber ich glaub zu wissen das dein vorhaben verdammt schwierig zu realisieren sein wird.
du redest davon quer durch afrika zu wandern, wenn ich mich net täusche sind das ein paar tausendkilometer (höchstens afrika schrumpft in der zwischenzeit).

eine solche trecking tour dürfte wohl kaum innerhalb von 1-2monaten zu machen sein wenn du entspannt reisen willst und auch was sehen willst.

obwohl ich es toll finden würde wenn du mich eines besseren belehrst und deine idee durchziehst!


mfg

Andreas
25.08.2005, 06:36
@ Sophie: so unrealistisch, wie es im ersten Augenblick klingt, so fasznierend ist diese alte Route von Kairo nach Kapstadt auch. Das Jedermannsrechts sollte da schon mal keine Rolle spielen. Aber die Durchführung wird am ehesten am Detail scheitern. Du brauchst massenweise Spezialvisa, denn du wirst immer wieder deine erlaubte Aufenthaltsdauer überschreiten. Kriminalität ist ein wichtiger Faktor; als Frau alleine durch zum Teil streng muslimische Regionen ist nicht emphelenswert; Bürgerkriege bzw. bürgerkriegsähnliche Zustände schließen ein friedliches Durchwandern aus; keine 'Wanderrouten' im eigentlichen Sinne und wer läuft schon gerne auf Straßen; Wüstenstrecken ohne Wasser; Naturgefahren, usw.
Zeitfaktor: wohl rund 1 Jahr reine Gehzeit

Grüße,
Andreas

Nemo
25.08.2005, 07:26
Hallo Sophie,

ich bin ca. 7 Monate in Afrika gewesen. Allerdings im Norden und Westen. Vielleicht trotzdem mein Senf dazu:
Nur laufen wird schwierig, es sei denn du hast jede Menge Zeit. Also Bus, Bahn oder Bootfahren, vielleicht auch Fliegen solltest du schon mit einkalkulieren.
Zum Problem allein als Frau: für mich war es nicht unbedingt ein Problem. Wenn du dich dementsprechend kleidest wird dir eigentlich auch Achtung entgegengebracht. Die allgemeine Kriminalität ist aber wirklich nicht zu unterschätzen. Das ist aber wie überall meistens nur in den Großstädten so. Denn hier herrscht wohl die allgemeine Auffassung, dass der Besucher sich mit der Einreise verpflichtet hat, viel Geld für alle möglichen minderen Dienstleistungen bezahlen. Straßenverkäufer sind äußerst aggressiv und versuchen, Alles aber auch Alles was man sich denken kann an den Mann bzw. Touristen zu bringen. Hauptsächlich wird versucht, weiß-gott-wo- in Massen produzierte Gegenstände von einigermaßen afrikanischem Aussehen als authentisches Kulturgut zu verscherbeln. Es ist ein manchmal ein einziger Spießrutenlauf, auf Schritt und Tritt begleitet von Neppern und Schleppern zu sein. Man findet diese unangenehme Nebenerscheinung inzwischen fast überall auf der Welt, zumindest dort wo die Menschen arm sind. Aber vielen selbsternannten Geschäftemachern und Fremdenführer in Afrika, muß ich eine eigene Klasse der Penetranz zugestehen.
Ganz anders auf dem Land und in den Dörfern, obwohl die Menschen hier bestimmt keinen Deut wohlhabender sind, fehlte ihnen jede Spur von Anbiederung oder Argwohn. Sie waren aufgeschlossen, nett und neugierig. Ich habe ca. 3 Wochen im tiefsten Busch in einem Dorf gelebt, habe mit den Kindern gespielt und englisch gelernt und mit den Frauen Hirse gestampft. Das sind unglaubliche Erfahrungen. Da du aber Städte nicht wirst meiden können, solltest du dich schon mit dieser Problematik auseinandersetzen.
Zum Zelt aufstellen: rechne damit, dass du damit Neugierige anziehst. Viele haben sowas noch nie gesehen und du kannst davon ausgehen, dass morgens ein ganzes Dorf davor sitzt und dir beim Aufwachen zusieht oder dir einen Besuch im Inneren abstattet.
Ich wünsch dir viel Glück und wunderschöne Erfahrungen
Ute

Juno
25.08.2005, 08:10
So verlockend deine Idee ist, sie wird an vielen Schwierigkeiten innerhalb der Länder wohl scheitern. Lies mal ein wenig in diesem Reisebericht kreuz und quer. Es ist zwar die Schilderung einer Radtour, aber die Probleme, die der Typ hatte, dürften auf einer Wanderung noch massiver anzutreffen sein. Einschränkend muss ich aber anmerken, dass dieser Radler etliche der Schwierigkeiten aufgrund seiner negativen Grundhaltung wohl selbst "verschuldet" hat.
http://www.biketour4goodhope.de/cap_diary/default_ger.asp

Sophie
25.08.2005, 10:15
ich bin ca. 7 Monate in Afrika gewesen. Allerdings im Norden und Westen. Vielleicht trotzdem mein Senf dazu:
Nur laufen wird schwierig, es sei denn du hast jede Menge Zeit. Also Bus, Bahn oder Bootfahren, vielleicht auch Fliegen solltest du schon mit einkalkulieren.
Ich habe ca. 3 Wochen im tiefsten Busch in einem Dorf gelebt, habe mit den Kindern gespielt und englisch gelernt und mit den Frauen Hirse gestampft. Das sind unglaubliche Erfahrungen.

Hallo Ute, so etwas würde ich auch gerne machen. Fernab aller Zivilisation in einem kleinen Dorf mit den dazugehörigen Leuten leben. Wie hast du das geschafft? Bedarf es irgendwelcher vorherigen Abklärungen oder ergibt sich so etwas auf der Reise? Würde gerne mehr darüber wissen!*schwärm*
Ebenso möchte ich auch nich die ganze Tour laufen, öffentliche Verkehrsmittel werden schon in Betracht gezogen.

@all: Das die ganze Tour nich in dem Zeitruam zu schaffen ist, den ich oben erwähnt habe, habe ich mir schon fast gedacht. Ich dachte bloß, dass mir jemand sagt nach der Zeitangabe von dir stehst du mit einem Bein vielleicht schon in Kenia oder so ähnlich.

Kann mir sonst jemand irgendeine Alternativroute empfehlen?! Ich hätte schon gerne vorallem Ägypten, Kenia, Namibia, Südafrika, Madagaskar gesehen. Also wenn jemand Erfahrung hat mit einer ähnlichen Route, dann würde ich mich freuen, wenn sie mir jemand vorstellt.

Nemo
25.08.2005, 12:33
...so etwas würde ich auch gerne machen. Fernab aller Zivilisation in einem kleinen Dorf mit den dazugehörigen Leuten leben. Wie hast du das geschafft? Bedarf es irgendwelcher vorherigen Abklärungen oder ergibt sich so etwas auf der Reise? Würde gerne mehr darüber ...

Naja, planen läßt sich so etwas meiner Meinung nach nicht. Wie willst du das vorher abklären? Du kannst da keine Reservierung vornehmen wie in einem Hotel.
Das muß sich spontan entwickeln. Ich habe z. Bsp. immer meine Mundharmonika mit und eine Fresbeescheibe. Damit aknn man immer leicht Kontakte knüpfen. Am zutraulichsten sind ja immer die Kinder. Um die Sprachbarriere zu überbrücken (schließlich kann ich kein Wolof oder Kisuaheli) spiele ich ihnen etwas vor oder spiele mit ihnen zusammen mit der Scheibe. Dann kommt man auch mit den Erwachsenen ins Gespräch oder in kontakt, naja dann ist beiderseits Interesse da oder nicht und dann ergibt sich das eben oder auch nicht. Vor allem empfehle ich dir, in solchen Fällen deine Kamera gut zu verstecken und nicht wie ein Statussymbol um den Hals hängen zu haben. Kameras schaffen eher Mißtrauen. Das mußt du respektieren, vor allem in islamischen Ländern wo es menschl. Abbildungen nicht gibt.
Dieses Jahr konnte ich längere Zeit in einem Indianerdorf in Venezuela bleiben. Ich habe nicht ein einziges Foto davon. Aber gerade das hat es wahrscheinlich erst möglich gemacht. Meine Kamera hat da keiner zu sehen bekommen. Die Leute waren echt verwundert das ich (angeblich) keine habe. Ein Mann sagte mir später, dass die meisten Touristen nur durch das "Loch in dem Apparat" schauen. Ich meine er hat damit sehr recht. Und das ich so an den Menschen interessiert war und keine Fotos schießen wollte hat wahrscheinlich auch die gegenseitige Sympathie geschaffen. Und ich habe auch kein einziges mal versucht vielleicht heimlich was aufzunehmen. Die Leute da habe ich echt lieb gewonnen und es wäre der absolute Vertrauensbruch gewesen.
Ja, viel mehr kann ich dir dazu eigentlich auch nicht sagen. Ist irgendwie schwierig. versuch es einfach.

Sophie
25.08.2005, 20:25
Ich habe Reiseberichte gelesen aus den 50ern und da kamen die Leute halt über Kontakte bzw. Bekanntschaften an solche Aaufenthalte bei indianischen Völkern (hier war es speziell Südamerika). Aber kann man so was prinzipiell irgendwie vorher abklären? Klar is es schöner, wenn sich so was auf ner Reise ergibt, aber irgendwo hat man doch eine bestimmte Sicherheit, wenn man weiß, wohin man muss um auf Leute zu treffen, die diesem Vorhaben gegenüber nicht abgeneigt sind. Es gibt ja auch Missionen, die freiwillige Missionare unterbringen für einen Zeitraum. Kennt jemand hierfür Anlaufstellen bzw. ähnliche Organisationen, die nicht mit der Glaubensverbreitung in Verbindung stehen (was mir persönlich lieber wäre).

wanderfalke
26.08.2005, 19:27
Ich habe eigentlich vor von Ägypten nach Südafrika zu wandern, über den Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, Sambia, Namibia. Eventuell würde ich noch einen Aufenthalt in Madagaskar dazurechnen. Hat jemand so etwas ähnliches schonmal gemacht? Wie viel Zeit würde man da ungefähr brauchen? Ich möchte ja nicht den ganzen Tag lang laufen und nichts von meiner Umwelt mitbekommen, sondern eigentlich schon Afrika kennenlernen. Wie viel könnte man in einem Monat oder in 8 Wochen schaffen? Was für eine Zeit wäre zu empfehlen? Ich habe bis jetzt Dezember/Januar in Betracht gezogen. Ist mir davon abzuraten? Es sind so viele Fragen... :roll: Naja zwei wichtige noch! :D Mit wieviel Geld muss man alleine ungefähr in Afrika rechnen (Unterkünfte, öffentliche Verkehrsmittel)? Weiß jemand wie es in diesen Ländern aussieht, wegen dem Jedermannsrecht oder wie es heißt?! Also kann man sein Zelt überall aufstellen wo man will? Bin über jede Antwort dankbar, da ihr mir damit viel weiterhelfen würdet.

Hallo Sophie,

ich bin 1990/1991 von Johannesburg nach Algier gereist, überwiegend mit öffentlichen Verkehrsmitteln, manchmal (ZAIRE) auch zu Fuß. Auf dieser Reise war ich 9 Monate unterwegs, habe mir aber viel Zeit für Abstecher, oft auch Wandertouren gelassen.
Für die Wahl der Zeit sind die Regenzeiten wichtig, grob gesagt liegt die südlich des Äquators zwischen November und März. Für die 9 Monate habe ich damals bei sparsamer Lebensweise ungefähr 5000 Dm gebraucht. Heute würde man wahrscheinlich unwesentlich mehr brauchen. (Ich bin seitdem noch häufiger in verschiedenen Ländern Afrikas gewesen.) Mit dem Zelt aufstellen ist das Problem lediglich, dass du in besiedelten Gegenden, also praktisch an allen Straßen zur Attraktion für die Bewohner wirst. Das kann manchmal sehr schön sein, aber auch ganz schön nerven, es kommt letzten Endes auf deine Einstellung an.
Als Frau alleine unterwegs zu sein, ist von Kenia ab kein Problem, viel einfacher als in den meisten anderen Weltgegenden.
Die Kriminalität sollte dich auch nicht zu sehr abschrecken. Abgesehen von den Großstädten, wo du abends nicht zu Fuß unterwegs sein solltest und manchen Gegenden, wie z.B. Nordkenia ist es auch nicht gefährlicher als bei uns.
Wenn ich an deiner Stelle 2 Monate Zeit hätte, würde ich mir heute maximal zwei Länder aussuchen, die du so viel intensiver erleben kannst, und auch nicht den großen Visastress hast. Meine Favoriten dabei wenn du viel wandern willst, wären Tansania und Zambia.
In jedem Fall wird es ein einmaliges Erlebnis für dich sein, ich denke noch sehr gerne an meine Reise damals.

Nur Mut und viel Freude unterwegs wünscht dir
Gerald