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Vollständige Version anzeigen : Trekking rund um Malargue, Patagonien


SandraKo
16.08.2005, 00:04
Hallo!
Bin nun schon seid 3 Stunden hier am Lesen und kann mich gar nicht mehr losreißen!
Ich werde Ende Oktober bis Ende April ein Praktikum bei Pierre Auger in Malargue machen und möcht so viel wie möglich natürlich sehen. Wie ich schon feststellen musste, gibt es ja für das Gebiet nicht so viele Trekkingführer.... Bin also für alle Tips offen!
Besonders interessieren mich natürlich Wochenendtouren und Klettergebiete in der Gegend. Ist es denn schwer alleine zu reisen, bzw. schwer dort Leute kennen zu lernen? Und wie finde ich am leichtesten nen Kletterpartner?
Oh je, mich plagen noch tausend Fragen! Denn ich hab außerdem im Januar etwa 2-3 Wochen und Anfang April 3 Wochen für Urlaub Zeit. Ich möchte auf jeden Fall Patagonien sehen. Ist der Torres del Paine wirklich so überlaufen im Januar? Lohnt es sich denn dann überhaupt?
Ok, bevor ich jetzt hier noch Romane schreibe, stopp ich jetzt lieber hier!
Bin für alle Infos super dankbar!!
Liebe Grüße,
Sandra

Ingrid
16.08.2005, 17:54
Hi Sandra,

mein Gott, Du Glückspilz !!! Ich hab eben mal ein bissele herumgegoogelt, weil mir Pierre Auger nur so nebulös was gesagt hat.
Wenn es das ist, wo das Observatorium gebaut wird:
http://www.physics.utah.edu/~sommers/hybrid/pampa/
dann kommst Du in eine wunderwunderschöne Gegend von Argentinien !!
Wandermöglichkeiten in Massen, Klettern weiß ich nicht.

Wo bist Du stationiert ? Ich meine, wo steht Dein Bett ? Bauen die auf dem Observationsgelände auch Container, oder wohnt Ihr in Malargüe selbst ?

Also, ich fang mal an:
Malargüe selbst gibt es genug Wandermöglichkeiten, das Reserva Faunistica Laguna de Llancanelo mit riesigem See. Castillos de Pincheira, Cavernas de las Brujas (man kann da angeblich das Echo seines Herzschlages hören);

30 km nördlich von der Stadt Malargüe geht es westlich ab Richtung Valle Hermoso. Dieses hat eine gewisse makabere Bekanntheit erreicht, als vor Jahren mal ein Flugzeug abgestürzt ist, und die Überlebenden sich extrem ungewöhnlich am Leben erhalten haben.
In dem Valle kann man prima Touren machen, es gibt wohl auch Mehrtages-Reittouren Richtung chilenische Grenze.
Las Lenas liegt dort auch, das größte Skigebiet der Region (aber häßliche Bauten).
Es gibt die Laguna de la Nina Encantada, eine kleine Lagune, in der man tauchen kann (wunderbar :-) - und unter Wasser gibt es tatsächlich eine nina encantada - laß Dich überraschen :-)!).

Und dann natürlich das berühmte San Rafael, in dem es von Trekking, Reiten, Rafting usw. Möglichkeiten nur so wimmelt.
Es gibt dort das Embalse Valle Grande, mit 4 Staustufen, gemütlich in 2 Tagen durchquerbar. Schöner (find ich), als Grand Canyon.
Es gibt den Parque Sierra Pintada.

Dann gibts die Laguna del Diamante, ca. 3 Autostunden von Malargüe entfernt, sieht aus wie ein Diamant (:-) ) und soll wunderschön gelegen sein mit vielen Trekkingmöglichkeiten.

Und Mendoza eben, ca. 5 Stunden nach Norden, mit allem, was das Herz begehrt:
Trekking, Reiten, Rafting, Thermalquellen, Klettern, Aconcagua gucken, Cordillera und ihr unglaubliches Farbenspiel, Puente del Inca, Uspallata (auf den Spuren von "7 Jahre Tibet", das dort gedreht worden ist), usw.

San Rafael und Mendoza sind voller Trekker, so daß Du da mit Sicherheit rein überhaupt keine Probleme haben wirst, geeignete Leute zu finden.
Und auch so teuer sind die Guías bzw. Agenturen nicht, die geführte Touren anbieten.
In Mendoza kann ich Dir das beste aller Hostals auf der Welt empfehlen, geführt von Claudia und Daniel - sowas von liebe Menschen !
http://www.casapueblohostel.tk/

Wenn Du spanisch kannst (und davon geh ich mal einfach aus, und wenn nicht, wirst Du das schnell dort lernen), ist es rein überhaupt kein Problem, allein zu reisen. Im Grunde auch ohne Spanischkenntnisse - nur die machen halt alles etwas einfacher.
Busse fahren ständig (mehrere täglich) von San Rafael nach Mendoza, und Trampen dort ist völlig ungefährlich - im Gegenteil, weil das noch so richtig ländlichen Charakter hat, nehmen einen die Leut gerne mit !

Kletterpartner finden sich dort bestimmt auch, aber ich denke mal, eher Argentinier, denn ich wüßt jetzt nicht, daß da besonders spektakuläre Klettergebiete wären. Aber auch da ist es besser, unter den Veranstaltern zu schauen, ob die Kletterkurse anbieten, und dann da so eine Klettergruppe zu finden.

Was noch ?
Ach ja, Torres del Paine im Januar. Also wenn ich an den Länder-Menschen-Abenteuer-Film von gestern (HR, 20:15) denke, dann wird es VOLL im Januar. Hilfe - wenn ich mir überlege, wie wenig los vor noch 3 Jahren da war....
Aber trotzdem lohnt es sich, hinzufahren, weil die grad wie verrückt die Infrastruktur ausbauen, und in 2-3 Jahren Ende mit Wildnis am Ende der Welt ist !
Die Gegend hat ne gute Website (privat, nicht von CONAF):
http://www.torresdelpaine.com/ingles/index.asp

Dann auch unbedingt Fitz Roy und El Calafate, und wenn Du seefest bist (wirklich seefest), dann lohnen sich sowohl Ushuaia und eine Fahrt im Beagle Channel als auch die 4 Tagesreise von Puerto Natales nach Puerto Montt.
Punta Arenas hat eine süße Pinguinkolonie (Magellanes Pinguine).

Ansonsten kann ich Dir die Region Los Lagos (Bariloche und Co) nur wärmstens ans Herz legen, wobei bitte einen GROSSEN Bogen um Bariloche machen, das ist häßlich.
Aber etwas weiter nördlich (70 km) davon liegt Villa La Angostura, zauberhaft in Wäldern gelegen, Holzhütten und Häuser, und traumhaft gute Schokolade !!

Im Grunde lohnt auch ein Trip nach Norden, Salta soll sehr schön sein, und knapp nörlich von Mendoza liegt San Juan und das Valle de la Luna.

Besser aber den Norden für April aufheben, im Januar ist das dort brutal heiß !

hach, was beneid ich Dich !!! :-):-):-):-)
Hoffe, das hilft Dir für's erste weiter :-)

viele Grüße
Ingrid

Ingrid
16.08.2005, 18:18
Ähm - gab es ein Leben vor Google Earth ???
:-):-):-):-)

Hab Dir mal schnell ein paar Bildchen gezoomt, so daß Du siehst, wo Du hinkommst
Die Gegend;
Malargue;
Las Lenas
Valle Grande

Und weils so schön ist, Villa La Angostura auch noch :-)

viel Spaß damit !
Ingrid

SandraKo
17.08.2005, 00:13
Hallo!

Vielen Dank!!!! Das hört sich ja wirklich wundervoll an und die ganzen Dinge die du mir genannt hast, die sind ja wirklich gleich um die Ecke!!! Das ist ja SUPER!
Jetzt werd ich mal wieder die nächsten Nächte vorm Rechner verbringen, ich kenn mich doch... Urlaubsplanung macht sooo viel Spaß, dabei müsste ich doch für eine Prüfung lernen. Aber jetzt muss ich nun noch meine ganzen Patagonienpläne in 2-3 Wochen unterkriegen ohne mich durch alle Orte durchzustressen, denn das bringt`s ja auch nicht.

Bei der Suche nach Pierre Auger liegst du schon richtig. Die Zentrale ist direkt in Malargue und dort wurde mir auch schon ein Flat für das halbe Jahr gemietet.

Ach so, was mir noch einfällt, ich will jetzt in den nächsten Wochen noch Schuhe kaufen. Ist es sinnvoll steigeisenfeste Schuhe zu kaufen, oder reichen auch feste Wanderschuhe aus? Kann man sich zu Not auch für ne kleine Gletschertour vor Ort Schuhe ausleihen? Ich bin da wirklich hin und hergerissen!

Dann nochmals tausend Dank,
Gruß,
Sandra

Ingrid
17.08.2005, 01:22
Hi Sandra,

au wei - die Frage nach den Schuhen ist schweirig ;).

Erstens:
gibt es Gletscher da ? Bei Malargüe nicht so wirklich, eher bei Mendoza oder dann im Süden.

Zweitens:
in Mendoza kannst Du Dir in jedem Fall (weil ich's da weiß), in San Rafael mit Sicherheit steigeisenfeste Schuhe ausleihen.
Auch in Patagonien, ok, in El Chalten und Puerto Natales und Calafate (dort überall scheint Mini-Trekking auf dem Gletscher "modern" geworden zu sein).

Drittens:
magst Du Dir wirklich Schuhe ausleihen ? Also ich meine, nen Zelt, oder Pickel, oder Steigeisen oder Isomatte ausleihen, die schon viele vor mir benutzt haben.
Aber Schuhe ? Auch so die Frage wegen Einlaufen und Blasen.
Überleg Dir, ob Du später auch steigeisenfeste willst, dann würde ich welche kaufen - nur so für alle Fälle (wer weiß, wohin es Dich im Urlaub verschlägt).
For das Terrain dort (ok, ich kann von Valle Hermoso und Mendoza's Umgebung beurteilen) haben mir meine B/C Ortler ausgereicht, aber ich bin auch keine Gletscher gegangen.
Ich hab nur im Nachhinein mal wieder festgestellt, daß ich heilfroh mit meiner dicken Vibram Sohle war, denn da gibts nicht so "gute" Wege, viel Geröll, viele Steine, usw.

@Thomas - was meinst Du ?

viele Grüße
Ingrid

Ingrid
17.08.2005, 02:05
Hi Sandra,
zufälligerweis hab ich eben auf ner anderen Website einen Link auf Klettern in Argentinien gefunden:
http://69.24.68.235/sd/ind/index.cfm?lan=sp&pla=long&men=des&men2=map&vie=black
Da sind zwei südlich von Mendoza eingetragen:
Arenales - laut Fotos müßte das beim Tupungato sein, zwischen Malargüe und Mendoza;
und Chigüido, wohl um Malargüe herum.

viel Spaß :-)
Ingrid

Thomas
17.08.2005, 09:37
Wegen den Schuhen: Wenn man keine großartige Erfahrung in Gletscherbegehungen hat, dann kann man ehe keine "extremen" Touren machen. So reichen folglich auch ganz normale Wanderschuhe mit Riemensteigeisen. Für die Cerro Torre-Umrundung hatten wir auch nur solche mit (beide hatten wir Hanwag Alaska als Schuh). Sind zwar nur bis Passo Marconi gekommen (womit eistechnische die Hauptschwierigkeit auch hinter uns lag :D), aber bis dort oben hatten wir auch keine Probleme mit den Steigeisen.

Grüße

Thomas

SandraKo
17.08.2005, 14:08
Dann mal vielen Dank. Genau an die Hanwag Alaska hatte ich auch gedacht. Die hatte ich auch schon anprobiert und fand sie so recht bequem...

Ingrid, toll mit der Kletterseite muss ich mir gleich mal anschauen.

Schönen Tag noch,
Sandra