Vollständige Version anzeigen : wieviel fotos für diavortrag
wetterfest
01.08.2005, 19:03
hallo profis,
ich hätte gerne von euch einen tipp!
wieviele bilder sind ca. für einen 90 minütigen (brutto) diavortrag (mit 10 minuten pause eingerechnet) sinnvoll.
die fotos sind sowohl nur zum anschauen, teils auch mit musik unterlegt.....teilweise aber auch mit kleineren erläuterungen.
mir ist klar das es keinen pauschalwert gibt, aber vielleicht einfach einige anhaltspunkte aus eurern erfahrungen wären mir eine hilfe.
vielen dank und liebe gruesse
helmut
AndreasW
01.08.2005, 19:17
Hallo Helmut,
ca. 600 Dias sollten einen spannenden, vertonten Vortrag von 2x 45min ergeben!
Bei 4 Karousell Projektoren mit je 80 Dias sind 320 Dias pro Teil mein Limit. Damit bin ich immer ausgekommen!
LG AndreasW
wetterfest
01.08.2005, 19:37
prompte antwort!
danke AndreasW,
ich habe mir auch die platinum basicversion zusenden lassen.......will mich mal demnächst dran machen und dann stück für stück, mal sehen...........vielleicht kaufe ich mir dann auch noch die 2 von dir empfohlenen module.
also alles gute und gruesse
helmut
mein limit sind 250 -- das ist mehr asl ausreichend, wenn man dazu eine geschichte erzaehlt.
bei mehr werden die leute muede
daxy
Bei einem 90-minütigem Dia-Vortrag mit 10 min Pause 600 Dias? http://trekkingforum.com/forum/images/smilies/confused.gif Alle 8ung! Das macht dann pro Bild 8 Sekunden! Also wenn Du etwas zu Deinen Bildern erzählen willst, dann wird das knapp. Schöne Bilder sollten auch etwas Zeit haben, um zu wirken. Ich kann nicht sagen, wieviele Bilder man in 90 Minuten reinpacken sollte, aber wieviele man maximal bei einem Vortrag zeigen sollte. Natürlich hängt das auch stark vom Publikum ab. Einem allgemein interessierten Publikum (z.B. Familie, Kollegen, Freunde) sollte man höchstens ca. 200 - 300 Bilder zumuten. Dafür brauche ich mindestens 1,5 Stunden. Für speziell interessiertes Publikum (z.B. Leute die selbst da waren oder in unmittelbarer Zukunft hin wollen) liegt meiner Meinung nach die absolute Schmerzgrenze bei 500 Bildern. Dann bist du aber locker mit 2 Stunden dabei, wenn Du bissl was spannendes dazu erzählen willst. Man möge bedenken, daß die meisten Leute zu höflich sind, einem zu sagen, das es langsam reicht. http://trekkingforum.com/forum/images/smilies/wink.gif Ein kritischer Blick in die gequälten Gesichter spricht da manchmal mehr als 1000 Worte http://trekkingforum.com/forum/images/smilies/biggrin.gif
Wow - so viele Bilder?
Bei den paar Diavorträgen, die ich gemacht habe, habe ich pro Stunde 100 Dias gerechnet und bin eigentlich ganz gut hingekommen, ohne dass es langweilig wurde bzw. die Gäste das Gähnen anfingen.
Allerdings ohne Überblendung o.ä.
Gruß
Karin
AndreasW
02.08.2005, 07:48
Schön, mein Lieblingsthema! - Kontrovers diskutiert... http://trekkingforum.com/forum/images/smilies/wink.gif
Also 8sec. pro Bild in einer Diashow ist doch ein guter Durchschnitt. Das schließt Cuts von 1sec. und längere Standzeiten von 16sec. pro Bild ein. - Prima, so wünsche ich mir gute Vorträge!!! - Warum?
Helmut fragte danach:
die fotos sind sowohl nur zum anschauen, teils auch mit musik unterlegt.....teilweise aber auch mit kleineren erläuterungen.
Wir reden hier von einer aufwendigen Präsentationsform: "Dia Audiovision" oder "Dia-Show" (analog oder digital, das ist egal). Das hat nichts mehr mit einem "verstaubten Diavortrag" zu tun, mit dem man am besten Freunde vergraulen kann...
Wer sich an dieses faszinierende Medium heranwagt, sollte sich schon ein wenig mit Dramaturgie, Spannungsbogen, AV-gerechter Fotografie etc. auseinandersetzen. Letzendlich ist es gerade das, was die Faszination dieses Mediums ausmacht und kein Film kann - Der "Film" entsteht erst im Kopf des Zuschauers!
Provokanter ausgedrückt: Man bekommt nicht 25x in der Sekunde "gesagt", was man zu denken hat!!! - Filmemacher mögen mir diese Provokation verzeihen. Ich weiß, daß sie ähnlichen Gestaltungsregeln unterliegen.
Hab' gerade mal nachgeschaut. Meine Live-Dia-Schau "SPITI - Tibets verborgenes Erbe" enthält, alle Text und Titeldias eingeschlossen, genau 554 Dias. Präsentiert wird die Schau mit 4 Projektoren in Speaker Support Technik, d.h. fertig vertonte Passagen wechseln sich mit Live-Kommentaren ab.
In diesen 2x 45min. steckt ca. 1 Jahr "Feierabendarbeit" bis diese Geschichte fertig programmiert war!
Wenn ich Freunden oder Bekannten "nur mal so" paar neue Dias zeige und etwas dazu erzähle, beschränke ich mich natürlich auch auf 80-160 Dias! - Das reicht!
Gerne können wir hier weiter über, meiner Meinung nach, dringend notwendige Gestaltungsregeln diskutieren. - Unser Publikum wird's uns danken!!!
AndreasW
albatross02
02.08.2005, 15:18
Hallo,
am besten im Familen- oder Bekanntenkreis den Vortrag schon mal zeigen.
Es kommt auf das Thema und auf das Land an. Bei exotischen Reisen muß eventuell viel dazu gesagt werden.
Ich habe mal einen Vortrag Wasserfälle Ostaustraliens gehalten. Etwa 100 Dias in 70 min.
Gruss
Dieter
wetterfest
02.08.2005, 19:20
spannende diskussion,
erstmal danke an alle für die interessante meinungsvielfalt..............werde also noch mal in mich gehen muessen und die endgültige entscheidung doch noch erstmal zurückstellen,
liebe gruesse
helmut
Hans-Wien
02.08.2005, 19:43
Hallo !
Das ist ein interessantes Thema und muß natürlich individuell betrachtet werden.
Ich bin auch der Meinung von Juergen,es kommt darauf an,wem man die Dias zeigt und mit welchen Projektoren.
Viele Vortragende neigen dazu von einer Sitation zu viele Bilder und oft auch nicht gelungene zu projektieren. Es ist doch erfreulicher,wenn die Besucher mehr Dias sehen wollen,als wenn sie bei der Hälfte einschlafen und nur die schlechten in Erinnerung behalten.
Ich halte viele Diavorträge,meist im Zuge von Ausstellungen mit einem einfachen Überblendprojektor und zeige : 100 Dias - Pause - 100 Dias , gesamt 200 Dias in 1,5 Std.
Wenn ich selber Vorträge besuchen möchte,erkundige ich mich vorher und 500 Dias sind der absolute Horror ,diesen Vortrag bleibe ich fern!
Grüße Hans - Wien
AndreasW
02.08.2005, 20:54
Jau, spannende Diskussion hier! - Hab's schon geahnt, daß es kontrovers zugehen wird...http://trekkingforum.com/forum/images/smilies/wink.gif
Von der Anzahl der Dias im Voraus Rückschlüsse auf die Qualität eines Vortrages zu ziehen, halte ich schon sehr verwegen!!! - Mußt ja schon viel "Schlimmes" erlebt haben lieber Hans-Wien...
Leider können wir sicher alle von solchen negativen Erlebnissen "ein Lied singen", aber das hat niemals etwas mit der Anzahl der Dias zu tun! Sondern vielmehr damit, wie selbstkrittisch sich manch "Möchtegern-Referent" mit diesem Medium auseinandersetzt. Meist merkt man es ja schon nach den ersten 20-30 Bildern "wo der Hase hinläuft", egal wieviel Bilder noch folgen mögen. - 200 Dias können einen viel größeren Horror bedeuten und einem die längsten 90min seines Lebens erleben lassen...
Hans-Wien, schaue dir in der nächste Vortragssaison mal Hans Thurner's (http://www.hans-thurner.at/hans-thurner/) "Chile" an. Das ist meiner Meinung nach die zur Zeit die beste Dia-Show auf dem deutschsprachigem Vortragsmarkt. - Damit du auch nach ca. 600 Dias mal sagen kannst: "Schade, schon Schluß?!!" und verstehst, was ich meine.
AndreasW
Hallo,
ich glaube, die Anzahl der Dias sagt nicht unbedingt etwas über die Qualität aus. Mein "Wow" bezog sich eigentlich nur darauf, dass ich für mich gar nicht das Gefühl hatte, bei größeren Diaschauen so viele Bilder gesehen zu haben. Wenn ich aber so darüber nachdenke - bei den ganzen Effekten, die so verwendet werden können, ist das schon klar, dass so viele Bilder zusammenkommen müssen.
Meiner Meinung nach ist es aber möglicherweise wichtiger, welchen Zweck ich mit dem Zeigen meiner Bilder verfolge und welche technischen Möglichkeiten ich habe. Ich denke, es ist einfach etwas Anderes, ob ich im größeren Bekanntenkreis halt ein paar Bilder zeigen will, einer größeren Gruppe "Lust" auf ein Land machen möchte, eine Reisegruppe vorbereiten will oder, oder, oder.
Bei mir ist es oft z.B. so, dass ich mit Hilfe von Bildern eigentlich ein ganz anderes Thema anstoßen will. Da ist es zwar auch wichtig, die Zuschauer zu fesseln, aber es geht weniger um Impressionen und Informationsübermittlung zum vordergründigen Thema. Und da ist meine Erfahrung, dass weniger oft mehr ist.
Vielleicht sollte die Frage: Welches Ziel, welche Zielgruppe will ich erreichen? im Vordergrund stehen und dann erst die Frage nach Technik, Effekten etc., die dann auch die Frage nach der Anzahl der Dias beantwortet?
Liebe Grüße
Karin
Hans-Wien
04.08.2005, 09:05
Hallo lieber AndreasW !
Ja , ich habe etwas schreckliches erlebt,daß mein Leben verändert hat.
Einen Diavortrag mit 550 Bilder ( ohne Überblendung ) über die Türkei , davon 400 von Ausgrabungen in Ephesos und Pergamo.;)
Grüße Hans - Wien
Hallo wetterfester Helmut,
90 min in einem Diavortrag zu gestalten ist abhängig vom Thema. Eine Reisediaschau, in der du viel erlebt und herumgekommen bist, da kann man nicht genug Bilder zeigen und vorallem live dazu das Erlebte wiedergeben. Ein spezielles Thema über ein einziges Thema, z.B. Burgen in der Toscana, ist sehr viel schwieriger interessant zu gestalten. Dann kommt die Technik hinzu: wenn du einfach überblenden möchtest (oder nicht), oder aufwendige screen-roll-over reinprogrammierst. In den ersten Fall brauchst du zwei Fotos im letzteren fünf Dias bei vier Projektoren. Wenn du noch keine Vorträge öffentlich gehalten hast, dann versuche es und finde deinen eigenen Weg. Es gibt viele schlechte und gute Vorträge von Profis und Amateuren. Ein Rezept oder Anleitung gibt es in einigen Büchern:
Die perfekte Diaschau von M.Martin und H. Krinitz oder Hohe Schule der Reisefotografie von H. Weyer
Ich habe meinen Vortrag zuerst der lokalen Gruppe des DAV gezeigt (man kennt sich), auf feedback gehofft und weiter verbessert. Angefangen bei 160 Dias und derzeit auf 250 Dias mit Musikpassagen, Erlebnisberichten, Infodias (aus Buch oder selbsterstellt ausbelichtet), dazu Einleitung und Abschluss.
Auf Anhieb eine perfekte Schau abzuliefern ist schwierig, da man seinen eigenen Stil erst noch entwickeln muss.
Viel Erfolg und Mut bedarf es.
Mit freundlichen Grüßen
Matis, der Junge aus Norwegen
Wer bis hierher gelesen hat, der kann sich ein paar Fotos anklicken, und mir seine Meinung mitteilen
http://www.free-webspace.biz/40ter/tansania/index.html
Jetzt möchte ich auch einmal meinen 'Senf' dazu geben ;) .
Eines vorweg: ich habe einige öffentliche Vorträge gehalten und viele private, aber immer als ¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#. Ich empfand einfach schon Freude am Auswählen der Bilder, beim Zusammenstellen der Themen und beim Erzählen zu den Bildern.
Im privaten Rahmen zeige ich a l l e Dias, die ich auf einer Reise gemacht habe, wenn auch schon etwas vorsortiert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass 270 die 'Schmerzgrenze' darstellen. Wenn ich nun 1000 Dias gemacht habe, werden es eben 4 Abende. Unsere Freunde kommen gerne und meistens schauen wir die Dias in 14-Tagen-Rhythmus an. So ist es auch immer ein nettes gesellschaftliches Zusammenkommen. Als ich noch keinen Überblender (Rollei Twin) hatte, merkte man schon das schnellere Ermüden; 200 Dias reichten da vollkommen. Im privaten Rahmen ist das Diaschauen eher ein Erzählen der Reiseerlebnisse, unterstützt von Bildern.
Bei meinen öffentlichen Vorträgen (ebenfalls amateurhaft; meist nur 1 Vortrag pro Thema; also keine Tourneen) versuchte ich immer, Musikblocks einzubauen und die Bilder thematisch zusammen zu fassen. Ich konzentrierte mich eher auf den Inhalt und weniger die Bilder. 200 Dias waren das Maximum. Etwas, was mir bei meinen Vorträgen immer wichtig wahr, sind Karten und Pläne. Orientierung ist wichtig! Und wenn ich Profivorträge sehe, in denen keine einzige Karte gezeigt wird, fühle ich mich 'blind' und kann das Gesehene nicht so genießen!
Grüße,
Andreas
ich weiss es ist schwer dias auszusortieren .... ich muss mich auch immer entscheiden. wenn man einen diavortrag zusammenstellt ist es wichtig zu ueberlegen was aus der sicht des zusehers interessant ist. und das ist viel weniger als das eigene herz ertraegt.
jedenfalls schliesse ich mich der meinung einiger vorredner an: 200 (max. 250 - autsch) ist genug !
lupo
Ich verwende ca. 150- 200 Dias in meinen Privatvorträgen.
Einmal hab ich bei einer Veranstaltung der DAV-sektion einen Nepalvortrag mit
400 Dias etwa gehalten.
Allerdings könnte ich bei Vortragsredner wie Reinhold Messner oder Kurt Diemberger
auch 1000 Dias sehen;) .Wichtig finde ich Dias mit musikalischer Untermalung ohne
viel Geplapper zu zeigen, natürlich nur kurz abschnittsweise.
Jens
meerseen
21.08.2005, 11:12
Hallo!
Für vertonte Diashows gibt es die „goldene“ Regel von alle 6 Sekunden das nächste Bild. In diesen 6 Sekunden ist der Betrachter in der Läge sämtliche wichtigen Details einen Bildes zu erfassen. Bei detailreichen Aufnahmen kann die Standzeit auch 8 bis 10 Sekunden sein. Niemals länger, ansonsten kommt Langeweile auf. Wählt man zum Beispiel bei Bässgen eine Standardshow aus, so haben die Bilder immer eine Standzeit von 6 Sekunden + 3 Sekunden Überblendung. Die Überblendzeit halte ich persönlich für zu lang, 1,5 bis 2 Sekunden sind günstiger. Meine Shows programmiere ich meist mit ca. 6 Bildern pro Minute inklusive Überblendungen.
Bei nicht vertonten Shows sieht die Sache etwas anders aus. Man sollte jedoch vermeiden zu einem Dia eine Geschichte von 10 Minuten zu erzählen. Lieber eine Geschichte mit vielen (aber nicht zu gleichen) Bildern untermalen. Alles andere führt zur Langeweile.
Es ist immer schwer, die richtigen Bilder zu wählen. Aber man sollte versuchen, sich auf die wirklich guten zu beschränken und lieber den Vortrag zeitlich verkürzen als mit zu langen Standzeiten zu verlangweilen.
Eine Kunst, die selbst professionellen Vorträgern nicht immer glückt.
Viel Spaß dabei!
Schöne Grüße
Georg
;)
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