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Vollständige Version anzeigen : Altai / Sibirien leicht gemacht


Tjungur
12.06.2005, 19:38
;)Als Mitglied im Trekkingforum finde ich mehr Fragen als Antworten zum Thema Altai / Sibirien. Und wie's aussieht, auch einige Ängste.

In den letzten Jahren war ich mit Freunden zwei mal im Altai, letztes Jahr in Kamtschatka zum Trekking. Die Touren waren immer individuell für ca. 3 Wochen ausgelegt. Ohne Führer, ohne Sherpa oder dergleichen. Alles ist bestens gelaufen, bei 100 % Leben aus dem Rucksack.

Für Touren ins Altaigebirge hatten und haben wir eine Kontaktadresse in Barnaul (per e-mail: bond_1971@geo.asu.ru). Dort wurden notwendige Dokumente und jewels der Transport mit Kleinbus bis zum von uns gewählten Startort und vom Endpunkt der Tour zurück nach Barnaul sehr zuverlässig organisiert. "bond" in der e-mail-adresse steht für Andrej Bondarowitsch. Er arbeitet an der Uni in Barnaul und ist nebenberuflich als Bergführer tätig. Andrej spricht und schreibt sehr gut in deutscher Sprache und ist nach unserer Erfahrung absolut zuverlässig. Sollte sich jemand direkt an ihn wenden, dann bitte den Gruß von Ralf aus Potsdam nicht vergessen.

Die gesamte Altairegion ist für mich übewältigend in ihrer Schönheit und Unberührtheit. Abseits vom Belucha, dem Hauptgipfel, kann man viele Tage lang keinen Menschen treffen.

Nach drei Jahren Abstinenz werden wir im Sommer 2007 wieder dort sein.

Wer Fragen hat oder Hilfestellung benötigt, bitte einfach melden.

Beste Grüße an alle Sibirien - Trekker

Tjungur

Ilmenaugockel
12.06.2005, 19:53
Hallo Tjungur!

Ich beabsichtige dieses Jahr den Altai zu bereisen. Allerdings stehe ich erst am Anfang meiner Planungen. Ich habe mich schon über die Region belesen, Informationen gesammelt und letztes Jahr in Nowosibirsk eine Karte gekauft (allerdings mit recht großem Maßstab). Welche Touren seid ihr gegangen? Wart ihr auf dem Belucha?
Ich freue mich über jede Information.

Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen

Robert

potstausend
12.07.2005, 19:41
Hallo Tjungur,
Wir werden jetzt im Juli ins Altai-Gebirge fahren. Die Belucha-Region wollen wir auslassen, sind aber noch nicht ganz entschieden, wohin es gehen soll. Kennst du empfehlenswerte Wanderecken in der Katunskiy-Kette, Nord-Tschuja-Kette, oder vielleicht Süd-Tschuja_kette? Die soll ja recht abgeschieden sein. Wir sind ohne Seil unterwegs, da sind die Gletscherbegehungen natürlich stark eingeschränkt. Deine Kontaktadresse in Barnaul, ist das ein "Transportunternehmen" oder so, von dem man sich in ein Tal rein oder wieder hinaus fahren lassen kann?
Für Tipps bin ich schon jetzt sehr dankbar und grüße
Mirjam

Eugen
19.11.2005, 20:04
Hallo zusammen!Habe infos über Sibirien!Bei Interesse meldet euch!

Norwerg
13.01.2009, 13:18
Hallo Zusammen!

Ein guter Freund und ich haben vor Anfang Juli einen 2-3 wöchigen Trekk zu unternehmen. Wir sind jedoch noch unentschlossen ob es in die Mongolei (Khan Khentii bei Ulan Bator)gehen soll oder in den russischen Altai. Unser Wunsch wäre es hügelige einsame Weite mit alpinem Gebirge zu verbinden (zb ein Trekk durch anfangs flachere Tundra, die dann so langsam in Gebirge übergeht). Weis da jemand eine Ecke im Altai? Vielen Dank schonmal für die Antworten!

Norwerg

Tjungur
13.01.2009, 20:19
Hallo Norwerg,
es meldet sich tjungur auf Deine Anfrage zum Trekking im Altai. Das Altai ist ein sehr weit ausgedehntes Gebirge von Kasachstan bis hin zum Sajan in Richtung Osten und in die Nord - Mongolei hinein. Ich bin nur mit dem Gebiet um die Belucha herum, im Bogen des Katun vertraut, also südlich des Ortes Tjungur (russische Teilrepublik Altai). In den letzten sechs Jahren war ich mit Frau und Freunden drei mal dort zum Trekking. Immer auf eigene Faust, jeweils in anderen Abschnitten und am Ende immer überglücklich. Was Ihr - kurz von Dir angedeutet - sucht, könnt Ihr dort vielleicht finden. Bei Interesse kann ich Euch mit einigen praktischen Hinweisen und Kopien von ganz brauchbaren Karten weiterhelfen.

Lass uns zum Thema telefonieren!

Freunde von uns waren letztes Jahr in der Mongolei auf Trekkingtour. Sie starteten von Ulaangom aus in Richtung Westen und geben ihre Erfahrungen auch gerne weiter.

In diesem Jahr fliegen wir noch etwas weiter in den Osten, für eine Trekkingtour im Westsajan und wenn es die Zeit erlaubt, wird es noch einen Abstecher in die Teilrepublik Tuwa geben...

Du kannst Dich gern direkt an mich wenden: R.Mueller@wum-agrarberatung.de Ich werde Dir dann meine Telefonnummer mitteilen.

Glück auf dem Weg

wünscht tjungur :nicken:

Raeven
17.01.2009, 20:39
In diesem Jahr fliegen wir noch etwas weiter in den Osten, für eine Trekkingtour im Westsajan und wenn es die Zeit erlaubt, wird es noch einen Abstecher in die Teilrepublik Tuwa geben...



Wahnsinn - mein Mann :-)

Bei wirds zwar dies Jahr noch nix, doch ich plane in 1-2 Jahren ein rotes Fähnchen auf meiner Weltkarte in Tuwa rein zu stecken.
Zwar werde ich nicht hinfliegen, rein um zu wandern, sondern will auf eigener Achse dort hin, möglichst viel von der Gegend mit bekommen und auch wandern/trekken.

Ich würde mich freuen, wenn Du möglichst viel über diesen Trip berichten könntest und bin auch gern bereit, mit den wenigen Informationen, die ich bisher habe, weiter zu helfen.
Auch mit Kartenmaterial (russische Topos) kann ich in 1:1M bis 50k weiter helfen, solang
die digitale Form (kalibriert für TTQV).

Meine bisher primär offenen Fragen werde ich dann mal entweder nachher, wenn ich mit dem Hund draussen war, oder morgen posten. Vermutlich hast Du auf die eine oder andere bereits eine gute Antwort, da Du ja im fortgeschrittenen Planungsstadium bist.

Gruß
Raeven

Raeven
17.01.2009, 21:10
In diesem Jahr fliegen wir noch etwas weiter in den Osten, für eine Trekkingtour im Westsajan und wenn es die Zeit erlaubt, wird es noch einen Abstecher in die Teilrepublik Tuwa geben...


Konkret suche ich u.a. folgende Infos:

1. Unterkünfte (bevorzugt Jurten Camps)
Wenige habe ich gefunden und die auch nur direkt in Kyzyl. Doch es
soll noch andere "planbare" Jurten-Camps geben, wie zB "Camp Ai"
oder so ähnlich (muss sowas wie Biy-Khem sein) oder auch das Camp
"Schnee Leopard" im westlichen Grenzgebiet.

2. Formalitäten:
Wie sieht es da aus. Nachdem Tuwa früher selbst für Russen nicht ganz
leicht zugänglich war, gibt es da heute noch Hürden für Ausländer, soweit
sie sich "allgemein in Sachen Formalitäten" auf Russland vorbereitet haben.

3. Zelten:
Darf man in Tuwa - als Ausländer - wild zelten ?
Wie/wo gibt es die Möglichkeit in oder bei Ansiedlungen zu übernachten.
Ist die Gastfreundschaft wirklich so überschwänglich, dass man fast an
jede (Jurten-)Haustür klopfen kann ?

4. Bären/Wölfe
Sind die Tiere eher scheu, oder durch vielseitige Luderplätze zwecks Jagd wie sie in der Tschechei/Polen/etc ... existieren an den Menschen gewöhnt.

5. Tips/Hints
Wer kennt Beschreibungen, Links oder GPS Koordinaten von besonderen Plätzen ?
Ich mein jetzt sowas wie Ecken in Todzhin, wo sind die fliegenden Hirsche,
der Hirsch-Stein, die sieben Schwestern etc.
Gibt es Ecken, wo man gut, gar regelmäßig vielleicht auf Yaks stößt ? Ecken, wo sich einem der Tuwinische Bieber vor die Linse schiebt oder Nomadensiedlungen mit Kamelen sind ? Wo erlebt man Ansiedlungen mit Kehlkopfgesang und anderen traditionals ohne dass ein Reiseveranstalter im Hintergrund steht.
Kurzum: Fauna/Flora/Landschafts- und Kultur-Highlights, die nicht gerade im Museum stehen.

6. Essen:
Wo kann man gut Essen. Was sollte man Essen.

7. Tracks:
Wer schon dort war ---- wer hat GPS Tracks ??? Am besten mit Fotos.

8. Kennt einer ein Forum, in welchem Tuwa ein präsentes Thema ist ?

9. "Uvs Nuur"
Der Weg entlang der Nordspitze führt offensichtlich durch die Mongolei. Ist dort eine grüne Grenze, oder ist die mongolische Behörde dort eher präsent ?

10. Wo wir schon bei der Mongolei sind. Wie schwierig ist es, ohne einen Reiseveranstalter zu bemühen, dort wenigstens im Grenzgebiet herum zu reisen.


Raeven

Tjungur
20.01.2009, 20:12
Hallo Raeven,

derzeit kann ich Dir mit Informationen über Tuva noch nicht weiterhelfen. Den Vorbereitungen sehe ich eher entspannt entgegen. Wir gehen davon aus, dass die Einreisemöglichkeit und Bewegungsfreiheit in Tuva nicht komplizierter ausfallen, als in der Republik Altai. Die Anmeldungen betreffend vertrauen wir auf Unterstützung von Leuten aus Abakan, die uns auch am Flughafen empfangen werden, Anmeldeformalitäten und den Transport übernehmen. Der Kontakt besteht von uns aus noch nicht direkt, aber über einen Sibirier, der in Abakan aufgewachsen, jetzt in Berlin wohnt und für uns die Anbahnung übernimmt, sobald wir Klarheit über unsere Ziele haben. Mitte Februar werden wir soweit sein. Vielleicht kannst Du später den gleichen "Draht" nutzen. Nach unserer Tour kannst Du alle Infos bekommen!

Zu Camps können wir nichts sagen, weil wir in Sibirien immer campen, wo ein schöner Platz uns gefällt und trinkbares Wasser fließt oder steht. Wenn dann noch ein bisschen Feuerholz in der Landschaft herumliegt….

Wir bewegen uns in Russland wirklich immer sehr frei und unbehelligt, aber in den Grenzgebeten würde ich mich ohne Genehmigung nicht sehen lassen. Da sind beide Seiten wahrscheinlich sehr kitzlig. Auch wenn Du in den zentralen russischen Altai willst, benötigst Du heute einen Propusk.

Vielleicht fragst Du ja mal bei Clemens Ratschan unter "ratschan.at". Letztens gab er einen sehr guten Bericht mit prächtigen Bildern über eine Tour in tuvinischem Gebiet auf mongolischer Seite. Er war im Grenzgebiet mit Genehmigung und Begleitung!

Unter "altai-guide.ru" findest Du eine Tour mit dem Jeep. Wenn Du Dich an dieses kleine Reisebüro in Barnaul wendest, bekommst Du eventuell noch Informationen und Hilfsangebote. Herzliche Grüße an Andrej, er kann sich gut in deutscher Sprache verständigen.

In meiner Nachricht an „Norwerg“ steht meine e-mail Adresse. Ich würde mich über einen Direktkontakt freuen, nicht nur wegen der avisierten Karten.

Glück auf dem Weg

wünscht tjungur

Tjungur
01.02.2009, 10:51
Hi raeven,

Du schriebst mir eine mail. Ich versuche zu antworten, erhalte aber leider immer nur die bekannte Fehlermeldung: This is a permanent error. The following address(es) failed: die Adresse lasse ich hier mal weg.

Bitte starte selbst noch mal einen Versuch, mich mit einer Absenderadresse zu erreichen, auf die ich Dir auch antworten kann.

beste Grüsse tjungur

kunibert
27.05.2009, 09:37
Hallo Raeven,

es ist zwar schon eine Weile her, aber vielleicht helfen dir meine Infos trotzdem noch.

Konkret suche ich u.a. folgende Infos:

2. Formalitäten:
Wie sieht es da aus. Nachdem Tuwa früher selbst für Russen nicht ganz
leicht zugänglich war, gibt es da heute noch Hürden für Ausländer, soweit
sie sich "allgemein in Sachen Formalitäten" auf Russland vorbereitet haben.


Wir waren 2005 in Tuwa unterwegs. Für die Einreise benötigten wir keine besonderen Visa oder andere Genehmigungen. Wir sind damals aus allen Richtungen mit verschiedenen Anreisemöglichkeiten. Einerseits komplett mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln (Novosibirsk (Flugzeug) - Abakan (Zug) - Kysyl (Bus)). Alles problemlos und ohne Schikanen.
2 von uns sind von Moskau mit dem Zug angereist und hatten sic h nicht registrieren lassen. Sie mussten in Kysyl eine Strafe zahlen - ein halber Tag Polizeigewahrsam (das hatte ich aber auch schon auf Kamtschatka :D)



3. Zelten:
Darf man in Tuwa - als Ausländer - wild zelten ?
Wie/wo gibt es die Möglichkeit in oder bei Ansiedlungen zu übernachten.
Ist die Gastfreundschaft wirklich so überschwänglich, dass man fast an
jede (Jurten-)Haustür klopfen kann ?


Wir sind damals die Khakhem mit unseren eigenen Booten runtergefahren. Somit mussten wir wild zelten. Problem hatten wir keine, bis auf die unzaehligen Zecken und Streifenhörnchen.
Die Gastfreundschaft kann ich bestaetigen. In allen Dörfern, wo wir durchgefahren waren, waren wir herzlich willkommen und immer wieder eingeladen worden.

Vor den Leuten in Kungutuk sind wir gewarnt worden. Ob an der Story was dran gewesen ist, können wir nicht beurteilen, da wir nur bei unserer Anfahrt kurz durchgefahren sind und da keinen Kontakt mit den Leuten hatten.

Die Leute in Kysyl waren alle durchweg freundlich uva extrem hilfsbereit. Abends sollten wir aber nicht mehr auf die Strasse gehen. Waren im Dunkeln trotzdem draussen und hatten uns sicher gefühlt. Kann aber auch anders sein.


4. Bären/Wölfe
Sind die Tiere eher scheu, oder durch vielseitige Luderplätze zwecks Jagd wie sie in der Tschechei/Polen/etc ... existieren an den Menschen gewöhnt.


Wir hatten keinen Kontakt mit wilden Tieren. Einzig eine Spur am Ufer der Khakhem war der einzige Kontakt mit einem Bären. Wir sind dann ein Stückchen weiter gefahren, was die richtige Entscheidung war, da ein wesentlich besserer Zeltplatz ca. 2km flussabwärts war.
Während meiner Russlandaufenthalte hatte ich bisher noch nie Probleme bekommen. Selbst in Gebieten mit der angeblich höchsten Bärendichte Russlands (Pribaikal, Lenamündung) gab es keine Probleme. Als wir unsere Essen für die Lenabefahrung schon auf den Pass gebracht haben, hatte man uns von den Einheimischen für verrückt erklärt, weil die Bären alles "ausschlachten" - alles war unberührt und keine Spuren drumherum zu sehen.
Auf Kamtschatka hatten wir mal Kontakt mit Bärenmutter und Kind - sie sind damals geflohen - wir hatten aber auch ganz schön Bammel, weil wir mit Ski zwar schnell unten sind, aber sobald wir hoch müssten, eher das nachsehen hatten. Nachts sind wir nur einmal in gebührenden Abstand von zwei Bären "umkreist" worden. Zum Glück alles ohne Zwischenfall, da die Tatzen so groß waren wie unsere Tourenskistiefel.


7. Tracks:
Wer schon dort war ---- wer hat GPS Tracks ??? Am besten mit Fotos.
Raeven

Hier gibt es Bilder von unserer Tour (und noch viel mehr)
http://jash.chilloutzone.de/02_russland.html

GPS hatten wir zwar mit, aber nichts gelogt (bzw. nicht mehr vorhanden). Russische Topos haette ich aber noch.

Ich hoffe es hat ein wenig geholfen

Dominik2222
19.06.2009, 09:54
Hallo zusammen,

nachdem ich eine Weile frustriert im Internet rechachiert habe und diverse erfolglose Mails an Reiseveranstalter gesendet habe, möchte ich mich mit meiner Frage an euch wenden.

Ein paar Freunde und ich sind diesen Sommer mit der Transsib unterwegs und machen einen längeren Zwischenstop in Krasnojarsk bzw. fahren von dort aus nach Abakan.

Gerne würde wir in der Region um Abakan eine Trekkingtour von ca. 4 Tagen unternehmen.
Individuell - also ohne Gudie, auf eigene Faust.

Wir sind daher derzeit auf der Suche nach Routen-, Tourenvorschlägen.
Vielleicht habt ihr einen heißen Tip für uns?

Hier noch ein paar weitere Angaben:
- keine Hochgebirgstour
- wenn vorhanden auf Wanderweg; muss aber nicht sein
- Übernachtung im Zelt
- gemütliche Tagesetappen (es sind zwei Frauen dabei, die noch keine Trekkingerfahrung haben)

Braucht ihr noch weitere Infos?
Wir freuen uns über Hinweise :)
viele Grüße
Dominik

PS: Wie sieht es mit Passierscheinen aus? Brauch man die für jede Wanderung im Altai?

Tjungur
19.06.2009, 12:35
Hallo Dominik,

Du hast Recht, die Reiseveranstalter sind überwiegend Strolche - entweder Du nimmst eine Pauschaltour oder Du bis für die Typen nicht interessant. Den kleinen Service gibt es wohl nicht!

Wir werden dieses Jahr im August in Kyzyl / Tuva auch individuell zum Trekking unterwegs sein (Flug bis Abakan) und haben es selbst mit der Hilfestellung von in Deutschland lebenden Russisch - Muttersprachlern nicht ganz einfach, die kleine Unterstützung vor Ort zu organisieren (Anmeldungen, Transporte, Infos). Aber wir kommen an's Ziel, so wie Ihr auch.

Aber zu Deinem Thema...

Vielleicht hilft Euch ja folgender Hinweis: Ca. 300 km südlich von Abakan gibt es das schöne kleine Gebirge "Ergaki". Ihr könnt auf der Starße nach Kyzyl, M 54, für kleines Geld mit dem Bus dorthin fahren. "Ergaki" findest Du auch in google earth und Informationen direkt unter google. Ihr könnt Euer Glück auch versuchen, mit der Recherche unter "Abakan.ru" oder "khakasia-travel.ru". Wir haben das Ergaki empfohlen bekommen von einem in Berlin lebenden Russen, der in Abakan aufwuchs. Er hat es uns in den "höchsten Tönen" beschrieben. Es gibt vor Ort auch eine gute Touristenkarte dafür. Anfangs wollten wir auch dorthin, haben uns dann aber aus verschiedenen Gründen für die Teilrepublik Tuva entschieden. Zumindest haben wir uns mit dem Thema soweit beschäftigt, dass ich denke, wir können Euch einen Tour dorthin empfehlen. Obwohl vier Tage natürlich knapp sind.

Zur Anmeldung im Altai: Wir waren des letzte Mal 2007 dort. Das Thema Anmeldungen (Propusk) hat sich eher verschärft - zumindest um die Region der Belucha und im Gebiet des Naturparkes (Hochgebirge). Wir hatten eine Anmeldung in Gorni Altaisk, eine "zivile" in Ust' Koksa und eine beim Milität in Ust' Koksa. Ohne die Anmeldung in Gorni Altraisk wären wir nicht weit gekommmen, weil (und das war 2004 noch nicht so) das Gebiet Nahe der Grenze eben zum Grenzgebiet erklärt wurde, mit Schlagbaum, Militär und gründlicher Kontrolle.

Auch wenn Ihr Euch von Abakan aus auf den Weg begebt, solltet Ihr vorher die Anmeldung über Euch ergehen lassen.

Nun hoffe ich, Euch ein bißchen geholfen zu haben. :up:

Glück auf dem Weg wünscht

tjungur

P.S. An Rückinfos nach der Tour bin ich natürlich interessiert!

Dominik2222
22.06.2009, 12:04
Hey Tjungur,

super! Genau solche Infos suchen wir! Vielen Dank schonmal dafür.
Ich hab noch ein paar Detailfragen, die ich dir gerne per PM sende - werde dann die wichtigsten Infos später für alle nochmal hier online stellen.

Viele Grüße
Dom

Dominik2222
08.07.2009, 09:44
Irgendwie funktionieren die PMs nicht?!

Ich hab mich jetzt etwas eingelesen zu den Ergaki-Bergen. Insgesamt liest sich viele sehr gut - es gibt sogar eine tourisitsche Infrastruktur (Wanderwege, Touristeninformation etc.)

Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich noch nicht 100% überzeugt bin - was die Landschaft betrifft. Die (wenigen) Bilder die ich gesehen habe, zeigen ein kleinräumiges Hochgebirge was an die Alpen erinnert.
Wenn ich an die Altairegion denke, habe ich jedoch eher Hochplateaus (Tuva?) und weite Landschaften im Kopf.
Zugegeben, dass ist eine recht oberflächliche Aussage, bei der Größe der Altairegion - es gibt einfach sehr viele verschiedene Landschaftstypen.
Trotzdem möchte ich mich noch etwas mehr über die AltaiRegion informieren um dann eine abschließende Ecke zum Trekking auszuwählen.

@ Tjungur
kennst du vielleicht noch andere interessante Ecken rund um Abakan bzw. auch etwa 1 Tagesfahrt entfernt weg? (wie lange fahrt ihr von Abakan bis ins Tuva Gebiet? )

Grüße und Danke nochmal für die Hilfe
Dom

Tjungur
11.07.2009, 20:02
Hallo Dom,

Mag sein, Du hast recht, mit Deiner Beurteilung des Ergaki. Wiederum ist es möglich, eine anspruchsvolle Runde von ca. 100 km zu laufen. Dann auch außerhalb des – wie’s aussieht – sehr erschlossenen und stark frequentierten Zentralteils. Auch das Beluchagebiet im Zentralaltai ist für russische Verhältnisse sehr erschlossen, aber mit den Verhältnissen in den Alpen bei Weitem nicht (noch) zu vergleichen. Abseits von den Basislagern haben wir nicht nur einmal 10 Tage lang keine Nase getroffen. Also Eure Chance, wenn Ihr über das Kerngebiet im Ergaki hinaus kommt, viele Tage niemandem zu begegnen, könnte sehr hoch sein. Auch russische Touristen sind auf Dauer zu faul, schwere Rucksäcke durch unendliche Weiten zu schleppen. Ich empfahl Euch das Ergaki, weil Du von 4 -5 Tage Zeit schriebst. Darüber hinaus weiß ich zur näheren Umgebung von Abakan aber leider auch nichts weiter.

Im Altai findest Du die von Dir gewünschten weiten Hochebenen. Nur kommst Du von Abakan aus dort nicht so einfach und besonders nicht schnell hin.

Wir bereiten unsere Tour nach Tuva via „direktem Draht“ nach Kyzyl vor. Ursprünglich wollten wir mit dem Bus fahren. Aber nach letzten widersprüchlichen Auskünften dauert eine Tour zwischen 7 und 12 Stunden in ungemütlichen Bussen. Deshalb entschieden wir, uns in Abakan abholen und via Kyzyl bis zu dem Gebirge bringen zu lassen, in dem wir 14 Tage lang unsere Runde drehen wollen.

Du könntest versuchen, mehr Informationen über „khakasia-travel.ru“ oder „abakan.ru“ zu erlangen. Hier findest Du eine Vielzahl von Reisebüros mit Telefonnummern. Wie wir selbst gerade erfahren, sind gute Erfolge via Telefon mit Unterstützung eines in Deutschland lebenden Muttersprachlers zu erreichen. Dann muß man auch nicht einen Euro je gefahrenen Autokilometer (russischer Zielwert) blechen.

Glück auf dem Weg

wünscht tjungur:up:

Dominik2222
15.07.2009, 09:05
Wir sind jetzt dabei eine Wanderung direkt im Altai rund um das KurajBecken bei Aktasch zu planen.

Dazu eine Frage zur Registrierung:
Ich war zwar schon in Russland (Baikal) und habe mich damals auch immer schön brav registrieren lassen - aber meistens durch Hilfe von Locals oder durch Zufälle. So richtig verstanden habe ich das System bis heute nicht :roll:

Wie oft müssen wir uns eigentlich registrieren? In jeder Stadt in der wir übernachten? Was ist, wenn wir 4 Tage im Zelt übernachten und dementsprechend keine Registrierung durchführen können?
Wir haben "nur" ein Touristenvisum organisiert von einerm Touribüro (ebenfalls mit Einaldung von dort). Würde man so überhaupt eine Zulassung im Altai bekommen?


Viele Grüße und Danke für die Hilfe
Dominik

Tjungur
19.07.2009, 18:14
Hallo Dominik,

hab mir "Euer" Ziel - Tal mal in Earth angesehen. Gut, die Interessen und Möglichkeiten sind ja immer verschieden, aber ich würde von Aktasch aus einen Trip direkt nach Süden in das Mashey Tal vorziehen; dort scheint es hochgebirgiger zu sein.

Keine Ahnung, was geschieht, Ihr meldet Euch nicht an und werdet ohne Propusk kontrolliert. Gehört haben wir schon von Gebührenzahlungen bis ein - zwei Tagen Arrest. Jedenfalls kann es Ärger geben - Du kennst ja die gelegentlich überschäumende Bürokratie unsere russischen Freunde. Vor unseren Touren im Altai meldeten wir uns immer! in Gorni Altaisk an (mit einheimischer Unterstützung). Wir waren auch schon in Aktasch und wollten von dort weiter bis Beljatschi, um uns dann von dort, also aus südlicher Richtung kommend bis nach Tjungur durchzuschlagen. Dafür benötigten wir eine Anmeldung beim Militär in Aktasch und bekamen diese nicht! Der uns begleitende Fahrer, ein Russe, riet uns ab, dem entgegen zu handeln.

Also konkret kann ich nicht sagen, was geschieht, wenn man in Russland "unangemeldet" aufgegriffen wird, aber mein auf verschiedenen damit verbundenen Erfahrungen beruhendes Gefühl (u. a. kleiner "Trödel" auf Kamtschatka) sagt mir, mit der Anmeldepflicht sollte man als Tourist in Russland nicht ganz fahrlässig umgehen. Direkt nachgefragt wurde bei uns bisher zwei Mal in zivilen Situationen und zwei mal bei der Überschreitung der Linie des Grenzgebietes vom Militär. Das war auf dem Weg von Gorni Altaisk nach Tjungur. Kann sein, Ihr müsst auf dem Weg nach Aktasch auch einen "Schlagbaum" überqueren, dann geht ohne Propusk nichts! Vielleicht versucht Ihr es mit einem kleinen Touristik - Büro vor Ort - die Leute dort können Euch bestimmt weiterhelfen. Oder Ihr versucht halt Euer Glück....Tut mir leid, hier nicht präzieser antworten zu können.

Glück auf dem Weg wünscht "tjungur":up:

laranja
21.09.2009, 16:22
Du hast Recht, die Reiseveranstalter sind überwiegend Strolche - entweder Du nimmst eine Pauschaltour oder Du bis für die Typen nicht interessant. Den kleinen Service gibt es wohl nicht!

... und nach meinen Erfahrungen mit sibtours bzw. sayanring (Tuwa, Kysyl, Bij-Hem Camp) würde ich zumindest von diesen beiden Reiseveranstaltern dringend abraten, der Ärger ist dort einfach vorprogrammiert.

Das fängt schon damit an, dass sibtour für ein Taxi vom Flughafen in die Stadt 65 Euro ohne Guide bzw. 80 Euro mit Guide kassieren will. Der Bus kostet für zwei Personen 90 Rubel und ein normales Taxi kostet 800 Rubel. In diesem Stil geht es dann auch munter weiter.

Weder die Unterkunft wurde in der gebuchten und zugesagten Form zur Verfügung gestellt, noch wurde das gebuchte Programm durchgeführt. Die Unterkunft (Jurte) wurde offensichtlich mehrfach verkauft. Als ein Reisebus ankam sollte unsere Gruppe erst mal einen Tag mit dem Zelt in die Berge fahren. Aus dieser EINEN Übernachtung im Zelt wurden dann FÜNF, wir waren weder dafür ausgerüstet noch hatten wir entsprechende Kleidung dabei. Wir wurden permanent hingehalten und verschaukelt.

Das Reiseprogramm hatte mit der durchgeführten Reise wenig Gemeinsamkeiten.
Bei dem Versuch das Problem zu klären stellte sich heraus, dass sayan ring das im Internet angebotene Programm “Perle Tuwas” überhaupt nicht realisieren kann und die Managerinnen von sibtour schon vor langer Zeit darüber informiert hat. Die Internetseite weckt also völlig falsche Erwartungen. Die Veranstalter sind unprofessionell und absolut intransparent. Die Reise ist gemessen an der tatsächlich erbrachten Leistung ziemlich überteuert.
Gruß

rolfant
13.10.2009, 13:13
Ich kann die Empfehlung für diese Regionen nur unterstützen, war u.a. mit dem Rad dort und hatte fast nur pos. Erlebnisse.
Bitte denkt an die Permitbeantragung für das Beluchagrenzgebiet mind. 6 Wochen vorher!

Gruss
Roland