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Vollständige Version anzeigen : Versicherung für Island-Nordsüd-Solo


Dominik
28.01.2004, 16:39
Wenn mein Studium es zulässt, ist eine Nord-Süd Überquerung Islands im Sommer geplant. Bin über den DAV versichert ... würde aber gerne bez. Suche, Rettung usw eine zusätzliche Versicherung abschließen, oder bin derzeit am Überlegen.

Welche Versicherungen könnt Ihr empfehlen, die DIES auch macht. Hab ne Menge angefragt und fast nur absagen bekommen.

Dieter
28.01.2004, 20:35
Hallo Dominik,

habe Island (zumindest das Hochland schon einige Male überquert (solo) und auch auf abgelegenen Routen. Ich habe auch nur den üblichen DAV Versicherungsschutz Was mir aber wichtiger erscheint als eine Versicherung, ist einzelne, kritische. Tourenabschnitte vorher bei der Rettungsoganisation Landsbjörg anzumelden. und die Route anzugeben. Die haben ein computergestütztes Alarmierungssystem eingerichtet, das die Rückmeldungen kontrolliert. ¤*#

Sollte man überfällig sein wird die Suche ausgelöst. Meines Wissens nach ist noch niemand für die Kosten einer Suche oder Bergung zur Kasse gebeten worden. ¤*#Das schloß auch Hubschrauberbregungen mit ein. ¤*#In Island ist die Hilfsbereitschaft in Notfällen sehr viel ausgeprägter als bei uns. ¤*#Als Seefahrer- ¤*#und Fischernation haben sie da eine besondere Tradition.

Ein perönliches Vorstellen und eine Beratung mit den Leuten von Landsbjörg ist die beste Versicherung - und kostet nicht einmal etwas.

Viele Grüße (wo soll's denn lang gehen?)

Dieter
http://www.isafold.de

Dominik
28.01.2004, 21:18
Nabend Dieter,

geplant war die Sache schon ein wenig länger, nur komm ich mit meinem Zeitmanagement nicht immer richtig hin.

Ich hab Dich diesbez. schon vor längerer Zeit mal per Email angeschrieben und wollte das eigentlich demnächst mal wieder tun. Dass Du Dich nicht mehr an mich erinnerst....tztzt. >:( ;D

Also meine Planungsphase soll eigentlich folgendermassen ablaufen:
Kartenmaterial besorgen über die bevorzugte Route. Dann jeden Streckenabschnitt individuell ins Auge fassen und Schwierigkeiten/Leichtigekeiten gegeneinander abwiegen. Danach die Teilabschnitte wieder ins Ganze fassen und ein Fazit ziehen.
Wenn Bedarf, würde ich die Teilabschnitte hier ins Forum posten, ansosten per Mail pers. an Dich, Dieter. ;)

Thomas
29.01.2004, 09:54
@Dominik: Das alles dürfte über den DAV bzw. dessen Versicherung abgedeckt sein! Ansonsten kannst du ja die Versicherung mal anrufen (Nummer steht hinten auf dem DAV-Ausweis drauf).

@Dieter: Mein Vater hat auch Süd-Nord-Durchquerung im Winter gemacht und ist in nen üblen Sturm gekommen (hat sein Keron3 GT praktisch auseinander genommen, schön in einzelne Teile ;D). Mußten in einem Gewaltmarsch zur nächsten kleineren Siedlung laufen, die Leute waren echt super freundlich und hatten ihm richtig gut geholfen, in Rejkjavik haben die dann in einem Kloster kostenlos übernachtet ;)

Grüße

Thomas

Dominik
29.01.2004, 15:40
@Dominik: Das alles dürfte über den DAV bzw. dessen Versicherung abgedeckt sein! Ansonsten kannst du ja die Versicherung mal anrufen (Nummer steht hinten auf dem DAV-Ausweis drauf)

Hmm, nein. Ich hab den DAV angeschrieben und die haben mir eine TelNummer gegeben, wo ich anrufen muss und abklaeren soll, ob meine Tour unter den Status "Expedition" faellt.
Wenn ja, bin ich nicht versichert, da die DAV-Versicherung anscheinend keine Expeditionen versichert, klar, warum auch.
Naja, also wird alles von diesem Menschen abhaengen, der da an der anderen Leitung hockt ...

Dieter
29.01.2004, 21:28
Hallo Dominik,

dachte mir schon, daß Du es bist ¤*#;)
Dann mach halt nur nur ne Wanderung. Der Begriff Expedition gehört meiner Meinung nach eh in ¤*#der Mottenkiste versenkt. War früher, so weit er nicht wissenschaftlich motiviert war, fragwürdig und ist heute dem Bereich Marketing zuzuordnen.

@Thomas:
Island kann jedes Zelt kleinkriegen. Bei bisher so an die 200 Zeltnächten im Hochland habe ich satistisch gesehen wohl nur Glückgehabt ¤*#::)

Dieter

Thomas
29.01.2004, 22:57
@Dominik: Also, der DAV wird das NIEMALS als Expedition anerkennen ;D Es gibt ja viele Definitionen, und ich stimme im übrigen mit Dieter überein, dass heute das Wort Expedition eigentlich nicht mehr zutreffend ist, aber keine wird auf eine Island-Durchquerung passen, dazu ist es eine zu einfache und zu zivilisierte Wanderung!

Grüße

Thomas

Dominik
30.01.2004, 01:21
dazu ist es eine zu einfache und zu zivilisierte Wanderung!
Naja, ich kann mir schon eine gemütlichere Wanderung vorstellen. Ein Spaziergang wird das net. Zudem ist das Hochland kein einfaches Territorium, das hat mir so ziemlich jeder gesagt, der dort länger unterwegs war.

Aber dass Ihr das mit dem Exped. Status auch so seht, beruhigt mich. Dann müsste die DAV-Versicherung doch reichen und man kann schon wieder Kosten sparen. ;D

Wäre auch ¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#, ich mein, ich will net expeditionieren *grins*, sondern einfach mal Island kennelernen.,

Thomas
30.01.2004, 08:26
@Dominik: Ich wollte die Tour jetzt auf gar keinen Fall herunterschätzen, ist sicherlich eine schwere Trekkingtour auf die man sich in jeder hinsicht gut vorbereiten muss. Nur wollte ich einen Vergleich ziehen zu dem, was DAV sonst als Expedition angeht (7000-er Besteigungen, Baffin-Island, etc.).

Grüße

Thomas

Andreas
30.01.2004, 08:47
Hallo,

Ich bin der Meinung, dass das, was vom DAV als Expedition bezeichnet wird, nicht immer logisch nachvollziehbar ist.

Wie Dieter sagt, ist es heute wohl mehr ein Marketingbegriff. Wenn eine Trekkingtour, sobald sie durch unbewohntes Gebiet führt, als Expedition betitelt wird, will man damit sicher einfach nur mehr Kunden requirieren ('Wow, du warst auf einer Expedition?' / manchen imponiert das). Ein finanzieller Aspekt ist sicher auch dabei: Bei gleicher Leistung kann man als Agentur für eine 'Expedition' sicher mehr verlangen, als wenn die Tour unter dem Begriff 'Trekking' läuft.

Und angesichts der totalen Kommerzialiserung einer Everestbesteigung beispielsweise, wo man sich den Gipfel um 70.000 Euro oder so 'erkaufen' kann, würde ich sogar eine solche nicht mehr als Expedition betiteln.

nur mal so meine Meinung (sorry, wenn ich vom eigentlichen Thema abwich),
Andreas

Thomas
30.01.2004, 11:12
Ob es noch Expeditionen gibt und wie weit der Begriff heute noch aktuell ist, ist nun mal ein anderes Thema. Aber wenn der DAV eine längere Trekkingtour in Nordeuropa als Expedition bezeichnet und daher nicht ohne Zusatzkosten versichert, dann kommt ja jeder Trekker in Europa nicht mehr in den Genuß der eigentlich recht preisgünstigen DAV-Versicherung. Mein Vater hat sich vor 5 Jahren auch bezüglich seiner Winter-Durchquerung deswegen erkundigt (war aber damals eine andere Versicherungsgesellschaft, die das für den DAV übernommen hat). Da hat man dem auch gesagt, dass das noch etwas weit weg ist von dem, was die "Versicherungsmäßig" als Expedition ansehen!

Grüße

Thomas

Dominik
30.01.2004, 13:14
Nein, also als Expedition im richtigen Sinne würde ich das auch nicht bezeichnen. Für mich persönlich auf jeden Fall ... ich laufe alleine, unbekanntes schwieriges Gebiet, problematische Wetterverhältnisse usw ...
Fazit: Ich persönlich hab komischerweise einen Höllenrespekt vor der Insel und seh das so als mein kleines Unternehmen an. ::)

Aber zu Vergleichen mit anderen Unternehmungen ist das nicht. Warum auch, ich mach es für mich und nicht um den Statuswillen.

Das mit dem kommerziellen Aspekt kann ich absolut unterstützen. "Expedition" hört sich krass an, von daher springen die Leute drauf an. im Endeffekt ist es dann irgendeine Touritour. >:(

Thomas
31.01.2004, 11:00
Nein, also als Expedition im richtigen Sinne würde ich das auch nicht bezeichnen. Für mich persönlich auf jeden Fall ... ich laufe alleine, unbekanntes schwieriges Gebiet, problematische Wetterverhältnisse usw ...
Fazit: Ich persönlich hab komischerweise einen Höllenrespekt vor der Insel und seh das so als mein kleines Unternehmen an. ¤*#::)

Warum "komischerweise"? Das ist aus meiner Sicht genau DIE richtige Einstellung. Man sollte immer Respekt vor dem Wetter und der Natur haben, insbesondere wenn man in extremere Gegenden fährt. Ich z.B. fahre dieses Jahr nach schwedisch Lappland um dort von Abisko nach Kvikkjokk im März zu laufen. Klar, die Tour ist für viele nur ein billiger Touriweg, den die als Hüttentour machen. Ist aber für mich meine erste richtige Wintertour (ich gehe aber mit Zelt, keine Hütten). Durch die extreme Witterung dort habe ich auch sehr viel Respekt vor dem Wetter und entsprechend versuche ich mich, auch mental, darauf vorzubereiten. Ich glaube, dass solche persönlichen Erlebnisse mehr Abenteuer für einen sind als wenn man bei Hauser Exkursionen oder DAV Summit Club eine vermeindliche "Expedition" bucht, die dann, wie du schon richtig angemerkt hast, nur eine 0815-Touritour ist!

Grüße

Thomas

Dieter
31.01.2004, 11:27
Hallo,

Mit "Respekt" ist ein zentraler und sehr wichtiger Begriff genant worden. Respekt vor der Natur und auch für das soizale und kulturelle Umfeld ist das was den bewußt Reisenden vom Touri unterscheiden sollte.

Versicherungstechnisch würde mich die Definition der Begriffe "europäisches Ausland" und "Expedion" interessieren. Kulurgeographisch gesehen ehört Isalnd zu Europa. Naturgeographisch und Geologisch gehört es aber nicht zum europäischen Kontinent.

Kleiner Hinweis in eigener Sache: habe gerade einen neuen Islandreisebericht über eine Tour zum Nordostrand des Vatnajökull ins Netz gestellt.
http://www.isafold.de/bruarjokull03/default.htm

Dieter