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Vollständige Version anzeigen : Tollwutimpfung indien / Ladakh


pauli2040
06.06.2005, 10:18
hallo, ich habe mal gelesen, das die meisten tollwutfälle in indien vorkommen, ich fahre einige wochen nach indien und nach ladakh, ist es da zu empfehlen sich auch gegen tollwut impfen zu lassen? und weiß jemand wie teuer die impfungen sind?
was würdet ihr sonst noch zum impfen empfehlen?:confused:

ritter_chu
06.06.2005, 17:41
hallo,

ich habe auch gehört dass es mit der Tollwut in Indien ganz schlimm aussieht.
Bekannte die schon mal dort waren habe erzählt dass es wirklich sehr viele
streunende Hunde gibt.

Wenn man länger in Indien verweilen will wäre es schon sehr ratsam sich auch gegen Tollwut impfen zu lassen insbesondere weil es angeblich auch nicht sehr einfach ist im Notfall an einen geeigneten Impfstoff zu kommen.

die Tollwutimpfung besteht aus 3 Teilimpfungen
Spritze 1, nach 7 Tagen Spritze 2, und nach weiteren 14 Tagen Spritze 3
(die Zeitabstände sollte man umbedingt einhalten)

mir hat man gesagt ich soll mir nach dem 1. Jahr eine 4 Spritze holen, dann
bin ich für die nächsten 3 - 5 Jahre geschützt.

gekostet hat das ganze (in Österreich) ca. 60 € pro Spritze und ohne Ambulanzgebühr.



aber am besten ist es du informierst dich selber im Tropeninstitut.

lg Martin

Moni
06.06.2005, 18:05
Hallo zusammen!

Es ist immer diskutabel, ob man sich gegen Tollwut (Rabies) impfen lassen soll oder nicht. Wichtig dabei ist aber, dass man weiss, dass eine Impfung nicht gegen eine Infektion schützt. Sie verringert nur die Massnahmen, die nach einem Biss von einem potentiell infizierten Tier getroffen werden müssen. Konkret heisst das, dass man in einem Gebiet, wo Tollwut vorkommt, nach einem Tierbiss sowieso zum Arzt muss. Der entscheidet dann, ob er die sogenannte "postexponentielle Prophylaxe" durchführen will oder nicht. Das bedeutet ungeimpft mehrere Impfungen an verschiedenen Tagen und die Injektion eines Immunoglubulins (= Antikörpers) gegen das Tollwutvirus. Ist man bereits geimpft, braucht es weniger Dosen der Impfung und gar kein Immunoglobulin. Dies kann ein Vorteil sein, denn gerade dieses Immunoglobulin ist nicht überall verfügbar.
Wichtig nach einem Biss ist sofortiges Auswaschen der Wunde, blutet sie unbedingt bluten lassen, und danach gut und lange desinfizieren.
Ich war schon zwei Mal in Indien, habe mich nicht impfen lassen und kam auch nie in eine "gefährliche" Situation. Ich denkeaber , es ist sehr persönlich, ob man es machen will oder nicht.

Gruss, Moni

pauli2040
06.06.2005, 21:11
ich dank euch für die schnellen antworten;)

werd mir die sache durch den kopf gehen lassen.
wies aussieht ist s auch keine billige sache. und ich schätz wird auch in deutschland nicht von der kasse bezahlt.:(
hab ja noch 152 tage bis abflug, da hab ich ha noch zeit.

Dana
09.06.2005, 11:14
Hallö,
Fahre ja auch bald und habe mich auch Impfen lassen, ist zwar eine kostspielige Sache aber es geht schließlich um die eigene Gesundheit.
Indien ist das Land mit den meisten Tollwutfällen auf der ganzen Welt.
In keinem anderen Land sterben jährlich so viele Menschen an Tollwut wie dort.
Da sollte man es sich vielleicht doch mal überlegen und ein paar Euros dafür locker machen.

Schöne Grüße

Dana

p.s. Eine spritze kostet ca. 50 Euro ( in Deutschland )

gege
09.06.2005, 20:13
Hallo,
stimmt, Indien ist das Tollwutland schlechthin, 90% aller Todesfälle weltweit (70.000/Jahr) kommen aus Indien. Allerdings erkranken Touristen eher selten, in Österreich z.B. gab es in den letzten 30 Jahren einen Tollwutfall (2004, Marokko Tourist).

@ Moni: stimmt, man muss auch als geimpfte Person nach einem Hundebiss zum Arzt aber: in Indien gibt es oft keine Tollwutimpfstoffe oder es gibt noch die alten, ganz schlecht verträglichen bei denen es häufig zu Enzephalopathien (Erkrankungen des Gehirnes) und immerhin auf 1500 Impfungen zu einem Todesfall kommt.
Ist man aber geimpft, hat man mehr Zeit sich eine sichere postexpositions Prophylaxe ("Impfung danach") zu organisieren.
Die Impfung nach verdächtigem Kontakt wird übrigens deshalb empfohlen, weil man kein Risiko eingehen will, denn auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass eine geimpfte Person an Tollwut erkrankt sehr gering ist, wird man angesichts der Tatsache, dass die Tollwuterkrankung mit Sicherheit tödlich verläuft, kein Risiko eingehen.
Hat man allerdings eine problematische Situation z.B. in Insien erlebt, kann man als Geimpfter wesentlich relaxter an die Sache herangehen.

Grüße, Gerhard

volker
10.06.2005, 08:20
Hallo,

als vor vier Jahren "Gebissener" möchte ich nun auch meinen Senf zum Thema beitragen: Ich bin in Haridwar von einem Affen gebissen worden und habe erst nach einem Apothekenbesuch erfahren, wie hoch das Tollwutrisiko ist!

Im nächsten Krankenhaus habe ich dann die erste Rabbis-Spritze bekommen (man kann auch nach einem Biss geimpft werden, nur bekommt man dann insgesamt 7 Spritzen - auf 3 Monate verteilt, zu Beginn sehr häufig, dann werden die Zeitabstände immer länger). Da ich nun nicht monatelang in Haridwar bleiben wollte, bin ich weitergereist und habe wirklich in den kleinsten und letzten Dörfern meine nächste Spritze erhalten!!!
Ich kann also wirklich nicht bestätigen, dass der Impfstoff z.T. schlecht zu erhalten ist.
Der Impfstoff kostete 220 Rupies (rund 5 - 6 Euro) incl. einer steril verpackten Spritze, die sofort nach Gebrauch vor meinen Augen zerstört wurde (Nadel umgebogen und abgebrochen).
Die Impfung erfolgt direkt in den Apotheken, alle Apotheker können gut und recht schmerzfrei Spritzen setzen (was man von deutschen Ärzten nicht sagen kann)!

Nicht beurteilen kann ich natürlich, ob dieser Impfstoff wirklich "schlechter" ist als der in der EU verkaufte (er kam aber laut Aufschrift aus der Schweiz!).
Das größte Problem scheint mir aber die Frage der Kühlkette, d.h. der Imstoff muss immer kühl (ich glaube so um die 5 Grad Celsius) gehalten werden, was bei Stromausfällen ein echtes Problem ist. Die Apotheker versichteren mir aber, dass jeder eine Notstromversorgung (Dieselgenerator) hat.

Wie ihr seht, lebe ich noch, allerdings weiß ich natürlich nicht, ob der Affe wirklich Tollwut hatte.

Ingesamt also: Vorsichtig sein, aber keine Panik schieben. Im Notfall wird man in Indien (und ihn Nepal, wo ich meine Impfungen fortgesetzt habe) sehr gut, sehr hilfreich und sehr freundlich versorgt.

Volker

Moni
10.06.2005, 10:13
Hallo Volker!

Herzlichen Dank für Deinen Bericht! Sehr interessant finde ich auch, dass der Impfstoff wahrscheinlich aus der Schweiz stammt! Ich kann mir aber trotz Deinem Erlebnis vorstellen, dass es Gebiete gibt, in denen man die Impfung nicht so locker bekommt. Und wie Du sagst, die Kühlkette. Eine Bekannte, die in Delhi lebt, hat mir erzählt, dass bei über 30 Grad Hitze (medizinische) Personen an ihrer Tür geklopft hatten, die ihr Kind gegen TB impfen wollten und den Impfstoff in einer Plastiktüte bei sich hatten.
Mein Eindruck bei 2 Indienreisen war aber auch, dass wir das indische medizinische Versorgungssystem z.T. unterschätzen- wie auch Dein Apothekenbericht zeigt (bin selbst u.a. Apothekerin und würde gerne den Leuten die Impfungen spritzen :-)). Wir hatten einen Unfall und mussten die Wunde nähen lassen. Der Arzt kam sofort mit einer steril verpackten Einzelspritze gegen Tetanus (die wir nicht brauchten, in die ich aber sofort Vertrauen gehabt hätte). Zudem wurde auch das Nähen der Wunde und bei einem anderen Arzt das Versorgen einer infizierten Wunde sehr sauber durchgeführt.

Moni

gege
10.06.2005, 10:29
Hallo,

Nicht beurteilen kann ich natürlich, ob dieser Impfstoff wirklich "schlechter" ist als der in der EU verkaufte (er kam aber laut Aufschrift aus der Schweiz!).


Volker Hallo Volker,

die alten, problematischen Impfstoffe die ich meinte werden subcutan, also unter die Haut in die Bauchdecke gespritzt und nicht wie die neuen in den Oberarm. Dein Impfstoff war, wenn er in der Schweiz erzeugt wurde und noch nicht abgelaufen war sicher nicht schlechter als ein in Europa verkaufter.

Grüße, Gerhard