Vollständige Version anzeigen : Nord-Myanmar - Myanmar Himalaya
Flugente
10.05.2005, 06:43
Hallo,
Seit Jahren schon versuche ich Infos über Reise-und Trekkingmöglichkeiten in Nord-Myanmar im Bereich der Tibet-Grenze zu bekommen bzw. über Treks in Tibet im Bereich der Myanmar-Grenze. Wer weiß was???
Hallo Flugente,
willkommen erst einmal.
Nordmyanmar ist Sperrgebiet, wenn überhaupt kommt man an einzlene Stellen/Orte nur organisiert und mit Aufpasser, die die Bewegungsmöglichkeiten ihrer Gäste stets versuchen sehr restriktiv zu handhaben.
Grundsätzlich ist Reisen auf eigene Faust in Myanmar zwar möglich, aber schwierig, da die innenpolitische Situation es für die Einwohner es fast schon gefährlich macht, Einzelreisenden auch nur zu helfen. Auch wenn es bei mir schon ein paar Tage her ist, dass ich dort war, an dieser Situation dürfte sich nicht viel geändert haben - leider.
Lieben Gruß
Karin
wanderer
10.05.2005, 22:11
Hallo Flugente,
ich war im Januar 2002 in Myanmar. Ausserhalb der "Touristenroute" Yangon-Mandalay-Bagan-Inle-Yangon darfst du nur mit mit Permission. Wo du die bekommen kannst weiss ich nicht, soll aber grundsätzlich möglich sein (Habe in Mandylay einen Traveller getroffen der in den Norden wollten um sich dort eine riesige Eisenbahnbrücke anzusehen).
Unter der aktuellen Sicherheitslage würde ich in Myanmar kein Risiko eingehen. Die Sicherheitsorgane sind momentan bestimmt wiedermal sehr sensibel.
Aktuelle und offizielle Hinweise findest du hier:
http://www.eda.admin.ch/eda/g/tool/cont_travad/myanm.p.html
http://www.bmaa.gv.at/view.php3?f_id=2288&LNG=de&version=&dv_staat=117
http://www.auswaertigesamt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=4&land_id=117
Viele Grüsse
Ralph
Hallo Flugente,
Ich habe mich schon gefragt, wann einmal ein Thread zu jenem Stück Himalaja auftaucht, welches immer vergessen wird. Denn auch Myanmar hat Anteil am Himalaja.
Vor kurzem hatte ich mich genau mit jener Gegend beschäftigt und versucht, heraus zu finden, wie die derzeitige Situation ist. Und das ist, was ich erfahren habe:
Der nördlichste Bundesstaat von Myanmar heißt Kachin und ist jener, der an einem interessanten Teil des Himalaja Anteil hat. Die lokale Bevölkerung sind die Kachin, welche einen tibeto-birmanische Sprache sprechen. Die Kachin sind mit den Tibetern verwandt.
Das lokale Zentrum heisst Putao, wo es einen Flughafen gibt. Auch mit dem Bus / Jeep kann man es erreichen (siehe angehängte Karte). Nördlich von Putao gibt es anscheinend (?) keine Straßen mehr, oder nur ansatzweise und man muss (darf :-)) trekken.
Um Kachin bereisen / erwandern zu dürfen, bedarf es einer Spezialgenehmigung: »Traveller to enter the Myanmar Himarayas is required to apply for an official permission by the Myanmar's Ministry of Defence. Need your passport number and name 1 month prior to your arrival.« Vorerst geht das nur über eine Agentur. Angeblich soll es künftig auch individuell für Kleingruppen gehen. Adresse des Ministry of Defence habe ich keine!
Der höchste Berg ist der 5881 m hohe Hkakabo Razi, direkt an der Grenze zu Tibet. Man kann bis zu seinem Basecamp trekken (retour von Putao mind. 40 Tage). Interessanterweise kann man in vielen Dörfern bei Familien übernachten, ohne dass es ein explizites Home-Stay-Programm gäbe. Aber da (bislang) ohnehin eine Agentur nötig ist, wird sicher für Übernachtungen gesorgt. Es gibt kaum gute Bilder vom Hkakabo Razi. Das ist das, was Google ausspuckt: http://images.google.de/images?q=hkakabo+razi&hl=de
Eine sehr interessante, schon recht gut beschriebene Trekkingtour gibt es weiter südlich, ebenfalls von Putao aus: Mt. Phon Kan Razi Trek. Eine Karte dazu findet ihr hier (http://www.hsdejong.nl/burma/putao/target_images/map_mt_phon_kan_razi_trek.jpg) (Achtung: Süden liegt oben!). Der Trek führt zur indischen Grenze (Arunachal Pradesh). Hier gibt es in vielen Dörfern sogar schon Guesthouses (Lodges!). Eine wirklich ausgezeichnete Seite über diesen Trek mit schönen Bildern findest du hier: http://www.hsdejong.nl/burma/putao/phon_kan_razi_trek.html
Andreas
PS: Thema wird ins Teilforum »Südostasien« verschoben (ins Tibetforum passt er irgendwie nicht)
Hans-Wien
11.05.2005, 18:56
Hallo !
Der nördlichste,für Ausländer erlaubte Punkt,ist die kleine Stadt Putao. Allerdings ist der Aufenthalt nur !!! in diesem nicht besonders interessanten Ort erlaubt.
Zu erreichen mit Flug von Yangon über Mandalay und Myitkyina ( US 82,- ).Gebucht werden muß der Flug beim MTT ( das staatliche Myanmar Tours and Travel in der Sule Pagoda Rd. ) welche auch das Permit besorgen.
Anreise über den Landweg ist für Touristen ausnamslos verboten.
Interessant im Norden ist der 5880 m hohe Hkakabo Razi ( tib.schneeweiser Bergrücken ),Myanmars höchster,bis heute unbestiegener Berg ( 3 erfolgslose Versuche ).aber die Expeditionskosten und Permitgebühren erreichen astronomische Höhen ( fast doppelt so viel wie beim Mt. Everest ).
Bei einer,auch individuell möglichen Tour nach Osttibet Kham,zum Meili Xuh Shan ( tib. Kawa Kapo ) kommt man sehr nahe zur Grenze ,über die tibetische Händler chin. Waren nach Myanmar schmuggeln.Inwieweit der Grenzübergang illegal möglich ist,möchte ich nicht kommentieren,die Grenze ist zwar schlecht bewacht ,aber im nördlichsten Eck Myanmars erwartet dich menschenleerer Urwald.
Grüße Hans-Wien
Flugente
12.05.2005, 19:32
Hallo!
Schau gerade mal im Forumvorbei,erwarte nicht viel und finde wahre Tipp-Schätze von Euch! Der reine Wahnsinn, denn so viel habe ich bislang noch nie über Nord-Burma gehört, und nun werde ich die kommenden Tage erst einmal damit verbringen, den Tipps nachzugehen, natürlich intensiv zu träumen und -vielleicht zu planen.
Werde Euch auf auf dem laufenden halten und möchte noch einmal mein Riesen-Dankeschön aussprechen!!!
Die Flugente
Hans-Wien
17.05.2005, 08:20
Hallo Flugente !
Damit du von deiner Flugbahn nicht abstürzt und deine Träume auch zu verwirklichen sind,noch eine Bemerkung !
Das Militär in Myanmar ist derzeit sehr nervös und wenn du überlegst illegal in den Norden zu reisen,könnte dir schnell eine Anklage wegen Unterstützung der Rebellen in diesem Gebiet drohen,dessen mußt du dir bewußt sein !
Aber auch die für Ausländer offenen Gebiete sind traumhaft schön.Ich war vor kurzem wieder für einige Zeit im Dorf Nyaung Shwe am Inlesee und habe nach den vielen verlorenen Paradiesen in Asien,wieder ein neues gefunden.
Grüße Hans-Wien
MIt großem Interesse habe ich diesen Diskussion durchgelesen. So kommt man direkt auf Ideen. Danke an alle! Musste ich nur mal los werden!
Rolf
laura kipling
05.01.2006, 07:29
Hallo zusammen,
werde in Kürze nach Burma abreisen und von Putao aus 6 Tage durch die Gegend trekken. :-)
Werde dann darüber berichten!
Freue mich schon sehr!
LG
Laura
Hallo Laura,
Ich freue mich auf deinen Bericht! Geht ihr auf den Phonkanrazi?
Andreas
hallo flugente,
beim suchen nach neuen zielen bin ich auf die mehr als 1 jahr alte diskussion gestossen - da wir von Arunachal Pradesh aus sehr an maymar herangekommen sind und ich mir vorstellen koennte, das die landschaft auf der anderen seite (norden myamars) aehnlich faszinierend sein kann, wie auf der indischen seite, versuche ich seit einiger zeit an mehr infos ueber den norden myamars heranzukommen. es ist sicher richtig, das es auch im sueden interessante ziele und faszinierende orte gibt, aber mich zieht es halt doch mehr in die bergregionen und ich/wir moechten ohne guide trekken.
deshalb die frage - wie sieht die aktuelle situation aus - kann man wieder in den norden reisen/ fliegen und sich dort relativ frei bewegen und woher koennte man das permit bekommen. wer war vielleicht 2006 in der gegend und weiss, wie weit die monsunzeit in den otkober hinein andauern kann.
danke!
omamone
rovebeetle
07.02.2007, 16:31
Ohne Guide trekken kannst du im Kachin State vergessen. Ich arbeite offiziell als Biologe in Myanmar (bisher 9 Mal dort) und war 2001 in Putao. Soweit ich mich erinnern kann braucht man schon ein Permit um überhaupt nach Putao zu fliegen (wurde beim einchecken am Flughafen in Myitkyina verlangt). Mittlerweile kann man (wenn auch nur in der Trockenzeit) auch auf dem Landweg nach Putao gelangen. Die Strasse über Sumprabum möchte ich mir allerdings nur antun wenn ich sehr viel Zeit habe und da meine Forschung meistens einen Aufenthalt am Beginn der Regenzeit bedingt kommt das sowieso nicht in Frage.
Von Putao aus gibt es noch eine kurze (etwa 14km lange) asphaltierte Strasse nach Mularshidi sowie eine (in der Regenzeit nicht ratsame bis unpassierbare) Strasse nach Naungmon - liegt im nächsten Tal nach Osten welches zum Hkakabo Razi führt und ist sozusagen das Tor zum Hkakabo Razi Nationalpark. Übrigens - entgegen eines der obigen postings wurde dieser höchste Berg Myanmars 1996 erstbestiegen (von einem Japaner).
Generell habe ich die Kachin als extrem freundlich und unaufdringlich in Erinnerung.
Werde wahrscheinlich nächstes Jahr die Hponkan Razi Tour machen (heuer ist der Mt. Victoria in den Chin Hills dran), mit offizieller Forschungsgenehmigung des Forest Ministery, aber das Permit um dorthin zu reisen lasse ich mir von einer lokalen Travel Agency (SST) besorgen, weil die Natur and Wildlife Conservation Division des For. Min. zu faul dazu ist. Ich habe mit SST schon des öfteren zusammengearbeitet und bin bis jetzt nicht enttäuscht worden. Ausserdem unterstützt diese Agency aktiv Naturschutzprojekte und kooperiert mit BANCA (sozusagen der burmesische Ableger von Birdlife International).
Grundsätzlich kann man mit dieser Agency überall in Myanmar hin ausser den Gegenden die ein enormes Sicherheitsrisiko darstellen: Grenzgebiet zu Thailand wegen des Konflikts mit den Karen und Mon und die Grenze zu China wegen Schmuggelaktivität.
Zur Zeit ist auch das Nagagebiet (an und für sich eine der Attraktionen von SST) im oberen Chindwintal etwas problematisch weil die burmesische Armee Operationen gegen Stützpunkte indischer Naga-Rebellen auf burmesischem Gebiet durchführt.
Für weitere Informationen stehe ich gerne zur Verfügung.
lg
Harald
Hallo Harald,
danke erstmal fuer die vielen infos - schoen zu lesen, das man ueberhaupt als auslaender nach norden kommt. obwohl man ja nie genau weiss, wie dann die aktuelle politische situation aussieht. da wir wahrscheinlich nur wenig zeit haben, werden wir wohl nach putao fliegen muessen. sind aber noch veim plaeneschmieden. deshabl auch noch ein paar fragen :roll:
ich find prinzipiell den gedanken, mit einer lokalen agentur zusammenzuarbeiten, die auch naturschutz-projekte im eigenen land mit unterstuetzt, gut - nur: heisst mit guide reisen in myamar auch, das wieder ein koch, kochgehilfe... mit dabei sind, an deren rhythmus man sich anpassen muss?
gibts eigentlich kartenmaterial aus der gegend? und hast du eine zeitvorstellung (oder distanz-vorstellung) , wie lange man von putao aus bis in die bergregion braucht - heisst es, nach 14km asphalt ist generell schluss oder kann man mit einem fahrbaren untersatz auf einer schotterpiste weiter kommen???
c.u.
omamone
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