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Vollständige Version anzeigen : 2-wöchige, günstige Wandertour für Anfänger


T0m
05.05.2005, 13:43
Hallo!

Ich plane für diesen Sommer mit einem Freund eine ca 2-wöchige Wandertour. Wir können beide nicht unbeding auf einen reichen Erfahrungsschatz für solche Touren bauen und suchen daher ein paar gute Tipps, den Ort und die Ausrüstung betreffend.

Es sollte ein schönes, naturbelassenes Waldstück oder auch Gebirge sein, dass nicht zusehr von Touristen besucht ist. Da wir beide studieren sind die finanziellen Mittel auch eher gering. Wir könnten mit einem Auto anreisen, es sollte aber nicht viel weiter als eine Tagesfahrt von Osnabrück aus sein.

Hier gibts doch sicher den ein oder anderen, der unter ähnlichen Voraussetzungen angefangen hat und uns an seinem Wissen teilhaben lassen kann :)

Gruß
Thomas

ThomasFFM
05.05.2005, 17:57
Hallo!

Ja, was spricht denn gegen die Vogesen? (Das musste natürlich wieder kommen! ;) ) Ein naturbelasseneres Mittelgebirge werdet Ihr in unseren Breiten nicht finden. Und wenn Ihr die Vogesen von Norden nach Süden durchqueren wollt, könnt Ihr schon an die drei Wochen zubringen. Natürlich kann man nach Belieben verkürzen.

Meistens übernachtet man - zumindest in den Nord- und Mittelvogesen - in so genannten Gîtes d'étapes. Das sind Gruppenunterkünfte, in denen man sich auch selbst verpflegen kann, und da sie in der Regel in Dörfern liegen, findet man immer einen kleinen Lebensmittelladen. Ich persönlich würde natürlich die leckere elsässische Küche genießen, aber man kann ja auch einen Mittelweg finden: an einem Tag selbst gemachte Spaghetti, am nächsten Ente in Preiselbeersoße...

In den Hochvogesen übernachtet man meistens in Ferme-Auberges (Almgasthöfen) mit Mehrbettzimmern oder Matratzenlagern; dort muss man Halbpension buchen, aber die ist durchaus bezahlbar.

In den Vogesen stimmt also alles: Sie sind sehr urwüchsig, und sie besitzen eine ideale Infrastruktur. Da kommt, wie gesagt, kein deutsches Mittelgebirge mit.

Natürlich kämen daneben auch die Alpen in Frage...

Wenn das was für Euch ist, fragt mir ruhig Löcher in den Bauch! Ich kenne mich sowohl in den Vogesen als auch in den Alpen ganz gut aus.

Gruß
ThomasFFM

Thomas
05.05.2005, 21:13
Ja, was spricht denn gegen die Vogesen? (Das musste natürlich wieder kommen! ;) )

:D


Natürlich kämen daneben auch die Alpen in Frage...


Fände ich in jeden Fall motivierender, zwei Wochen durch die Vogesen, naja, ich weiss ja nicht. Es gibt ja viele schöne Touren in den Alpen, die man jedem Anfänger gut empfehlen kann und die ein doch deutlich abwechslungsreicheres Panorama bieten.

Grüße

Thomas

ThomasFFM
05.05.2005, 22:00
Hallo, Thomas!

Die Vogesen nicht abwechslungsreich? Na, ich habe sie schon zweimal von Norden nach Süden durchquert, von unzähligen sonstigen Tages-- und Mehrtagestouren abgesehen, und noch abwechslungsreicher kann ein Mittelgebirge kaum sein! Aber ok, wenn es Euch eher ins Hochgebirge zieht...

In den Alpen lebt Ihr teurer, es sei denn, Ihr schleppt ein Zelt mit; als AV-Mitglied bekommt man zwar in den Alpenvereinshütten Ermüßigungen, lässt aber immer noch mehr als genug Geld dort. Routen, auch zweiwöchige Routen gibt es dort wie Sand am Meer. Mir fiele spontan der "Traumpfad" München Venedig ein; in zwei Wochen könnte man gut vom Alpenrand (Tutzinger Hütte bei Benediktbeuern) bis Brixen (Südtirol) kommen - abwechslungsreich wäre diese Route auf alle Fälle. Der E5 ist zu überlaufen, zudem sollen die vielen E5-Wanderer stellenweise kräftig geschröpft werden. Eine Kombination verschiedener Weitwanderwege mit eigenen Kreationen wäre eine Route vom Alpenrand nach Meran - insgesamt ruhiger, aber auch dort wäre man auf Hütten angewiesen, wo man für Übernachtung, Frühstück, Abendessen (man kann ja allenfalls etwas zum Frühstücken mitschleppen!) und Getränke schon seine 25-35 € pro Tag rechnen muss - und das ist schon relativ niedrig gerechnet. Ein Billigurlaub wäre das nicht.

Wenn es keine Alpenüberquerung sein soll: Sehr urwüchsig, teilweise auch ziemlich einsam wäre das Karwendel, wo es natürlich viele Hütten mit teilweise sehr viel Betrieb, aber auch ganz urwüchsige Gegenden gibt. Geh mal auf www.steinmandl.de (http://www.steinmandl.de)! Ich wüsste schon, wie ich im Karwendel zwei Wochen ausfüllen könnte. Und wenn Ihr z. B. in Krün (einige km nördlich von Mittenwald) startet und in Scharnitz oder Seefeld aufhört (oder auch in Innsbruck), seid Ihr ganz schnell wieder beim Auto. Aber vor August kann es im Karwendel nordseitig noch harte, sehr gefährliche Altschneefelder geben.

Schau einfach mal ins Alpenforum! Da wurden z. B. auch der Adlerweg und der Nordalpenweg durch die Nördlichen Kalkalpen erwähnt; man könnte beide gut kombinieren. Sehr schön wäre z. B. eine Durchquerung von Rofan, Karwendel, Wetterstein und Mieminger Berge, vom Achensee (oder Rattenberg im Inntal) bis Ehrwald oder zum Mieminger Plateau; die Rückfahrt zum Auto wäre auch kein Problem.

Wenn Ihr Euch näher für eine Route oder ein Gebiet entscheidet, kann ich Euch gerne bei der Detailplanung helfen.

Gruß
ThomasFFM

Thomas
06.05.2005, 08:08
Die Vogesen nicht abwechslungsreich? Na, ich habe sie schon zweimal von Norden nach Süden durchquert, von unzähligen sonstigen Tages-- und Mehrtagestouren abgesehen, und noch abwechslungsreicher kann ein Mittelgebirge kaum sein! Aber ok, wenn es Euch eher ins Hochgebirge zieht...

Na, ich würde ja nie daran zweifeln, dass die Vogesen ein durchaus interessantes Mittelgebierge sind. Die deutschen Mittelgebierge sind ja zum größten Teil so stark bebaut und begangen, dass dort Wandern zumindestens mir kaum Spaß macht.


In den Alpen lebt Ihr teurer, es sei denn, Ihr schleppt ein Zelt mit; als AV-Mitglied bekommt man zwar in den Alpenvereinshütten Ermüßigungen, lässt aber immer noch mehr als genug Geld dort. Routen, auch zweiwöchige Routen gibt es dort wie Sand am Meer. Mir fiele spontan der "Traumpfad" München Venedig ein; in zwei Wochen könnte man gut vom Alpenrand (Tutzinger Hütte bei Benediktbeuern) bis Brixen (Südtirol) kommen - abwechslungsreich wäre diese Route auf alle Fälle. Der E5 ist zu überlaufen, zudem sollen die vielen E5-Wanderer stellenweise kräftig geschröpft werden. Eine Kombination verschiedener Weitwanderwege mit eigenen Kreationen wäre eine Route vom Alpenrand nach Meran - insgesamt ruhiger, aber auch dort wäre man auf Hütten angewiesen, wo man für Übernachtung, Frühstück, Abendessen (man kann ja allenfalls etwas zum Frühstücken mitschleppen!) und Getränke schon seine 25-35 € pro Tag rechnen muss - und das ist schon relativ niedrig gerechnet. Ein Billigurlaub wäre das nicht.

Warum lebt man in den Alpen den teurer als in den Vogesen? Die Übernachtung in den Alpen ist auf den Hütten im Lager ja auch nicht sooo teuer. Ich schleppe auch immer das ganze Essen mit, soviel ist das ja nun auch wieder nicht. Mit kleinem Gaskocher und Topf plus Essen für drei Tage kommt man auf einer Hüttentour mit zwei Personen vielleicht so auf 12kg Gepäck. Also, dass ist ja doch ein Fliegengewicht :D Und im nächsten Dorf kann man wieder nachkaufen. Den E5 von Obersdorf nach Meran bin ich auch mal als Hüttentour gelaufen. Naja, ist schon ziemlich stark begangen :-( Da gibt es haufenweise ruhigere Ecken in den Alpen

Grüße

Thomas

ThomasFFM
06.05.2005, 09:49
Hallo, Thomas!

Na, wenn Du Deinen eigenen Kocher dabei hast, wirst Du natürlich nicht so teuer leben. (Im Elsass hättest Du in den Gîtes d'étapes eine Küche zur Verfügung.) Ob Du aber einschließlich Kocher, Fressalien und - nicht zu vergessen - Getränkeflasche(n) auf nicht mehr als 12 kg kommst? Ok, wenn es 1 kg sind, geht es auch noch.

Wenn Du den E5 schon mal gegangen bist, bist Du natürlich kein Anfänger. Wenn Du ein gutes Orientierungsvermögen hast, würde ich Dir empfehlen, von Lienz in Osttirol aus nach Süden zu wandern: Lienzer Dolomiten - Lesachtal - Monte Peralba (dort ist die Calvihütte allerdings kulinarische "Pflicht", siehe meinen Beitrag "Schlemmerhütte"!) - Sappada usw., in der Regel auf dem Dolomiten-Höhenweg Nr. 6 (der führt durch die südlichen Karnischen Alpen; die sehen z. T. ähnlich wie die Dolomiten aus, sind aber ungleich einsamer). Im Mittel- und Südteil dieser Route müsstest Du aber improvisieren (ein paar Tipps hätte ich, bin den Weg aber noch nicht selbst gegangen). Eine Möglichkeit wäre dort auch, mal in einer Biwakschachtel zu übernachten.

Wir sind für dieses Thema hier zwar im falschen Unterforum, aber egal - frag, wenn Du was wissen willst! Trittsicher solltet Ihr für diese Route sein, zudem bei den (häufigen und oft heftigen) Südalpen-Gewittern nicht ganz hilflos, und Orientierungsvermögen sowie ggf. ein paar Italienisch-Kenntnisse könnten südlich von Sappada nicht schaden. Aber wenn Ihr es sehr ruhig und urwüchsig haben wollt, seid Ihr dort gerade richtig (und natürlich auch nicht an die Hütten gebunden)!

Gruß
ThomasFFM

T0m
06.05.2005, 10:24
Hallo Thomas und Thomas :)

Vielen Dank erstmal für die spontanen Antworten.

Wir hatten uns eigentlich vorgestellt im Zelt zu übernachten und auch Kocher und Essen mitzuschleppen. Zwanzig Euro aufwärts für ne Übernachtung summiert sich in zwei Wochen doch ganz schön auf. Da isses mit nem Zelt allemal günstiger, auch wenn man vielleicht nicht überall "wild" (habe darüber schon ein paar Beiträge hier gelesen) campen kann.

Ich weiß nicht wie gut die Ausrüstung (vorallem das Zelt) in den Mittelgebirgen sein muss. Stelle mir es auch dort im Sommer recht warm vor?!

Die Tour durch die Vogesen hatte ich durch den anderen Beitrag in diesem Forum schon ins Auge gefasst. In die Alpen wirds uns wohl erstmal nicht ziehen. Gibts denn vielleicht auch ein paar schöne Waldgebiete auf der Linie Belgien-Polen und nördlicher? Wie isses an den Küsten mit nem Zelt und nem Rucksack? Habe schon was über die Masuren in Polen gelesen, weiß aber nicht wie erfahren man für solche Abenteuer sein muss.

Wie ists mit der Kameradschaft zwischen den Wanderern? Besser alles anketten was wegkommen kann?

Gruß _Thomas_ ;)

ThomasFFM
06.05.2005, 10:38
Hallo, Thomas!

Da ich gerade am Schreibtisch sitze, kann ich ja gleich antworten! ;)

Also: Wildes Zelten in den Nord- und Mittelvogesen sollte an sich kein Problem sein, wenn Ihr entweder auf dem Gelände eines Gîte d'étape zeltet (mit dem Besitzer absprechen, für ein klein wenig Geld dürft Ihr dann sicher auch Küche und sanitäre Anlagen benutzen!) oder im Wald - und dort das Zelt spät aufschlagt und früh wieder verschwindet. Das Problem in den Wäldern ist oft die Wasserversorgung; gerade im Sandsteingebiet (ich kann jetzt nur für die Vogesen sprechen) ist das Wasser zuweilen etwas rar. Andererseits watet man dort an Regentagen auch nicht im Matsch...

Ich habe die Vogesen auch im Sommer als angenehm in Erinnerung. Wenn es sehr schwül ist, ist es auch dort noch schwül, aber meistens hält sich das in Grenzen, und auf den baumfreien Höhen der Südvogesen pfeift oft ein kühler oder gar kalter Wind; u. U. kann man sogar im Sommer mal Schneeregen erleben! Ich kenne das Klima von Osnabrück nicht, aber im Vergleich zur Rheinebene ist es in den Vogesen und im Pfälzerwald insgesamt viel erträglicher.

In den nördlichen Westvogesen verläuft ein Weitwanderweg (Gr 533), der fünf oder sechs Tage lang praktsich den Wald nicht verlässt. Unterwegs gibt's gerade mal so viele Quartiere, dass ich dekadenter alter Herr nachts ein Dach über dem Kopf hätte, aber nicht mehr. Das gibt Dir vielleicht einen Begriff von der Einsamkeit dieses Gebirges, in dem - logischerweise - auch Luchs, Wildkatze, Auerhahn und - im Hohneckgebiet - sogar Gämsen leben.

Die belgischen Ardennen sollen sehr schön sein, ich kenne sie aber nicht und halte die Vogesen für viel abwechslungsreicher. Ok, ich bin natürlich total voreingenommen... ;) Über Mausren kann ich auch nicht sagen; frag aber doch mal im Osteuropa-Forum, unser Namensvetter Thomas (der dortige Moderator) sollte sich dort eigentlich auskennen.

Geklaut wird alenfalls in sehr stark besuchten Alpenhütte, (vor allem in Italien) mit kurzen Zugangswegen. In französischen Gîtes d'étapes kommt praktisch nichts weg, in "normalen" AV-Hütten auch nicht. Bis auf ganz wenige Ausnahmen kommen Wanderer eigentlich immer sehr gut miteinander zurecht.

Gruß
ThomasFFM

Thomas
06.05.2005, 10:57
@ThomasFFM: Das mit den Küchen in den Gîtes d'étapes ist natürlich eine tolle Sache! Das mit der 12kg-Angabe ist schon aus der Praxis und ich bin mir sicher, dass man es auch noch deutlich leichter machen kann (in den 12kg machen alleine 3,5kg mein Rucksack aus, der eigentlich für etwas schwerere Lasten ausgelegt ist).

@TOm: In Polen gibt es z.B. die Beskiden, ein sehr schönes Wandergebiet, an der südlichen Grenze zu Tschechien bzw. der Slowakei. Mit Zelt kann man angeblich auch gut an den Hütten übernachten, irgendwo im Osteuropa-Forum haben wir da auch einen Thread zu stehen. In den Masuren war ich auch einmal für eine Woche zum Kanufahren, aber ich glaube nicht, dass man dort sehr schön Wandern kann, ist halt mehr was für's Wasser- und Radwandern.

@ThomasFFM, TOm: Ich habe leider auch auf deutschen Hütten (z.B. eine AV-Hütte im Berchtesgaden) schlechte Erfahrungen mit Diebstahl gemacht, so sind mir schon ein paar Trekkingstöcke und ein paar gute Skihandschuhe aus dem Trockenraum abhanden gekommen. Ich persönlich würde nur soviel wie nur unbedingt notwendig außerhalb meiner Reichweite lagern.

Grüße

Thomas

T0m
06.05.2005, 11:17
Hallo!

Habe gerade was über das Elbsandsteingebirge gelesen und war schwer begeistert ... bis zu dem Zeitpunkt als ich las, dass man dort nach 3-4 Tagen alles gesehen hat.

Ist es wirklich so klein?

Vielleicht könnte man eine Woche im ESG bleiben und dann weiter zum Riesengebirge fahren?

Vorallem das 'Boofen' hört sich gut an (nicht zuletzt weils umsonst ist ;) ). Gibt es ähnliche Übernachtungsmöglichkeiten auch in den Vogesen?

@ ThomasFFM: Die Vogesen bleiben weiterhin im Blickfeld, die Route die du eben vorgeschlagen hast hört sich sehr gut an. Gibts vielleicht im Netz irgendwo ein paar Berichte mit Bildern? Wo kann man Karten bekommen? Wie ists eigentlich mit der sprachlichen Barriere da? Mein Französich ist, äh, etwas eingestaubt :)

@ Thomas: Ich werde mir die Berichte im Osteuropa-Forum mal ansehen.

Gruß
Thomas

ThomasFFM
06.05.2005, 11:39
Hallo!

"Boofen" bedeutet doch Übernachten im Zelt in irgendwelchen Felshöhlen? Sowas gibt es in den Vogesen praktisch nicht. Man kann nur einige überhängende Felsbindungen im Sandstein finden, unter denen man trocken bleibt, z. B. am Rocher de l'Ochsenstall zwischen Lichtenberg und La Petite Pierre am GR 53. Dort könnte man z. B. zelten. Kurz vorher käme sogar ein kleiner Ort mit entsprechend kleinem Lebensmittelladen.

Über Elbsandsteingebirge und Riesengebirge kann ich nichts sagen, weil ich es nicht kenne. Ich könnte nur wiedergeben, was mir Thomas mal in einer PM über das Riesengebirge erzählt hat (Tenor: eher klein, bleib Du mal lieber in Deinen Vogesen... ;) )! Auf den Fotos erinnert mich die Landschaft stark an die Hochvogesen, nur sind die Hochvogesen viel wilder. Aber ok, warum nicht Riesengebirge? Ich habe halt die Vogesen fast vor der Hautür, bei mir ist es etwas anderes.

Französisch: Im Norden sprechen die Elsässer besser Deutsch als im Süden, auf den Dörfern besser als in den Städten, die älteren Leute besser als die jüngeren. Meistens kommt man mit Deutsch durch. Der GR 533 verläuft allerdings durchweg in den "innerfranzösischen" Vogesen, wo meines Wissens seit Jahrhunderten nicht mehr Deutsch gesprochen wird. (Die Sprachgrenze verlief mal viel weiter westlich, Nancy hieß sogar mal "Nanzig"! ;) ) Überdies sind die Vogesenbewohner großteils sehr freundlich, wenn man ihnen entsprechend begegnet (d. h. nicht zu großspurig, sondern ebenfalls freundlich und mit einem Lächeln...) - da verständigt man sich schon.

Angesichts des Sprachproblems würde ich Dir fast eine Kombination aus GR 53 / 5 und GR 531 empfehlen: GR 53 bis Schirmeck, GR 5 bis Champ du Feu, GR 531 bis Lac Blanc, GR 5 bis Col de la Schlucht, GR 531 bis Rouge Gazon oder Gresson, GR 5 bis Belfort. Das wäre in gut zwei Wochen zu schaffen.

Karten gäbe es überall vor Ort oder z. B. beim Versandbuchhandel Schrieb, Markgröningen. Billig sind die allerdings nicht. Ggf. könnte ich Dir aber einen Stapel Karten ausleihen, ich bräuchte sie nur im Lauf des Septembers zurück. Im Sommer lege ich mal ausnahmsweise eine Vogesen-Pause ein, da sollen es mal wieder die Alpen sein!

Gruß
ThomasFFM

Thomas
06.05.2005, 12:35
@T0m:
Als Dresdner kann ich dir das Elbsandsteingebirge natürlich wärmstens ans Herz legen :D Aber nach drei Tagen hat man nun wirklich alles gesehen, und dann dürfen das auch nicht gerade lange Tage werden :-) Riesengebirge finde ich nicht sooo toll. Ist zwar ganz nett, vor allem die Kammwanderung, aber es ist sehr klein und mit wildem campieren ist es wegen der Grenze recht problematisch, immerhin sind die Hütten recht günstig. Da gebe ich ThomasFFM recht, die Vogesen sind eine deutlich bessere Wahl. Du könntest aber z.B. von Schmilka im Elbsandsteingebirge in 2 Tagen nach Altenberg wandern und von dort aus den Hauptkamm des Erzgebirges folgen. Das Gebirge ist aber auch recht stark besiedelt und bewirtschaftet.


"Boofen" bedeutet doch Übernachten im Zelt in irgendwelchen Felshöhlen?

So ähnlich :D nur ohne Zelt und unter großen Felsüberhängen.


Angesichts des Sprachproblems würde ich Dir fast eine Kombination aus GR 53 / 5 und GR 531 empfehlen: GR 53 bis Schirmeck, GR 5 bis Champ du Feu, GR 531 bis Lac Blanc, GR 5 bis Col de la Schlucht, GR 531 bis Rouge Gazon oder Gresson, GR 5 bis Belfort. Das wäre in gut zwei Wochen zu schaffen.

Ich würde eigentlich meine Route nicht gerade nach der Sprache festlegen, man kann sich ja immer irgendwie verständigen, auch ohne die Heimatsprache zu kennen. Ich war ja schon drei oder vier mal in Frankreich wandern, ohne ein Wort französisch zu kennen. War immer ok, man trifft halt immer auf freundliche Menschen.

Grüße

Thomas

T0m
07.05.2005, 11:48
Ja, ich denke auch, dass wir die Route nicht an der Sprache festmachen werden. Eher werde ich vorher noch etwas Französich lernen (Hatte es ne Zeit in der Schule. Da müsste doch was zu machen sein :) ). Ich könnte mir vorstellen, dass das bei den Einheimischen ganz gut ankommt.

Werde mich jetzt erstmal mit meinem "Mitwanderer" verständigen. Vielleicht werden wir uns schon einig.

Eigentlich hatten wir ursprünglich die Masuren als Ziel. Leider habe ich nicht viel darüber hier im Forum gefunden und im Netz gibt es auch nur Infos zu Kanu-Touren. Wie sind die Masuren denn im Allgemeinen besucht?

Wie ists mit den Beskiden? Auch mehr sone 3-4 Tages Nummer?

@ThomasFFM: Vielen Dank für die Fotos.

Vielleicht nochmal zur Ausrüstung:
Wir haben beide nen 'Untere-Mittelklasse' Rucksack. (Meiner: Tatonka Lhasa 60)
Nen 1kg-Schlafsack der wohl nur was für warmes Wetter taugt, so ein Standard-LIDL-Zelt für 20 EUR, ebenfalls Standard-LIDL-Isomatten, Schuhe sollten wir wohl noch kaufen.

Kann man damit was werden?

Thomas
07.05.2005, 16:16
Die Beskiden sind schon etwas größer als das Elbsandsteingebirge. Recht nett soll z.B. der Babia Gora Nationalpark sein, schau z.B. unter http://www.mos.gov.pl/kzpn/en/babi_gb.htm nach. Von den Beskiden kannst du auch weiter in die Niedere und Hohe Tatra wandern, so kann man auch gut 2-4 Wochen nur indiesem Gebiet verbringen. Über die Niedere Tatra haben ich z.B. hier schon was geschrieben: http://www.trekkingforum.com/forum/showthread.php?t=2302
Der Weg ist auch super gut für Anfänger geeignet, da leicht, gut markiert aber trotzdem sehr motivierend.

Grüße

Thomas

T0m
10.05.2005, 09:23
Hallo!

Es kristallisiert sich jetzt langsam ein Abreisetag heraus. Er müsste irgendwann zwischen dem 11.07. und 15.08. liegen. Sollten wir eher früh oder eher spät losgehen?

Ich komme gerne nochmal auf das Angebot von ThomasFFM zurück. Wenn du uns tatsächlich ein paar Karten leihen könntest wäre das schon klasse. Bis September sind wir wieder zurück.

Gruß
Thomas

ThomasFFM
11.05.2005, 06:03
Hallo, Tom!

Beide Abreisetage haben ihre Vorteile. Im August kommt Ihr in den Vogesen in die Heidekrautblüte, das kommt dort massenhaft vor, und es ist schon sehr schön, während der Tour zu beobachten, wie es jeden Tag stärker blüht. Um den 11. Juli herum blüht es noch (aber dann nicht mehr so lange) auf den Bergwiesen der Hochvogesen: oben Vogesen-Stiefmütterchen und Gelber Enzian, in den mittleren Lagen im ganzen Gebirge sehr viel Fingerhut (DIE Vogesenblume schlechthin), während im Spätsommer die Bergwiesen recht vertrocknet und etwas trostlos aussehen können. Am liebsten gehe ich Ende Juni oder Anfang Juli in die Hochvogesen, aber das kommt bei Euch ja nicht in Frage.

Gib mir einfach bis allerspätestens Mitte Juli Bescheid, was Ihr vorhabt, wenn es denn die Vogesen werden sollen, dann kann ich Dir die Karten zusenden und noch ein paar Tipps für die Route, ggf. empfehlenswerte Quartiere usw. geben!

Gruß
ThomasFFM