Vollständige Version anzeigen : Im Oktober nach Nord-Schweden - brauche Rat
HI!
Ich plane für Oktober ne Tour nach (Nord)Schweden zu unternehmen (von Kiel aus). Bin Neuling in Sachen mehrtägiger Wanderungen, möchte jetzt aber das Abenteuer wagen, rund 10 Tage (?) komplett mit Selbstversorgung und Zelt.
Mir schwebt eine möglichst menschenleere Gegend vor, hab bis jetzt den Nationalpark Muddus ins Auge gefasst. Mit der Stena Line nach Göteborg und weiter mit Zug nach Gällivare (was kostet etwa die Zugfahrt, hat da schon jemand Erfahrungen gesammelt?).
Wie ist es da im Oktober? Busverbindungen, Wetter? Ist mein Plan überhaupt sinnvoll oder würdet ihr mir da erstmal direkt abraten.
Bin auch offen für Vorschläge zu anderen Zielen, hoffe auf eure Erfahrungen :)
Schon mal vielen Dank für eure Antworten, werde hier auf jeden Fall so oft wie möglich reinschauen.
Josch
Oktober ist eigentlich gut, weil keine Mücken mehr (die sind im Sumpfloch Muddus nämlich sonst unaushaltbar), September wäre jedoch noch besser, weil noch etwas wärmer (normalerweise, zumindest). Schade ist in dieser Jahreszeit, dass alle Zugvögel weg sind und nix mehr blüht.
Generell zum Muddus: die Muddus-Runde dauert 3-4 Tage. 10 sind eindeutlich zu viel.
Weiss nicht, ob Du die Seite schon kennst: http://www.internat.naturvardsverket.se/documents/nature/engpark/eparkdoc/emuddus.htm
Vielen Dank schon mal. 3-4Tage is echt ein bischen kurz. Vielleicht nen Tip für ein besseres Gebiet. Werde mir aber auch die Seite bei Zeiten anschauen. Wie kalt wird das da im Oktober? Sprich: welchen Schlafsack sollte ich wählen?
Danke 8)
Du bist zwar im "Flachland", aber nördlich des Polarkreises. D.h. Frostnächte sind an der Regel. Wie kalt es nun genau wird, kann ich nicht sagen, aber bis -10 Grad solltest Du auf jedenfall einplanen, auch wenn es sicher nicht jede Nacht so kalt wird.
Vanellus
07.07.2004, 20:22
Hallo Josch,
warum gleich zehn Tage wenn du Neuling bist? Kleinere und schöne Touren kann man z.B. im Dovrefjell in Norwegen machen und es ist viel dichter bei. Ende August/Anfang September ist sicher noch eine gute Zeit.
Aber falls es weit weg sein soll: Zehn Tage kann man von Kvikkjokk über Saltoluokta nach Ritsem über den Padjelantaleden laufen (145 km). Ende August ist es dort wohl recht leer. Die Hütten haben Nottelefon, ist bei Alleinwanderung immer ne kleine Absicherung. Mit der Bahn würde ich über Puttgarden nach Kopenhagen (alles mit scanrail-Ticket) und dann über Malmö nach Stockholm fahren. Von dort mit einer anderen Zuggesellschaft nach Norden über Nacht mit allerdings Zusatzkosten für den Liegewagen.
Gruß
Vanellus
(auch aus Kiel)
Vielen Dank für die hilfreichen Antworten, besonders auch in Bezug auf die Anreise :)
Längere Tour, damit sich das auch "lohnt". vor Oktober leider kein Urlaub.
Michael1983
22.03.2008, 19:46
Hallo zusammen!
Im Oktober nach (Nord-)Schweden...diese Zielsetzung habe ich mir mit meinem Kumpel auch vorgenommen. Da das Thema vor Jahren schon angelegt wurde, habe ich nicht extra ein neues eröffnet.
Zeitraum: 11.10.08 bis 19.10.08 (haben leider nur in diesen Tagen gleichzeitig Urlaub bekommen)
Sucht man nach tollen Wanderwegen in Schweden, so wird man ja förmlich erschlagen von der Vielzahl an Trails. Da uns jedoch lediglich ein kurzer Zeitraum für unsere erste Schweden - Tour zur Verfügung steht, bleibt letztlich nur noch eine kleine Auswahl an Wegen übrig. Bei meinen bisherigen Recherchen habe ich mir mal den Ostkustleden, Tjustleden und Padjelantaleden angesehen. Alle drei Wege wären von ihrer Länge her in der Zeit machbar. Unser bisheriger Favorit ist dabei der Padjelantaleden, den wir von Ritsem aus mit Zelt Richtung Süden wandern würden. Anreise würde per Flugzeug über Stockholm nach Kiruna erfolgen, wenn das denn dann auch klappt. Soweit waren wir schon, bis mir die Sache mit der Fähre in Ritsem auffiel. Der Fährbetrieb läuft, wenn ich richtig informiert bin, bis September und danach nicht mehr. Gibt es Alternativen zur Fähre und wenn ja, wie lang / weit sind die? Die Sache mit dem Helikopter nach Staloluokta habe ich auch schon mehrfach gelesen, wollen aber lieber den kompletten Weg laufen. Wäre nett, wenn ihr uns ein paar Tipps zum Padjelantaleden, speziell zu dem angesprochenen Punkt nennen könntet! Infos zu den anderen beiden Wegen oder auch andere Vorschlägen, die in unseren Rahmen passen, sind uns natürlich auch sehr willkommen! Vorab schon mal vielen Dank!!!
Gruß Michael
...ach ja, und noch die Frage nach Literatur: Kann jemand Reiseführer / Karten für die Touren empfehlen?
Fjaellraev
22.03.2008, 20:07
Alternative zum Fährbetrieb gibt es schon: Nämlich sich von den Sami die in Ritsem wohnen übersetzen lassen. Das Problem ist eher überhaupt bezahlbar nach Ritsem zu kommen, der Bus fährt dann nämlich nicht mehr, so dass nur ein Taxi übrig bleiben würde.
Aber: Im Oktober auf den Padjelantaleden? Da würde ich mal die Füsse von lassen, die Wahrscheinlichkeit dass man in einen ersten (oder zweiten) Wintereinbruch gerät ist ziemlich hoch und dann reicht die Zeit (die eh schon knapp genug ist) garantiert nicht mehr.
Ich würde in der Zeit eher ein tiefer und südlicher gelegenenes Tourengebiet in die Planung aufnehmen.
Gruss
Henning
Michael1983
22.03.2008, 20:15
Danke für die schnelle Antwort...das mit dem Winter hatte ich befürchtet. Könntest du uns denn ein tiefer bzw. südlich gelegeneres Tourengebiet empfehlen für diesen knappen Zeitraum? Was wäre mit dem Ostkustleden oder dem Tjustleden? Smaland liegt ja etwas südlicher...
Costello
22.03.2008, 20:46
Mitte Oktober ist für Padjelanta definitiv zu spät, da schon im September u.U. mit Schnee in den höheren Lagen zu rechnen ist. Außerdem sind nicht nur die Verkehrsverbindungen eingestellt, sondern man kann auch nicht mehr mit der Anwesenheit von Sami rechnen. Im Muddus ist es vermutlich eher möglich, da tiefer gelegen. Ein Zelt braucht man für den Muddus nicht, da es (unbewirtschaftete) Hütten gibt, außer man sucht die abgelegenen Teile (Sumpfgebiete) auf (nur für Experten!). Allerdings dürfte es um diese Zeit auch ohne Schnee eine triste Angelegenheit sein.
Costello
Im Oktober nach Schweden wandern halte ich nicht für sinnvoll, da muss man schon sauglück mit dem Wetter haben. Und menschenleer ist es eh nur im Norden und das auch nicht auf den üblichen Trecks wie Padjelantaleden und Kungsleden, wo man doch ab und zu auf eine Menschenseele trifft. Wenn man letzteres akzeptiert, bietet sich der Jakobsweg in Spanien, der Lykische Weg in der Türkei oder auch der West Highland Way in Schottland wettermäßig besser an.
Polarfuchs
24.03.2008, 04:09
Und menschenleer ist es eh nur im Norden und das auch nicht auf den üblichen Trecks wie Padjelantaleden und Kungsleden, wo man doch ab und zu auf eine Menschenseele trifft
Ganz so stimmt das nicht; ab Mitte September, wenn der offizielle Fährbetrieb eingestellt wird, ist es selbst auf dem Padjelantaleden sehr menschenleer. Ich bin ihn im letzten Jahr ab dem 25. September gelaufen (gestartet in Riksgränsen am 12.9.) und ich habe während der 12 Tage keinen einzigen Menschen getroffen!!
Auch die Strecke ab Riksgränsen durch das Gebirge westlich des Kungsleden war absolut menschenleer, lediglich in der Chainavagge-Hütte gabs nen kleinen Menschenauflauf.
Die Überfahrt mit einem Fischerboot bei Ritsem kostet 500 SEK (pro Boot), in Kvikkjokk 50 SEK (jeweils ausserhalb der Fährzeiten).
Wenn du im Oktober wandern möchtest, würde ich dir Finnland empfehlen, z.B. Karelien oder die Nationalparks nördlich der Polargrenze. Wenn es dort im Oktober Schnee gibt, dann in der Regel nur wenige Zentimeter
Michael1983
16.04.2008, 11:52
Habt Dank für eure Beiträge und Infos. Wir haben unsere Nordeuropa - Planung für dieses Jahr begraben, da wir leider nur sehr kurze Zeiträume frei bekommen haben. Stattdessen haben wir jetzt alles umgeschmissen und uns Richtung Süden orientiert. Im Oktober geht's jetzt für neun Tage nach Griechenland. Skandinavien haben wir aber fest für nächstes Jahr eingeplant.
padjelantaelch
20.04.2008, 15:16
Wenn man die Möglichkeit hat, ja nach Wetterlage kurzfristig zu planen, kann der Oktober sehr schön sein, zum Wandern. Natürlich nicht gleich solch eine lange Wanderung, wie der gesamte Padjelantaweg, da kann sich im Laufe der Tour wettermäßig natürlich sehr viel ändern und die Chance, zugeschneit zu werden ist dann doch recht groß.
Doch bei trockenem Wetter hat man kaum Sumpf (da schon Frostboden), die Mücken sind defintiv alle kaltgemacht, und kleinere Bäche kann man mühelos von Stein zu Stein überwandern, da kaum noch Wasser vorhanden ist, bzw dieses in Eis gebunden ist. Und man ist fast überall einsam und alleine.
Muddus im Oktober, es wurde schon gesagt, das ist eine triste Angelegenheit! Die Vögel sind längst weg, die Bären schon im Winterschlaf und das Laub von den Bäumen runter. Und die Nächte können schon verdammt kalt werden. In den letzten Jahren lag die tiefste Temperatur in Jokkmokk im Oktober meist bei etwa -14 bis -18°C!
Mehr als 3 Tage braucht man dafür nicht, wenn man zügig durchläuft, schafft man es in 2. Ich habe 2,5 gebraucht.
Fotografisch sehr interessant kann im Oktober das Dovrefjäll sein - Moschusochsen im Schneesturm, bestimmt ein interessantes Thema. Aber winterfest sollte man da sein.
Ich denke, die Entscheidung für Griechenland ist sicher nicht die schlechteste, im Oktober.
Gruß, Bernd
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