Vollständige Version anzeigen : Norwegen, 2/3-Wochentour
Hallo,
bisher waren wir immer im Süden (zu zweit) unterwegs und um mal was anderes zu machen, wollen wir mal (im August) in den Norden fahren. Mehr wissen wir eigentlich bisher nicht. Unser Ziel ist vorerst Norwegen, weil dort die höchsten Berge stehen... Was wir suchen:
Eine durchgehende (Wander-)Tour auf der man so fuer zwei bis drei Wochen in den Bergen unterwegs ist.
Hohe Berge, Pässe, Rauf, Runter.
Keinen überlaufenen Trail (wie GR20).
Wir sind am liebsten mit dem Zug unterwegs.
D.h. zusammenfassend: eine zwei/drei-wöchige Tour durch ein Gebirge in einsamer Natur möglichst mit dem Zug zu erreichen.
Wir wären euch sehr dankbar, wenn ihr uns paar Tipps geben könntet, um zu wissen, wo es sich lohnt genauer nachzuforschen, zu planen und dann hinzufahren.
Vielen Dank,
Ludwig.
Hallo Ludwig, hast Du Dir denn schon mal die Norwegen-Karte angeschaut?
Als erstes wirst Du da feststellen, dass es in Norge aufgrund der sehr bahnbaufeindlichen Topografie kaum Bahnstrecken gibt. Bestes, schnellstes, bequemstes und nciht unbedingt teuerstes Fortbewegungsmittel ist der Fernbus (www.nbe.no).
Überlaufen ist im südlichen Norwegen bis auf wenige Ausnahmne nix, und wenn Du zwischendurch mal Gipfeltage einlegst, wirst Du weitestgehend allein sein (Ausnahmen gibt es auch hier).
Ich empfehle, untenstehende Homepage etwas genauer unter die Lupe zu nehmen (Jotunheimen und Breheimen) und empfehle in etwa folgende Route:
Anreise per Valdresekspressen von Oslo über Fagernes bis Bygdin. Ab Bygdin wandern: Torfinnsbu - Svartdalen (hier Gipfelmöglichkeit: Store Knutsholstind) - Gjendebu - Memurubu (evtl. Gipfeltag mit der Surtningsui) - Glitterheim - über den Glittertind nach Spiterstulen - (hier evtl. Gipfeltag für den Galdhøpiggen) - Leirvassbu (Gipfel: Høgvaglen, Store Raudalstind, Tverrbotntindane, Kyrkja) - Olavsbu (Gipfel: Mjølkedalstind) - Skogadalsbøen - Turtagrø (hier je nach Bgersteigerfertigkeiten haufenweise tolle Gipfelmöglichkeiten: Store Skagastølstind, Dyrhaugsryggen), dann evtl. zum Fannaråken hoch und entweder per geführte Gletschertour zur Sognefjellshytta oder ab Turtagrø nach Nørdstedalsseter. Je nach verbleibender Zeit weiter entweder direkt nach Sota seter oder über Arentzbu und die Sprongdalshytta nach Sota seter. ab hier mit Bus über Lom nach Otta, Bahn zurück nach Oslo.
Alle Hütten, Wanderwege, Berge unterwegs sind auf www.etojm.com näher beschrieben.
Die populärsten Berge, wo man auch bei weniger gutem Wetter so gut wie nie allein ist, sind natürlich Glittertind und Galdhøpiggen, Store Skagastølstind, Kyrkja und Fannråken, aber auf den anderen wird man kaum einen Menschen treffen. Es gibt noch haufenweise andere Bergmöglichkeiten, ambesten die Wanderkarten Jotunheimen Aust und Vest im Masstab 1:50.000 besorgen und mit Hilfe von etojm.com die einzelnen Berge entlang der Routen abchecken.
Von Nørdstedalsseter nach Sota kann man mit Gletscherausrüstung (soweit man zu mindestens dritt ist) über die Tverrådalskyrkja gehen. Anspruchsvoll! Auch von Memurubu gibt es eine tolle Gletscherroute nach Spiterstulen, ebenfalls nur mit Ausrüstung und in der Seilschaft zu gehen (geführte Touren ab Memurubu, denen man sich als Einzelperson anschliessen kann).
Ich schlage vor, Du machst Dich mal ein wenig schlau, und kannst ja hinterher ggf. noch gezieltere Fragen stellen.
Stelle gerade fest, dass die Links zu den JS-Routen im Breheimen-Teil aus irgendeinem Grund nicht funktionieren. Werde das heute Abend überprüfen. Kannst ja in der Zwischenzeit schon mal mit Jotunheimen anfangen bzw. diese Routen vom Jotunheimen-Portal anwählen. Dort funktionieren sie nämlich.
Hallo Julia,
mittlerweile haben wir uns ein bisschen schlau bemacht. Zunächst mal haben wir beschlossen doch nicht mit dem Zug zu reisen, sondern nach Oslo zu fliegen und von dort dann mit dem Bus nach Jotumheimen zu fahren.
Hält der Bus von Fagernes nach Gjendesheim in Bygdin?
Die Wanderkarten, die du uns empfohlen hast, erhält man die ohne Probleme in Oslo/vor Ort oder sollte man die schon auf jeden Fall vor Abreise haben?
Eine letzte Frage: Wo kann man auf der Tour, die du uns beschrieben hast, Lebensmittel aufladen; kann man z.B. bei den Hütten Vorräte einkaufen?
Viele Grüße,
Ludwig.
Hallo Ludwig,
1. Hält der Bus von Fagernes nach Gjendesheim in Bygdin?
--> ja, auf Anfrage bzw. bei Bedarf
2. Die Wanderkarten, die du uns empfohlen hast, erhält man die ohne Probleme in Oslo/vor Ort oder sollte man die schon auf jeden Fall vor Abreise haben?
--> wenn Du an einem Wochentag anreist und in Fagernes Aufenthalt hast, kannst Du sie hier kaufen. In Oslo bin ich mir nicht so sicher. Du brauchst Jotunheimen Aust und Vest 1:50.000 und evtl. die 1: 100.000 Breheimen-Karte bzw. die entsprechenden 1:50.000-Blätter der roten M711-Toposerie, bei der die Wanderwege und Hütten eingezeichnet sind. In Fagernes kriegst Du die Jotunheimen-Karten und die 1:100.000-Karte von Breheimen im Intersport, evtl. auch im Interbok, bei den M711-Breheimen-Karten bin ich mir nicht so sicher (beide offen bis 17.00 Uhr). In Deutschland hat sie Dr. Götze Land & Karte in HH (bestellbar) und z.B. auch der Nordis-Versand (glaube ich).
3. Eine letzte Frage: Wo kann man auf der Tour, die du uns beschrieben hast, Lebensmittel aufladen; kann man z.B. bei den Hütten Vorräte einkaufen?
Lebensmittel nachladen wird schwieriger, da es sich um ein ziemlich zusammenhängendes Gebirgsgebiet handelt, und die nächsten Supermärkte in den Tälern sind (Beitostølen, Lom bzw. Galdesand, Skjolden). Aber an den Selbstbedienungshütten kann man auffrischen (nur ziemlich teuer), ob die bedienten Hütten ausser Schokolade und Snacks direkt Essen verkaufen, weiss ich nicht, aber wenn man. z.B. im Bereich der bedienten Hütten wie Gjendebu, Glitterheim, Spiterstulen oder Leirvassbu zeltet, kann man auch in der Hütte essen gehen (teuer, aber reichlich!). Zur Not muss man an der RV55 einen Pausentag einlegen und mit dem Bus nach Lom runterfahren, um einzukaufen.
Das Wasser ist aus Gebirgsbächen überall trinkbar (sofern nicht vom Gletscher kommend) und reichlich vorhanden.
Zunächst mal haben wir beschlossen doch nicht mit dem Zug zu reisen, sondern nach Oslo zu fliegen und von dort dann mit dem Bus nach Jotumheimen zu fahren.
Der fährt bis einschl. 12.09.
GOD TUR
Als armer Student ist mir die Variante mit Ruhetag an der RV55 und mit dem Bus nach Lom fahren am sympathischsten. Noch eine Frage hierzu: Werden die Hütten entlang der RV55 regelmäßig von Bussen nach Lom und umgekehrt angefahren?
Lokalrute 144
Adresse: Ottadalen Billag A/S Tlf. 61 23 44 55, fax: 61 23 44 66
Adresse: Sogn Billag L/L Tlf. 57 67 66 00, fax: 57 67 28 90
Kjøretidsrom: Ultimo juni-primo september.
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20/6-29/8 04 D D
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Sogndal skysstasjon 0825f 1335i
Turtagrø 1015 1520
Sognefjellshytta 1040 1540
Krossbu 1045 1600
Bøvertun 1055 1605
Jotunheimen Fjellstue 1100 1615
Elvesæter 1110 1625
Galdesand 1115 1630
Røisheim 1120 1635
Lom 1145g 1700j
Lokalrute 144
Adresse: Ottadalen Billag A/S Tlf. 61 23 44 55, fax: 61 23 44 66
Adresse: Sogn Billag L/L Tlf. 57 67 66 00, fax: 57 67 28 90
Kjøretidsrom: Ultimo juni-primo september.
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20/6-29/8 04 D D
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Lom 0840 1615
Røisheim 0855 1635
Galdesand 0905 1640
Elvesæter 0910 1650
Jotunheimen Fjellstue 0920 1705
Bøvertun 0925 1715
Krossbu 0935 1725
Sognefjellshytta 1000 1750
Turtagrø 1025 1815
Man sitzt ziemlich lange in Lom rum, aber technisch ist es möglich ;)
... und empfehle in etwa folgende Route:
Anreise per Valdresekspressen von Oslo über Fagernes bis Bygdin. Ab Bygdin wandern: Torfinnsbu - Svartdalen (hier Gipfelmöglichkeit: Store Knutsholstind) - Gjendebu - Memurubu (evtl. Gipfeltag mit der Surtningsui) - Glitterheim - über den Glittertind nach Spiterstulen - (hier evtl. Gipfeltag für den Galdhøpiggen) - Leirvassbu (Gipfel: Høgvaglen, Store Raudalstind, Tverrbotntindane, Kyrkja) - Olavsbu (Gipfel: Mjølkedalstind) - Skogadalsbøen - Turtagrø (hier je nach Bgersteigerfertigkeiten haufenweise tolle Gipfelmöglichkeiten: Store Skagastølstind, Dyrhaugsryggen), dann evtl. zum Fannaråken hoch und entweder per geführte Gletschertour zur Sognefjellshytta oder ab Turtagrø nach Nørdstedalsseter. Je nach verbleibender Zeit weiter entweder direkt nach Sota seter oder über Arentzbu und die Sprongdalshytta nach Sota seter. ab hier mit Bus über Lom nach Otta, Bahn zurück nach Oslo.
Hallo!
Ich habe mich ja in meinem topic für eine ähnlich lange Tour interessiert..
Wie anspruchsvoll ist denn die Tour die du beschrieben hast (sofern man die Gletscherbegehung weglässt) und was ist das besonders reizvolle daran?
Die Tour ist an sich normal anspruchsvoll (markierte Wanderwege, die jedoch streckenweise auch durch unwegsames Gelände führen können), kann aber mit den Gipfelbesteigungen schnell ziemlich bis sehr anspruchsvoll werden, je nachdem, welche Gipfel man mitnimmt und wie die Verhältnisse sind. Teilweise sind die Etappen weit (6-8 Stunden reine Gehzeit) und beinhalten viele Höhenmeter. Im September werden auch die Tage schon merkbar kürzer, und man kann nicht mehr bis in die Puppen laufen. Entweder mann muss kürzere Etappen gehen, oder man muss sich unterwegs ranhalten.
In steilen (und losen) Blockfeldern nach Dauerregen und im Schneetreiben unterwegs zu sein, geht langsam und erfordert höchste Konzentration und Trittsicherheit (seifenglatte Steine), und eine ununterbrochene Kontrolle der Blöcke, ob sie fest sitzen oder lose sind, bevor man sein Gewicht darauf verlagert. Im September kann Nässe auch sehr schnell zu Eisglätte werden, was die Verhältnisse nicht gerade verbessert.
Bei solchen Verhältnissen guckt man sich die Berge besser vom Tal aus an, vor allem, wenn man eine Wanderetappe zu schaffen hat und nicht den ganzen Tag für den Gipfel zur Verfügung hat.
Je nach dem, wie gern man klettert, kann man im Raum Hurrungane die Tour sehr anspruchsvoll gestalten und Klettertouren (ggf. geführt, wenn man allein ist und nicht selber sichern kann) einbauen (Store Skagastølstind, Maradalstindane, der gesamte Skagastølsrücken...). Da hat man ungefähr das Anspruchsvollste, was einem Jotunheimen zu bieten hat.
Bei den meisten der genannten Gipfelbesteigungen, die unterwegs möglich sind, empfiehlt es sich, den Rucksack im Tal zurückzulassen (geht man über den Glittertind oder Fannaråken, nimmt man ihn natürlich mit).
Der Reiz liegt in erster Linie in der grandiosen und durchaus abwechslungsreichen Landschaft mit viel Bergen (rundgeschliffenes Fjell und spitze Berge), Flechtensteinen, Gletschern, Wasser und teilweise Fjellbirkenwald in den Tälern.
Ludwig wollte ja eine zusammenhämgende Tour mit hohen Bergen, Pässen und viel rauf und runter - und das ist eben so eine ;)
OK, danke für die Infos!
Vielleicht entscheide ich mich zum Schluss noch für Jotunheimen...
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