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Vollständige Version anzeigen : Biketour von Shimla nach Leh


mospelt
23.03.2005, 17:23
Hallo zusammen,
Zwei Kollegen und ich haben im August 2005 eine Mountainbiketour von Shimla nach Leh auf dem "Highway" geplant (Shimla, Recong Peo, Kaza, Keylong, Baralacha-La, Lachulung-La, Leh, Khardung-La, Leh). Wir sind nun dabei uns über Region und Anforderungen zu informieren und ich möchte in diesem Zusammenhang hier folgende Fragen stellen:

1) Wir werden folgende Provinzen durchqueren: Shimla, Kinnaur, Spiti, Lahaul, Rupshu, Zanskar und Ladakh. Ist es richtig, dass wir permits ausschliesslich für Kinnaur,Spiti und Ladakh benötigen und wir diese in Shimla, oder bereits Delhi, problemlos erhalten?

2) Für die permits sollen jeweils 4 Personen benötigt werden. Wir sind nur zu dritt. Was hält ihr von der Idee einen vierten Pass von jemandem auszuleihen und mitzunehmen und dann bei der Beantragung der permits vorzuweisen? Oder muss pro Pass eine Person anwesend sein?

3) Kriminalität: Auf der Seite des Schweizerischen Aussenministeriums (http://www.eda.admin.ch/eda/g/tool/cont_travad/indie.p.html) habe ich gelesen, dass in letzter Zeit Trekkingtouristen verschwunden sind. Wie schätzt ihr die Lage in den von uns bereisten Gebieten bezüglich Kriminalität ein?

4) Gibt es genügend Verpflegungsmöglichkeiten (seien es Gasthäuser oder auch Verpflegung bei Einheimischen) auf unserer geplanten Strecke? Oder muss viel mitgenommen werden?

5) Mit welchem Verkehrsmittel wird am sichersten die Anreise von Delhi nach Shimla unternommen? Wichtig wäre das die Bikes unbeschädigt bleiben!

6) Hat jemand bereits wichtige Erfahrungen auf einer Mountainbike-Tour auf dieser Strecke gesammelt? Dinge, die unbedingt zu beachten sind?

Besten Dank für eure Hilfe im voraus
Gruss
Mario

ingolf
23.03.2005, 18:01
Hi Mario,

erstmal meinen Respekt vor euch! Hammerstrecke, aber wunderschön!

1.: Ihr braucht nur ein Permit. Das schließt Kinnaur und Spiti ein. Für Ladakh usw. braucht ihr kein Permit. Ob es die in Delhi gibt, weiß ich nicht. Aber in Shimla wie in Recong Peo ist es kein Problem (außer am Wochenende). Dauert einen Tag.

2.: Klingt gewagt. 1999 waren wir zu zweit und wir wurden nicht mal nach Mitreisenden gefragt (in Recong Peo). Kann aber auch von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Unbedingt noch andere Erfahrungen einholen!

3.: Sowas beantworte ich gar nicht gern. Mir ist dort noch nie was passiert und ich halte die Ecke für sehr friedlich. Das habe ich aber auch fürs Kullutal gesagt und dann kam 2000 ein nepalesischer Apfelpflückhelfer und erschlug/schoß zwei Trekker in ihrem Zelt im Parbatital - Raubmord. Natürlich auch dort die große Ausnahme. Ich denke, es ist sehr unwahrscheinlich, das es auch nur zu einem handfesten Streit kommt...

4.: Kommt auf eure Ansprüche an. Teebuden kommen schon öfters zwischen Shimla (zwischen Shimla und Recong Peo gibts noch größere Auswahl und teilweise viele richtige Restaurants (Rampur!), da würde ich nur Tagesnotrationen mitnehmen) und Darcha. Dort gibts auch Chapati, Kekse, Wasserflaschen, Bier und so. "Restaurants" gibts nur in den größeren Orten (Recong Peo, Poo (im Oberdorf), Chango, Kaza, Tabo, Keylong usw.). Ab Darcha in Lahaul beginnt die "große Steppe". Dort gibts absolut nichts, außer vielleicht 1-2 Zeltküchen für die Kraftfahrer. Praktisch bis fast zum Industal. Für diese Etappen braucht ihr dringend Verpflegung! Wieviel Tage man per Fahrrad braucht, wißt ihr bestimmt besser. Ab dem Industal braucht ihr eigentlich nichts (?) mehr. Viele Ortschaften mit Küchen.

5.: Wahrscheinlich per Zug.

6.: Ich kann dir nur Tips zu sehenswerten Orten und Infrastruktur geben. Ich bin dort noch nicht geradelt. Saß aber schon mit zwei Neuseeländischen Bikern auf dem Busdach (inklusive ihren Rädern)...Ach und in Tabo hatte ein Novize einen kaputten, natürlich roten, Fahrradhelm auf. Es müssen also schon mal welche per Rad dortgewesen sein...

Gruß, Ingolf.

Moni
23.03.2005, 18:05
Hallo Mario!

Ich war im Sommer 03 in Spiti Valley, von dem her kann ich Dir nicht die allerneusten Infos liefern. Trotzdem ein paar Dinge:

Die Strasse vom Kunzum Pass bis zur Kreuzung nach Leh ist nicht asphaltiert und wird zum Teil von grösseren Bächen überflutet. Das heisst viel Gerüttel in den Gelenken und manchmal nasse Füsse... So erging es jedenfalls unseren (Motor-) Bikern. Ansonsten ist die ganze Strasse von Kinnaur nach Spiti grösstenteils asphaltiert.

Nach Nako gibt es (sozusagen) jedes Jahr einen grösseren Erdrutsch. Mit den Bikes kannst Du Dich über den Erdrutsch rüberseilen, ist aber ein ziemliches Abenteuer! Wir mussten leider umkehren und über Manali/Rothang/Kunzum nach Spiti, da wir einen Jeep dabei hatten.

Du brauchst ein Inner Line Permit für den Teil, der der tibetischen Grenze entlang führt (erster Checkpoint bei Jangri, dann bei Sumdo), aber keines für Ladakh. Soweit ich informiert bin, solltest Du das Permit auch für 3 Personen kriegen, ich würde es zuerst so versuchen, bevor Du einen zusätzlichen Pass vorweist. Diese Regelungen wurden ziemlich gelockert. Wir haben unser Permit über Freunde bei einer Travel Agency gekriegt, ich bin überfragt, wo Du es sonst noch kriegst. Sollte aber kein grosses Problem sein.

Die EDA Seite sollte man nicht zuuuu ernst nehmen, sie sind (richtigerweise) immer sehr vorsichtig mit ihren Aussagen. Es stimmt, dass manchmal Leute verschwinden, doch darunter sind auch Leute, denen es einfach ausgehängt hat und die irgendwo in den Bergen ein neues Zuhause gefunden haben, oder es hat einen Unfall gegeben. Wir hatten keinerlei Probleme mit Kriminalität, natürlich aufs Gepäck aufpassen, ansonsten kein Problem. In Rampur haben wir ein paar lichte Gestalten gesehen, die uns genau beobachtet haben, und in Tabo im Millenium Guesthouse, welches zur Monastery gehört, wurden wir aufgefordert, alles Gepäck aus dem Auto zu nehmen, da dort Langfinger rumgehen.

Verpflegung findest Du in Kinnaur in jedem Dorf, kleine feine Dhabas. In Spiti sind die Abstände zwischen den Dörfern grösser und nicht jedes Dorf hat einen Markt, hier vielleicht ein wenig vorsorgen. In Lahaul (bis zur Kreuzung) hat es nicht sehr viel, eine Dhaba gerade nach dem Kunzum und in Chatru, das war es etwa.

Bedenke noch, dass es in Spiti um diese Jahreszeit den Tag durch sehr heiss werden kann und in der Nacht ziemlich kühl.

Viel Vergnügen in Spiti!!!

Gruss, Moni

mospelt
23.03.2005, 19:59
Besten Dank schon einmal für euere Infos.
Seit ihr sicher, dass für die Fahrt auf den Khardung-La von Leh aus kein permit nötig ist?

Joerg
23.03.2005, 23:24
Hallo,

erstmal meine Hochachtung!!



Ich war im Juni 2004 auf dem Kardung-La. (mit einer Enfield). Das Motorrad hatte echt schwer zu arbeiten. Und jetzt der Trost. Mir sind zwei Fahrradfahrer begegnet. Ich habe Sie nicht gesprochen aber Sie waren Oben.
Für die Fahrt benötigte ich ein Permit ins Nubra Valley. Ich will es nicht beschwören, aber der erste Kontrollposten war vor dem Pass. Mann wartet dort bis Mittag und darf dann im Konvoi losfahren. Wie das mit Fahrrädern geht weis ich nicht. In meinen Papieren standen noch drei andere Namen, aber das war allen Kontrollen egal. Das Papier kostete nicht so viel und es ist in jedem Reisebüro zu bekommen. Die Tage an denen man fahren darf sind geregelt. Auf dem Pass und dort hin gibt es keine Verpflegung. Wasser nur in Bächen, die Straßen sind oft vom Wasser ausgespült, Aspphalt nur teilweise auf der Strecke. LKW`s gibt es reichlich und die Straßen sind eng. Wer mit dem Fahrrad oben ist hat einen echten Meilenstein gesetzt.

Machbar auf jeden Fall. In der Anlage noch zwei Fotos, das ultimative Ziel und der Weg dort hin.