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Vollständige Version anzeigen : Everest


Princepsarcani
23.02.2005, 13:45
hallo freunde,
ich wollte mal paar erfahrungen zum thema: bezwing den berg :-)

ich bin jetzt 19 jahre und hab mir überlegt mit 25 einen versuch zu starten.
ist auch nur ein reiner gedanke, aber ich wollte mal paar meinungen hören.

seit meinen 10 lebensjahr bin ich begeisterter trekker und naturliebhaber.
ein bekannter hat mich auf eine (für ihn) leichte bergtour mitgenommen.

"Gamskarkogel" (-falls das jemandem etwas sagt,) hieß der gipfel. liegt in österreich.
nähe des "großarl tals".
naja jedenfalls hat es mich absolut begeistert.

vom bergsteigen hab ich absolut keine ahnung, noch!

taurus2000
23.02.2005, 14:38
Hallo Princepsarcani

"THINK BIG!" finde ich recht sinnvoll. Nur wer Träume hat und was verändern will, kann wachsen! Wenn Du Grenzen suchst, dann kannst Du diese in der Wohnstube finden (z.B. wie viele Liegestützen schaffe ich?) aber auch in der Höhe eines Everest. Lass' Dir Deine Träume nicht nehmen, bloss weil "man das nicht schafft" oder "man sowas nicht macht"!!! ABER: prüfe realistisch, wo Du heute stehst & welche Schritte notwendig sind, um zum Ziel zu gelangen! Hochmut kommt vor dem Fall!

Für den Everest würdest Du erstmal einen guten Job brauchen, damit Du die erheblichen Kosten (mit-)tragen kannst. Wohl kaum ein Expeditionsteam nimmt einen blutigen Anfänger mit. Daher würde ich versuchen, oft klassische alpine Touren vor der Haustüre zu machen, aber auch den einen oder anderen 6'000-er zu besteigen (Nepal, Equador, Afrika). Basis für solche Touren bildet IMHO immer eine Top-Grundlagenausdauer. Nebst Wandern, Bergsteigen & Trekking bietet sich dafür regelmässiges Laufen, Schwimmen, Radeln etc. an. Mach' Dir einen realistischen 2-Jahresplan und versuche möglichst viel über den Everest zu erfahren und mit Leuten zu sprechen, die's auch versucht haben!

Geht nicht, gibt's (fast) nicht: YOU CAN GET IT, IF YOU REALLY WAN'T (but you must try, try and try!!!)


good luck!

Marc


(in der 7. Klasse von der Lehrerin vor der Klasse als dümmster Schüler hingestellt, heute erfolgreich als Rechtsanwalt und FH-Dozent tätig. In der gleichen Klasse bei einem 1000m-Lauf "bloss" der Zweitletzte geworden - später dann mehrere Ironmans, Marathons & bei der Langdistanz-Duathlon-WM im vorderen Drittel... JUST TRY!)

ingolf
23.02.2005, 17:53
Hab auch noch einen: Klotzen nicht kleckern!

Taurus hat völlig recht, mach am Vormittag schnell mal den Island Peak oder Aconcagua, damit du weißt, ob dir sowas spaß macht und du Nachmittags vom Everest nicht enttäuscht bist...
Ne im Ernst jetzt, warum nicht? Wenn du überdurchschnittlich trainiert bist, mental mehr als fit und am Berg professionell agierst, dann versuch nach sehr guter Vorbereitung mal die kleinen Hohen der Welt. Z.Bsp. die oben genannten. Auf dem Level, könntest du für dein großes Ziel aufbauen, bzw. dich langsam steigern. Viel Glück, Ingolf.

Becks
23.02.2005, 19:45
6 Jahre Erfahrung reichen nicht aus, dazu muß man als vernünftiger Bergsteiger zu viel beherrschen. Unvernünftige Leute kommen da zwar auch mit Glück und Profibegleitung rauf, aber mit etwas Pech nicht mehr runter.

Back erstmal "kleine" Kuchen in den Alpen. Wenn Du dort die ernsthafteren Routen angehst und immer noch Lust auf sowas hast, dann würde ich weiter in die Zukunft sehen.

Um einmal ein paar nähere Ziele zu geben:
gehe auf normale Touren ohne größere Ansprüche und gewöhn Dich an die Ausrüstung, an das Wetter und die Tourenplanung. Mach dann mal ein paar Kurse für Eis und Fels mit. Gehe dann selbsständig in Begleitung Erfahrener auf Hochtouren. Fang dann an, selber Hochtouren zu planen und als Führungsperson diese durchzuführen. Fang an zu klettern, lerne die Beherrschung von Seil und Sicherungstechnik. Bezwing den ersten 4000er. Wage Dich dann mal an einen 3000er und 4000er auf der Nicht-Normalroute. geh in den Bergen biwakieren, auf Selbstversorerhütten kochen. Mach Winterbegehungen und/oder ein paar Nordwände. Plane schwerere Routen in den Alpen.
Wenn Du Zeit hast, geh Eisklettern, lerne Tourenskifahren. Lerne, mit Schnee und dessen Gefahren umzugehen, lerne Orientierung mit Karte, Kompaß, Höhenmesser und GPS. Bau Schneehöhlen oder übernachte im Winter im freien in den Alpen.
Das sind alles Punkte, die Erfahrung und damit Sicherheit bringen.

Auch wenn es hart klingt; ein 2000er zu besteigen befähigt noch keinen, gleich DEN 8000er anzugehen.

Alex

taurus2000
24.02.2005, 08:55
Hallo Alex

Ich geb Dir in allen Punkten Recht: vielleicht wird's aus den 6 Jahren halt 7 oder 8 oder auch gar nie... Ohne Leidenschaft, also die Bereitschaft, für ein solches Abenteuer viel Zeit und Energie konzentriert einzusetzen und auch schmerzhaftes in Kauf zu nehmen, lassen sich grundsätzlich keine hohen (persönlichen) Ziele erreichen. IMHO wissen & leben das die meisten hier im Forum. Aber wo ist die Grenze? Spannend, sich mit der Biografie von Göran Kropp (http://www.k2news.com/gkb.htm) oder Andreas Clavadetscher (http://www.clavi.ch) auseinander zu setzen. Bei Clavi hatte ich die Gelegenheit, als Mitbetreuer einen WR-Versuch zu begleiten und mich lange mit anderen RAAM-Teilnehmern zu unterhalten. Das Wichtigste dürfte die Motivation sein. Die muss aus der Freude an der Sache kommen. Die Such(e/t) nach Leistung genügt als Motivation nicht! Wenn die einzige Motivation für meine Bergtouren & stundenlanges Radfahren das Ziel "Everest" ist, dann werde ich das Vorhaben wohl schon bald abbrechen, da das Ziel unerreichbar fern erscheint und ich wenig "Leistungsbestätigung" erhalte.. Gewinne ich meine Motivation jedoch aus der Freude an den Bergen, dem Leben draussen und der Auseinandersetzung mit mir selber, dann stärkt jede Tour, jede Nacht im Freien & auch jeder "Misserfolg" meine Motivation. Ob's mich auf diesem Weg auf den Everest führt oder ich "bloss" mal das Studium schaffe, bleibt egal.

Grüsse, Marc

(der überzeugt ist, dass hier ganz viele von ähnlichen Geschichten erzählen könnten)

Becks
24.02.2005, 09:15
Nachtrag: Vom Everest kenne ich bislang nur Horrorstories von Gruppen, bei denen die Leute nicht einmal in der Lage waren, Steigeisen anzulegen.(man lese nur die übliche Literatur rund um das Everest-Unglück) .
Solch ein Unwissen treffe ich leider auch ständig in den Alpen an, mit dem Ergebnis daß ich schon ein paar Leute vom Hang "kratzen" und ins Tal oder bis zur nächsten Hütte begleiten durfte. Was den Leuten wohl nicht ganz klar ist, man kann auch in den Alpen 100 m von der nächsten Hütte entfernt ganz schnell hops gehen. Die Alpen sind (ebenso wie jedes andere Gebirge) mit Respekt zu genießen, und so etwas lernt man ebenso wenig in solch kurzer Zeit wie das technische Handwerk drum rum.

Alex

taurus2000
24.02.2005, 09:33
Hi Becks

Deine Aussage kann ich nur bestätigen! Bloss mit der Lernkurve habe ich etwas Mühe: ich brauch wohl auch als "Bergler" keine 6 Jahre, um an den Gestaden der Nordsee zu wissen, dass wenn da hohe Wellen, dunkle Wolken & ne kräftige Brise ist, ein Optimist-Segel-Törn nicht grad angesagt ist. Bei entsprechender Ernsthaftigkeit des Vorgehens werden in dieser Zeit die Kids (12 - 18) Juniorenweltmeister, die Studis (20 - 26) zu Doktoren und aus Fussgängern Berufspiloten :)

"Gefährlich ist es, die Gefahr nicht zu erkennen"


Grüsse, Marc

Becks
24.02.2005, 10:01
Es ist ein Unterschied ob ich in einem Spezialgebiet wie Segeln mit einer bestimmten Bootsklasse (egal ob Tornado oder Opti) mich fotbilde, oder ein solch breites Thema wie Alpinismus erlerne. Es gibt sehr viele Aspekte, die allesamt bedacht werden müssen. So ist zwar das Wissen, daß dunkle Wolken ein Grund sind um umzudrehen, schon nicht schlecht aber nicht alles.
Die Bedienung des Materials beispielsweise muß auch dann funktionieren, wenn nicht mehr alles so planmäßig läuft wie beim Lehrgang. Ein Verhauer in der Routenfindung und plötzlich muß man anstelle von gebohrten Ständen selber Stände zum Abseilen einrichten. Dann muß noch das Wetter umkippen, der Kollege überfordert sein und das Seil einfrieren. Und schon kommt es zu Streßsituationen in denen man auch weiterhin präzise das machen muß was man in der Trockenübung beim Lehrgang beim schönsten Sonnenschein mit viel Zeit auch gemacht hat.
Als wir letztes Jahr am Mont Blanc unterwegs waren, hatten wir auch einen solchen Fall. Ein hereinbrechender Schneesturm wischte eben mal in kürzester Zeit den Trampelpfad weg, der von der Gonelle-Hütte aus durch den Gletscherbruch führt. Dazu kam Nebel, starker Wind und Schneefall. Der Rückzug war entsprechend interessant und ich glaub kaum daß die anderen Gruppen ohne meinen Kollegen und mich so sauber den Weg zurück gefunden hätten.
Es ist eben eine Sache, bei gutem Wetter unterwegs zu sein und zu hoffen daß es so bleibt oder basierend auf Erfahrung genügend Sicherheitsreserven zu besitzen um auch bei widrigen Bedingungen noch möglichst sicher agieren zu können. genau dazu gehört aber Erfahrung, und die bekommt man nicht in solch kurzer Zeit, vor allem nicht wenn man noch überhaupt nichts gelernt hat.
Soweit ich jedenfalls die hohen Berge einschätzen kann ist das Sicherheitspolter "Erfahrung" dort oben dringend notwendig und trotzdem ein verdammt dürftiger Schutz.

Alex

Princepsarcani
25.02.2005, 09:01
erst mal vielen dank für die ganzen antworten.

zu alex: ich bin völlig deiner meinung, dass man sich nie übernehmen sollte.
der everest ist natürlich sehr gefährlich und auch schwierig.
darum habe ich jetzt schon mal angefangen mich zu erkundigen.
wenn ich mit 35 jahren "erst" bereit und gerüstet sein werde ist das auch ok.


vielen dank für alle ratschläge erstmal.

MFG andi

Flachlandtiroler
25.02.2005, 09:03
"How to summit everest" ist ein nicht eben seltenes Thema im Net... gibt ein Buch von einem 15-jährigen Ami der sich das auch in den Kopf gesetzt hatte (und trotz vollprofessioneller Hilfe gescheitert ist, das nur nebenbei).

Den Vergleich mit Segeln finde ich durchaus tragfähig, allerdings nur wenn man auf die Polarmeere hinaussegelt :D Das Problem beim Höhenbergsteigen ist ja gerade, daß man viele lebensnotwendige Erfahrungen _nur_ in den ganz hohen Bergen machen könnte, und wer kann schon jedes Jahr mehrere solche Touren machen (finanziell wie vom Zeitaufwand her).
Radsport (von wegen Clavadetscher) ist IMHO kein guter Vergleich, wer da einen (taktischen) Fehler fällt halt zurück oder scheidet aus und ist beim nächsten Mal schlauer; sonst passiert weiter nichts. Hohe Berge verzeihen keine Fehler...

Ein schönes Beispiel wo es jemand nicht ganz so schmalspurig aufgezogen hat (und trotzdem seine liebe Mühe dabei hatte) findet man hier: http://www.bielefeldt.de/expedd.htm

Gruß, Martin

Jens
25.02.2005, 11:56
Da ich persönlich durch meine Beziehungen durch Nepal etliche Leute kenne,
die auf den Everest gestiegen waren, wäre es vermessen ohne geeignete
Höhenerfahrung und anderer bezwungener Achttausender auf den Everest
zu steigen. Wie so was ausgehen kann,konnte man an der Everest Expedition
von 1996 von Rob Hall und Scott Fisher sehen. Als Eingehtour würde ich mal auf dem
Aconcagua unter Viento Blance (weißer Sturm )-bedingungen steigen. Dann hast Du
8000er Wetterbedingungen. Ich würde mal klein anfangen und langsam an die
größeren Höhen herantasten.;)

Guru
22.01.2006, 16:40
@Nepaltrekker

Klein anfangen ist beim Höhenbergsteigen eine gute Idee, nicht aber, den Aconcagua bei Viento Blanco zu besteigen. Das ist nämlich kein "normaler" Höhensturm, sondern der Berg läd sich elektrisch auf. In die Steckdose greifen würde in dem Fall eine Menge Aufwand ersparen und hätte den selben Effekt.

Guru!

Jens
22.01.2006, 21:37
Wiso gräbst Du den alten Thread wieder aus :confused:
Natürlich kenn ich den Viento Blanco vom Aconcagua.
Ich hatte allerdings das Glück im Basislager gesessen zu haben und den
Sturm ausgeharrt zu haben.
SCHÖN für Dich das du auch diesen Berg bestiegen hast.
Btw ist dieser Berg mein langweiligster Berg, den ich erklettert habe.
Diese Schuttlatscherei im Aufstieg war echt ätzend.

hhhannes
23.01.2006, 21:24
...jetzt kommen die Experten..:roll:

Ich finds gut !! Wo kommt man hin ohne Träume ?

Grüße von einem altersähnlichen mit ebenfalls von einigen Leuten als irrational abgetanen Träumen, die er sich trotzdem erfüllen wird -hannes

Princepsarcani
24.01.2006, 08:15
mal nebenbei, es ist wirklich nur eine art traum vom mir.
ich möchte natürlich irgendwann versuchen ihn wahr werden zu lassen
und ich bin mir sicher das mindestens ein mal im leben am BC sein werde. ob ich versuchen werde den gifpel zu erreichen?

bei guten verhältnissen (wetter+körperliche verfassung...)
werde ich sicherlich mein "glück" und "die gutmütigkeit des berges" heraufordern.
ich bin jetzt 20 jahre und ich denke 15 jahre vorbereitungszeit, ist doch akzeptabel
und keines wegs vermessen. (vermessen.@hhhannes<blockquote>ach)

@hhhannes:
ach.. was soll ich sagen...
ich habe mein lebenlang anhören müssen:
"das kannste nicht"
"du bist zu ¤*#¤*#¤*#¤*#"...

anfang´s lacht man über diese menschen weil man seinen stolz
hat und man sich selbst etwas bedeutet. doch wenn die stützen einbrechen die einen oben halten,... man verliert den sinn für´s wesentliche,
es wird einem plötzlich alles egal. man fängt an zu überlegen: wo zu?
warum stehe ich morgen´s um 05:00uhr auf?
warum muss ich geld verdienen?
warum muss ich kaufen?
warum mach ich jeden tag die gleiche stumpfsinnigen sachen?
warum brauche ich geld?
warum muss ich sachen machen die ich nicht will?
warum sind andere dick oder haben diabetis?
warum bekomme ich von einem 6 jährigen die antwort:
aus dem supermarkt? -wenn ich frage, wo ein apfel herkommt?
usw,..

irgendwann ist mir aufgefallen, dass mir das noch nie aufgefallen ist!
auf diese fragen gibt es eine antwort: evolution!

in unsere künstlichen, übertechnisierten, machthungrigen, katalogisierten,...
welt die wir uns geschaffen haben, schlagen wir jeden tag einen weiteren nagel in den sarg er menschheit. die natur gab uns einen lebensraum, aber mensch wollte mehr und schuf sich seinen eigen schweine stall! nur hat er eins vergessen,das sich die natur des menschen, nicht von heut auf morgen verändern lässt.
es sind immer noch die urinstinkte die uns im unserem schweine stall,
entscheidungen fällen lassen und über unser handeln unterbewusst nachdenken
lassen. dennoch versuchen wir jeden tag diese instinkte auszublenden!der moderne mensch lebt wie ein uhrwekt, wie ein computer programmiert
(zitat: tote hosen - hier kommt alex, musiker), nachts wird er aufgezogen damit er am tag vor sich herweggitiert, den ablauf des gestrigen tages wiederholt. immer und immer das gleiche...

APuschendorf
24.01.2006, 13:28
Hi Andi,

ich hab auch den Traum einmal in meinem Leben ein 8000er zu versuchen.
Mein Lieblingsberg ist Shisha Pangma. Der soll's sein, wenn denn mal irgendwann genug Kondition/Erfahrung und Geld vorhanden ist....

Viel Spaß beim Träumen... sitze oft vor Fotos und Landkarten des Shishapangma und bereite mich innerlich auf die Route vor :-)

Grüße
Andreas

(P.S. das coole am Shisha Pangma ist ... da gibt es ein 7000er direkt nebenan ... der bis ins C1 die gleiche Route nutzt wie für den Xixa. Den würd ich gerne vorher mal angehen, dann kennt man später schonmal ein Teil der Route und es ist nicht alles total fremd.)