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Vollständige Version anzeigen : Trekking im Juli?


Robson
09.02.2005, 08:44
Guten Morgern,
mal ne Frage..ich weiss ja, dass im July in Südamerika eigentlich Winter ist. Dennoch, besteht die Möglichkeit zum Wandern in SA (ausser Patagonien) im July?? Die Anden vielleicht??

Danke für allen Input
Robson

Lars_Nigge
09.02.2005, 12:12
Hallo Robson,

Du kannst in den noerdlichen Anden (Nordchile, Peru, Ecuador) im Juli gerade besonders gut trekken, weil dann Trockenzeit ist und nicht so viele Wolken aus dem Amazonasbecken in die Berge ziehen. Fazit: Im Juli ist dort Hochsaison. Ich kann Dir die Cordillera Blanca empfehlen in Peru. Kann man sich sehr gut von Huaraz aus organisieren.

Viele Gruesse
Lars

Robson
09.02.2005, 12:53
Vielen Dank Lars,


schaue mal was ich so im Netz finde, war noch nie in Südamerika.
kann man/frau die Trails alleine machen, oder geht das nur organisiert??

Nochmals Danke
Robson

Lars_Nigge
10.02.2005, 20:23
Hi Robson,

ob ihr das alleine machen koennt haengt sehr von Euch ab. In der Cordillera Blanca sind die Hauptwege gut ausgeschildert (das heisst an den wichtigsten Abzweigungen steht ein Schild).
Wenn ihr eine vernuenftige Ausruestung habt duerfte das kein Problem sein.
In Peru ist auch ziemlich verbreitet sich einen Treiber mit Eseln zu besorgen. Je nach Verhandlung kocht der auch fuer Euch. Grundsaetztlich kann man sich in Huaraz (die einzige Gegend in der ich mich wirklich auskenne) alles besorgen. Vom Trek mit Guide, Koch, Treiber bis zur Ausruestungsgegenstaenden aller Art. Ist natuerlich auch eine Preisfrage.
Ich habe es damals mit Treiber und Bergfuehrer gemacht (habe noch einen Berg bestiegen).
Preise haengen auch sehr von der Gruppengroesse ab.
Auf keinen fall mit Hauserexpeditionen oder sowas von D aus buchen! Die sind mir begegnet. Das waren bestimmt 40 Mann. Da bleibt das Erlebnis ziemlich auf der Strecke.
Am besten sucht ihr euch erstmal ein Gebiet!

Viele Gruesse
Lars

Andreas
10.02.2005, 21:15
Für die Cordillera Blanca gibt es ganz ausgezeichnete Wanderkarten von Alpenverein (1:100.000er). Expeditionskarten 0/3a, 0/3b und 0/3c.
Meines Erachtens sind die Karten gut genug, um ohne Guide oder sonstige Hilfsmittel wandern zu können, um einmal alle übrigen Argumente für oder wider Guide außen vor zu lassen!

Andreas

julchen
11.02.2005, 17:08
Ist es eigentlich sehr riskant, ohne Guide zu trekken? Wenn man zu zweit unterwegs ist? Ich meine wegen eventuellen Überfällen oder so... hab schon sehr unterschiedliches gehört...

Liebe Grüße und Danke für Antworten

julchen

wetterfest
11.02.2005, 18:18
hallo,

die armutskriminalität in ecuador und peru ist enorm (neben bolivien die armenhäuser südamerikas), überhaupt nicht vergleichbar mit nepal u.a. asiatischen trekkinggebieten, nordchile ist dagegen relativ sicher (der süden chiles völlig unproblemtisch).
für peru und ecuador habe ich leider schon die verrücktesten dinge gehört, bis dahin das einem vor dem zelt nachts die wanderschuhe geklaut wurden, aber leider auch richtig unangenehme raubüberfälle. ist wirklich nicht so ganz ohne, hinzu kommt das ein wenig spanisch fast unabdingbar ist.
auf dem land versteht kein mensch mehr englisch und es gibt quasi keine bis nur spärliche trekkinginfrastruktur, also nix lodgetrekking sondern zelt, kochkrempel etc. auf den rücken....
als individualtrekker würde ich versuchen vor ort (bzw. vorab) eine kleine gruppe gleichgesinnter zu finden mit denen man zusammen geht, dann steigt die sicherheit gleich enorm.

gruesse
helmut

Marco_Polo
11.02.2005, 23:17
Hola,

um aber auch die andere - die gute - Seite nicht zu vergessen:

Ich habe letztes Jahr meine erste richtige Trekkingtour gemacht. In Huaraz. Da war ich noch keine fünf Tage im Land; konnte von Deutschland her kein Spanisch und hatte lediglich den Kauderwelsch dabei. Es war auch alles in allem meine erste Individualtour und ich wusste nicht groß, was mich erwarten würde. Ich bin einfach ins kalte Wasser gesprungen.

Und ich habe keine einzige schlechte Erinnerung an die Bevölkerung, es gab keine Probleme etc..

Klar, musst du dir dessen im Klaren sein, dass du dich in einem Dritte Welt-Land bewegst, aber die mir entgegengebrachte Warmherzigkeit der Peruaner ist bis jetzt unübertroffen.

Was Helmut bezüglich der Kriminalität geschrieben hat, habe ich auch schon (oft) gehört, musste es aber noch nie am eigenen Leib erfahren.....zum Glück!

Daniel

albatross02
17.02.2005, 16:22
Hallo,

Juli/ August wird als optimale Bergsteigerzeit im Lauca Park Gebiet ( Chile/ Bolivien ) in Traumberge Amerikas angegeben.
Ich war vor 5 Jahren auf dem Parinacota im Juli. In Sajama ( 4300 m ) waren nachts bis -27 Grad, am tage 15 - 20 Grad. Es war strahlend blauer Himmel. Vom Gipfel konnte ich den Illimani klar erkennen. Die Gipfelkette der Königskodilliere war gut zu sehen.
So eine Fernsicht habe ich noch nie erlebt.
Im Juli ist in Bolivien das stabilste Wetter, aber kühler als z.B. im Mai.
Von Sajama aus gibt es auch etliche kleinere Tagestouren. Ausserdem sind Nandus, Vicunas und heisse Quellen zu sehen. Bei Sajama liegt eines der höchsten Wälder ( bis 4800 m ). Ich würde es aber eher als Getrüpp bezeichen das alle paar Meter zu sehen ist.
In Sajama habe ich gezeltet. Zum Natioanlpark gehörten Offiziere ( Militär ), die auch Ausbildung mit anderer Militärangehöriger durchgeführt haben.
In der Nähe ist eine Grenzstation ( Militär ).
Daher war es ziemlich sicher im Park. Allerdings hat sich in den letzten 5 Jahren in Bolivien viel geändert, wen ich mir die Foren anschaue, sowie die Homepage des Auswaertigen Amtes.
Unweit der Grenze, in Chile ist der Lauca Nationalpark.

Jochen
26.02.2005, 12:35
Empfehlen kann ich auch die Cordillera Huayhuash, südlich von Huaraz in Peru. Juni bis August ist da sogar die beste Zeit. Die Gegend ist trotz ihrer landschaftlichen Schönheit kaum begangen, wir haben in den zwei Wochen grade mal zwei Trekker und ein paar Hirten an den Lagunen getroffen. Ist allerdings sehr abgelegen, so daß, wenn ihr ganz allein gehen wollt, doch schon einiges auf dem Buckel haben werdet (Zelt, Proviant etc.). Wie hier schon erwähnt, wäre es da m.E besser, sich einen einheimischen Führer anzuheuern mit Packeseln.
Das ist übrigens genau das Gebiet, wo das bekannte Buch (zwischenzeitlich verfilmt, sehr zu empfehlen!) "Sturz ins Leere" von Joe Simpson spielt.

Viel Spaß auf jeden Fall in Südamerika,
Jochen

activeperu
01.08.2008, 19:46
Hallo Alle,

kurze Korrektion vom Beitrag von Andreas: die C karte vom OEAV ist von der Cordillera Huayhuash und nicht von der Cordillera Blanca.

Huayhuash ist auch meine Empfehlung schlechthin in der Huaraz Region (8-12 Tage). Fuer geuebte Reisenden die ein bisschen Spanisch sprechen und ein Tag extra einplanen koennen, auch moeglich selbst zu organsieren. In Llamac kann man auf der Fussball wiese Zelten (zur Hoehenanpassung) und im Dorf Esel organisieren fuer den naechsten Tag. 1 Tag schlafen in Huaraz und 1 Tag in Llamac duerften genug sein zum Akklimatisieren.

In der Cordillera Blanca gibt es die ueberbekannte Santa Cruz Wanderung (4 Tage) aber auch Quillcayhuanca - Cojup (3 Tage), Honda - Ulta (5 tage) und Cedros - Alpamayo (8-9 Tage)

LG,

Denis