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Vollständige Version anzeigen : Von Lhasa über Kailash nach Kathmandu


Gebhard
03.02.2005, 22:04
Hallo miteinander!

Könnt ihr mir sagen, ob folgende Reise möglich ist:

Flug von Europa nach Kathmandu. Von dort mit dem Flugzeug nach Lhasa. Dann ohne Führer und Auto, also zu Fuß, mit Bus und Autostop oder auf LKW's zum Kailash und dann auf dem Landweg zurück nach Kathmandu.

Ist dies prinzipiell möglich und welche Probleme werden uns da erwarten.
Was müssen wir beachten bzw. umplanen? Wie viel Zeit brauchen wir (Wollen uns danach noch 2-3 Wochen in Nepal aufhalten)? Reichen zwei Wochen? Drei?

Würde mich über eure Antworten sehr freuen.

Viele Grüße
Gebhard

ingolf
04.02.2005, 12:14
Es gibt einen Linienbus von Lhasa nach Auli. Manchmal kriegt man ne Fahrkarte, manchmal wird man als Touri weggeschickt (wir wurden weggeschickt), manchmal kommt man bis Auli durch, manchmal wird man am Checkpoint rausgeschmissen, manchmal kriegt man dann Streß, manchmal nicht... Bessere Chancen hat man per Fahrrad. Trampen würde ich auf diesen Pisten lassen, da es verboten ist Ausländer mitzunehmen und den Fahrern beim "erwischtwerden" die Fahrerlizenz entzogen wird.
Möglich ist eigentlich alles, fragt sich nur zu welchem Preis (finanziell, nervlich, physich, zeitlich). Theoretisch am sichersten, ist es hinzulaufen.
Gruß, Ingolf

Hans-Wien
06.02.2005, 17:39
Hallo Gebhard !

Informiere dich zuerst einmal über Tibet !!!
Von Lhasa zum Kailash sind es 2000 km.In diesem Forum wurde schon viel über Kailash-Touren geschrieben.

Hans-Wien

Gebhard
07.02.2005, 08:29
Hallo Hans!

Ja, ich war noch nie in Tibet und kenne mich deshalb auch nicht aus, aber im Forum habe ich nur über geführte Touren in Tibet gelesen - deshalb die Frage. Vielleicht habe ich die Suchmaschine zu wenig intensiv genutzt?!?! Wenn ja: Sorry.

Von Lhasa zum Kailash sind's doch 1.000 km und nicht 2.000 km, oder? Und vom Kailash nach Kathmandu dürften es nochmals 1.000 km sein, oder (ist nur eine Schätzung meinerseits)? Also beides mehr wie von dir in Wien zu uns im Ländle (Vorarlberg).

Diese Distanzen liegen in Nord- und Westafrika, wo wir schon mehrmals unterwegs waren, oft zwischen 2 Dörfern, wo es etwas zum Essen, Trinken und Tanken gibt. Aber auf 4 - 5.000 m Höhe sind die Distanzen sicher anders zu bewerten.

Ich werde mich nochmals intensiv mit der Suchmaschine auseinandersetzen. Hoffe ich finde was über ungeführte Touren.

Viele Grüße
Gebhard

Hans-Wien
07.02.2005, 14:55
Hallo Gebhard !

Wenn du eine Reise planst,sollte sie doch auch zu verwirklichen sein,nur davon zu träumen,wäre mir zu wenig.
Wie im Trekkingforum schon sehr oft besprochen,ist derzeit eine Tour zum Kailash nur über ein chin.Reisebüro möglich!
Zum Kailash zu wandern finde ich gelinde gesagt,etwas utopisch,und es sind tatsächlich 2000 km,nochdazu gibt es im Hochland keine Dörfer.Wie willst du den dann weiter nach Nepal laufen ??
Ich trampte 1987 zum Kailash,damals durfte man noch individuell,und brauchte dafür 2 Monate. Bei weiteren Kailash Touren habe ich nur ein einziges mal,einen halb verhungerten Amerikaner in Ali getroffen,der illegal unterwegs war und vom Militär aufgegriffen wurde.

Da muß ich mich ingolf anschließen, ob es das wert ist??


Grüße Hans-Wien

Gebhard
07.02.2005, 15:14
Hallo Hans!

Ich glaube wir haben uns falsch verstanden. Ich hatte nicht vor zu Fuss von Lhasa zum Kailash zu laufen. Ich dachte an LKW- und Autostop und Bus. Ich meinte damit ohne organisiertes Auto und Führer. So könnte meines Erachtens die Distanz bewältigt werden.

Nach der Antwort von ingolf (danke dafür) war mir bereits klar, dass es nicht möglich ist. Auf illegalen Selbstmordaktionen habe ich natürlich keine Lust.
Habe auf einem Lichtbildervortrag über Tibet mal den Hinweis bekommen, dass man von Osten her keinen Führer braucht, wenn man mit obigen Hilfsmittel unterwegs ist. Diese Info ist wie's ausschaut nicht mehr aktuell.

Viele Grüße
Gebhard

ingolf
07.02.2005, 17:54
Hallo Gebhard, das es völlig unmöglich ist, würde ich nicht sagen. Es kommen auf diese Art schon immer mal wieder Leute zum Kailash durch.

Hast du schonmal über die Fahrradvariante nachgedacht? Ich habe neulich erst wieder einen kennen gelernt, der letztes Jahr von Kashgar kommend kaum Probleme hatte. Fahrradfahrer bewegen sich in Tibet immer in so einer rechtlichen Grauzone. Eigentlich nicht erlaubt, aber doch geduldet. Auf der Lhasa-KTM-Road hatte ich 2003 nie Probleme (die Checkpointer haben sich in erster Linie für meine Hüttenstempel im Pass interessiert). Wir wurden nicht mal nach einem Permit gefragt. Das gleiche höre ich von Leuten, die von Golmud per Rad nach Lhasa fahren. Möchte aber auch nicht behaupten, das das die Regel ist, dafür kenne ich mich zu wenig aus.
Noch ein Spartip: Die Jeeppreise Lhasa/Kailash sind bis Ende April deutlich günstiger als ab Mai, vom Sommer ganz zu schweigen. Ist halt viel kälter, aber nicht unerträglich. Blöd ist nur, wenn ein Schneereicher Winter die Straßen unpassier macht...

HS007
12.02.2005, 16:55
Sven Hedin , Harrer und viele andere sind auch durch Tibet gelaufen .... das wäre ein echtes modernes Abenteuer.

Hare

Hans-Wien
14.02.2005, 10:24
Sich mit Sven Hedin und Harrer zu vergleichen,ist gelinde gesagt etwas überheblich.

Hans-Wien

Dirk74
14.02.2005, 11:36
Hallo Gebhard,

ich bin in der Art und Weise die Du beschrieben hast am Kailash gewesen.
Ich kann dir sagen es erfordert sehr viel Zeit (Organisation, Akklimatisation) und Kraft so zum Kailash zu kommen. Ich würde es wahrscheinlich heute auch nicht noch einmal machen.
Der Bus ab Lhasa fährt 40 Stunden nonstop. Es gibt auf der Nordroute keine befestigte Straße, nur Piste. Allein an die Tickets zu kommen war sehr schwierig. Die fahrt ist alles andere als angenehm.
Außerhalb von Lhasa bewegt man sich ohne die entsprechenden Permits illegal.
(Die Permits bekommt nur der Guide bei einer gebuchten Tour)
In Ali wir man von der Polizei abkassiert. Man kommt auch nicht drumrum. Wir haben uns damals gleich dort gemeldet. Die wußten auch schon das wir dort waren.
Vom Ali zum Kailash ist eine schwierige Strecke. Überhaupt ist die Südroute ab Ali voll mit Checkpoints. Fahrer die Ausländer mitnehmen machen sich strafbar und könnten ihre Lizenz verlieren!
Man ist den Behörden dort noch mehr ausgeliefert als in Lhasa.
Auf einer anderen Tour hat uns die Polizei in Shigatse gestoppt obwohl wir einen guide, einen Jeep, sowie Permits hatten.
Der Grund: wir waren mit einer staatlichen Agentur nach Tibet eingereist und hatten dann die Agentur gewechselt.
Der Fahrer wurde zurückgeschickt, wir mußten einen anderen Fahrer von der staatlichen Agentur bezahlen und unser Guide mußte seine Lizenz abgeben. Dazu mußte er eine strafe bezahlen. Pure willkür!
Die leidtragenden sind meist die Tibetischen Guides. Wenn ein Touri Dalei Lama Bilder verteilt oder andren Mist baut... dann ist der Guide oder die Agentur dran.

Grüße
Dirk