Vollständige Version anzeigen : Zwischen November und April zum Kailash?
Hallo an alle!
Bevor ich mein erstes Thema hier im Forum poste erst Mal VIELEN DANK an Andreas & Co., die hier so unermüdlich und ausführlich alle Fragen beantworten. Ihr habt mir schon enorm bei meiner Planung geholfen und ich könnte Stundenlang hier im Forum stöbern!!!
Worum geht's: von November bis März möchte ich mit einem Freund Nordindien, Nepal, Tibet und Myanmar bereisen. Durch einen entsprechenden Arbeitsvertrag ist die Reise exakt auf diesen Zeitraum festgelegt. Da es unser beider Traum ist, die Kora am Kailash zu gehen, habe ich hier eine Frage zu den dortigen Wetterverhältnissen:Ist es möglich, dort in den Wintermonaten überhaupt zu reisen oder machen Schneefälle, die Minusgrade usw. eine Reise grundsätzlich unmöglich? Eine andere Person hat uns empfohlen, nicht den Kailash zu umrunden, sondern statt dessen den Manasarovar See zu umwandern. Aber wie kalt ist es dort wirklich (tagsüber/nachts? Nachts bis zu -30°C oder -40°C)? Wie ist es mit Übernachten im Zelt?
Hier schließt sich auch eine zweite Frage zwecks Ausrüstung an: brauche ich zwingend einen Schlafsack mit Komfort-Temperatur um die -25°C? Habe schon so viele Meinungen gehört und bin deshalb mehr verwirrt. Vielleicht hat auch jemand einen Tipp für die Ausrüstung, wenn man relativ heiße und sehr kalte Länder nacheinander bereist.
Ja, ja, ja...ich weiß, das sind wieder einmal sehr viele Fragen auf einmal. :o
Ich danke euch aber schon einmal im Voraus für eure Hilfe und bin gespannt auf die Antworten!
1000 DANK, Mia
Hallo Mia, ich war 2003 im April am Kailash. Allerdings war fast bis zur ersten Kailashsicht unklar, ob wir durchkommen. Das Problem ist ein 5000er Paß kurz vor dem Kailashgebiet (Südroute). Ist er frei oder nicht? Auch Einheimische konnten uns nichts dazu im Vorfeld sagen, außer das dieses Jahr noch nichts (LKW/Jeep) aus der Kailashrichtung gekommen ist, was wenig ermutigend war. Der chinesische Checkpoint bei Darcha bestätigte uns dann auch, das wir dieses Jahr die ersten sind. Die Kora vollständig durchzuziehen, machte man uns wenig Hoffnung (zuviel Schnee schon am Wandfuß, geschweige denn auf dem Pass). Letztlich hat es aber doch geklappt. Während der Umrundung trafen wir dann auch nur ein paar Bönpilger. Über den Pass drüber, war ein ganz schönes Schneegewühle. Die Klöster waren aber trotzdem besetzt, so daß wir kein Zelt brauchten. Einie herrliche Tour, da der Winter die ganze Gegend noch weltentrückter machte und uns die Einsamkeit in diesem Ansemble sehr gefiel! Allerdings kaum Pilger, was viele sicher als Nachteil empfinden.
Den Manasarowartreck wollten wir im Anschluß machen, aber der See war zugefrohren (nix mit tiefblauen Wasser, eher eine unwirklich-arktische Eiswüste) und es tobte ein zwei Tage langer Schneesturm, so das wir den Rückzug antraten.
Kalt war es sehr, gerade Nachts. Wieviel weiß ich nicht, nur das man selbst in den Räumen die Wasserflaschen mit in den SChlafsack nehmen mußte, da es sonst eingefroren wäre. Trotzdem war es nicht grenzlastig, da es sehr trockene Kälte ist.
Ein Freund von mir war allerdings letztes Jahr etwas später dort und hatte keinerlei Schneeprobleme. Selbst der Drölma La war frei. Kann man nicht vorher sagen...
Gruß, Ingolf.
Hallo Ingolf!!!
Herzlichen Dank schon mal für Deine umfangreiche Antwort! Ich bin total happy, dass ich nun endlich jemand kenne, der zumindest zu dieser Zeit dort war. Auch wenn mir Deine Ausführungen für unsere Reisezeit nicht gerade viel Hoffnung machen. :-/
Obwohl, vielleicht wäre es einen Versuch wert. Ich hole auf jeden Fall noch mehrere Meinungen ein, um die Risiken nicht zu unterschätzen.
Darf ich Fragen, was für eine Ausrüstung Du hattest (Jacke, Schlafsack, Hose)?
Gerne hätte ich auch einmal einen ungefähren Anhaltspunkt, wieviel Geld man für eine Reise zum Kailash einplanen muss, wenn man mit Reisegruppe und Jeep dorthin fährt. Von wo aus bist Du denn gestartet? Und wie bist Du mit der Höhe auf der Kora klar gekommen?
Ich merke, ich habe noch sooooo viele Fragen. Sorry für die "Löcherung".
Nochmals danke und schönen Gruß! Mia
Hi Mia, ich wollte dich eigentlich nicht entmutigen. ImGegenteil! Ich wollte eher rüberbringen, das es gehen kann. Im Normalfall wissen auch die Agenturen über die Machbarkeit bescheid. Da wir aber zufällig die ersten waren, wären wir auch die ersten gewesen, die Auskunft hätten geben können. Blöd war nur, daß wir auch den Preis hätten zahlen müssen, wenn wir am Pass gescheitert wären, da dieser wie gesagt erst am 4. Tag, relativ nah am Ziel kommt. Psychothriller! Du kannst dir vorstellen was los war, als wir auf dem Pass standen, bzw. ein paar Stunden später Gurla Mandata und dann Kailash vor uns hatten...
Preislich bist du zu dieser Zeit "gut" dran. "Keine" Touristen - niedrige Preise. Ab Mai wirds schlagartig teurer, zur Saison "unbezahlbar". Ich weiß nur leider nicht mehr genau den Preis. Ich glaube p.P. von Lhasa über die Südroute zum Kailash, dort 3 Tage stand, dann rüber zum Manasarowar, zwei tage später weiter zum Everest BC, 2 Tage stand und schließlich zurück nach Lhasa (insgesamt ca. 16 Tage) - 400 $. Ich schau mal heute Abend nach, nicht das ich dir Mist erzähle. Große Argenturauswahl hast du zu der Zeit in Lhasa nicht - die meisten haben noch zu. Wir kamen gut mit der Frau vom Bannak Shol Hotel-Reisebüro klar, mit der wir dann auch den Deal gemacht haben. Wir waren allerdings nur zu dritt. In so einen Jeep passen aber mehr rein, so das es dann auch billiger wird. Du hast noch einen Guide dabei. Achte drauf, das es ein Tibeter wird. Nichts gegen Chinesen, aber die können oftmals kein englisch und überhaupt. Die Free Tibet-Nummer spare ich mir jetzt mal, ist eh klar.
Die Anfahrt ist schon eine klasse Aklimatisation! Nach Lhatse kommst du schnell dauerhaft auf hohes Niveau, die letzten beiden Tage zum Kailash fast immer um die 5000m. Wir waren top aklimatisiert. Ich ärgere mich im nachhinein ein bischen, nicht noch einen umliegenden Berg mitgenommen zu haben. Da bietet sich viel dort an. Am Pass war die Höhe jedenfalls das kleinere Problem.
Klamottenmäßig bin ich nicht gerade Herr Outdoor. Interessiert mich einfach nicht so. Aber du hast gefragt: Trekkinghose von OBI, lange Baumwollunterhosen, Wanderschuhe, fette Pullover, ne Daunenweste, und einen H&M Annorak. Daunenschlafsack, aber eher mäßig. Handschuhe, Mütze, Sonnenbrille (!). Aber wie gesagt, es war schon bitterkalt, aber nicht unerträglich. Kann man schlecht beschreiben, man schraubt sich ja auch auf die Umstände runter.
Um sicher zu gehen: Diese Mail soll dir sugerieren - Machs! Viel Spaß bei der Planung! Beantworte dir gerne noch andere Fragen. Gruß, Ingolf.
Guten Morgen Ingolf!
Aufgeben werde ich meinen Traum in keinem Fall, man muss ja nicht immer auf ausgetretenen Pfaden wandern. Und schon eine halbjährige Reise hat mir gezeigt, dass man mit ein bißchen Menschenverstand und Umsichtigkeit meistens doch sehr weit kommt und so werden wir mit Sicherheit vor Ort die Machbarkeit unseres Vorhabens überprüfen.
Wie aber kann ich definitiv erkennen, ob mein Reisebüro chinesisch oder tibetisch ist? Weißt Du vielleicht auch, ob man sich in den größeren Orten eventuell einen warmen Schlafsack, Zelt oder Jacke leihen oder kaufen kann? Wie ich Deiner ersten Antwort entnehmen konnte habt ihr immer in Klöstern übernachtet. Kocht man dort dann selbst oder ist Essen im Preis mit inbegriffen? Wahrscheinlich variiert das von Agentur zu Agentur.
Denkst Du wir haben eine Chance, den Manasarovar-See ohne Guide zu umwandern? Ich hoffe ja sehr, dass auch diese Klöster in den Wintermonaten besetzt sind.
Und zum Schluss....noch eine Frage natürlich!!! ;)
Von wo aus seid ihr nach Tibet eingereist? Wo hast Du Dir das Visum beschafft und wie lang hat es gedauert?
So, das war's jetzt erst mal wieder von mir. Ich weiß ich bin schrecklich!
Thanx for your support!! Mia
Tja woran erkennt man das? Kann ich auch nicht so richtig sagen. Also das Banak Shol Hotel ist mehr oder weniger tibetisch und somit auch das Reisebüro. Das Snowland Hotel/Reisebüro auch. Dann hatte zu der Zeit noch eins am Busbahnhof (wo die Flughafenbusse abfahren) geöffnet. Das war wohl chinesisch und teuer.
Du musst von der Buchung bis zur Abfahrt noch 3-4 Tage Puffer kalkulieren, da das Büro diese Zeit zur Beschaffung der Permits braucht (Stand 2003).
Zelt und Jacke kann man unter Garantie in Lhasa kaufen (Lhasa ist diesbezüglich eine ganz normale Stadt mit Kaufhäusern und so). Ob man hiesigen Standart bekommt weiß ich nicht, aber irgendeine Alternative wird es schon geben (aber wie gesagt, ich bin da nicht so anspruchsvoll, du siehst das vielleicht anders). Auch weiß ich nicht, ob man sowas leihen kann.
In Klöstern haben wir nur während der Kora übernachtet (2x). Dort haben wir auch gekocht. Auf Verpflegung sollte man nicht spekulieren, auch wenn die Mönche mit uns ihr Tsampa teilen wollten. Auf der Kora hatten wir auch keinen Guide, was eigentlich auch nicht nötig ist.
Auf dem Weg zum Kailash übernachtet man in Gasthäusern, in denen die Herbergseltern auf Wunsch auch für dich kochen. Im Buchungspreis ist nur der Transfer und Verpflegung+Logie für die Crew drinne. Deine Übernachtungen und Essen bezahlst du beim Wirt. Mittags hält der Jeep an irgendwelchen Höfen, wo für Reisende gekocht wird.
Manasarowar würde ich auch ohne Guide wandern. Verlaufen kann man sich ja schlecht. Und jetzt nur zur "Sicherheit"? Ist halt Geschmackssache. Viele empfinden so eine Begleitung auch als Bereicherung (wissenswertes und so).
Unser Manasarowarort war Chiu Gompa und dort war die Gompa geschlossen. Dafür gab es ein Gasthaus. Ich würde im Winter auf alle Fälle ein Zelt mitnehmen.
Wir sind von Chengdu reingeflogen. Das läßt sich da völlig unkompliziert organisieren und ist billiger als von Nepal aus.
Das Visa kriegst du ganz normal von der chinesischen Botschaft in Deutschland. Falls du vorher in Thailand sein solltest, in Bangkok kriegst du es auch problemlos (da hatten wir es her).
Wieso schrecklich? Klingt doch ganz sympatisch...
Bis dann, Ingolf
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