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Vollständige Version anzeigen : Dolomiten Höhenweg 7


Thomas
18.01.2005, 17:29
Hiho,


ist vielleicht jemand unter euch, der schon mal den besagten Dolomiten Höhenweg 7 gemacht hat. Falls ja, würden mich Angaben bezüglich Wasser und sonstigen Schwierigkeiten und natürlich Fotos interessieren.

Grüße

Thomas

P.S.: Den Rother-Wanderführer über DH7 habe ich zu Hause!

Thomas
26.06.2005, 10:37
Hiho,

ich habe jetzt mal eine interessante seite gefunden. Ist zwar auf italienisch, aber gibt ein paar tolle Bilder. Am liebsten würde ich gleich losfahren.....

http://www.webdolomiti.net/monti_alpago/a.htm

(und dann für die weiteren Etappen einfach in der zweiten Leiste "Dolada ... Teverone .... " durchklicken)

Grüße

Thomas

Walexan
17.08.2005, 19:51
Hallo Thomas,

endlich konnte ich einen lange gehegten Plan verwirklichen und den DH Nr. 7 in seiner ganzen Länge begehen. Ich hatte die einzelnen Etappen recht human gestaltet, so dass immer noch Zeit blieb, die Berge, die nicht direkt vom Höhenweg überschritten werden, "mitzunehmen". So konnte ich in dieser Zeit "nebenbei" alle größeren Gipfel des Col Nudo-Monte Cavallo-Zuges besteigen. Das ergibt eine gute Statistik im Tourenbuch!?

Die Etappen im Detail:

1. Tag: Anfahrt und Aufstieg zum Biv. Scalon (nettes kleines Biwak ohne Infrastruktur; Wasser, Iso-Matte und Schlafsack notwendig!) -> sehr steiler, schweißtreibender Aufstieg

2. Tag: Biv. Scalon zum Rif. Dolada (nette Hütte mit gemütlichem Kaminzimmer): kurze Etappe, aber weiterhin sehr steil und bis zum M. Dolada weglos.

3. Tag: Rif. Dolada zum Ric. Col Nudo (abenteuerliche Notunterkunft in einer Höhle; Holzpritsche vorhanden, aber Schlafsack und Iso-Matte notwendig; Wasser wird in einem kleinen Becken gesammelt, aber so wenig, dass u.U. keines mehr vorhanden ist, wenn kurz vorher eine andere Gruppe übernachtet hat!!! Also besser Wasser vom Rif. Dolada mitnehmen, auch wenn es schwer ist!!!) -> bin direkt über den Grat von Cima Sora Il Ciot, Cima Secca und Col Nudo gegangen; bei entsprechenden Kletterkenntnissen sehr zu empfehlende Variante.

4. Tag: Ric. Col Nudo zum Freibiwak in der Nähe des Crep Nudo (ca. 50 HM unterhalb des Grates gibt es dort eine schöne, ebene und windgeschützte Fläche zum Biwakieren; nicht die im Hauleitner beschriebene Scharte!!! Kein Wasser weit und breit!!!) -> durch den Klettersteig eine der technisch schwierigsten und anstrengendsten Etappen.

5. Tag: Freibiwak – Biv. Toffolon (akzeptables Biwak mit großem und gutem Regenwasservorrat in zwei Plastiktonnen) -> verhältnismäßig kurze und entspannende Etappe

6. Tag: Biv. Toffolon – Rif. Semenza (gemütliche Hütte; Biv. Laste im Sommer abgeschlossen!) -> längste und aus meiner Sicht schwierigste Etappe des DH 7, aber auch sehr schön (auch wenn bei mir Nebel und Regen herrschten!?)

7. Tag: Rif. Semenza – Casera Palantina (Notunterkunft ohne Wasser; wir haben vor der Hütte übernachtet, bei schlechtem Wasser lässt sich die Iso-Matte aber auch in der Hütte aufschlagen; ist OK, aber nicht ganz sauber) à gemütliche Tour zum Abschluss, den ich um die Alta Via dei Rondoi ergänzt habe.

8. Tag: Casera Palantina nach Farra d’Alpaga -> perfekter, knieschonender Abstieg im schattigen Wald

Als Fazit kann ich sagen, dass es sich um eine herrliche Gratüberschreitung handelt. Auch wenn wir häufig Nebel hatten, ist es ein ganz besonderes, fast erhabenes Gefühl, sich eine Woche lang immer oben am Grat zu bewegen, ohne ein einziges Mal nennenswert absteigen zu müssen. Die Route ist in weiten Teilen weglos oder es gibt nur Pfadspuren, sie ist aber ausreichend markiert. Nach Aussage der Hüttenwirtin des Rif. Semenza waren wir die ersten Personen, die den Weg seit 2 Jahren gemacht haben. Das ist zwar nicht ganz korrekt, da ich letztes Jahr auf dem DH 6 eine 2er-Gruppe getroffen habe, die zuvor auf dem DH 7 unterwegs war, es zeigt aber, wie einsam es hier oben ist!!! Von wegen überlaufene Alpen!?!? :D

Solltest Du weitere Fragen haben, so versuche ich gerne, sie zu beantworten. Ansonsten wünsche ich Dir mindestens genauso viel Spass auf dem DH 7, wie ich ihn hatten!!! :-)



Beste Grüße,

Alex

Thomas
17.08.2005, 21:10
Hallo Alex,

vielen Dank für deine Beschreibung! Toll das ihr diese Tour wirklich gemacht habt. Einige Fragen hätten ich da noch:

Ist der Weg vom Biv. Scalon hoch zum Monte Dolada schwer zu finden?

Habt ihr echt vom Rif. Dolada für zwei Nächte Wasser mitgenommen?

Welche Berge sind besonders empfehlenswert als Abstecher, Col Nudo würde ich sowieso machen wollen, aber was wäre noch ganz nett?

Habt ihr für den Klettersteig Selbstsicherungen benutzt?

Wie ausgesetzt ist der Weg? Ok, dass ist eine sehr subjektive Frage weil ja jeder das anders beurteilt. Trotzdem wäre ich an deiner Einschätzung sehr interessiert.

Du hast nicht zufällig noch ein paar nette Fotos?

Grüße

Thomas

Walexan
18.08.2005, 18:52
Hallo Thomas,


zu Deinen Fragen:


1.) Der Weg auf den Monte Dolada ist zwar ab dem Biv. Scalon nur als Pfadspur erkennbar, mit einem etwas geschulten Blick aber kaum zu verfehlen. An einigen Stellen mussten wir, zumal im Nebel, die Markierungen suchen. Die Wegführung ist im Großen und Ganzen aber nicht kompliziert, so dass Du Dich eigentlich zurechtfinden solltest.

2.) Leider, leider! Es gibt zwischen Rif. Dolada und Biv. Toffolon keine gesicherte Wasserstelle, so dass wir das Wasser für die 3 Etappen mitgetragen haben. Unsere Kalkulation war wie folgt: 2 Liter zum Trinken pro Person und Tag + 1 Liter zum Kochen pro Person = 7 Liter insgesamt pro Person. Angesichts der gemäßigten Temperaturen der letzten Woche ging die Rechnung sehr gut auf! Alternativ kann man auch zur Casera Venal absteigen, um seine Wasservorräte aufzufüllen. Da man dazu den Höhenweg aber verlassen und rund 700Hm absteigen muss, stört dies den Gesamtcharakter der Tour massiv. Dies kam für mich nicht in Frage! Wie gesagt, im Normalfall gibt es auch im Ric. Col Nudo Wasser, man kann sich aber nicht darauf verlassen. Auch eine „Quelle“ („Aqua“) auf dem Hochplateau des Col Nudo war bei uns versiegt (vielleicht ist hier im Frühjahr was zu holen…).

3.) Als Gipfel kann ich empfehlen:
2. Tag: Monte Dolada -> liegt ja ohnehin auf der Route.
4. Tag: Crep Nudo -> liegt in Gratnähe und lässt sich gut als „Nachmittagsspaziergang“ vom Freibiwak aus besteigen.
5. Tag: Da der Tag ohnehin recht kurz ist, lassen sich noch gut 2 Gipfel einschieben: Monte Venal während der Tour und Monte Antander am Nachmittag vom Biv. Toffolon aus
6. Tag: Monte Caulana -> ist etwas versetzt zum Grat und liefert dadurch herrliche Tiefblicke.
Und natürlich auf alle Fälle den Col Nudo!!! Am 4. Tag kann man theoretisch noch den Monte Teverone erklimmen, diesen Gipfel hatte ich als einzigen aber „ausgelassen“.


4.) Ich hatte für den Klettersteig Selbstsicherung dabei, sie aber nur an einer kurzen Stelle ("10-Meter-Wand" bei Hauleitner) benutzt. Mein Tourenpartner hingegen war sehr froh, sich die gesamte Strecke einklinken zu können. Du siehst, die Beurteilung ist sehr subjektiv. Bei ausreichender Erfahrung und guten Bedingungen kann man auf die Selbstsicherung verzichten, ich würde sie aber dennoch mitnehmen, da das Gelände bei Nässe (Grasbänder!) schnell heikel werden kann. Und besser Helm: Ich hatte keinen dabei und bin nur durch besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit einem Steinschlag "entkommen"!!! :)

5.) Es gibt immer wieder Stellen, die ausgesprochen ausgesetzt sind. Zu nennen sind hier vor allem der Klettersteig „Rino Costacurta“ und Gratpassagen am 6. Tag (Monte Messer, Cima Brutt Pass, Monte Sestier). Auch wenn der Höhenweg im Vergleich zu den meisten anderen Höhenwegen der Alpen wohl recht luftig ist, habe ich es nicht als belastend oder gar extrem empfunden. Der Via Alta della Verzasca im Tessin verlief zum Beispiel deutlich exponierter. Ich denke, wenn Du mit dem Gedanken spielst, den Weg zu gehen und gewisse Bergerfahrung besitzt, sollte die Ausgesetztheit das kleinste Problem darstellen (Schwindelfreiheit vorausgesetzt!). :cool:


6.) Leider kann ich mit keinen Bildern aufwarten, da nur mein Tourenpartner welche gemacht hat!?!? :(


In diesem Sinne

Beste Grüße
Alex

Thomas
18.08.2005, 20:29
Hallo Alex,

vielen dank für die Beantwortung deiner Fragen. Dann werde ich wohl auch für die drei Etappen das Wasser mitnehmen. Na, immerhin braucht diesmal das Zelt nicht mitgeschleppt zu werden :-) Ein Abstieg würde für mich auch nicht in Frage kommen, aus eben dem gleichen Grund, wie du ihn genannt hattest.

Ein bißchen Spuckt bei mir der Gedanke durch den Kopf, bei sehr, sehr gutem Wetter auf dem Col Nudo zu biwakieren. Ist dort oben genügend Platz für eine Isomatte?

Ich werde wohl auch auf jeden Fall ein Klettersteigset mitnehmen.

Na, dann hoffe ich mal, dass ich anfang September Zeit habe und das Wetter stimmt :-)

Grüße

Thomas

Walexan
19.08.2005, 18:29
Ein bißchen Spuckt bei mir der Gedanke durch den Kopf, bei sehr, sehr gutem Wetter auf dem Col Nudo zu biwakieren. Ist dort oben genügend Platz für eine Isomatte?


Hallo Thomas,

schöne Idee! :up:
Zwar habe ich mich nicht speziell nach einer Übernachtungsmöglichkeit umgesehen, bin mir aber sicher, dass Du dort oben ein brauchbares Plätzchen zum Biwakieren finden wirst. Die Gipfelkuppe bietet ausreichend Platz, aber auch sonst ist die Topographie nicht allzu schroff. Es ist vielleicht etwas steinig, zur Not kannst du aber auch auf den nahen Cima Lastei ausweichen, dort herrscht grasiger Untergrund vor!

Dann bleibt mir nur noch, Dir bestes Wetter zu wünschen (leider sieht es im Moment auch dort unten recht mau aus), damit Deine Tour ein Erfolg wird. Natürlich würde mich dann sehr interessieren, wie es geklappt hat und wie Dir der Weg so gefallen hat. :-)

Beste Grüße,
Alex

Thomas
20.08.2005, 20:49
Danke dir für deine Tipps. Wenn es wirklich klappt, werde ich hier dann auch was zu schreiben.

Grüße

Thomas

jos
12.06.2010, 17:46
Hallo Alex
Ich werde diesen sommer die dh7 laufen (zur zweit)
und hatte noch ein par fragen fur dich.

bivak scallon ist das eine hutte? oder nur ein bivak in freien?
und spater auf die route,die bivak Höhle, ist die leicht zu finden

danke dir

jos /holland

Florian Martin
12.06.2010, 19:38
bivak scallon ist das eine hutte? oder nur ein bivak in freien?


Kijk maar hier, min friendje, hier kan je informatie voor veele van de italiense rifugi en bivacci lezen, zelv ken ik deze region niet:
http://www.rifugi-bivacchi.com/index.cfm

Groetjes!

Walexan
16.06.2010, 19:46
Hallo Jos,

beim Bivacco Scalon handelt es sich um eine richtige (Holz)Hütte (kein Unterstand!), die für 2 Personen ausreichend dimensioniert ist. Vollständige Biwakausrüstung (Isomatte, Schlafsack) ist allerdings Pflicht, denn außer Tisch und Bänken gab es seiner Zeit, als ich dort war, kein weiteres Equipment!
Bilder, die Dir einen Eindruck vom Biwak vermitteln, findest Du hier:
http://www.caserebivacchi.it/casere_dettagli.php?id=229

Wegen dem Ric. Col Nudo (Höhlenbiwak) kann ich Dich beruhigen, die Höhle ist eigentlich kaum zu verfehlen (ggf. Vorsicht bei Nebel): Einige zehner Meter westlich unterhalb des Passo Valbona rechter Hand (in Abstiegsrichtung) am Fuße eines kleines Feldbandes liegt der weit sichtbare Eingang!
Ein Bild des Eingangsbereichs zur Orientierung findest Du hier:
http://www.alpagonia2000.bl-it.com/Alpago71/rifugi/cOLNUDO.htm

Gruß,
Alex