Vollständige Version anzeigen : Wandern im Juni
Hallo,
wir haben Anfang Juni eine Woche Urlaub und möchten eine Hüttentour in den Alpen machen. Ich war bisher nur in den Pyrenäen (März und Juni) und auf La Reunion (jeweils Touren über 4-6 Tage). Wir würden gern einen Höhenweg gehen, wissen aber nicht, welches Gebiet sich zu dieser Zeit eignet (wettertechnisch) und ob zu dem Zeitpunkt in der Regel die Hütten bereits geöffnet sind.
Wer kann uns einen landschaftlich schönen und zu dem Zeitpunkt begehbaren Höhenweg empfehlen? Ca. 6 Tage haben wir zur Verfügung.
Schon mal vielen Dank im Voraus.
Julia. :)
wetterfest
16.01.2005, 16:19
hallo julia,
anfang juni ist verdammt früh für die alpen, alles hängt natürlich auch von der höhe ab, aber viele hütten haben da sicherlich noch zu. auch ist es immer eine frage wie schneereich oder -arm der winter war.
auf jeden fall sind höhere lagen zu dieser zeit noch nicht begehbar. ich gehe immer die letzte juniwoche ins wetterstein, einige hütten haben dann gerade erst 2- max. 3 wochen geöffnet.
viel glück
helmut
Die meisten Hütten machen erst Mitte Juni auf. Vorher ist Selbstversorger angesagt. Während der recht frühen zeit muß man zudem noch mit Schnee (in schattiegn Rinnen bis tief ins Tal) rechnen, Wege in höheren Lagen sind oftmals noch schneebedeckt und nicht ohne weiteres findbar.
Möglicherweise dürfte die Südschweiz (Tessin) geeignet sein, da die dortigen Berge niedriger sind und durch das wärmere Klima der Schnee schneller verschwunden ist.
Aber wenn das so weiter geht mit dem Winter, dann bekommen wir eh keinen Schnee mehr *sniff*
Alex
Hallo Julia,
Willkommen im Forum :-) !
Anfang Juni liegen selbst in den Mittellagen noch Schneereste und die Hütten machen gerade erst auf. Recht gut geht es um diese Zeit meist schon in den Kitzbüheler Alpen zu wandern. Oberlandhütte, Bamberger Hütte, Gamskogelhütte haben sicher schon offen.
Genaueres findest du unter Alpenverein.at > Hütten
Schöne Grüße
Andreas
Nachrag:
Schlechtwettereinbrüche führen im Juni oftmals zu Neuschnee bis weit runter ins Tal. Wir hatten Anfang Juni im Montafon 10 cm Neuschnee auf 1700 m. Auf 2000 m lagen zu dem Zeitpunkt noch bis zu 3 m hohe Schneeverwehungen in der Silvretta rum. Einen Aufstieg zur Wiesbadner Hütte verlief bei der Tour nur deswegen problemlos weil wir per GPS navigierten. Der Fahrweg war komplett vom Schnee bedeckt und unsichtbar, und beim hereinbrechenden miesen Wetter waren 20 m Sicht das höchste der Gefühle.
Alex
Kebnekaise
17.01.2005, 15:57
Ich würde dir mal irgend etwas in den Nördlichen Kalkalpen empfehlen. Also Steinernes Meer, Chiemgauer Alpen, Tennengebirge, Salzkammergut-Berge, Totes Gebirge. Meistens bist du da knapp über der (potentiellen) Waldgrenze unterwegs und kannst bei Bdarf auch mal auf über 200 m hinaufkraxeln...
Vielen Dank für die schnellen Antworten und Tips.
Das scheint ja Anfang Juni noch etwas schwierig zu sein. Aber da wir zu keinem anderen Zeitpunkt Urlaub nehmen können, bleibt uns nichts anderes übrig als uns unter Umständen durch ein etwas ungemütliches Wetter zu kämpfen.
Aber da wir 4 zähe Frauen sind paßt das schon.
Ich werde den Tips noch ein wenig genauer auf den Grund gehen und weiter Infos dazu einholen und dann entscheiden, wo es hin geht.
Auch wenn ich den Schnee in den Bergen sehr mag, hoffe ich doch in diesem Jahr auf ein frühes Abtauen.
Grüße,
Julia.
ThomasFFM
17.01.2005, 21:46
Hallo!
Ich glaube, ich hab's!
Und zwar würde ich Euch den Europäischen Fernwanderweg 5 zwischen Bozen und Levico Terme empfehlen.
Bis Palai / Palu del Fersina verläuft er durchweg auf Mittelgebirgshöhen; höchster Punkt bis dorthin ist die Hornalm, 1780 m hoch gelegen, glaube ich (jedenfalls nicht höher). Felsig wird's nirgends, außer natürlich in der Blettersbachschlucht, und falls Ihr noch auf Schneereste treffen solltet, sind sie in diesem sanften Gelände mit Sicherheit harmlos. Aber die Fernblicke müssen schon toll sein: zu Beginn auf die Dolomiten (Schlern, Rosengarten, Latemar), später ins 1000 m tiefer liegende Etschtal und auf die vermutlich noch tief verschneite Brenta. Evtl. ist schon ein Abstecher auf das Eggentaler Weißhorn, 2317 m, möglich, das ließe sich sicher herausbekommen. Wenn möglich, nicht auslassen!
Die letzte Etappe von Palai (deutsche Sprachinsel übrigens) bis Levico führt bis auf über 2300 m hinauf. Aber abgesehen davon, dass man in Palai abbrechen bzw. am Lago Erdemolo, nachdem man die Landschaft genossen hat, umkehren kann - mir liegt das Tourenprogramm des AVS Meran für 2005 vor, und da ist für den 26. Mai 2005 eine Besteigung des Monte Fravort (Verballhornung von "Frauenwarte"!) geplant. Dieser Monte Fravort ist praktisch der höchste Punkt der Überschreitung Palai - Levico! Also könnte diese Tour Ende Mai schon möglich sein! Man muss einfach an Ort und Stelle die Verhältnisse erkunden und notfalls, wie gesagt, auf die letzte Etappe verzichten; der Rest müsste auf jeden Fall gehen.
Allerdings gibt es an dieser Route keine Alpenvereinshütten, dazu verläuft die Route einfach nicht hoch genug. Man muss auf Gasthöfe und auch mal eine Privathütte (am Lago Santo - sofern sie schon geöffnet ist) zurückgreifen, anders geht das nicht.
Eine andere Möglichkeit wäre natürlich der Südteil des Meraner Höhenwegs (zwischen Moos oder Pfelders im Passeiertal und Katharinaberg im Schnalstal), da wäre man auch fünf Tage unterwegs. Wunderschön, meistens Südseite, größte Höhe gut 1800 m am Hochganghaus! Über diese Route und die Texelgruppe ist in diesem Forum schon öfter geschrieben worden.
Gruß
ThomasFFM
Hallo!
Klar, Anfang Juni ist immer früh wegen dem Schnee. Ich kann dennoch die Rätikontour empfehlen. Das Besondere ist dass man hier drei Länder durchwandern kann. Entweder von Liechtenstein (Steg/Malbun) in den Nenzinger Himmel. Weiter nach Brand und zur Heinrich-Hueter-Hütte beim Lünersee vorbei. Über's Zaluandatal geht's an der Drusenfluh und den Drei Türmen vorbei zur Lindauer Hütte. Und dann von dort weiter über die Tilisunahütte nach Partnun in der Schweiz. Genauso kann man auch in Partnun starten und über die Carschinahütte, Schesaplanhütte, Pfälzer Hütte der Via Alpina Retica entlang nach Liechtenstein.
Liebe Grüße
Georg
Hallo!
Ich glaube, ich hab's!
Und zwar würde ich Euch den Europäischen Fernwanderweg 5 zwischen Bozen und Levico Terme empfehlen.
Bis Palai / Palu del Fersina verläuft er durchweg auf Mittelgebirgshöhen; höchster Punkt bis dorthin ist die Hornalm, 1780 m hoch gelegen, glaube ich (jedenfalls nicht höher). Felsig wird's nirgends, außer natürlich in der Blettersbachschlucht, und falls Ihr noch auf Schneereste treffen solltet, sind sie in diesem sanften Gelände mit Sicherheit harmlos. Aber die Fernblicke müssen schon toll sein: zu Beginn auf die Dolomiten (Schlern, Rosengarten, Latemar), später ins 1000 m tiefer liegende Etschtal und auf die vermutlich noch tief verschneite Brenta. Evtl. ist schon ein Abstecher auf das Eggentaler Weißhorn, 2317 m, möglich, das ließe sich sicher herausbekommen. Wenn möglich, nicht auslassen!
Die letzte Etappe von Palai (deutsche Sprachinsel übrigens) bis Levico führt bis auf über 2300 m hinauf. Aber abgesehen davon, dass man in Palai abbrechen bzw. am Lago Erdemolo, nachdem man die Landschaft genossen hat, umkehren kann - mir liegt das Tourenprogramm des AVS Meran für 2005 vor, und da ist für den 26. Mai 2005 eine Besteigung des Monte Fravort (Verballhornung von "Frauenwarte"!) geplant. Dieser Monte Fravort ist praktisch der höchste Punkt der Überschreitung Palai - Levico! Also könnte diese Tour Ende Mai schon möglich sein! Man muss einfach an Ort und Stelle die Verhältnisse erkunden und notfalls, wie gesagt, auf die letzte Etappe verzichten; der Rest müsste auf jeden Fall gehen.
Allerdings gibt es an dieser Route keine Alpenvereinshütten, dazu verläuft die Route einfach nicht hoch genug. Man muss auf Gasthöfe und auch mal eine Privathütte (am Lago Santo - sofern sie schon geöffnet ist) zurückgreifen, anders geht das nicht.
Eine andere Möglichkeit wäre natürlich der Südteil des Meraner Höhenwegs (zwischen Moos oder Pfelders im Passeiertal und Katharinaberg im Schnalstal), da wäre man auch fünf Tage unterwegs. Wunderschön, meistens Südseite, größte Höhe gut 1800 m am Hochganghaus! Über diese Route und die Texelgruppe ist in diesem Forum schon öfter geschrieben worden.
Gruß
ThomasFFM
ThomasFFM
18.01.2005, 06:37
Hallo!
Im Rätikon muss man aber Anfang Juni noch mit sehr viel Schnee rechnen (das Montafon ist niederschlagsreich, im Gegensatz vor allem zum Raum Meran!), evtl. - in Rinnen - auch mit Lawinen, und ob die AV-Hütten schon geöffnet sind, ist die große Frage! Ich wäre da vorsichtig - ich bin einmal, vor vielen Jahren, auf einem Altschneefeld ausgerutscht, habe die Sache eher zufällig überlebt und würde das nicht noch einmal riskieren.
Dass eine Rätikontour - und ganz besonders wohl die Durchquerung von Feldkirch zur Silvretta, mehr oder weniger auf dem "Zentralalpenweg", dem österreichischen Weitwanderweg 02 - eine tolle Sache ist, steht natürlich außer Frage.
Gruß
ThomasFFM
Thomas_79
16.05.2006, 19:08
Ich war Ostern bereits im südlichen Tessin rund um den Luganer See wandern (Tagestouren). Bis ca. 1500m südseitig war das ganze recht gut zu wandern. Oberhalb und nordseitig lag jedoch noch einiges an Schnee. Da es aber nun bereits wieder einige Wochen her ist, gehe ich davon aus, dass man hier schon recht hoch kommt. Ob es hier jedoch schon eine durchgängige Schneefreie Hüttentour gibt weiß ich leider nicht.
Ansonsten kann ich noch die Via Alpina, den violetten Weg empfehlen. Ich selbst werde noch im Mai von Oberaudorf nach Berchtesgaden gehen und mich noch kurz davor bei den örtlichen Hütten nach den Verhältnissen erkundigen. Momentan rechne ich aber auch noch mit einigen Schneefelden in den höheren Lagen. Ansonsten verläuft der violette Weg in Deutschland ja generell eher unter 2000m. Ab 1500m muß man momentan aber sicher noch mit Schnee(feldern) rechnen.
Wenn ihr eine Route plant, könnt ihr euch über die DAV-Hüttensuche (dav-huettensuche.de) auch schon über die Öffnungszeiten der einzelnen Hütten erkundigen. Die meisten Hütte oberhalb 2000m öffnen erst Mitte Juni, viele darunter jedoch schon ab Mitte Mai udn Anfang Juni.
ThomasFFM
16.05.2006, 19:16
Hallo!
Von einem Bekannten habe ich erfahren, dass der Winter in den Ostalpen zwar extrem schneereich, in den Westalpen aber relativ schneearm war. Wenn das richtig ist, kann man die Verhältnisse der Westalpen nicht auf die Ostalpen übertragen. Aber das sage ich mit Vorbehalt.
Gruß
ThomasFFM
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