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Vollständige Version anzeigen : starkes Schmerzmittel


ebbel
05.01.2005, 21:29
Wie komm ich eigendlich an ein wirklich stark wirkendes Schmerzmittel ran?? Z. Bsp. für den Fall, dass ich einige Tage mit einem gebrochenen Bein, ner gebrochenen Hüfte oder irgend was richtig schmerzvollem überbrücken muss. Da der Kram verschreibungspflichtig ist, hab ich vor etlichen Touren mit verschiedenen Ärzten schon gelabert, aber die vertrösten mich auf Paracetamol oder Aspirin weil sie wohl denken das mit dem Outdoor... alles nur Gelaber, der will nur Schmerzmittel. Ich hab sie zwar noch nie gebraucht aber was ist mit dem Fall der Fälle? Aspirin hilft ja nicht ma gegen richtige Kopfschmerzen. Wie sorgt ihr denn vor??

Thomas
06.01.2005, 10:41
Hiho,

ich habe auf Touren, die etwas abgelegener sind, immer Tramal-Tabletten bzw. Tropfen dabei. Das sind schon deutlich stärkere Schmerzmittel, musste sie aber zum Glück noch nie Benutzen. Sind aber, wie du schon erwehnt hast, verschreibungspflichtig. Bin durch meine Mutter da ran gekommen, die in einem Altenheim arbeitet, wo so etwas manchmal weggeschmissen werden muss, auch wenn es noch kaum benutzt worden ist und das Ablaufdatum noch in weiter ferne liegt. Da kann man das ja noch besser verwerten, z.B. in meiner Rucksackapotheke :-)

Grüße

Thomas

Hendrik
06.01.2005, 15:43
Hallo ebbel,

eins vorweg:Ich bin KEIN Arzt!!! Also keine Garantie!!Aber ich habe beruflich auch ein bißchen mit Schmerzmedikamenten zu tun.Ich schreib Dir einfach mal was mir zu dem Thema einfällt.

Rezeptfreie Medikamente sind Antipyretisch wirkende Analgetika. Sie hemmen die Botenstoffe die für die übermittlung des Schmerzreizes zuständig sind.

Wie z.B
-Aspirin
-Ibuprofen
-Diclofenac

Das Problem ist das sie nicht besonders stark wirsam sind.Außerdem hemmen sie dieThrombozytenaggreation.Das heißt sie setzten die Blutgerinnung herab.Was für den Herzinfarkt wünschenswert ist,ist für Frakturen die einbluten könnten natürlich ein klarer Nachteil.Vorteil ist das sie entzündungshemmend wirken.

-Paracetamol

nicht so stark wie Aspirin,hat aber keinen Einfluß auf die Blutgerinnung.Vorsicht mit Überdosierung.Die 10-20 fach erhöhte Dosis kann schon zu einem lebensbedrohlichen Leberversagen führen.

Die nächste Gruppe sind die Opiate.Das von Dir erwähnte Tramal zählt auch dazu. Opiate sind nicht umsonst verschreibungspflichtig.Sie haben eine Reihe gefährlicher Nebenwirkungen und ein hohes Suchtpotential.Ein großteil der Opiat Produkte fällt deswegen auch unter das Betäubungsmittelgesetz.Nebenwirkungen sind z.B:
-Kopfschmerzen
-Wahrnemungsstörungen
-Euphorie
-Verwirrungszustände
-Halluzinationen
-Übelkeit,Erbrechen
-Blutdruckabfall
-Verminderung des Atemantriebs
-u.v.m
Und das sind jetzt keine 1 von 10.000 Nebenwirkungen!Sie treten bei jeder Einahme mehr oder weniger stark ausgeprägt auf.Es gibt auch ein paar Medikamente die zwar zu den Opiaten zählen aber nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.
Valoron und Tramal fallen mir da ein.Bei diesen Medikamenten versucht man durch zugabe von anderen Medikamenten die unerwünschten Wirkungen von den Opiaten zu hemmen.
Bei Valoron ist z.B. Naloxon mit drin.Naloxon wird normal gegeben um überdosierungen von Opiaten zu therapieren.Dadurch fallen sie zwar nicht mehr unter das Betäubungsmittelgesetz sind deswegen aber noch lange nicht ungefährlich.

Fazit:
Ich wäre an Deiner Stelle sehr vosichtig mit irgendwelchen Experimenten!Vor allen Dingen wenn die Medikamente aus irgendeiner zweifelhaften Quelle stammen.
Leider kann ich nur zur Vorsicht mahnen ,Dir aber keine gute Alternative nennen.´tschuldigung.

Nochmal:Ich bin KEIN Arzt!!! Kein Gewähr auf Richtigkeit meiner Angaben.

Mit freundlichen Grüßen verbleibt
Hendrik

Thomas
06.01.2005, 16:45
@Hendrik:

Also, ich gebe auch noch meinen Senft dazu, bin aber ebenfalls kein Arzt oder auch nur Ähnliches:

Paracetamol: Dazu muss noch gesagt werden, dass dieses auch etwas weiter wirkt als nur Aspirn, daher auch recht gut allgemeine, leichte Erkältungserscheinungen bekämpft. Daher habe ich immer beides in der Bergapotheke, Aspirin und Paracetamol. Ersteres für Kopfschmerzen, die z.B. durch Wind oder Sonne entstanden sind und Paracetamol bei Erkältung mit Kopfschmerzen oder z.B. leichter Übelkeit mit Bauchschmerzen.

Opiate: Das Suchtpotenzial wird immer etwas zu scharf dargestellt. Meines Wissens nach ist es recht schwer durch Opiate bei oraler Einnahme süchtig zu werden. Ganz anders sieht es aus, wenn diese direkt in die Blutbahn gelangen. Bei den Nebenwirkungen hast du natürlich recht. Bei meinen Tramaltropfen steht z.B. als Nebenwirkung, die bei mehr als 10% (das ist schon eine ZIEMLICH große Anzahl) aller Patienten auftreten, Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen. Aber diese Medikamente sind ja auch nur wirklich für den Notfall. Aus meiner Sicht hilft da nur sich vor der Reise mit der Materie soweit wie möglich auseinander zu setzen und in einer potenziellen Situation einen klaren Kopf zu behalten.

Grüße

Thomas

ebbel
06.01.2005, 17:38
ich hab ja auch keinen Bock zu experimentieren, wenn ich mich in der Natur unbedingt berauschen will, hab ich genügend andere "Pflänzchen"..., darum geht es ja auch nicht, sondern ich brauch halt für den Fall der Fälle. Oder ich muss halt zu noch 5 Ärzten rennen, denen jeweils 10€ in den Rachen werfen und hoffen, dass ich zu einem outdoorfreak komme, der meine Besorgnis versteht.:-/ Letztlich geht es ja auch darum, dass ich was Sachen "Schmerzen" angeht nicht grade der Held bin. Obwohl ich schon beißen kann, aber das ist ja wieder was anderes.

Lungta
06.01.2005, 20:08
Bezüglich Paracetamol, Aspirin und Ibuprofen kommt es, denke ich, darauf an, was man persönlich am besten verträgt und was bei einem am besten wirkt. Bei mir ist das Ibuprofen (gegen Kopfschmerzen, auch gut gegen Höhenkopfschmerz). 400er Ibuprofen ist nicht verschreibungspflichtig, und zwei Tabletten auf einmal genommen ist schon eine recht starke Dosis. Aber bei einem echten Notfall wie offenem Bruch o. ä. vermutlich nur ein Trostpflaster; dazu habe ich - zum Glück - noch keine praktischen Erfahrungen.

Ich fürchte, auf die vorsorgliche Vergabe verschreibungspflichtiger Schmerzmittel, insbesondere solche, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, wird sich kaum ein Arzt einlassen. Falls du damit irgendeinen Missbrauch betreiben solltest - was der Arzt ja nicht wissen kann - ist bestimmt auch der Arzt mit dran. Eine Möglichkeit wäre ja, sich mal in der Apotheke beraten zu lassen, was die stärksten nicht verschreibungspflichtigen Mittel sind. Das kostet wenigstens nichts.

Obwohl ich schon beißen kannDa hat dann aber doch wohl eher der andere die Schmerzen! http://trekkingforum.com/forum/images/smilies/biggrin.gif

gege
09.01.2005, 12:00
hallo ebbel,

ich muss mich hendriks einschätzung betreffend der verwendung von opiaten anschließen.

opiate haben eben eine reihe von nebenwirkungen die nicht zu unterschätzen sind: eine sehr unangenehme ist die atemdepression (also die reduktion der atmung), die v.a. bei einer einnahme in höhen über 3000m problematisch werden und die entstehung einer ams (höhenkrankheit) herbeiführen kann.

außerdem stimmt es leider nicht, dass opiate bei oraler einnahme selten zu einer abhängigkeit führen können. bei höheren dosierungen und längerdauernder einnahme (so ab 2-3 wochen) erzeugen sie regelmäßig eine körperliche abhängigkeit mit unangenehmen entzugssymptomen nach absetzen des opiates.

eine psychische abhängigkeit (sucht) entsteht allerdings gottseidank selten, wenn das opiat wirklich nur zum zweck der schmerzbekämpfung eingenommen wird, allerdings gibt es eben schon gefährdete personen, die über die schmerzbehandlung von opiaten süchtig geworden sind.

die von thomas angesprochenen tramal tabletten oder tropfen sind sicherlich noch die am wenigsten riskanten opiate.

was die akuten nebenwirkungen betrifft sind die sogenannten "leichten" schmerzmittel aber auch nicht zu unterschätzen. acetylsalicylsäure (aspirin), ibuprofen, paracetamol, etc. können hochdosiert und über mehrere tage eingenommen nämlich zu ernsthaften komplikationen führen wie z.b. magenbeschwerden bis hin zu magengeschwüren mit blutungen die lebensgefährlich werden können (ist man also gezwungen eine derartige behandlung durchzuführen, sollte man unbedingt magenschützende medikamente zusätzlich einnehmen).

die behandlung von schmerzen durch selbstmedikation ist so gesehen keine unproblematische. ich würde jedem der gezwungen ist eine schmerzbehandlung auf eigene faust durchzuführen, raten sich 1. durch einen arzt gut über die auf die reise mitgenommenen medikamente und deren verwendung zu informieren, 2. immer den "beipackzettel" mitzunehmen, 3. die darin angegebenen dosierungen keinesfalls überschreiten, 4. so wenig schmerzmittel wie möglich verwenden und 5. wenn es notwendig ist das mittel über mehrere tage einzunehmen, so schnell wie möglich ärztliche hilfe aufzusuchen.

grüße, gerhard

Soshin
09.01.2005, 19:23
Bin seit bald zwanzig Jahren Krankenpfleger auf der Uniklinik in Wien.

Folgendes zum Thema starker Schmerzen am Trek (Fraktur etc.): Wie schon richtig gesagt, wirkt das einzige wirklich für solche Schmerzen halbwegs wirksame Schmerzmittel, nämlich das Opioid Tramadol (Tramal (R), Tradolan (R)) leicht atemdepressiv, was wahrscheinlich zu einer Verschlechterung einer schon bestehenden Höhenkrankheit oder zum Auftreten erster Symptome führen könnte. Da man aber sowieso Richtung Tal transportiert wird, ist das meiner Meinung nach kein wirkliches Problem.

Zur Bildung einer Abhängigkeit: Bei Gebrauch (z.B. 2 mal täglich 200mg ret. und bei Schmerzspitzen bis zu 2 mal täglich 50mg unretardiert zusätzlich), ist, insbesondere bei relativ kurzfristiger Einnahme (<1 Woche) wohl kaum mit einer Ausbildung von körperlicher Abhängigkeit zu rechnen. Als gute Ergänzung ist zusätzlich das auf einer anderen Basis wirksame Metamizol (Novalgin (R)) zu nennen, von denen dann 2 mal tgl. 1000mg State of the Art wären. Die beiden Schmerzmittel ergänzen sich sehr gut und führen, miteinanader eingenommen, zu nahezu vollständiger Schmerzfreiheit in Ruhe und zu relativer Schmerzarmut in Bewegung.

Mit einer solchen Kombination wärest Du relativ gut gegen Schmerzen geschützt. Mail mich mal an: soshin@chello.at

Liebe Grüße und Namaste,

Soshin

Thomas
09.01.2005, 20:01
Bin seit bald zwanzig Jahren Krankenpfleger auf der Uniklinik in Wien.

Folgendes zum Thema starker Schmerzen am Trek (Fraktur etc.): Wie schon richtig gesagt, wirkt das einzige wirklich für solche Schmerzen halbwegs wirksame Schmerzmittel, nämlich das Opioid Tramadol (Tramal (R), Tradolan (R)) leicht atemdepressiv, was wahrscheinlich zu einer Verschlechterung einer schon bestehenden Höhenkrankheit oder zum Auftreten erster Symptome führen könnte. Da man aber sowieso Richtung Tal transportiert wird, ist das meiner Meinung nach kein wirkliches Problem.

Zur Bildung einer Abhängigkeit: Bei Gebrauch (z.B. 2 mal täglich 200mg ret. und bei Schmerzspitzen bis zu 2 mal täglich 50mg unretardiert zusätzlich), ist, insbesondere bei relativ kurzfristiger Einnahme (<1 Woche) wohl kaum mit einer Ausbildung von körperlicher Abhängigkeit zu rechnen. Als gute Ergänzung ist zusätzlich das auf einer anderen Basis wirksame Metamizol (Novalgin (R)) zu nennen, von denen dann 2 mal tgl. 1000mg State of the Art wären. Die beiden Schmerzmittel ergänzen sich sehr gut und führen, miteinanader eingenommen, zu nahezu vollständiger Schmerzfreiheit in Ruhe und zu relativer Schmerzarmut in Bewegung.

Mit einer solchen Kombination wärest Du relativ gut gegen Schmerzen geschützt. Mail mich mal an: soshin@chello.at

Liebe Grüße und Namaste,

Soshin

Hallo Soshin,

freut mich sehr, dass auch jemand vom Fach hier zu der Diskussion beiträgt. Vor allem die von Gerhard angesprochene Atemdepression war mir unbekannt. Ich fahre zwar nicht in große Höhen (<3000m), aber es ist doch Interessant zu wissen.

Grüße

Thomas

Promedic
09.01.2005, 21:53
Tramal, ob in Tbl. oder Tropfen Form ist voll und ganz ausreichend. Opiate sind tabu- machen auch ordentlich Ärger wenn man damit erwischt wird.

da sitzt einer schnell im Knast und bangt um sein Leben.

Alles Gute

Promedic

Hendrik
10.01.2005, 09:53
Hallo Promedic,

Tramal ist ein Opiat!
Es fällt nur nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

Gruß Hendrik

Promedic
10.01.2005, 12:53
Hallo Promedic,

Tramal ist ein Opiat!
Es fällt nur nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

Gruß Hendrik
Danke, angenehmen Tag

gege
10.01.2005, 22:57
Hallo Promedic,

Tramal ist ein Opiat!
Es fällt nur nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

Gruß Hendrik stimmt!

und in indien kann man morphium und andere opiate rezeptfrei und spottbillig in diversen läden erstehen.

andere länder, andere sitten....:confused:....

grüße, gerhard

Becks
10.01.2005, 23:44
Tipp am Rande:

http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php?t=7455

Quer lesen.... da geht es um das gleiche Thema.

Ach ja - mir hat bisher Paracetamol (die Kapseln mit der höchsten Dosis) geholfen. Mußte sie aber bisher nur bei Zahnschmerzen (Wurzelentzündungen) nehmen.

Alex

Promedic
11.01.2005, 08:26
Tipp am Rande:

http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php?t=7455

Quer lesen.... da geht es um das gleiche Thema.

Ach ja - mir hat bisher Paracetamol (die Kapseln mit der höchsten Dosis) geholfen. Mußte sie aber bisher nur bei Zahnschmerzen (Wurzelentzündungen) nehmen.

Alex
Guten Morgen

bei Zahnschmerz ist Ibuprofen das Mittel der Wahl
gibt es meist in 400 u 600 mg Varianten

in Aut z.B. Brufen

angenehmen Tag

Becks
11.01.2005, 11:48
Guten Morgen
bei Zahnschmerz ist Ibuprofen das Mittel der Wahl


Mist, das wars, nicht Paracetamol. Ich hab Dolormin im Set drin, aber schon lange nicht mehr gebraucht.

Alex

Promedic
11.01.2005, 21:31
Mist, das wars, nicht Paracetamol. Ich hab Dolormin im Set drin, aber schon lange nicht mehr gebraucht.

Alex
na bestens, da ist ja Ibuprofen drin.
soll auch b Regelschmerzen optimal sein, aber da kann ich nicht mitreden.

schönen abend;)

Lungta
12.01.2005, 11:51
bei Zahnschmerz ist Ibuprofen das Mittel der Wahl
gibt es meist in 400 u 600 mg Varianten
600 mg sind meines Wissens in Deutschland schon rezeptpflichtig - aber man kann ja auch (bei stärkeren Schmerzen) 1 1/2 - 2 400 mg Tabletten einnehmen. Die 400 mg Tabletten von Heumann lassen sich z. B. prima in der Mitte durchbrechen.

soll auch b Regelschmerzen optimal sein, aber da kann ich nicht mitreden.
Äh, ja. Da gibt's aber auch noch andere Mittel (krampflösend) und die gute alte Wärmflasche bringt auch schon viel. Ich glaube, das war aber nicht so die eigentliche Frage. http://trekkingforum.com/forum/images/smilies/wink.gif

Meine persönliche Meinung als Laie ist, dass verschiedene Schmerzmittel bei verschiedenen Leuten unterschiedliche Wirkung zeigen. Ich z. B. kann Aspirin nehmen bis zur Höchstdosis - kaum eine Wirkung. Ibuprofen dagegen hilft fast immer.

Christine

ebbel
15.01.2005, 20:05
Das hab ich auch schon von mehreren Seiten gehört, dass Mittelchen genen Regelschmerzen ziemlich krass schmerzstillende Wirkung haben sollen... Ich denke das Problem an der ganzen Aktion ist, dass man schlecht "testen" kann WIEVIEL ich von WELCHEM Mittel mitnehmen muss um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein. Wollen wir hoffen, dass er nie eintritt

silberbild
02.06.2005, 17:28
... manche Leute haben es auch einfach... ich z.B. :D

Ich habe eine Überempfindlichkeit bei Schmerzmitteln, was sich so auswirkt, daß ich bei Zahnschmerzen z.B. nahezu 20 Stunden mit einer HALBEN Aspirin auskomme. Daher reichen für mich die rezeptfreien Dosen von Paracetamol oder Aspirin vollkommen aus :D

... in der Hoffnung, daß wir alle das Zeug nie brauchen!

Jo

Cornelia_L.
03.06.2005, 08:54
Meine persönliche Meinung als Laie ist, dass verschiedene Schmerzmittel bei verschiedenen Leuten unterschiedliche Wirkung zeigen. Ich z. B. kann Aspirin nehmen bis zur Höchstdosis - kaum eine Wirkung. Ibuprofen dagegen hilft fast immer.

ChristineIch denke auch, daß es da individuelle Unterschiede gibt. Deshalb ist es immer ein bißchen riskant, sich auf ein Mittel zu verlassen, mit dem man noch keinerlei Erfahrungen hat. Selbst wenn es "allgemein gut vertragen wird".
Ich bin da ein gebranntes Kind - ich bekomme von Ibuprofen Brechdurchfall.

Gruß
Cornelia

Princepsarcani
03.06.2005, 10:07
zitat von soshin
Als gute Ergänzung ist zusätzlich das auf einer anderen Basis wirksame Metamizol (Novalgin (R)) zu nennen, von denen dann 2 mal tgl. 1000mg State of the Art wärenhatte ich auch mal bekommen als ich meine hand gebrochen hatte und die mir stift
zur stabilisierung in den knochen bohrten. so wie das klingt war es auch, aber
das novalgin tat seine arbeit recht gut und da war ich 12,..
aber wo kann man es erwerben? in der apotheke wohl nicht.

Capella
03.06.2005, 10:58
Hallo,

Novalgin ist rezeptpflichtig (zumindest in Deutschland, vielleicht kriegt man es ja im Zielland rezeptfrei?), weil es schwere Nebenwirkungen haben kann (Schock, Blutzellenschädigung etc.). Andererseits ist es bei durch Verletzungen bedingte Schmerzen hochwirksam und hat eben nicht den blutverdünnenden Nebeneffekt von Aspirin oder Ibuprofen (den man z.B. bei einem Bruch oder auch einem Bänderriss nun echt nicht haben will). Nach meinem Bänderriss neulich hat eine Novalgin-Tablette bei mir echt Wunder gewirkt. "Rezeptpflichtig" heisst aber ja nicht, dass man es bei einem vernünftigen Arzt nicht trotzdem kriegen kann, um es für Notfälle mit auf die Reise zu nehmen. Am besten sucht man sich einen Arzt, der selber gerne Outdoor-Aktivitäten macht.

Opiate würde ich nur in Betracht ziehen, wenn man in einer größeren Gruppe unterwegs ist, weil sie die Handlungsfähigkeit enorm einschränken. Es nutzt einem nix, wenn das gebrochene Bein nicht mehr weh tut, wenn man dafür dann alleine nicht mehr vom Fleck kommt. Wenn sich andere um den Transport kümmern, ist das aber okay. Wird auch z.B. auf Segelschiffen bei Transatlantiküberquerungen oder anderen längeren Turns so gehandhabt, wenn sich da jemand eine schwere Verletzung zuzieht. Die haben immer Opiate in der Bordapotheke.

Bei Schmerzen durch Krankheit, also z.B. Grippe o.ä., die einen auf einer Tour auch echt fertig machen können, hat sich bei mir eine Mischung aus Aspirin, Paracetamol und Coffein bewährt, gibt es in Holland als Pulver in Tütchen in relativ hoher Dosierung (400 mg, 400mg, 80 mg oder so), in Deutschland als Thomapyrin-Tablette (200 mg, 200 mg, 50 mg). Durch das Coffein wirkt das sehr schnell und man fühlt sich spätestens nach einer halben Stunde deutlich besser. Man sollte aber daran denken, dass das echt nur eine Symptom-Bekämpfung ist und die Krankheit trotzdem noch da ist. Ist also echt eine Überbrückungsmaßnahme, z.B. um die nächste Hütte zu erreichen und sich da dann drei Tage ins Bett zu hauen.

gruß,
Capella

ebbel
15.06.2005, 22:18
Opiate bekomm ich nicht. Ich steh dieses jahr schon wieder vor der selben ¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#¤*#.... V.a. kannst nicht von Arzt zu Arzt titschen, weil immer 10€

teletubby
18.06.2005, 18:32
ich hab bei meinem arzt gleich tramal gekrigt nachdem ich ihm geschildert hab wofür ichs brauche allerdings mit der Vereinbarung dass ichs nach der tour zurückbringe wenn ichs nicht brauche.

Princepsarcani
20.06.2005, 13:02
das ist eigentlich der beste vertrauensbeweiß für den artz , dass man keinen
umsinn vor hat.:cool: wenn man so starke schmerzmittel brauch kommt man auch meist
um ein besuch im krankenhaus oder beim anderen artz nicht rum.
wenn ich mich nicht täusche kann doch der hausartz diese akten anfordern!? :confused:

ist vieleicht ein artz im forum der sich da auskennt?

Karin_S
20.06.2005, 13:42
wenn ich mich nicht täusche kann doch der hausartz diese akten anfordern!? :confused:

Innerhalb Deutschlands klappt das auch, aber was mache ich im Ausland?
Es geht ja auch darum, was tun, wenn eben kein Arzt greifbar ist.

Gruß
Karin

Moni
21.06.2005, 09:55
Hier mein Senf dazu, aus der Sicht einer Apothekerin:

Die rezeptfreien, leichteren Schmerzmittel (Paracetamol, Dicolfenac, Acetylsalicylsäure) sind gut für die kleinen Wehwehs, sollten aber nicht in grösseren Mengen eingenommen werden (Paracetamol z.B. max. 8 Tabl. pro Tag), da Leberschäden (Paracetamol) und Magenbeschwerden (alle anderen) eintreten können. Welches dieser Schmerzmittel bei einem selbst am besten wirkt, ist tatsächlich individuell und muss jeder selbst für sich herausfinden.
Als "mittlere" Schmerzmittel eignen sich Mefenaminsäure (Ponstan) und Diclofenac (Voltaren). Diese sind rezeptpflichtig (Diclofenac in kleinen Konzentrationen ist frei), man bekommt sie aber häufig auch ohne Rezept, wenn man geschickt danach fragt (Trekkingtour erwähnen). Beide Mittel können ebenfalls Magenschmerzen verursachen, wenn man empfindlich darauf ist oder grössere Mengen einnimmt.
Als starkes Schmerzmittel gibt es nur Tramadol (Tramal), das in Frage kommt. Es wirkt zentral, d.h. direkt im Hirn, geht aber noch nicht unter die Betäubungsmittel. Es ist verschärft rezeptpflichtig, d.h. Ihr müsst Glück haben, einen Apotheker zu finden, der das ohne Rezept abgibt. Ich nehme aber an, dass einige von Euch auch ein Antibiotikum mitnehmen werden, für das man ja auch ein Rezept braucht. Daher lohnt es sich, mit dem Arzt zu diskutieren, das Tramal ebenfalls aufs Rezept zu nehmen. Ich sehe eigentlich keinen Grund, dass er so was verweigern sollte, ansonsten lohnt es sich, den Arzt zu wechseln :-) (schaut Euch nach einem Tropenmediziner oder reiselustigen Arzt um). Nicht zu vergessen ist, dass Tramal einen leichten atemdepressiven Effekt hat, d.h. in der Höhe, wenn man sowieso schon Probleme mit Atmen hat, ist Vorsicht geboten!
Wichtig ist, mit den Leuten zu reden, damit sie den Sinn und Zweck verstehen, dann kann auch ein Apotheker kooperativ werden. Ein solcher hat mir letzhin bei Rückenproblemen sogar empfohlen, Tramal und Diclofenac zu mischen, damit nebst dem schmerzstillenden Effekt auch ein muskelrelaxierender auftritt- fand ich dann aber schon ein bisschen stark. Ich selbst habe Nepalreisende auch schon mit vollständigen Apotheken versorgt, also inkl den oben erwähnten Medis. Solange man weiss, was man in den Händen hat, sehe ich kein Problem darin, Tramal mitzunehmen.
Novalgin ist eigentlich veraltet, wegen der erwähnten Nebenwirkungen. Als wir in Indien aber einen kleinen Unfall hatten, bekamen wir vom Arzt nebst einem Antibiotikum eben Novalgin. Es hat sehr gut genützt :-).

Gruss, Moni

Princepsarcani
22.06.2005, 09:38
@Karin_S

wenn kein artz da ist, hat man ja die mittelchen, aber wenn der artz sie nicht
rausrücken will, kann man in die richtung argumentieren.

"ich brings doch ungeöffnet zurück, aber wenn der notfall da
ist kann ich mir helfen."

also wenn ich sie nicht zurückbringe, hat der artz es schwarz auf weiß,
dass ich zum beispiel ein offenes bein hatte und die tabletten dafür gebraucht
oder benutzt habe. (da er die akten bekommt meine ich)

für mich soll das starke mittelchen nur den weg zum krankenhaus erleichtern.
sonst hilft mir asperin & co.

@moni

das war sehr ausfühlich und aufschlussreich!
vielen dank für deine mühe!

Karin_S
22.06.2005, 11:31
Alles klar, da hatte ich Dich mißverstanden.


Gruß
Karin

Jens
22.06.2005, 12:31
Einen Artz gibts nicht sondern höchstens ein Arzt. Oder ?;)

ebbel
22.06.2005, 22:22
Das heißt letzlich für mich, dass ich solange nach einem guten Doc suchen muss, der mit sich reden lässt, bis ich einen gefunden hab..........:mad: und dann werd ich in Thailand damit erwicht..............:D

Bjoerk
18.07.2005, 14:13
Hallo, es kommt halt darauf an, wie man beim Arzt auftritt. Ich habe bisher alles von der Hausärztin bekommen. Antibiotika, Schmerzmittel, Diamox, Dexamethason usw. Nie wurde ich aufgefordert das Zeug zurückzubringen. Ich habe es ja bezahlt und behalte es/trage es so lange durch die Gegens bis es abgelaufen ist.
Ein guter Arzt wird derartiges wohl nicht herausrücken, wenn er sich nicht überzeugt wäre, der Patient geht verantwortungsbewusst damit um. Alles andere wäre fahrlässig.
Tropeninstitute hingegen sind sehr freigiebig, wie ich auch schon festgestellt habe. :x
Nicht zu letzt kann man sich entsprechende Medikamente oft problemlos vor Ort besorgen.

Wie Moni schon sagt ist der Gang zum Doc aber doch sehr sinnvoll. Die Anwendung kann mit ihr/ihm genau durchgesprochen werden und der Doc weis was man bisher gut vertragen hat und was weniger.

Gesundheit!
Björk.

Teletubby
01.12.2005, 23:38
Hi ich habe greade ein schmertzmittel nahmens tilidin wegen einer anderen sache verschrieben bekommen die frage ist taugt das zeug auch was für den einsatzt beim trecken oder nehm ich besser das tramal mit heute hat das tilidin wunder géwirkt aber es mach schläfrig, dämmt die denkleistung und die feinmotorig ein
hat jemand ne idee welches besser geignet ist??


gruß Sebastian

Soshin
08.12.2005, 18:33
Hallo, Bastian,

ich bin Krankenpfleger und kein Mediziner (davon gibt es einige im Forum) aber ich möchte Dir generell etwas zu Bedenken geben:

Die beiden Schmerzmittel, die Du nennst, sind beide für starke Schmerzen sehr gut geeignet. Beide tragen jedoch ein nicht unerhebliches Abhängigkeitspotential in sich.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Nimm keines von beiden länger als unbedingt notwendig!

Mit Tilidin haben wir in Österreich hier (und auch ich persönlich) keine Erfahrungen, da es bei uns nicht vertrieben wird, aber auf Tramal habe ich schon einige Menschen körperlich und/oder seelisch massiv abhängig werden sehen.

Das soll jetzt keine Empfehlung für Tilidin sein, ich kenne es einfach nicht aus direkter Anschauung.

Ich habe für den Trek immer Tramal in 200 mg ret. Tablettenform mitgehabt (vom Arzt dafür 2 mal täglich empfohlen), um für den Fall, daß ich oder jemand anderer sich den Haxen bricht, eine Schmerzlinderung dabei zu haben.

Aber das ist ein reines Notfallmedikament.

Namaste,

Soshin

Teletubby
09.12.2005, 01:48
Glaub mir es ist für nichts anderes gedacht aber bei 1X Handgelenkbruch auf ner Hütte 1XFersenbeinbruch dann noch ne Geröllhalde runter und zuletzt 1X Kreuzbandriss (in Ausheilung 30.11 op ) hat man wenig lust so etwas in der Wildniss zu erleben ohne entsprechende Notmedikamente zu erleben und ich nehm im allgemeinen wenig Medikamente (Husten Kopfweh...) meine Frage war ob bei Tilidin Nebenwirkungen wie Atemdepression ... auftreten und ich somit mit Tramal besser beraten wäre weil Tilidin nicht in der davorigen Disskusion erwähnt wurde

Soshin
09.12.2005, 02:09
Sowohl bei Tilidin als auch Tramal kommt es zu einer Depression der Atmung. Dem Tilidin ist noch ein Opioidantagonist (Naloxon) beigemischt, der die sonst zu stark euphorisierende Wirkung von Tilidin deutlich dämmt, es bleibt aber noch genug über.

Keinesfalls Alkohol oder Schlafmittel mit Tilidin mischen, es sind laut der Seite der Pharmafirma, die Tilidin vertreibt, sogar schon nächtliche Atemstillstände unter Alkohol+Schlafmittel+Tilidin aufgetreten.

Tramal wirkt zwar auch geringgradig atemdepressiv, ist aber bei normalen Dosen auch in großer Höhe nicht wirklich ein Problem. Aber auch da gilt, 0 Alk, 0 Schlafmedikamente.

Ich würde mich an Deiner Stelle mit Deinem Arzt besprechen.

Namaste,

Soshin

Soshin
09.12.2005, 02:20
P.S.:

Ich empfehle aus eigener Anschauung bei starken Scmerzen (Knochenbrüchen, Bänderrupturen) Tramal 200 ret 2x1. Wenns ganz schlimm wird, kann man, um Schmerzspitzen zusätzlich abzufangen, noch ein bis zwei Tabl. Diclofenac (Voltaren) oder Naproxen täglich nehmen. Dann empfiehlt sich jedoch noch ein Magenschutzmedikament (H2-Rezeptorenblocher) 1 mal täglich dazu, weil die meisten NSAR's zu Magenübersäuerung und damit bis zur Geschwürbildung führen können.

Namaste,

Soshin