Vollständige Version anzeigen : bergmedizin
wetterfest
24.12.2004, 19:23
hallo,
hat jemand erfahrung mit der berg-apotheke von dr. treibel bergmedizin?
http://www.treibel-bergmed.de/ dann unter Berg-Apotheke nachschauen
vor allem interessiert mich was die verschiedenen module kosten???
desweiteren die frage, kennt ihr vielleicht alternativen zu dem obigen angebot, bzw. gibt es einzeln gute aufbewahrungstaschen (temperatur-, druck-, stossschutz.....) und gleichzeitig natürlich mit leichtem gewicht für medikamente???
vielen dank für tipps
helmut
Hallo Helmut,
interessante Seite, danke für den Link!
Ich habe meine Apotheke ähnlich zusammengestellt. Einmal ein Verbandspaket mit allen Pflastern und Verbänden. Das geht immer mit, egal ob in den Alpen auf einem Tagestripp oder auf einer langen Trekkingtour. Ein minimalset an Medikamenten, vor allem für Touren in Mitteleuropa gedacht. Da sind halt ein bißchen Aspirin, Paracetamol, Halstabletten und etwas gegen Durchfall und Verstopfung. Und dann noch das große Paket mit allen Sachen für Touren, wo man bei einem Zwischenfall rechnen muss erst in einigen Tage wieder in der Zivilisation zu sein.
Kosten: Das Verbandspaket habe ich als solches komplett gekauft, hat vielleicht 15 Euro gekostet. Teilweise werden diese aber auch zu ziemlich übertriebenen Preisen angeboten, da ist vergleichen angesagt. Die Medikamente waren schon recht Teuer, insgesamt 50 bis 60 Euro. Dabei habe ich die Sachen bei einer Versandapotheke bestellt (daher etwas billiger) aber immer die etwas größeren Pakungen genommen. Bei dem Preis sind aber nicht die verschreibungspflichtigen Medikamente dabei (z.B. Tramal-Tabletten). Die habe ich mir auf andere Weise besorgt. Sollte aber auch über den Hausartzt, wenn man dem alles erklärt, kein Problem sein.
Als Verpackung nähme ich eigentlich nur die festen und verschliessbaren Gefrierbeutel. Im Rucksack kommt das ganze dann noch irgendwo zwischen die Klamotten und das Zelt, dann ist es auch recht stoßfest. Irgendwie ist mir es zu blöd 20 Euro für so eine roten Tasche zu bezahlen, auch wenn die natürlich viel schicker aussieht :)
Grüße
Thomas
Paket 1A hat schon imo den ersten Fehler. Auf Desinfektionsmittel mit Iod reagieren ca. 10% der Leute allergisch. Daher das Iod raus und Mercuchrom rein.
Was auch fehlt sind Compeed Blasenpflaster. Dürften die meistgenutzen Sachen aus dem Erste Hile Set sein die ich habe (dank Freundin). Auch ein dickes Manko: Keine Aids-Handschuhe, denn die gehören dazu.
1B - Taschenmesser ist eh ein Muß und gehört nicht zum Rettungsbereich. Hab weniger Pflaster mit einem Messer geschnibbelt als Schrauben an den Steigeisen damit nachgezogen. Die Taschenlampe ist auch Standard un kein Bestandteil des EH-Sets. Eine Funzellampe mag vielleicht gut sein, um eine Karte im Dunkeln zu lesen, aber eine Tikka o.ä. wiegt auch nur 30 g mehr und ich kann damit in der Nacht auch noch einen Weg finden (leider schon getestet).
Modul 3 - Trillerpfeife - nutzlos. Bei Wind hört man das Trillern keine 20 m weit (getestet).
Modul 4 - Spritzen. Sollte erwähnt werden, daß einige Tätigkeiten (spritzen, Abgabe Apothekenpflichtiger Medikamente wie Dolormin) rechtlich gesehen nur von bestimmten Berufsgruppen ausgeführt werden darf. Im Klartext: Wer seinem Kollegen z.B. ein Schmerzmittel gibt und dieser deswegen Probelme bekommt ist haftbar.
Ansonsten les ich mir die Liste noch einmal genauer durch und stimme sie mit meiner jetzigen Apotheke ab.
Gutes Buch in der Sache ist übrigens das Outdoor Erste Hilfe Buch von Peter Oster. Ist allerdings erst Gold wert wenn man den passenden Outdoor-EHK mitmacht.
Alex
wetterfest
11.01.2005, 12:37
danke allen, super tipps!
inzwischen weiß ich auch was die 5 module kosten sollen, insgesamt 150 €. ich werde mir nun mal das von alex empfohlene buch anschauen und dank eurer tipps mir eine eigene kombination zusammenstellen, mich dabei schon an der treibelschen bergapotheke orientieren, aber wie gesagt dann individueller gestalten und überarbeiten.
liebe gruesse
helmut
Promedic
11.01.2005, 13:12
[QUOTE=Becks]Paket 1A hat schon imo den ersten Fehler. Auf Desinfektionsmittel mit Iod reagieren ca. 10% der Leute allergisch. Daher das Iod raus und Mercuchrom rein.
Was auch fehlt sind Compeed Blasenpflaster. Dürften die meistgenutzen Sachen aus dem Erste Hile Set sein die ich habe (dank Freundin). Auch ein dickes Manko: Keine Aids-Handschuhe, denn die gehören dazu.
Mercurochrom enthält Quecksilber, ist meines Wissens nicht mehr aktuell,
billig ist Wasserstoffsuperoxyd
und gut ist
Betaisodona (kenne die Zahlen bzgl. d. anaphlaktoiden/ allergischen Reaktionen nicht)
grüße
Paket 1A hat schon imo den ersten Fehler. Auf Desinfektionsmittel mit Iod reagieren ca. 10% der Leute allergisch. hallo Alex,
woher hast du diesen Prozentsatz? Jod ist doch ein sehr weitverbreitetes Desinfektionsmittel (Chirurgie, Hausmittel....).
Betreffend die Mitnahme von sterilen Nadeln und Spritzen: die sollte man doch vor allem in Gebiete mitnehmen, in denen zu befürchten ist, dass es in Krankenstationen keine sterilen oder ausreichend desinfizierten Nadeln gibt.
@ Promedic:
Betaisodonna ist gut, verwende ich ebenfalls, wirkt aber auch auf Jod Basis. Sollte allerdings nur von Menschen verwendet werden die eben keine Jod Allergie oder Schilddrüsenerkrankungen haben.
Grüße, Gerhard
@Gege
Aussage beim Erste Hilfe Kurs in Lappland, als wir uns über ein Notfallset für unterwegs unterhalten haben.
@Promedic
Yup, enthält Quecksilber. Ist der einzige mir bekannte Fall, in dem Quecksilber in der medizin verwendet wird. Ich hab mir mit dem Zeugs schon mehrfach Schürf- und Schnittwunden behandelt, und nie damit Probleme bekommen. Im Gegenteil, nachdem ich mir in Norwegen drei Fingerknöchel aufgerieben hatte und diese schon in der ersten (unbehandelten) anschwollen, gingene die Schwellungen und Schmerzen sofort weg nachdem ich Mercuchrom aufgetragen habe.
Hier (http://braindead.chemie.uni-konstanz.de/~becks/bilder/misc_berge/schnitt01.jpg) hab ich das Zeugs auch verwendet. Heilte problemlos ab. Den Schnitt hab ich mir zugezogen, als ich beim Kristalle suchen eine Steinplatte anhob. Diese lag an einem Schutthang und war am Rand mit kleinen (ca 2 cm langen) Kristallen besetzt. Anheben ging, aber halten nicht. Das Ding drehte sich und einer der Kristalle rutschte mir durch die Hand. Auf Abstieg (ca. 5 h bis in den nächsten Ort) hatte ich keine Lust, und die Wunde blutete auch nicht, wenn man die Hand zur Faust ballte. Drei Lagen Hansaplast druff und die Hand eine Nacht lang geschlossen gehalten. Dann am nächsten Tag Mercuchrom drauf und einen luftigeren Verband angelegt - fertig.
Alex
hallo Alex,
woher hast du diesen Prozentsatz? Jod ist doch ein sehr weitverbreitetes Desinfektionsmittel (Chirurgie, Hausmittel....).
Habe gestern, nachdem ich das gelesen habe, mal in einem Medizin-Nachschlagewerk nachgeschaut. Da steht jetzt zwar keine Zahl drin, wird aber deutlich vor gewarnt, dass viele Menschen auf Jod allergisch reagieren, als alternative wird Betaisodona angegeben. Zwar auch irgendwie auf Jod-Basis, aber irgendwie anscheinend besser verträglich oder so, das Fachchinesisch dazu habe ich dann nicht mehr wirklich verstanden ;)
Grüße
Thomas
Hallo,
die meisten Antiseptika enthalten Jod. Ob als Einzelstoff oder als Kombinationspräparat.
Egal ob Braunol, Sepso oder Betaisodonna (enthält sogar 1% mehr verfügbares Jod wie Sepso).
Der Jodanteil stellt aber kein Problem dar, so lange man es nicht systemisch, sondern nur lokal anwendet.
Mercuchrom enthält zwar Quecksilber aber in einer geringen Dosis. Nebenwirkungen können dann auftreten, wenn man es 1. zu häufig und 2. großflächig aufträgt. Trifft übrigens auch auf die oben genannten Antiseptika zu.
Wer das Jod meiden möchte, für den stellt Mercuchrom eine gute Alternative dar oder man greift zu ganz anderen Mitteln wie Rivanol, Chinosol oder NeoKodan.
bergspitze
10.02.2005, 20:00
Hallo Helmut,
habe Dr. Treibels Bergapotheke mit allen 5 Modulen letztes Jahr in Nepal dabei gehabt. Das mit der Spritze (Berechtigung...) ist mir völlig egal, abseits von jeglicher ärztlicher Hilfe ist man im Falle einer schwerwiegenden Verletzung sicher über ein sofort und sehr gut wirkendes Schmerzmittel froh. Wir waren zur Beratung bei Dr. Treibel in der Praxis, wo er sich sehr viel Zeit für uns nahm und alle Medikamente einschließlich der Einnahme fachmännisch erklärte. Im übrigen stimmt der Preis von 150 Euro, aber: wenn Du nicht willst, verleiht Dr. Treibel die Aotheke für 6 Euro die Woche, anschließend kannst Du Dich entscheiden, sie ganz zu kaufen oder nur einzelne Module oder auch einfach zurückzugeben und nur die Leihgebühr zu bezahlen. Ich fand das einen guten Service. Etwaig verbrauchte Medikamente werden nur stückweise berechnet (z.B. Diamox, Ibutrofen - Kasse zahlt). Wer im Raum München wohnt, kann ich die Bergapotheke von Dr. Treibel nur empfehlen. Und außerdem hat er als vielfach erprobter Expeditionsarzt zahlreiche Erfahrungen und Insidertipps insbesondere für Nepal, Tibet und Nordindien.
Grüße, Klaus
wetterfest
10.02.2005, 20:09
hallo klaus,
danke für die guten tipps. mein problem ist nur das ich in mainz wohne und eigentlich nie in münchen zutuen habe, somit ist das mit der vor ort beratung nicht so einfach.
ich habe mich aber jetzt streng an der bergapotheke orientiert, ist übrigens auch im alpin-lehrplan buch des dav veröffentlicht und stelle mir die module nun individuell zusammen, orientiere mich aber hierbei stark am original.
viele gruesse
helmut
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