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Vollständige Version anzeigen : Garhwal-Kumaon im April


Franky_BM
19.12.2004, 09:18
Bin neu hier, habe das Forum bei meinen Web-Recherchen zur nächsten Trekking-Tour eher zufällig entdeckt. Prima Sache! Vielleicht kann ich ja dem einen oder anderen auch mal weiterhelfen ...

Jetzt brauchen wir ein wenig Ratschlag für unsere nächste Tour: wir werden zu zweit vom 10.4.-30.4. in der Garhwal-Kumaon-Region sein. In der gängigen Literatur werden in der Regel immer die gleichen Treks beschrieben (Pindari, Milam, Roopkund, Kuari Pass etc.). Die Leomann Maps allerdings zeigen ja noch so einige Wegmöglichkeiten mehr auf.

Aber: aufgrund der Literatur sind wir doch ein wenig verunsichert, ob der April für die "Standard"-Treks nicht ein bisschen zu früh ist? Deswegen: wer hat ein wenig Erfahrung mit der generellen Situation in der Region im April? Ist es einfach ein wenig Vabanque? Oder sagt da jemand, dass wir die "Standard"-Treks der Literatur von vorneherein vergessen können? Was wären sinnvolle Alternativen mehr in den niederen Bereichen?

Generell haben wir uns davon bereits gelöst, beim Trekking immer nur den angeblich spektakulärsten Aussichten hinterherzuhecheln, sondern "der Weg ist das Ziel". Sprich: statt 5 Drei-Tagestouren mit diversen Busfahrten dazwischen bevorzugen wir lieber einen längeren Trek z.B. über 15 Tage in einem durch. Deswegen wären die Kombination Roopkund/Kuari Pass oder auch der Milam Glaciar Trek schon ideal!

Also: wir sind um jeden Tipp dankbar! Etwas Hintergrund zu uns: umfangreiche Trekking-Erfahrung liegt bereits vor (u.a. Annapurna Circuit, Cordillera Blanca, Patagonien, Denali, Simien Mountains), wir sind aber keine Bergsteiger oder haben Erfahrungen mit Gletscher-Überquerungen!

Grüße aus dem Rheinland, Frank

ingolf
20.12.2004, 09:41
Hi Frank, ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: Sämtliche (außer Tal der Blumen und Gangotri) Aktivitäten in den Bergen Utaranachals sind Permitpflichtig! Das Permit kriegst du aber nur wenn du ne Begleitmanschaft (Guide, Porter usw.) anheuerst. Ich war ganz schön überrascht, da ich das von HP oder Kaschmir gar nicht kannte. Die gute Nachricht: Wir hatten uns gefragt, wer das in dieser herrlich ursprünglichen Ecke, außerhalb der Straßen, kontrollieren sollte? Wir hatten recht behalten...Wir waren im Oktober - ich kann also nichts zum April sagen.

Franky_BM
21.12.2004, 09:19
Ups! Hallo Ingolf, danke schon mal für den Hinweis, habe ich aus der Literatur bisher gar nicht so rausgelesen. Kann ich mir aber eigentlich nur für die "klassischen" Treks vorstellen. Und das wäre eh unkritisch für uns, da wir eigentlich vorhaben, einen Koch und konsequenterweise dann mindestens einen Träger anzuheuern, wenn's nun mal das Wetter im April zulässt. Unser Favourit ist eigentlich die Kombination Roopkund/Kuari Pass ... Gruß Frank

ingolf
26.12.2004, 15:35
Hi Frank, diese Regel gilt, sobald du deine Aktivitäten länger als einen Tag in der Natur gestaltest, unabhängig ob klassische oder unkonventionelle Route. Aber du hast Recht, Schwierigkeiten wird man kaum kriegen, zumindest abseits der "Supertouren". Wir wurden nicht mal annähernd behelligt (Roopkund war auf unserer Strecke). Überhaupt schien die Bevölkerung nicht mal auf die Idee zu kommen, aus uns komerziellen Nutzen zu ziehen. Sehr angenehmes, unberührtes Land!!! Gruß, Ingolf.

Gsiberger
11.05.2005, 02:22
Hi Frank.

Ist es nun was geworden mit Roopkund-Kuari La im April?
oder hat euch leider der Schnee abgehalten.
Wir haben eben diese Tour im Oktober vor. Wie war es nun bzgl. Organisation von Mannschaft und Ausrüstung, bzw. wo habt ihr organisiert?

Christoph.

chris808
16.05.2005, 15:40
@ ingolf
" . . . Die schlechte: Sämtliche (außer Tal der Blumen und Gangotri) Aktivitäten in den Bergen Utaranachals sind Permitpflichtig! . . ."

auch das hat sich geaendert. oder, als wir ende maerz/anfang april richtung shivling b.c., um dort ein paar exkursionen am berg zu machen, unterwegs waren, wollte man von uns am national parkeingang ein permit (inner line) sehen. da waren wir doch ein wenig verdutzt. ohne wuerde man uns nicht weitergehen lassen (that are the rules). permit gaebe es in uttarkarshi, mahlzeit. aber nach laengerem palaver und maechtig viel tee und vielen geschichten aus dem schoenen himalaya und noch ein paar rupies konnten wir den park ranger doch ueberzeugen, uns als erstes in diesem jahre weitergehen zu lassen (that's india). die tage anschliessend waren phantastisch und das bei kaiserwetter. allerdings wars noch ein wenig frisch fuer die jahreszeit. egal!

vg chris

Franky_BM
20.05.2005, 11:10
@gsiberger

" ... Ist es nun was geworden mit Roopkund-Kuari La im April?
oder hat euch leider der Schnee abgehalten.
Wir haben eben diese Tour im Oktober vor. Wie war es nun bzgl. Organisation von Mannschaft und Ausrüstung, bzw. wo habt ihr organisiert? ..."


Hallo,

in diesem Jahr war der April für Roopkund und Kuari Pass noch zu früh, es lag einfach zu viel Schnee. Wir sind im wesentlichen den historischen Curzon Trail von Mandoli bis zum letzten Tal vor'm Kuari Pass entlangmarschiert! Mir fehlt jetzt hier eine Karte, so dass mir einige Ortsnamen nicht mehr vorliegen, bei Bedarf kann ich aber gerne später präzisere Angaben nachreichen. Die Etappeneinteilung entsprach im wesentlichen der Einteilung der Tour, so wie sie bei Hauser-Exkursionen angeboten wird.

Richtung Roopkund sind wir bis nach Bedni gekommen, liegt auf 3500 Meter Höhe, schon da hatten wir Schneefelder zu überqueren. Den Weg Richtung Roopkund konnte man gut überblicken, es wäre - für uns! - einfach zu heikel geworden.

Den Kuari Pass am Schluss haben wir erst gar nicht versucht, wir hätten für eine Umkehr nicht mehr die notwendigen Tage gehabt und mussten aufgrund vorliegender Informationen davon ausgehen, dass es auch noch zu heikel ist. Wir sind dafür zum Abschluss von Joshimath nach Auli rauf (ist eine Skistation) und von dort auf einen Aussichtsberg namens "Gorson Top" rauf, ist auch ca. 3500 Meter hoch. Dort hatten wir einen besseren Rundumblick, als wohl der Kuari Pass hergegeben hätte. Den konnten wir auch gut von der Nordseite sehen und es lag dort wirklich noch 'ne Menge Schnee.

Nichtsdestotrotz war der Trek auch so ein tolles Erlebnis. Wir haben uns tatsächlich den Luxus erlaubt, in Joshimath bei einer Agentur einen Guide, Koch und 4 Träger zu organisieren, also Vollpension inklusive :) . Alles im Leben hat seine Vor- und Nachteile, wir haben es genossen, nicht den üblichen Tütenfraß und damit auch 10 Kilo mehr dabeizuhaben. Die Agentur ist durchaus empfehlenswert: http://www.adventuretrekking.org/, Mail: garhwalhimalaya@yahoo.com. Wir waren zu zweit, gekostet hat uns der Luxus 1500 Rupien pro Tag und pro Nase! Natürlich gibt es billigere Lösungen, ein "freier Guide" in Joshimath hat uns das Paket für 1000 pro Tag und pro Nase angeboten, aber die Alkoholfahne war auch nicht zu verkennen ... Unser Trupp war ausgesprochen seriös und nett, vor allen Dingen zuverlässig, aber auch erfrischend zurückhaltend.

Oktober ist wahrscheinlich DER ideale Reisemonat dort! Dort sollten Roopkund und Kuari Pass problemlos machbar sein!

Das soll's erst einmal für's erste sein, bei Bedarf kann ich gerne detailliertere Infos geben

chris808
20.05.2005, 14:36
@ Franky_BM

"Wir haben uns tatsächlich den Luxus erlaubt, in Joshimath bei einer Agentur einen Guide, Koch und 4 Träger zu organisieren, also Vollpension inklusive."

hi frank,

doch kein klitzekleiner unterschied zum alaska-tripp, gell?! warum auch nicht. wenn ich zureck bin, muss du mir dann mal die fotos zeigen. wird wahrscheinlich so mitt juni werden, dass ich wieder in koelle bin.

so long

vg chris

Franky_BM
20.05.2005, 15:17
Hi Chris,

immer noch im Jubelrausch ob der Gladbach-Rettung?

tja, man(n) wird eben alt :) :) :) ! Spaß beiseite, alles jeweils zur rechten Zeit und am rechten Ort. Abgesehen davon, dass es in Alaska gar nicht anders geht gibt's nun mal dort auch keine Möglichkeit, mit einer fremden Kultur in Kontakt zu treten. Na ja, und Tatsache ist, dass auf dem Curzon Trail schon ordentliche Höhenunterschiede auftreten, es tagsüber auch im April schon ziemlich heiss wird und durch die Äquatornähe die Sonneneinstrahlung recht immens ist. Wir haben da ordentlich geschwitzt und hätten ungern weitere 10 Kilo auf'm Buckel gehabt. Und die indische Kost ist zudem nicht gerade die schlechteste ...

Meld dich dann, wenn du im Juli wieder im Lande bist. Muss noch ordentlich Aussortieren, jeweils mindestens 30 Aufnahmen vom Nanda Devi und Trisul sind doch etwas viel :) .

Gruß Frank

Gsiberger
26.05.2005, 12:06
Hi Frank.

Dank für den Tipp mit der Agentur. So können wir nach Ladakh unbeschwert Richtung Joshimat weiterziehen.
Genau diese Info suchte ich, dass man in der Umgebung eine Mannschaft findet. Nun kann ich das Zelt zuhause lassen (jenes eure war doch okay!?)
Ich berichte dann von unseren Erfahrungen.

Christoph

Franky_BM
26.05.2005, 20:51
Hallo Christoph,

da war wohl eine Info von mir etwas missverständlich: wir hatten zwar "Vollpension", sprich Koch mit sämtlichen dazugehörigen Verpflegungsutensilien, in Anspruch genommen, hatten aber selbst auch eigenes Equipment dabei, u.a. Zelt und Schlafsack etc. Dieses hatten wir nicht geliehen! Nur der Begleittrupp hatte da eigenes Equipment, ein 3-Mann-Zelt und ein größeres Zelt als "Küche".

Ich denke schon, dass die Agentur auch Zelte bereithalten kann, über Qualität kann ich da keine Aussagen treffen, sind mit Sicherheit nicht vergleichbar mit meinem geliebten Nammatj :) . Am besten kontaktiert ihr da die Agentur mal vorab per Mail.

Stehe für weitere Infos gerne zur Verfügung,

Gruß Frank