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Vollständige Version anzeigen : Besteigung des Stok Kangri


Steffen
14.12.2004, 20:07
Hallo,

erstmal vielen Dank an Klaus und Thanatos für die Infos.
Ich habe mich jetzt endgültig für Ladakh und den Stok Kangri entschieden, was sicher zur Erleichterung meiner Sportfreunde führte!!!
Nun benötige ich aber noch einige Informationen!
Geplant ist der Markha- Valley- Trek mit der Besteigung des Stok Kangri im Monat August.

Kann mir einer genaue Angaben über die Wetterverhältnisse in diesem Zeitraum geben?

Da ich bisher völlig unterschiedliche Temperaturangaben (von 20° minus bis 20° plus http://www.trekkingforum.com/forum/images/icons/icon4.gif ) bekommen habe, bin ich leicht http://www.trekkingforum.com/forum/images/icons/icon8.gif

Wer kann mir proffesionelle Angaben dazu machen, welches Equitment (Klamotten, Schlafsack, usw. ) zu empfehlen sind???????

Für eure Hilfe wäre ich echt dankbar!!!

Grüße an alle Steffen

Nima
14.12.2004, 23:24
hallo steffen
ich war letztes jahr im juli und anfang august in ladakh und unter anderem auch im markha valley und auf dem stok kangri. das wetter war meistens gut (ausser ein paar wolken, wie halt so oft in den bergen) und immer trocken. trotzdem brauchst du sicher eine gute jacke, nicht nur, weil es immer mal regnen kann, sondern weil die auch gut gegen den wind schützen und der bläst an den exponierten stellen manchmal recht kräftig. das temperaturspektrum ist tatsächlich recht breit. tagsüber wird es richtig heiss, wenn die sonne scheint und schatten ist wenig vorhanden (hut mitnehmen, langarmhemd empfehlenswert). sobald aber die sonne weg ist, dann wird es eben auch empfindlich kalt (du bist ja auch mindestens auf 3500m!) und man bewegt sich ja abends auch nicht mehr. bei mir hat sich ein satz thermounterwäsche bewährt, dazu ein warmer fleecepullover und eine mütze. ein guter schlafsack kann nie schaden und meine erfahrung ist, besser zu warm und dann öffnen in der nacht. feste bergschuhe für den stok kangri sind empfehlenswert
gruss und viel spass in ladakh
nima

annalina
16.12.2004, 13:56
hallo nima...

ich war heuer auf dem Stok kangri - so MitteAugust - und war froh meine langen Unterhosen, ein langärmliges Unterleiberl und die Schitourenstutzen mitgebracht zu haben. Ich bin zwar keine "Dafrorene" aber in der Nacht war es schon sehr kalt!!!


Wir sind um 1.45 Uhr in der Nacht losgegangen auf den Berg (vom basecamp aus) und da war es schon noch sehr kalt - ich habe nicht mal sooo viel geschwitzt beim bergaufgehen , dass mir zu heiss hätte werden können.


Nach dem Abstieg war ausrasten angesagt - wir haben noch einen Nacht im basecamp verbracht und sind am ddarauffolgenden Tag wieder abgestiegen. Während der Nacht hat es auf ca. 5100 m heruntergeschneit!!!! Bei uns war bis am Gipfel schneefreier Weg und wir hatten relativ gute Fernsicht... allerdings war es beim Aufstieg etwas eisig (vom aufgetauten Schnee oberhalb des Weges), was ja nicht so schlimm war. Das Wetter kann sehr schnell umschlagen.



Falls du noch was wissen willst - ich schau mal wieder auf der Seite vorbei


Liebe Grüsse Annalina

Steffen
17.12.2004, 19:53
Hallo ,

1000000 Dank an Nima & Annalina für Eure sehr nützlichen Informationen!!!!!!
Schwebe ich doch schon seit einigen Tagen im bewährten asiatischen Reisefieber. Einmal Asien immer Asien! Für mich immer wieder ein faszinierender Kontinent!
Also danke nocheinmal für Eure Hinweise zur geplanten Ladakhtorur!!
Auf alle Fälle werde ich meine Ausstattung auf Temperaturen im Minusbereich standardisieren.
Könnt ihr mir etwas über eure Tourerfahrungen berichten?
Wir haben eine 4 wöchige Tour von Lato durch das Markha Tal zum Stok Kangri geplant. Unsere Gruppe besteht aus 3-4 Personen. Einer davon, ist absoluter Novize. (Mit einer der wichtigsten Gründe um sich für den Stok Kangri zu entscheiden!) R. und meine Wenigkeit sind Trekkingerfahren. "Latschender" oder "kletternde" Weise wurden Gipfel wie Anapurna umrundet bzw. die Turkenkette im Altai/Mongolei , Dolomoiten usw. begangen.
Wie gestaltet sich die Trekkngtour bis zum Sto Kangri? Auf Fotos im Internet ähnelt sie sehr den schrofen Altaigebirge der Mongolei? Trügt es oder kann der Anmarsch schon als eher reizarm bezeichnet werden?
Gestaltet sich bei euch der Aufstieg und das Gipfelerlebniss als Lohnenswert?
Als technisches Equitment haben wir Steigeisen und Pickel eingeplant, obwohl verschieden Begeher meinten Trekkingstöcke wären ausreichend?
Da dies unser erster Vortsoß auf eine Höhe von 6000 werden wird, ist für mich die Frage interessant wie ihr mit der Höhe zurecht gekommen seid?
Wir haben in Latho 2-3 Akklimatisationstage vorgesehen. Haltet ihr dies für ausreichend?
Es wär toll, könntet ihr mir noch den einen oder anderen Hinweis über eure Tour geben!


Tschau , viele Grüße und einen schönen 4. Advent Steffen

annalina
20.12.2004, 11:32
hallo steffen,

.... heuer im Sommer habe ich einige Beiträge geschrieben über meine Trekingtour - wir, 2 Mädels sind mit einem horseman von lamayuru bis padum getrekkt. Die 9 tage waren wirklich abwechslungsreich... wir hatten Sonnenschein, Graupelschauer, Sturmböhen, heisse stickige Tage... alles was dir so einfällt im Hochgebirge hatten wir zu bewältigen (haha- ohne scherz, es war sehr abwechslungsreich) und trotzdem war es super!!!! Wir hatten keinerlei probleme mit verletzungen und dergleich.. Blasen, Wunden, höhenkrankheit.. etc. uns ist es supergut ergangen!!!!!

Nach dieser Trekkingtour und einer wundreschönen, aber anstrengenden Rückreise aus Zanskar haben Waltraud und ich uns entschlossen, den Stok Kangri zu machen. Seit einigen Jahren ist Ladakh ja sehr schneearm und der berg ist derzeit ohne grössere Hindernisse zu bewältigen... ist aber von Jahr zu Jahr verschieden!!! Also wenn ich sage wir hatten heuer nur unsere Trekkingschuhe - keine Steigeiesen und Stöcke - gebraucht, dann heisst das noch lange nicht dass das nächstes Jahr auch so ist. Ich glaube, wenn wir wirklich die Gletscherausrüstung gebraucht hätten, wären wir nicht auf den Gipfel gegangen!!!
Also wir 2 sind ohne guide losgegangen... die ersten beiden Tage bis zum basecamp kannst du (wenn du gut akklimatisiert bist) auch an einem Tag machen... ca. 4-5 Stunden Marsch, aber nicht steil nach oben. Der Tag des Gipfelanstieges ist schon etwas anstrengender... wir sind um 3/4 2 in der Nacht losgegagngen und um 7.15 auf dem Gipfel angekommen... schon sehr anstrengend und spannend - in der Nacht ist die orientierung dermaßen schlecht!!!!
Waltraud und ich haben allerdings ausreichend gute Bergerfahrung und so haben wir es uns zugetraut alleine zu gehen... im Nachhinein betrachtet, waren wir froh darüber am Vortag des Gipfelanstieges in das ABC camp aufgestiegen zu sein (ca 1 1/2 vom basecamp entfernt richtung gipfel) - dort haben wir gesehen, wo die anderen Bergsteiger von oben herunter und über den Gletscher drübergegangen sind!!! So hatten wir eine ungefähre Ahnung wie wir unseren Weg einschlagen sollten... es ist alles gut gegangen!!! Beim Aufstieg hatte ich keinerlei Bescshwerden.. je höher hinauf, desto mehr Druck im Kopf (leichtes Kopfweh) aber ansonsten keinerlei symptome... Waltraud hingegen hat sich vielleicht ein bisschen verausgabt - dadurch eher appetitlosigkeit und auch kopfweh..
Um ca. 11.00 Uhr waren wir wieder herunten im camp - schlafen, schlafen, schlafen... das war es was ich nachher nur noch wollte!!!!!


Für mich war dieser Berg nicht der erst und letzte 6000der... ich habe "blut geleckt"!!!!
Hoffe dir geht es auch so...

liebe Grüsse aus dem verschneiten Tirol Annalina

ps: bei uns geht es jetzt an die Schitouren!!!!!!!

Nima
29.12.2004, 21:50
steffen
ich war im sommer 03 in ladakh unterwegs. zuerst war ich zum angewöhnen und zwecks organisation ein paar tage in leh und habe auch die näher gelegenen klöster besucht. das hat sich bei mir sehr bewährt, gleich loszurennen auf 3500+ metern hätte keinen sinn gemacht. wir sind anschliessend von lamayuru nach chiling und weiter durch den westteil des markha valley getrekkt, dann aber über den ganda la und den stok la zum fuss des stok kangri abgebogen. die ganze "anreise" dauerte somit bei uns 11 tage und war für mich ein ausgezeichnetes training für den gipfelversuch (vor allem die pässe von immer fast 5000m). vom basislager aus ist der stok kangri relativ einfach zu machen. technisch ist er nicht schwierig aber man muss immer die höhe bedenken und 6000 sind nun mal 6000. wir hatten die steigeisen mit dabei, aber das war nur zusatzgewicht im rucksack. ich denke, dass feste bergschuhe reichen. für mich ist ein pickel oder stock immer hilfreich aber das ist ja bekanntlich geschmacksache. wir gingen um 4 uhr los und waren um 9 auf dem gipfel - leider im dichten nebel... die route ist eigentlich auch nicht zu verfehlen: auf dem trampelpfad hoch zum gletscher, diesen überqueren und dann die recht steile geröllhalde hoch bis auf den grat und von da aus weiter zum gipfel. ich war letzten sommer froh, dass fast kein schnee auf dem gletscher lag, somit war dieser einfach zu überqueren.
generell kann ich dir unsere tour sehr empfehlen. von lamayuru in westlicher richtung ändert sich das gebirge und die farben der felsen oft, das macht das wandern abwechlungsreich. die überquerung des zanskar river in chiling in der holzkistenseilbahn ist ein abenteuer für sich. wie schon gesagt, eignet sich die tour sehr gut zur akklimatisierung und finden des eigenen tempos bei den anstiegen. ich bin überzeugt, dass mir das nachher beim stok kangri gut geholfen hat.
auch wenn die gipfelbesteigung auch bei mir relativ einfach war, so denke ich doch, dass man den berg nicht unterschätzen darf (höhe, schnee, unberechenbares wetter in den bergen).
leider habe ich von diesem trip keine digitalbilder, sonst könnte ich dir sicher zeigen, dass der anmarsch alles andere als "reizarm" ist!
tashi delek
nima

Steffen
03.01.2005, 18:10
Hallo Nima,

´vielen dank für deine Nachricht. Nach den traurigen Nachrichten der letzten Tage war es schön mal wieder einen Reisebericht zu lesen, der die Schönheiten der asiatischer Landschaften beschrieb.
Für mich waren dies sehr wichtige Hinweise! Danke.
Auf der Suche nach Informationen über Ladakh habe ich mir auch das Buch "Faszination Ladakh" gekauft. Die Berichte von Helena Norberg-Hodge und ihre Einschätzung über die Menschen des Landes haben mich sehr berührt. Fallls du es noch nicht gelesen hast, ist es sehr empfehlenswert!!
Wir haben für unsere Tour von Lato zum Stok Kangri folgende Route geplant:
5 Tage Leh - Trek über den Lala Lunka - Hochtal Nimaling- über den Ganda La nach Rumbek über den Stok La nach Kichapulu von Manikarma zum Base Camp des Stok Kangri mit Besteigung des Stok Kangris am nächsten Tag.

Mal sehen, die bisherigen Informationen haben mich sehr neugierig gemacht.
Wäre schön nochmal etwas von dir zu hören.
Alles Gute im neuen Jahr
Steffen

Nima
03.01.2005, 19:47
hallo steffen
auch dir natuerlich alles gute für das schon nicht mehr ganz neue jahr! du hast ja schon ein highlight eingeplant!!!
danke auch für den buchtip - das interessiert mich sehr.
dein routenbeschrieb tönt sehr gut. habt ihr denn vor, allein zu gehen oder über eine agentur in leh? auf jeden fall seid ihr nach den pässen auf eurem weg sicher gut gerüstet für den gipfel!
tja, du hast schon recht, es tut gut, nebst all den schrecklichen bildern auch schöne erinnerungen an asien hervorzurufen!
beste grüsse
nima

bergspitze
07.01.2005, 19:31
@Nima

Nach unserem kurzen Privatposting wie abgemacht weiteres für die Allgemeinheit :D

Hab in einigen Führern gelesen, dass beim Trek Lamayuru - Stok die Tiere bei Chilling den reißenden Fluss nicht überqueren können (Holzkiste). Wie habt ihr das mit den Tieren gemacht? Der Summit-Club bietet ab diesem Jahr übrigens auch diese Route an :o und nimmt flussabwärts eine Brücke... Hab Abram-Karte bestellt - ist leider noch nicht da.
Hat da sonst noch jemand vielleicht einen Tipp?

Grüße Klaus

Nima
07.01.2005, 22:55
hi klaus
wir hatten die pferde gewechselt in chiling. der eine horseman war zuständig für lamayuru-chiling und der andere für den rest (da war ja dann unsere gruppe auch kleiner). die pferde können unmöglich über den fluss in der holzkiste. da ist gerade mal platz für 2 personen. ist aber unbedingt empfehlenswert!
ich finde übrigens die tactical pilotage charts auch nicht schlecht als orientierungshilfen. ist aber geschmacksache, die dinger sind riesengross und als pilotenkarten halt nur mit angaben in feet. http://www.defence.gov.au/digo/digo/ProductsTPC.htm , http://www.maptown.com/worldaviation/onc_main.html
gruss
nima

pauli2040
22.01.2005, 20:57
ich hätte gerne eine einschätzung eines profis, ich fahre sehr warscheinlich auf eine treckingtour nach ladakh und möchte dann gerne auf den stock kangri, meine bergerfahrung beschränkt sich auf einige tageswanderungen durch unsere alpen, mal abgesehen von der höhe, das kann man ja erst vor ort sagen, ob manns aushält, aber können und technisch gesehen, kann ich mir das zutrauen, das ich sicher da rauf und runter komme, oder kann mir das du heavy werden?