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Vollständige Version anzeigen : Bolivien-Peru-Brasilien-Suriname-Karibik


Gerrit
08.12.2004, 21:00
Hallo Leute!

Ich bin auf der Suche nach Leuten die schonmal in Südamerika, speziell Peru und Brasilien, mit dem Rucksack unterwegs waren. Im Besonderen hätte ich gerne Bekleidungstips, Ausrüstungstips allgemein und landesspezifisch (Alpin in Peru, Amazonas-Dschungel in Brasilien), sowie Insidertips zu Städten, Stätten, und Orten aller Art die es lohnt zu besuchen. Wir sind zu dritt unterwegs sei nochmal nebenbei erwähnt. Es wird unsere erste große Tour dieser Art ausserhalb Europas sein. Wenn ihr irgendwelche Tips und gute Ratschläge auf Lager habt, egal welcher Art, her damit! Ich möchte im groben nochmal unsere Reiseroute auflisten um euch einen Überblick zu verschaffen:

Frankfurt - La Paz (Bolivien)
La Paz - Grenze Peru (TiticacaSee) - Puno
Puno - Cuzco
InkaTrail - Mucchu Picchu
Nasca, dann weiter auf der PanAmericana Richtung Norden bis Trujillo bzw. Cajamarca
von dort aus soll es dann irgendwie nach Manaus (Brasilien) gehen um dort den Amazonas unsicher zu machen :-)
Falls an dieser Stelle jemand schonmal diese große Hürde OHNE FLUG bewältigt hat (Nord-West-Peru bis nach Manaus) bitte meldet euch! Wir hatten an eine Bootsfahrt flussabwärts bis in das Amazonasbecken gedacht... Vielleicht habt Ihr ne Idee!
Von Manaus geht es dann nach ca. einem Monat Aufenthalt am Amazonas weiter quer durch Suriname bis zur Hauptstadt Paramaribo an der Atlantikküste im Norden.
Von Suriname soll es dann mit dem Schiff über sämtliche Karibik-Inseln gehen.
Im großen und ganzen möchten wir Flüge vermeiden und uns auf alle anderen öffentlichen Verkehrsmittel und einheimische Mitfahrgelegenheiten beschränken (Finanzlage ist sehr beschränkt...)

Vielleicht weiß auch jemand von euch wie mit den Grenzposten am besten umzugehen ist damit es bei den verschiedenen Einreisen (Bolivien-Peru-Brasilien-Suriname-Karibik) keine Probleme gibt. Das Auswärtige Amt meinte beispielsweise das es empfehlenswert sei vorher die jeweiligen Botschaften in Deutschland anzuschreiben und sich eine schriftliche bestätigung in landessprache zu holen, die besagt das man auch ohne Rückreiseticket einreisen darf wenn man Touristenvisum nicht überschreitet natürlich. (Visum für Suriname ist schon beantragt)

Ist es dort möglich Jagdwaffen (Schusswaffen / Blankwaffen) zu kaufen und bei sich zu tragen?
Wie sieht es aus mit Messern / Macheten im Flugzeug?

Die Tour an sich ist eigentlich schon bis ins Detail geplant und ca. drei Monate Planung stecken darin, im Februar 2005 gehts los; aber man kann ja nie auslernen!

Also Leute falls ihr uns in irgendeiner Art und Weise Tips geben könnt, immer her damit.

Ich bedanke mich schonmal im Voraus bei allen netten Leuten hier!!

MfG
Gerrit aus Frankfurt

Nemo
09.12.2004, 09:38
Hallo Gerrit, ich habe ähnliches vor kurzem gemacht: mit nem Segelboot von Westafrika über den Atlantik in den Amazonas und dann die bras. Küste runter bis Feuerland. Dann über Chile nach Bolivien und Peru von dort über Paraguay zurück nach Brasilien. Im Forum unter Trekking im nördl. Südamerika findest du Hinweise von mir zum Amazonas und Brasilien allgemein, auch einiges über Peru und Bolivien sowie Argentinien. Blättere mal ein bißchen, da muß ich mich hier nicht wiederholen und wenn du noch spezielle Fragen hast kann ich dir vielleicht helfen. Ich war hauptsächlich mit Bussen unterwegs oder per Anhalter. Teilweise auch mit Booten.
Mit Grenzposten hatte ich nie Probleme, sind alle nett und freundlich (Voraussetzung du bist es auch!) und nach Flugtickets bin ich nie gefragt worden. Messer und Macheten kannst du überall kaufen, aber willst du dort wie Rambo rumrennen und dir solche Dinger an den Gürtel bammeln??? Im Flugzeug hast du damit sicherlich Probleme, ich hatte ne (geliehene) Machete nur im Amazonas wegen dem Durchkommen im Dschungel. Ansonsten brauchst du keine Waffen. Ich habe alle Südamerikaner nur als nette, hilfbereite und friedfertige Menschen erlebt. Laßt euch nicht irritieren von den Horrorgeschichten über Kriminalität in Brasilien und sonstwo. Vorsicht ist angebracht, aber mit Waffen kommt ihr nicht weit.

Übrigens schüttelt mich das Südamerikafieber schon wieder und ich fliege im Januar nach Rio um von dort über French Guyana, Suriname, Venezuela zu den ABC-Inseln zu gehen. Von dort nach TT und dann erst mal wieder zurück nach Dtl.
buena suerte Nemo

Gerrit
09.12.2004, 12:01
Hallo Ute!

Ich/Wir haben Deine Artikel hier in diesem Forum mit Aufmerksamkeit gelesen. Haben sehr viele nützliche Tips aus Deinen Erfahrungen bezogen. Natürlich wollen Wir da nicht Rambo-like rumlaufen, sind alles andere als Waffenfetischisten, im Gegenteil! Ich persönlich war Monatelang mit der Bundeswehr in Afghanistan und kann Dir sagen das ich Schusswaffen verabscheue! Es ging bei der Frage nach Waffen eigentlich auch eher ums Jagen als ums "schrecklich-gefährlich-Aussehen". Wir haben vor uns, soweit wie möglich, selbst zu versorgen, hauptsächlich im Amazonas-Gebiet. Die Machete verschwindet im Rucksack wenn sie nicht gebraucht wird und der Ballermann wird nach Rückkehr in die "Zivilisation" wieder verkauft. Die Frage ist halt nur ob es auch erlaubt ist dort zu jagen. Dahingehend konnte uns bis dato keine Behörde Auskunft geben. Wie schon erwähnt haben wir verhältnismäßig wenig Geld zur Verfügung da wir allesamt noch sehr jung und Studenten sind (22, 23). Wieviel Geld würdest du denn für 6 Monate Aufenhalt in den genannten Ländern einplanen?

Alles in allem danke ich Dir vielmals für Deine Antwort(en) und wünsche Dir weiterhin viel Glück und Freude auf Deinen Reisen und in Deinem Leben.
Erst das Reisen und die Begegnung mit den Menschen macht den Menschen frei und unbefangen. Wenn alle gut situierten Menschen sich die Mühe machen würden nicht nur in irgendwelchen abgeschotteten Touristenburgen mit eigenem Strandabschnitt zu residieren und im Pool bei einigen Mojitos zu planschen würde das viel zur Völkerverständigung und zum eigenen Bewusstsein, wie gut es uns hier in Europa trotz all unserer "Problemchen" doch noch geht, beitragen.

Wir freuen uns irrsinnig auf diese Reise und werden hier dann natürlich auch davon berichten!

Bis bald

Gerrit

Nemo
09.12.2004, 14:39
Hallo Gerrit, sorry dann habe ich mit den Waffen was falsch verstanden. Ging nicht klar hervor, dass ihr sie zum Jagen haben wollt.
Ich kann zu Schusswaffen auch nicht viel sagen, weil ich nicht jagen wollte. Also in Bolivien und Peru habt ihr dazu eh keine Gelegenheit, es sei denn ihr wollt da Lamas abknallen.... (Scherz):D
Zu Bolivien kann ich nur sagen, dass man sich dort sehr preiswert versorgen kann. Auf den Märkten gibt es alles was du haben willst für uns zu Spottpreisen. Selbst wenn ihr essen geht, kostet das nicht die Welt und wenn eure Mägen dann stabil genug sind, könnt ihr auch auf das Essen was die Frauen auf den Märkten kochen zugreifen. Schmeckt ausgezeichnet und kostet ganz wenig.Das gleiche gilt in etwa auch für Peru, obwohl etwas teurer. Für Brasilien gilt das so ähnlich. Wenn ihr im Dschungel seid, ist jagen sicherlich möglich. Habe dort die Leute auf Kaimanjagd, Schlangenjagd, Capivaras usw. gehen sehen. Habe aber nichts dergleichen versucht. Ich denke aber, das das eh keinen interessiert. Im Urwald rennen ja auch keine Behörden rum. Wenn ihr euch mit Fischen/Angeln auskennt habt ihr sehr gute Möglichkeiten in ganz Brasilien. Ich habe dort sehr viele Fische gefangen. Früchte wachsen im Urwald jede menge und ansonsten kann man sich auch sehr preiswert auf den Märkten versorgen. Ich habe immer noch das KG Papaya in Erinnerung für umgerechnet 10 Cent und 3 Ananas für 30 Cent usw. Comida a Kilo ist ebenfalls eine gute Variante sich zu versorgen, habt ihr sicherlich schon hier im Forum in der "Feinschmeckerabteilung" gelesen. Kokosnüsse kann man oft an den Stränden aufsammeln. Informiert euch aber vorher ob die Kokospalmen nicht zu ner Privatpflanzung gehören. Dann besser Finger weg. Zum Aufschlagen ist eine Machete unerläßlich und schon aus diesem Grund gibt es diese überall zu kaufen. Was ihr für 6 Monate an Finanzen braucht kann ich schwer abschätzen, ist immer eine Frage der eigenen Prioritäten. Für Verpflegung hält sich das mit Sicherheit in Grenzen und ist als Kostenfaktor fast zu vernachlässigen. Teuer sind solche Trips wie der Inkatrail usw. (obwohl es dazu viel bessere Alternativen gibt) Da ihr aber zu dritt seid, könnt ihr ja fast überall wo ihr wollt im Freien übernachten und spart somit die Kosten für Quartiere. Da ich alleine war, hatte ich diesbezüglich mehr Vorsicht walten lassen und habe oft auf preiswerte Unterkünfte zugegriffen. Busfahren ist in allen genannten Ländern ebenfalls sehr preiswert. Das Bussystem ist überall gut und ihr kommt damit auch überall mehr oder weniger komfortabel und zeitaufwendig hin. Teure Flüge könnt ihr also getrost wegfallen lassen. Ich würde sagen, dass Südamerika euren mageren Geldbeutel sehr gut bekommen wird. Anders sehe ich das für die Karibik. bei meinen Recherchen habe ich schon manchmal schreckgeweitete Augen bekommen. Das fängt schon in FG an (EU-Preise + 20%) und findet den krönenden Abschluss auf den ABC-Inseln. Da ich aber Freunde habe die in der Karibik segeln, fallen für mich die Unterkunftskosten weg und essen muß ich schliesslich überall. Außerdem kann man dort viele Fische fangen. Ihr müßt ja auch nicht auf die Schickimicki-Inseln wie Sant Lucia usw. Da gibt es bessere und somit preiswertere Alternativen.
Da ihr auf eurer Reise verschiedene Jahreszeiten und Klimazonen durchreist müßt ihr so ziemlich für alles gerüstet sein. Das heisst aber noch lange nicht, dass ihr superteure Klamotten braucht. Ich war ziemlich lange unterwegs und hatte somit auch das Gewichtsproblem. Wichtig ist, was Warmes für die Berge (Bol. und Peru) und Regenbekleidung ist auch ein Muss. In Brasilien bin ich sehr oft klaschnass geworden, aber ich habe den Regen als sehr warm und eher erfrischend gefunden. Ich hatte in der Gegend fast nur kurze Hosen an und 1 T-Shirt. Wenn das T-Shirt hinüber war habe ich mir ein Neues gekauft und fertig. Als Tipp kann ich euch mit auf den Weg geben, dass ihr in La Paz sehr sehr preiswert Fliessachen, Mützen, Handschuhe usw. bekommt. Also kauft euch nichts dergelichen in Deutschland! Es sei denn ihr habt es schon.
Gruß Ute

pajaro
02.01.2005, 15:55
Hallo Gerrit,

ich kann euch noch ein paar Tipps zu Peru geben. Ich war 2004 ne ganze Weile dort gewesen. Als erstes gleich mal zum Incatrail. Der Weg ist wunderschön, von daher lohnt es sich auf jedenfall. Aber er ist die Attraktion dort und entsprechend besucht. Ihr dürft nur mit Führer aufbrechen, Vorschrift. Offiziell ist die Anmeldefrist 4 Tage mit Pass (geht nur über eine Agentur, Schwarzmarkt gibt es keinen), praktisch müßt ihr euch 2 bis 6 Wochen vorher anmelden (je nach Saison). Preise lagen in Cusco zwischen 175,- bis 290,- Dollar (mit Studentenkarte 20 Nachlass), Träger für persönliches Gepäck extra.
In Cusco wird noch ein anderer Trek auf Incawegen angeboten, zur noch recht unbekannten Incastadt-Ruine Choqueriquao (gibt verschiedene Schrebweisen). Geht 5 Tage mit Mulis als Tragtiere. Preis ca. 180 Dollar.
Im Norden Perus gibt es dann auch noch einige Trails auf alten Incastraßen, z.B. bei Kuelap. Für Bolivien bin ich mich gerade am Einlesen. Da will ich dieses Jahr hin:)

Dort in den Bergen ist es kalt sobald die Sonne weg ist. Warmes Fleece, Regenjacke braucht ihr hier schon. Für die Touren können Schlafsäcke ausgeliehen werden. Aber ich war froh meinen Daunenschlafsack zu haben. Auch in den Hostals unter den Wolldecken in den Anden und rund um den Titicacasee. Essen und Trinken sind in Peru sehr preiswert zu haben. Dürft halt nicht an der Plaza essen. In Seitenstraßen sind immer kleine "Restaurants" wo man ein "menu turistico" bekommt. Suppe, Hauptgang, Nachspeise, Tee für 3 bis 7 Sol, auf den Märkten zahlt ihr weniger, an der Plaza zahlt ihr 18 Sol und für ne Pizza (die nicht schmeckt), 25 Sol. Zur Abwechslung geht mal zum Chinesen.
Einreise nach Peru ist kein Problem. Bei der ersten Einreise ist der 90 Tage Stempel auf Nachfrage kein Problem. Bei der Einreise mit dem Bus (Puno-La Paz) nach Bolivien, hat keiner den 90 Tage Stempel bekommen. Der mußte in La Paz nachträglich geholt werden. Und noch was, der Tag der Einreise zählt auf jedenfall mit!

So, das war das, was mir spontan eingefallen ist:)
Viel Spass!
pajaro

Helena Kol
13.01.2005, 16:18
Hallo Gerrit,

es gibt eine schöne einsame Variante zum Inca-Trail, und zwar von Mollepata um den Salkantay, auf eigene Faust ohne die teuren Gebühren. Nach 4-5 Tagen je nach Route kommt man in das Urumamba Tal unter Macchu Pichu, den man dann natürlich von Aqua Caliente besichtigen kann (mit dem ersten Morgenbuss am besten).

Helena

Gerrit
05.02.2005, 18:09
Hallo Leute!

Vielen Dank nochmal für alle Antworten!

Helena: Hab mir die Route um den Salkantay mal angesehen. Von wo aus bist du gestartet? Hab bis jetzt leider nur eine Karte mit großem Maßstab und finde einige Orte nicht die du genannt hast. Liegt Aqua Caliente an der Bahnstrecke im Urubamba-Tal?

Und nochmal an Alle eine Frage:
Kennt jemand eine sichere Route bis nach Iquitos? (über Pucallpa beispielsweise den Fluß runter?)

Am 22. Februar gehts dann auch endlich los nach Caracas und von dort nach La Paz.
Halten Euch auf dem laufenden!

Gruß

Gerrit

Helena Kol
10.02.2005, 15:07
Hallo Gerrit,
ich schicke dir die Wegbeschreibung Salkantay trek und die Karte dazu (liegend wg Platzersparnis). Nach Mollepata mit taxi aus Cuzco (120 soles im J.2002, 6 Pers.), nicht unten auf der hauptstr. aussteigen, sondern ins Dorf rauf (9 km bergauf steil und staubig). Trek von da nach Norden (dort kommst auf die Karte), ins Tal von Rio Blanco queren, vom Pass im Sisaypampa Tal bis zur Bahn, Station "km 88". Viele Züge, keine reservierung notwendig.
Trek 3 Übernachtungen, Cuzco-Agua Caliente 4 Tage incl. Anreise Taxi und Zug nach Agua C.
Agua Caliente ist die Ortschaft im Tal unter Macchu Pichu, wo die Bahn endet und die Busse zu M.P. hochfahren. Jede Menge Unterkünfte, keine reservierung, Bahnkarten zurück nach Cuzco (reicht nach Ollantaytambo, weiter Busse, billiger) tag vor Abreise kaufen.
Gute Reise
Helena