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Vollständige Version anzeigen : Was ist denn nun "trekking" ?


Thomas B
06.12.2004, 15:07
... lese da ewtas von glühenden Bergen oder besser von Menschen, die durch ihre Anwesenheit die Berge zum Glühen bringen. Aha!

Nun interessiert mich aber die wahre Bedeutung des Begriffes "trekking" in seiner angestammten Bedeutung. Wikipedia.org meint, dass es das Wandern in der Bergwelt Nepals und des Himalayas ist. Dieser Definition mag ich gerne folgen.

Oder ist es das Wandern irgendwo auf der Welt. Mit Ausrüstung von A nach B. Muß ich dabei leiden oder plane ich meine Strecke derart, daß ich in einem todesfernen Zustand an meinem Tagesziel ankomme?

Spielt der Zeitraum oder die Geschwindigkeit dabei eine Rolle und ist es jedem freigestellt in welchem Stil (Schnecke ... Sprinter) es sich fortbewegt.

Viele Fragen. Aber vielleicht gibt es eine Antwort.

Ich grüße Euch trekker
Thomas B

Lungta
06.12.2004, 16:31
Gute Frage. Also, das allerheiligste und maßgebliche Orakel der Rechtschreibung (alt und neu) im deutschen Sprachraum - der Duden - bezeichnet "Trekking" (nach neuer Rechtschreibung ist auch "Trecking" erlaubt) als "mehrtägige Wanderung oder Fahrt [durch ein unwegsames Gebiet]". Also nichts mit Himalaya und auch nichts mit todesnaher Erschöpfung. Und was heißt überhaupt die Bergwelt "Nepals und des Himalayas"? Es ist zwar richtig, dass Nepal nicht komplett im Himalaya liegt, aber soweit es dort "Bergwelt" gibt, handelt es sich doch wohl um den Himalaya - oder sollte es dort noch ein anderes Gebirge geben, das nur dem Beitragsschreiber von Wikipedia bekannt war? Vielleicht bieten sich hier ungeahnte neue "Trekking"-Möglichkeiten in einem noch unentdeckten, unerforschten Gebiet?

So wie wir letztes Wochenende nach einigen Schlammpassagen auf den Wanderwegen aussahen, könnte man dem Wort vielleicht auch eine völlig andere Definition geben - "Drecking". http://trekkingforum.com/forum/images/smilies/biggrin.gif

Christine

Klaus
06.12.2004, 21:12
Hab mal irgendwo gelesen dass die Wanderungsbewegung der weißen Siedler in Südafrika bis zur Niederlassung als Trek (Afrikaans ???) bezeichnet wurden und sich daher die heutige Bezeichnung für mehrtägige Wanderungen abgeleitet hat !

Ohne Gewähr für die Richtigkeit der Theorie! :D

Gruß

Fjaellraev
06.12.2004, 21:57
Zu Klaus seiner Antwort habe ich das hier gefunden http://www.suedafrika.net/Seiten/groottrek.html
Aber wenn ich mich recht besinne wurden doch auch die Reisen der weissen Siedler in Amerika als Trek bezeichnet...
Gerade eingefallen ich hab doch einen dicken Webster (Amerikanisches Wörterbuch ähnl. Duden) rumstehen.
Also:
trek:
1: chiefly southern Africa: to migrate by ox wagon or in a train of such
2: to make one's way arduously
(Afrikaans from dutch trecken "to pull, haul, migrate"
Also der Begriff stammt definitiv aus Südafrika und bezeichnet die Wanderung in einem Ochsenwagen
2: Seinen (jemandens) Weg mühsam (zäh) machen.
Was wir heute hauptsächlich mit dem Begriff meinen ist dadurch nicht wirklich geklärt.http://trekkingforum.com/forum/images/smilies/wink.gif

Gruss
Henning

auaox
13.12.2004, 08:59
Das Wort leitet sich tatsächlich ursprünglich von den "Trecks" der Siedler in Nordamerika ab, die das Land von Osten nach Westen her in Besitz nahmen.
Für einen Treck war charakteristisch, dass er aus mehreren Reiseeinheiten bestand (hier wohl meist Familienpferdewagen) und organisiert war sowie unter der Leitung eines Führers stand.
Desweiteren wurden nach Möglichkeit die vorhandenen Reiserouten ("Trails") ausgenutzt. Manchmal konnte man den noch vorhandenen Reisekomfort in den bereits besetzten Gebieten nutzen, weiter im Westen war jedoch absolute Autarkie lebenswichtig.

In Südafrika übernahmen die Besatzer - man möge sie auch Siedler nennen - diese Bezeichnung.

Daher übernahm man für die zuerst in Nepal ausgeführten organisierten Wanderungen durch unerschlossenes Gebiet, welche aber kommerziellen anstatt individuellen Expeditionscharakter hatten, diesen Namen. "Trekking" in seiner neuen Anwendung bedeutete also, in einer geführten Gruppe eines Reiseveranstalters touristisch relativ unerschlossenes Gebiet zu bereisen, wobei die Gruppe selbst oder durch Mithilfe der Organisation weitgehendst autark agieren musste.

Später kam noch das "individuelle" Trekking hervor, das keinen Veranstalter und keine Organisation (im institutionellen Sinne) brauchte. Der Begriff wurde jedoch bis Anfang der Neunziger hinein ausschließlich für aufwändige Unternehmungen durch bisher kaum erschlossenes Gebiet in fremden Kulturkreisen gebraucht. Hochalpine Unternehmungen fielen jedoch nur dann unter diesen Begriff, wenn dazu eine Anreise im Trekkingsstil notwendig war. Für das Everest-Basislager traf das eher nicht zu.

Im Zuge einer neuen coolen Anglizismenwelle entdeckten pfiffige Tourismusmanager dann diesen Begriff. Seitdem wird dieser Begriff bisweilen selbst für eine fertig vom Verkehrsamt ausgearbeitete dreitägige Hüttenwanderung rund um Kleinbergdorf, incl. Halbpension, "Trekkingmahlzeit" (früher: Butterbrote mit Joghurt) und abschließendem Wellness- (was das auch immer heute heißen mag) Tag mit Sauna und Glühwein vorm Alpenglühen ad absurdum geführt.

Auch wenn man diesen Begriff mittlerweile umfassender verwenden kann:
"Trekking" assoziiert immer noch das klassische Abenteuer (gut, für einige ist es ja bereits ein Abenteuer, wenn das Auto kaputt ist, und sie zu Fuß 1 km zum Bäcker laufen müssen). Es bedeutet, wo es auch immer ausgeübt wird, eine gewisse Autarkie des Trecks als Gruppe oder des individuellen Trekkers in einem für die für ihn ausgeübte Form des Tourismus nicht erschlossenen Gebietes. Eine Hüttenwanderung ist kein Trekking. Eine abenteuerliche Tour quer durch die Alpen, teilweise unter freiem Himmel übernachtend, mag man aber ohne Angeberei auch heute so bezeichnen dürfen - denn dafür gibt es dort keine speziellen Infrastrukturen.

Inwieweit man das "Trekking" auf ausgelatschten Trails im Himalaya noch als solches bezeichnen kann, an deren Verlauf sich die Bevölkerung bereits ganz der neuen Einnahmequelle verschrieben hat, sei einmal dahingestellt. Hier gilt vermutlich das Gesetz der Tradition - und sicher auch die Art und Weise, wie der einzelne unterwegs ist.

"Trekking" verlangt aber keine spezielle Art der Fortbewegung - solange sie nicht innerhalb eingerichteter Infrastruktur verläuft (damit fällt die Eisenbahn raus). Auch mit dem Geländewagen kann man "trekken". Vielleicht innerhalb Europas sogar mit einem Kleinwagen, sofern die Aspekte möglicher Autarkie und des Abenteuers jenseits dafür vorgesehener Infrastruktur gelten. Wer mit dem PKW durch die Lande tingelt, das Essen im Kofferraum hat, im Schlafsack auf einsamen Waldparkplätzen schläft - der mag ein Trekker sein. Wer sich jedoch mit einem Womo nur auf Campingplätzen aufhält, wohl kaum - ebenso wie ein Hüttenwanderer.

Murmel-Sepp
13.12.2004, 12:55
oh danke auaox ob der ausführlichen antwort

fühle mich sichtlich erleuchtet :D

auaox
13.12.2004, 16:12
Ach, Du wolltest es auch endlich mal wissen? :D

Klaus
13.12.2004, 20:04
.............."Trecks" der Siedler in Nordamerika ab, die das Land von Osten nach Westen her in Besitz nahmen.

.......................In Südafrika übernahmen die Besatzer - man möge sie auch Siedler nennen - diese Bezeichnung
@ auaox : Machst Du eigentlich bewußt einen Unterschied zwischen den Besatzern in Nordamerika und Südafrika, In diesem Sinne waren doch wohl beide Besatzer die roten und schwarzen Menschen ihr Land genommen haben!

In diesem Sinne

Gruß

auaox
14.12.2004, 12:52
Das, was bis heute in menschenverachtenden Western als Siedlerromantik heroisiert wird, waren, egal, ob Nord- oder Südamerika, Afrika oder Australien nichts anderes als brutale, aus reinem Egoismus geführte Expansionskriege der Europäer. Darum verwandte ich die beiden Begriffe (verwirrenderweise) als Substitut.
Vielleicht kam es den Europäern damals wirklich nicht einmal so vor, hatte Europa doch bereits in der Vergangenheit in einer Weise unter ständiger Unruhe durch Vormachtskriege und Völkerwanderungen (bei denen ähnlich brutal vorgegangen wurde) zu leiden, wie meines Wissens nach dies auf keinem anderen Kontinent vor dem Einfall der Europäer der Fall war.

kjoe
26.12.2004, 06:22
ich würde "Trekking" persönlich als "auf Pfaden in Natur wandern" übersetzen. Aus dem englischen "Treck", womit wohl die ersten Wagenburgen gemeint sind, wohl aber auch die Wege, die diese zurückgelegt haben, wird "to treck" und daraus leitet sich wieder das Hauptwort "trekking" ab. Ob Himalaya oder Hüttenwandern, wo ist da bitte der Unterschied?
Wer rennt schon im Himalaya abseits jeglicher Wege quer durch die Botanik?? Oder zählen die Wege, die Einheimische gehen nicht? Aber geschützt ist die Bezeichung eh nicht, jeder mag das als "Trekking" bezeichnen, was er denkt, ich denke diejenigen die das Forum besuchen und nützlich finden, halten sich wohl für trekker.

Nepaltrekker
27.12.2004, 10:16
Natürlich verbietet sich aus Naturschutzgründen das Verlassen der Wege in den Bergen. Dabei ist es egal ob man in den Alpen oder im Himalaya wandert.Bei den Wegen in Nepal
handelt es sich meistens um alte Handelswege die nach Tibet führen oder um Fußwege zu den Ortschaften,da zwischen vielen Ortschaften keine Fahrstraßen existieren.



P.S. Persönlich bedeutet für mich Trekking ein schönes Hobby wo man die Landschaft,
Menschen und Kultur kennen lernt.:-)

ebbel
03.01.2005, 18:27
Alles Blödsinn:

T ägliches
R eifeprüfen
E rfahrungssammeln
K onditionstraining
K ulturerleben
I nnerhalb
N aturdiktierter
G renzen

:cool: