Harp Booth
12.04.2012, 14:12
Angeregt durch einen Beitrag von Helbob http://www.trekkingforum.com/forum/showthread.php?goto=newpost&t=22427, möchte ich an dieser Stelle allen die keinen Motorradführerschein besitzen, bzw. es sich nicht zutrauen mit einem größeren Motorrad oder Enduro durch Thailand zu fahren, ein anders Reisekonzept nahelegen. „Scootertrekking“.
Dies soll bewusst kein üblicher Reisebericht sein, der die touristischen Attraktionen Nordthailands näher bringt. Dazu gibt es bereits viele einschlägige und bessere Seiten im Netz.
Nach unseren Erfahrungen des Reisens mit einem Roller auf Bali, wählten wir dieses mal zwei Honda Dream bzw. Honda Wave für unsere fast 1.500 km lange Rundfahrt.
6742
Beide Modelle sind äußerst robust, sparsam im Verbrauch und extrem weit verbreitet. Im Schadensfall ist die Ersatzteilbeschaffung einfach und sehr günstig (z.B. abgebrochener Bremsgriff nach „Umfaller“ inklusive Einbau ca. 1,50 Euro).
Mit den im Vergleich zu anderen Rollern größeren Rädern ist die Honda auch für unbefestigte Straßen sehr gut geeignet. Das Halbautomatikgetriebe erlaubt es einem in Gefällstrecken herunter zuschalten und so den Motor als Bremse zu benutzen. Der Einkaufskorb vorne ist optisch gewöhnungsbedürftig, leistet aber fürs Handgepäck oder Trinkwasser für zwischendurch gute Dienste.
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Ich bevorzuge die Dream in der 125 ccm Version, die zwar nur Trommelbremsen hat und etwas derber gebaut ist, da sich das Gepäck am Metallträger hinten mit Gepäckbändern einfacher befestigen lässt als an der Wave. Ein elektrischer Starter macht das ganze etwas bequemer.
In Chiang Mai gibt es zahlreiche Vermieter. Ich empfehle beim Verhandeln jedoch nicht auf den letzten Cent zu gehen, da man dann meist schlicht einen Roller in nicht so gutem Zustand erhält.
Wir haben inklusive Versicherung 200 TBH pro Tag für die Dream bezahlt (ca. 5 Euro). Das geht sicherlich auch günstiger. Wir hatten dem Vermieter jedoch fairerweise erzählt, was wir in den kommenden 12 Tagen damit vorhaben. So hat er über Nacht noch einen neuen Hinterreifen montiert.
Nach der ersten Runde (Mae Hon Song Loop, teilweise über Dirtroads) hat er innerhalb von ein paar Stunden am Nachmittag kostenfrei das Öl gewechselt und neue Bremsbeläge eingebaut.
Der Mehrpreis von vielleicht 1 Euro pro Tag ist sicherlich nichts im Vergleich zu den Flugkosten für den Urlaub und dem Ärger den man hat, wenn man im Hinterland mit plattem Reifem oder anderem technischen Defekt liegen bleibt. Achtet also lieber auf gut gewartete Roller als auf den vermeitlich besten Preis. Hier sollte man nicht an der falschen Stelle sparen!
Am Spiegel lässt sich mit etwas Reifenschlauch ein Garmin Navi mit Fahrradhalterung montieren.
Wir haben während der Fahrt über die kostenlose Open Street Map Karte navigiert. Die Routen haben wir im Vorfeld mit der Karte der Golden Triangle Riders (http://www.gt-rider.com/) im Mapsource zusammengestellt und als Track aufs Garmin übertragen. Dort wo in OSM die Straßen noch nicht vollständig drin waren, haben wir den Track mit der GTR Karte extrapoliert.
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Auf diesem Weg hatten wir auf über 1.000 km nie ernsthafte Orientierungsprobleme (...we are not lost, we are just locally challenged...)
Zu den von uns gefahrenen Strecken gibt es auf Nachfrage noch die Aufzeichnungen als .gpx.
Die GT Riders Karten gibt es für ein paar Euro an verschiedenen Stellen in Chiang Mai. Diese Karte ist mehr als eine einfache Landkarte, da sie die Straßen zusätzlich über Farben klassifiziert (z.B. Straßen, Pisten die auch bei Regen befahrbar sind, Pisten nur in der Trockenzeit befahrbar, 4WD Pisten usw.).
Außerhalb von Chiang Mai, sind uns auf den benutzten Straßen kaum Autos begegnet!
Viele Straßen sind extrem breit und gut ausgebaut, obwohl kaum Verkehr ist und erlauben so echtes Motorrad-Kurvenfeeling mit 125 ccm. Aber wie helbob beschrieben hat, immer achtsam bleiben, da man nie wissen kann, was einen straßenmäßig hinter der Kurve erwartet.
6745
Besonders schön waren jedoch die Touren auf den Dirt Roads und den extrem kleinen Straßen im Hinterland und Grenzland zu Myanmar und Laos.
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Helme (Jethelm/Halbschale) haben wir aus Deutschland mitgebracht, da die vom Vermieter bereitgestellten Helme erfahrungsgemäß nicht so gut passten. Internationaler Führerschein ist Pflicht, aber bei insgesamt 4 Kontrollen wollte man immer nur unseren Pass sehen.
Der Vermieter möchte als Sicherheit normalerweise immer den Reisepass. Da wir uns jedoch im Grenzland bewegen wollten, haben wir eine Kaution von 100 € je Roller hinterlegt. Die Kaution wird zusammen mit einer Passkopie in einem Umschlag verschlossen, so das man am Ende des Urlaubs das Geld in Euro zurückerhält und so am letzten Tag nicht noch auf einem Haufen Bath sitzt.
Unser Vermieter hat dann auch nicht auf jeden kleinen Kratzer geschaut und noch zusätzlich Geld verlangt. Die Rückgabe verlief problemlos.
Dünne MTB Langfingerhandschuhe leisten gute Dienste. Leichte Wanderschuhe waren gut zum Fahren und Erkundungstouren zu Fuß. Für die immer möglichen Gewitter gibt es für eine paar Cent Einweg Regenponchos, die gut unter die Sitzbank passen.
MTB Multitool leistet gute Dienste, wenn sich unterwegs mal was losrappelt.
Für unsere Tour hatten wir beide jeweils ca. 6-8 kg Gepäck in kleinen Rucksäcken mit Schutzhülle auf dem Sozius des Rollers mit mitgebrachten Gummi-Spannbändern befestigt.
Man kann in fast jedem Ort für kleines Geld über Nacht seine Wäsche waschen lassen. Das Gepäck kann also gut beschränkt werden.
In einigen Hütten (Phu Chi Fah) ist die Mitnahme eines Hüttenschlafsacks oder Seideninlets empfehlenswert, da es wie in DAV Hütten nur Decken, aber keine Bettwäsche gibt.
67476748
In den touristischen Orten findet man für jeden Geldbeutel gut eine Unterkunft (einfacher Bungalow für 2 Personen ab 10 Euro nach oben offen).
6753
Auf diesem Weg haben wir die Reise nur mit grobem Rahmenplan durchgeführt und etappenweise weiter geplant.
Besonders empfehlenswert ist jedoch der Mae Hon Song Loop (http://wikitravel.org/de/Mae_Hong_Son_Loop), den wir mit eine paar eingebauten Dirtroads absolvierten.
Essen kann man aus meiner Sicht bedenkenlos in den überall vorhandenen Garküchen und Nachtmärkten kaufen. Immer ein kulinarisches Erlebnis. OK...die Pansensuppe in Mae Salong muss es nicht nochmal sein...
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Und.... mit der Dream kommt man fast überall hin! Etwas MTB Erfahrung hilft. Und solange noch andere Roller Dir entgegen kommen oder in Deine Richtung fahren, geht es immer noch weiter.
Du kannst fahren wohin Du willst und anhalten wann und solange Du willst!
67506751
Benzin kann man zur Not auch in Literflaschen in kleineren Geschäften kaufen. Im Hinterland rechtzeitig tanken schont die Nerven. Bei Spritpreisen von unter 1 Euro je Liter und dem extrem niedrigen Verbrauch (ca. 2,5 l/100km) ein wirklich preiswerter Spass.
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Vielleicht also mal eine Anregung für einen etwas anderen Urlaub im Norden Thailands!
Dies soll bewusst kein üblicher Reisebericht sein, der die touristischen Attraktionen Nordthailands näher bringt. Dazu gibt es bereits viele einschlägige und bessere Seiten im Netz.
Nach unseren Erfahrungen des Reisens mit einem Roller auf Bali, wählten wir dieses mal zwei Honda Dream bzw. Honda Wave für unsere fast 1.500 km lange Rundfahrt.
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Beide Modelle sind äußerst robust, sparsam im Verbrauch und extrem weit verbreitet. Im Schadensfall ist die Ersatzteilbeschaffung einfach und sehr günstig (z.B. abgebrochener Bremsgriff nach „Umfaller“ inklusive Einbau ca. 1,50 Euro).
Mit den im Vergleich zu anderen Rollern größeren Rädern ist die Honda auch für unbefestigte Straßen sehr gut geeignet. Das Halbautomatikgetriebe erlaubt es einem in Gefällstrecken herunter zuschalten und so den Motor als Bremse zu benutzen. Der Einkaufskorb vorne ist optisch gewöhnungsbedürftig, leistet aber fürs Handgepäck oder Trinkwasser für zwischendurch gute Dienste.
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Ich bevorzuge die Dream in der 125 ccm Version, die zwar nur Trommelbremsen hat und etwas derber gebaut ist, da sich das Gepäck am Metallträger hinten mit Gepäckbändern einfacher befestigen lässt als an der Wave. Ein elektrischer Starter macht das ganze etwas bequemer.
In Chiang Mai gibt es zahlreiche Vermieter. Ich empfehle beim Verhandeln jedoch nicht auf den letzten Cent zu gehen, da man dann meist schlicht einen Roller in nicht so gutem Zustand erhält.
Wir haben inklusive Versicherung 200 TBH pro Tag für die Dream bezahlt (ca. 5 Euro). Das geht sicherlich auch günstiger. Wir hatten dem Vermieter jedoch fairerweise erzählt, was wir in den kommenden 12 Tagen damit vorhaben. So hat er über Nacht noch einen neuen Hinterreifen montiert.
Nach der ersten Runde (Mae Hon Song Loop, teilweise über Dirtroads) hat er innerhalb von ein paar Stunden am Nachmittag kostenfrei das Öl gewechselt und neue Bremsbeläge eingebaut.
Der Mehrpreis von vielleicht 1 Euro pro Tag ist sicherlich nichts im Vergleich zu den Flugkosten für den Urlaub und dem Ärger den man hat, wenn man im Hinterland mit plattem Reifem oder anderem technischen Defekt liegen bleibt. Achtet also lieber auf gut gewartete Roller als auf den vermeitlich besten Preis. Hier sollte man nicht an der falschen Stelle sparen!
Am Spiegel lässt sich mit etwas Reifenschlauch ein Garmin Navi mit Fahrradhalterung montieren.
Wir haben während der Fahrt über die kostenlose Open Street Map Karte navigiert. Die Routen haben wir im Vorfeld mit der Karte der Golden Triangle Riders (http://www.gt-rider.com/) im Mapsource zusammengestellt und als Track aufs Garmin übertragen. Dort wo in OSM die Straßen noch nicht vollständig drin waren, haben wir den Track mit der GTR Karte extrapoliert.
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Auf diesem Weg hatten wir auf über 1.000 km nie ernsthafte Orientierungsprobleme (...we are not lost, we are just locally challenged...)
Zu den von uns gefahrenen Strecken gibt es auf Nachfrage noch die Aufzeichnungen als .gpx.
Die GT Riders Karten gibt es für ein paar Euro an verschiedenen Stellen in Chiang Mai. Diese Karte ist mehr als eine einfache Landkarte, da sie die Straßen zusätzlich über Farben klassifiziert (z.B. Straßen, Pisten die auch bei Regen befahrbar sind, Pisten nur in der Trockenzeit befahrbar, 4WD Pisten usw.).
Außerhalb von Chiang Mai, sind uns auf den benutzten Straßen kaum Autos begegnet!
Viele Straßen sind extrem breit und gut ausgebaut, obwohl kaum Verkehr ist und erlauben so echtes Motorrad-Kurvenfeeling mit 125 ccm. Aber wie helbob beschrieben hat, immer achtsam bleiben, da man nie wissen kann, was einen straßenmäßig hinter der Kurve erwartet.
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Besonders schön waren jedoch die Touren auf den Dirt Roads und den extrem kleinen Straßen im Hinterland und Grenzland zu Myanmar und Laos.
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Helme (Jethelm/Halbschale) haben wir aus Deutschland mitgebracht, da die vom Vermieter bereitgestellten Helme erfahrungsgemäß nicht so gut passten. Internationaler Führerschein ist Pflicht, aber bei insgesamt 4 Kontrollen wollte man immer nur unseren Pass sehen.
Der Vermieter möchte als Sicherheit normalerweise immer den Reisepass. Da wir uns jedoch im Grenzland bewegen wollten, haben wir eine Kaution von 100 € je Roller hinterlegt. Die Kaution wird zusammen mit einer Passkopie in einem Umschlag verschlossen, so das man am Ende des Urlaubs das Geld in Euro zurückerhält und so am letzten Tag nicht noch auf einem Haufen Bath sitzt.
Unser Vermieter hat dann auch nicht auf jeden kleinen Kratzer geschaut und noch zusätzlich Geld verlangt. Die Rückgabe verlief problemlos.
Dünne MTB Langfingerhandschuhe leisten gute Dienste. Leichte Wanderschuhe waren gut zum Fahren und Erkundungstouren zu Fuß. Für die immer möglichen Gewitter gibt es für eine paar Cent Einweg Regenponchos, die gut unter die Sitzbank passen.
MTB Multitool leistet gute Dienste, wenn sich unterwegs mal was losrappelt.
Für unsere Tour hatten wir beide jeweils ca. 6-8 kg Gepäck in kleinen Rucksäcken mit Schutzhülle auf dem Sozius des Rollers mit mitgebrachten Gummi-Spannbändern befestigt.
Man kann in fast jedem Ort für kleines Geld über Nacht seine Wäsche waschen lassen. Das Gepäck kann also gut beschränkt werden.
In einigen Hütten (Phu Chi Fah) ist die Mitnahme eines Hüttenschlafsacks oder Seideninlets empfehlenswert, da es wie in DAV Hütten nur Decken, aber keine Bettwäsche gibt.
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In den touristischen Orten findet man für jeden Geldbeutel gut eine Unterkunft (einfacher Bungalow für 2 Personen ab 10 Euro nach oben offen).
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Auf diesem Weg haben wir die Reise nur mit grobem Rahmenplan durchgeführt und etappenweise weiter geplant.
Besonders empfehlenswert ist jedoch der Mae Hon Song Loop (http://wikitravel.org/de/Mae_Hong_Son_Loop), den wir mit eine paar eingebauten Dirtroads absolvierten.
Essen kann man aus meiner Sicht bedenkenlos in den überall vorhandenen Garküchen und Nachtmärkten kaufen. Immer ein kulinarisches Erlebnis. OK...die Pansensuppe in Mae Salong muss es nicht nochmal sein...
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Und.... mit der Dream kommt man fast überall hin! Etwas MTB Erfahrung hilft. Und solange noch andere Roller Dir entgegen kommen oder in Deine Richtung fahren, geht es immer noch weiter.
Du kannst fahren wohin Du willst und anhalten wann und solange Du willst!
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Benzin kann man zur Not auch in Literflaschen in kleineren Geschäften kaufen. Im Hinterland rechtzeitig tanken schont die Nerven. Bei Spritpreisen von unter 1 Euro je Liter und dem extrem niedrigen Verbrauch (ca. 2,5 l/100km) ein wirklich preiswerter Spass.
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Vielleicht also mal eine Anregung für einen etwas anderen Urlaub im Norden Thailands!