Vollständige Version anzeigen : Südamerika Regenwaldabenteur nur wo?
Hallo Forum
Für 2013 habe ich mir vorgenommen für 1-2 Monate nach Südamerika in den Regenwald zu reisen, aber bisher weiß ich echt nicht wo ich hin könnte.
Eine Idee wäre von den Peruanischen Anden in den Tieflandregenwald abzusteigen und dann dort einige Zeit zu verbringen. Bisher mein Favorit.
Eine andere wäre vielleicht in Venezuala zu den Tepui vorzustoßen.
Bisher bin ich halt recht erschlagen an den Möglichkeiten die es geben würde und darum würde ich mich über Anregungen eurerseits freuen.
Allgemein ist mir neben dem Trekking vor allem wichtig den Regenwald aus der Sicht des Bushcrafters kennen zu lernen und mir Wissen aneigne welche Pflanzen und Tiere im Regenwald ess und nutzbar sind und wie ich dort einige Zeit wenn nicht autark, dann wenigstens halbwegs meine Rationen durch Junglefood auffrische.
Neben möglichen Reisezielen und Routen würde mich vor allem auch Literatur zu den genannten Ländern und vor allem zu Flora und Faune interessieren.
Nun bin ich nach einigem hin und herlesen, auf Peru gekommen. Es soll nach Möglichkeit eine gemischte Reise werden. Im einen Teil will ich Inca, Moche und Chachapoyaruinen besuchen und vielleicht auch einen Abstecher in die Atacama machen. Der zweite Teil soll, dann die Wandertour an sich sein.
Mein Ziel ist es von den Höhenzügen der Anden bis in den Tieflandregenwald abzusteigen.
Bisher habe ich den Incatrail gefunden, dieser scheint mir aber eher in der Umgebung von Machu Pichu zu verlaufen in nicht wirklich in den Tieflandregenwald abzusteigen. Ausserdem braucht man einen Guide, soweit ich bisher gelesen habe. Ich will nicht auf sowas angewiesen sein, höchstens einen anheuern wenn ich das für richtig halte.
Was für Tourideen die mein Vorhaben irgendwie widerspiegeln hättet ihr denn vielleicht?
Mir ist klar dass ich höchstahrscheinlich Kompromisse und Abrstiche machen muss bis aus dem Gedanken eine Tour geworden ist, aber da ist ja immer so.
Du hast ja spannende Sachen vor...Bzgl. deiner ersten Idee: Regenwald in Venzuela ist sicherlich sehr interessant. Der Roraima Tafelberg ist eine relativ häufig gemachte Sache und lässt sich sicher gut organsieren. In Ciduad Bolivar hatte ich auch mal einen deutschen Hostal-Besitzer getroffen, dessen Kumpel mit Indigenen im Urwald wohnt und der zugänglich war. Etwas in der Art wäre wohl schon das einfachste, wenn man selbst keine wirkliche Regenwald-Erfahrung hat. Venezuela hat aber gerade einen schlechten Ruf wg. Entführungen. Kann bei Bedarf nochmals wg. des Kontaktes recherchieren.
Von Robert Rauch gibt es ein Buch über eine solche Tour vom Hochland in den Regenwald gemacht hat, das war allerdings in Bolivien. Großes Abenteuer. (TIMEWALK - A BOLIVIAN JOURNEY, ISBN 3-936740-07-0 Eigenverlag)
Lonely Planet hatte früher mal einen guten Trekkingführer für Südamerika (Trekking the central Andes), ist aber soweit ich weiß nicht mehr verfügbar. Hab ihn zu Hause und kann mal nachsehen.
Eines ist aber klar: wenn du ungeführt eine solche Tour allein bis in tieferen Regenwald machen willst, dann ist das sehr großes Abenteuer. Die Beschreibungen von existenten Treks die ich kenne haben mich bisher abgeschreckt, obwohl ich sonst durchaus alleine trekke.
Als harmlosesten fällt mir der El Choro Trail in Bolivien ein, der ist sicherlich allein gut machbar, endet aber in den Yungas, also noch nicht ganz im Tieflandregenwald.
Danke für die Tipps mit Venezuala. Die Tepui sind aufjedenfall extrem spannend. Man denkt dabei direkt an Doyles, "the Lost world", aber ich hab mich für diese Tour schon auf Peru festgelegt. Die Landschaftliche Vielfalt auf relativ kleinem Raum, dazu die Ruinen der Andenvölker bestechen mich einfach. Darüberhinaus kommt die Reisesicherheit die in Peru doch etwas sicherer sein soll als in Venezuela.
Diese Beschreibungen der Trecks in den Regenwald, interessieren mich, kann ich die irgendwo lesen, oder kannst du da vielleicht was zusammenfassen?
Touren aus besagtem Lonely Planet Führer der Klasse (Hochland in Yungas, nicht tiefer Regenwald):
Bolivien:
- Yunga Cruz*
- Camino del Oro*
- Maipiri Trail*
- Choro Trek (ausführlich)**
* nur Kurzssteckbrief nicht ausführlich beschrieben.
** Ausführlich beschrieben, habe ich 2003 gemacht (hier (http://www.geschichten-vom-reisen.de/j15/index.php?option=com_content&view=article&id=124:el-choro-trail-bolivien&catid=39:peru-2003&Itemid=64) ein paar Bilder)
Peru:
- nur reine Hochlandtouren im Führer
Equador:
- hab ich jetzt nicht nachgesehen
Hab noch nen Peru Führer "Abenteuer Trekkin Peru, Matthias Wittber", Bruckmann. Sind aber eigentlich auch nur Hochland/Berge Touren drin. Die normalen Reiseführer beschreiben oft einige Treks. Die oben vielleicht auch einfach mal googeln. Ist halt allerdings alles Bolivien, in Peru scheint das irgendwie keiner zu machen.
Wenn Du 1-2 Monate Zeit hast kannst Du auch gut Süd-Peru (Cusco, Arequipa, Nazca) mit Nordboliven verbinden (Titicacasee, La Paz, Sorata, Rurrenabaque für Amazonasregenwald). Das übliche Ziel in Peru für Amazonasregenwald ist Iquitos, allerdings recht abgelegen.
bergtrekfoto64
16.02.2012, 09:06
Für Bolivien gibt (oder gab?) es einen weiteren empfehlenswerten Trekkingführer in englisch: Trekking in Bolivia, Yossi Brian u.a. The Mountaineers
Neben zahlreichen Varianten in die Yungas sind dort Apolo und Mapiri als hardcore Treks beschrieben. Allerdings auch eher angedeutet, da empfohlen mit guide zu gehen.
Den Mapiri hat BernieHH letztes Jahr gemacht, ohne guide, du findest seine tolle Beschreibung hier: http://www.trekkingforum.com/forum/showthread.php?t=19969 (2.Seite)
Apolo und Mapiri könnten in deinem Sinne sein. Die Standard-Treks in die Yungas würde ich nicht als Regenwald-Abenteuer bezeichnen.
Wir haben 2003 den Camino del Oro gemacht. Nur bis Llipi, da ab dort Piste. Als Zugang nach Ancoma hatten wir zwei namenlose Pässe ab Titisani gewählt, abgehend vom Aufstieg zur Laguna Glaciar. Weglos, keine Beschreibung, dicht entlang des Illampu. Damals ein sehr lohnder Trekk, habe seitdem aber keine Rückmeldung mehr über den Straßenbau.
2006 hatten wir dann Hampaturi-Trail und Mina la Reconquistada kombiniert, mit einem eigenen Zugang ab La Paz/Ovejuyo durch das Valle de las Animals. (Ab Laguna Jachcha Khasiri haben wir noch einen 5000er Gipfel mitgenommen, brüchiges und heikles Gestein). Der Weg zur Mine und durch deren Tunnel war lohnend und abseits der gängigen Routen. Der finale Abstieg auf Forststraße über 2000Hm in die Yungas dann leider öde.
Einige Fotos, allerdings meist aus dem Hochland: http://www.foto-tilmann-graner.de/outdoor/bolivien/bolivien.html
Ein schönes Abenteuer wünscht Tilmann
Wie ist das denn mit dem Grenzübertritt zwischen Peru und Bolivien. Kann ich da so oft wechseln wie ich will?
Also ich bin 2003 nach Lima geflogen und über Land bei Copacabana nach Bolivien ein- und einige Tage später wieder ausgereist. War damals kein Problem, abgesehen von der Bürokratie am Übergang selbst. Ob das öfters möglich ist kann ich nicht sagen, würde erst mal theoretisch kein Problem sehen. Praktisch ist das aber schon mit ziemlich Reiseaufwand verbunden, so dass man das in einem 1-2 Monate Trip nicht unbedingt mehrfach tut!? Ggfs auf den Seiten des Auswärtigen Amtes mal die Ein-/Ausreisebedingungen checken.
philipps
23.02.2012, 19:54
Hallo,
Für Regenwald kann ich Costa Rica empfehlen, recht einfach zu bereisen, und der Corcovado NP bietet tolle Möglichkeiten für Regenwaldtrekking (2-3 Tage).
Als schöne Alternative zum Inka-Trail kann ich den Choquiquerao-Trek empfehlen. Er führt in 5-6 Tagen über die Ruinenstadt Choquiquerao bis in die Nähe von Machu Picchu. Ich habe ihn 2009 gemacht, geplant war eine Gruppe, alle anderen Teilnehmer hatten aber die Höhenkrankheit, so war ich alleine mit Führer, Koch, Mulitreiber und zwei Mulis. Tolle Tour, haben die ganze Zeit über keine andere Gruppe getroffen. Tolle Landschaften, Kondore...
Gebe gerne mehr infos, einfach fragen!
Viele Grüße!
Mein Ziel ist es von den Höhenzügen der Anden bis in den Tieflandregenwald abzusteigen Da ist mir wie meinen Vorrednern auch spontan der Mapiri Trek eingefallen. Nicht so schön wie Bernies Bericht, aber auch mit Bildern, die eine gute Vorstellung vermitteln ist der von "Beavis and Butthead do Bolivia":
http://www.neutron.phys.ethz.ch/AZ-personal/gallery/Bolivia%202003/Bolivia%202003.htm
Mario
Peru, Iquitos, von da aus sollte man ganz gut starten können, habe ich gehört. Touristisch noch nicht erschlossen, Guides müsste man aus der Bevölkerung rekrutieren :coffee:
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