Vollständige Version anzeigen : Wandern im Tien Shan
Fragen zum Trekking im Hohen Tienshan? Ich kann euch weiterhelfen! 1993, kurz nach der Unabhängigkeit von Kirgisien unternahm ich eine Erstbegehung des zentralen Hochlandes über den Akbel-Pass nach Karasai...
Ein der eindruckvollsten Erlebnisse meines Lebens!
Grüße,
Andreas
Hallo, Andreas,
dein Angebot bezüglich Informationen/Hilfe ist wie ein unverhofftes Geschenk!
Zur Sache:
Wir planen für den Sommer 2003 eine längere Reise von Dt. bis Thailand, u. a. mit längerem Stopp in Kirgisien und suche zuverlässige Infos über alles rund um das Reisen in Kirgistan. Speziell zum Trekking: Routen, die auch für Nicht-Bergsteiger möglich sind - also ohne Klettern oder Gipfelbesteigungen. (Wandererfahrungen: Nepal, Türkei, Kanaren, Griechenland, Bulgarien, deutsche Mittelgebirge, Thailand) Gern 1 bis 3 Wochen lange Tour(en). Die höchsten Punkte sollten 4.500 m nicht überschreiten. ... Wie sieht es mit der Sicherheit aus - ich denke da weniger an Politik als viel mehr an Raubüberfälle usw.
Ahoi, Una
Wir planen für den Sommer 2003 eine längere Reise von Dt. bis Thailand, u. a. mit längerem Stopp in Kirgisien und suche zuverlässige Infos über alles rund um das Reisen in Kirgistan. Speziell zum Trekking: Routen, die auch für Nicht-Bergsteiger möglich sind - also ohne Klettern oder Gipfelbesteigungen. (Wandererfahrungen: Nepal, Türkei, Kanaren, Griechenland, Bulgarien, deutsche Mittelgebirge, Thailand) Gern 1 bis 3 Wochen lange Tour(en). Die höchsten Punkte sollten 4.500 m nicht überschreiten.
2003? Dann habt ihr ja noch genügend Zeit für die Vorbereitung. Wir sind damals mit dem Zug zuerst nach Moskau und dann mit dem Zug 5 Tage und 4 Nächte lang von Moskau bis Bischkek um gerade mal 8 Euro gefahren! So günstig wird es nun nicht mehr sein, aber die Zugfahrt ist es auf jeden Fall wert, selbst, wenn es jetzt das 20fache kostet! Denn die Steppen von Kasachstan sind sehr sehenswert.
In Kirgisien kann man praktisch überall trekken, einfach in ein Tal hineinwandern und man wird einsame Wildnis und eindrucksvolles Nomadenleben genießen können.
Prinzipiell gibt es zwei von Trekkern und Touristen frequentierte Gebiete: Überquerung des Ala Tau von Almaty (KAZ) hinüber zum Issyk Kul (KYR): Achtung Gletscherquerung, aber keine Kletterei; dazu gibt's ein Büchlein vom Konrad Stein Verlag Enylchek-Gletscher mit Anstieg zum Pik Pobedy bzw. Khan-Tengri: mehr was für Gruppen, die meist eine Strecke mit dem Helikopter von/nach Karakol machen
Ich empfehle jedoch den zentralen Tienshan: Karte besorgen und drauflos wandern! Von Barskaun am Südufer des Issyk Kul geht eine Straße rauf auf das Hochplateu nach Karasai und weiter nach Osten bis Enylchek. Die Karte unten zeigt in Rot die befahrbaren Straßen im zentralen Tien Shan von Kirgisien, in Blau unsere Trekkingroute und grün umrandet ist das Nomadengebiet »Kumtör«.
http://trekking.cc/grafiken/g/kartebarskaun.gif
Im Grunde genommen kann man überall auf diese Weise wandern. Wir sind einfach mit einem Laster hoch in die Berge, auf der Passhöhe ausgestiegen und die Route, wie oben gezeichnet, gewandert. Dabei haben wir absolute Wildnis, auf keiner Karte verzeichnete Seen und Nomaden in ihren Jurten getroffen. Die Nomaden erzählten uns, wir seien die ersten Ausländer überhaupt, die es hierhin verschlagen hatte. In gewisser Weise war es also eine »Erstbegehung«. Es gäbe noch viel zu erzählen, aber das würde den Rahmen hier sprengen!
Wie sieht es mit der Sicherheit aus - ich denke da weniger an Politik als viel mehr an Raubüberfälle usw.
Damals war Kirgisien das sicherste und gastfreundlichste Land der ehemaligen UdSSR; mag sein, dass es nicht mehr so ist, aber bezüglich der Sicherheit habe ich für diesen Teil von Kirgisien nichts negatives gehört. Anders in der Gegend von Osh im Westen...
In den nächsten Thread stelle ich noch ein paar Bilder dieser Tour!
Gerne antworte ich auf weitere Fragen,
Grüße,
Andreas
Hallo Una,
hier die versprochenen Bilder:
http://trekking.cc/grafiken/g/tienshan02.jpg
Dieses Steinmandl markierte das Ende eines Nomadengebietes! Von hier bis zum nächsten, nämlich Kumtör, waren es 2½ Tage durch unberührte Wildnis.
http://trekking.cc/grafiken/g/tienshan01.jpg
Die Seenplatte auf dem Weg nach Kumtör!
http://trekking.cc/grafiken/g/tienshan03.jpg
Die erste Begegnung mit Nomadenreitern: Sie staunten uns an, als ob wir Aliens wären und sprachen minutenlang kein Wort, bis sie uns dann herzlich willkommen hießen. Wir verbrachten dann 2 Tage bei einer Nomadenfamilie in Kumtör und wurden per Pferd zu den Nachbarjurten gebracht und 'herumgereicht' Überall brachte man uns herzliche Gastfreundschaft entgegen!
Jederzeit mehr!
Grüße,
Andreas
Hallo Andreas,
total schön, Deine Fotos, hab grad im Internet eine Trekkingreise gefunden, die zum Issyk-Kul-See, Inchylek-Gletscher und Merzbacher-See geht. Nun sagt mir die Trekkinggesellschaft nicht so zu, eher etwas bieder. Hast du Adressen von Gesellschaften? Wäre nett, weil mich die Reise und die weite des Landes total fasziniert.
Hallo Silvia,
Leider kann ich dir da nicht weiterhelfen. Wir sind damals auf eigene Faust unterwegs gewesen und Agenturen gab es damals praktisch gar nicht! Hast du schon gegoogelt?
Das einizge, das ich dir bieten kann, ist ein Scan aus dem Lonely Planet »Central Asia«, mit den unter Bischkek gelisteten Agenturen.
http://trekkingforum.com/grafiken/g/kirgisienagenturen.jpg
Ich hoffe, man kann es halbwegs lesen...
Andreas
Sebastian
18.02.2004, 13:52
Hallo,
habe Silvia schon so geantwortet, hier nochmal die Kurzinfo: vermittle gerne Kontakt nach Kirgisien. War 2003 zweimal da, Sommer und Neujahr (auch im Winter absolut eine Reise wert... Hosteleröffnung in der Nähe von Bishkek vielleicht noch 2004, aber auf jeden Fall 2005.
Reisen per Kleinbus, Fuss, Pferd, Esel, Motorrad, Fahrrad oder sonstwie können organisiert werden...
Bin selbst Juli, August drüben
Mehr Infos auf Anfrage per mail
Gruß
Sebastian
Hallo zusammen,
Ihr seit genau auf dem richtigen weg! hab eine "et kütt wie et kütt" reise vom Iran bis Kasachstan via Kirgistan gemacht und tausend umwerfende Eindrücke mitgeracht! Getreckkt bin ich (im nachhinein unverantwortlich gefährlich aba toll)
von Daroot-Korgon nordwärts richtung Karagandy über die Kichi-alay Range. eine alte passstrasse, heute (stand sommer 1999) verschüttet und nicht mehr befahrbar. weg finden also kein prob. 4 tage 12 std. tägl. gehen niemanden treffen ausser weidevieh und murmeltiere.... . Dann verhaftet wegen spionage verdacht : ) eine nacht in der grenztruppenkaserne von Kyzyl-Kyya und anschließend zum Vodkatrinken mit dem Kommanduer gezwungen : ) .
Will sagen: einfach losziehen und tun was einem in den Sinn kommt, die Leutz waren hilfreich und freundlich, manchmal einfach irritiert "warum läuft einer allein über einen Gebirgszug ohne huts und Verpflegung? ".
Ja es soll banditen und Islamistentrupps geben da, farghana und Tadjikistan sind nah, vielleicht hab ich auch nur Glück gehabt? Nach dem Pass betritt man eine Hochweide, die fast ausschließlich aus edelweiß besteht!
(sooo cool) Nehmt viel schokolade mit : )
bla bla ich künnt immer wigger verzalle....
schönen gruß aus köln! und immer schön seine eigene agentur sein, vergesst reiseveranstalter ....
@Andreas: Der Sommer rückt ja nun näher und wie jedes Jahr fasse ich mehrer, mögliche Ziele ins Auge! Und darunter ist dieses Jahr auch Kirgisien, nur findet man recht wenige Infos dazu (naja, daher kommt auch ein großer Teil des Reizes an diesem Land :)). Hab mich natürlich gefreut, als ich gelesen habe, dass du schon dort warst. Hätte ein paar Fragen an dich:
- Eine Zugfahrt bis nach Bischkek würde mich schon reizen. Nur weiß ich nicht, wie es ist mehrere Tage lang im Zug rumzusitzen (bin einmal fast 48 Stunden fast bis nach Abisko gefahren, dass war schon laaaange *G*). Würdest du die Fahrt empfehlen?
- Sind die Touren dort auch für nur zwei Leute zu empfehlen oder sind die Gebiete schon zu abgelegen?
- Ich denke mal, mit Englisch kommt man dort nicht allzuviel weiter, oder?
Grüße
Thomas
Naja, erstmal muss ich vorausschicken, dass ich 1993 dort war. Damals galten die Gesetze der UdSSR nicht mehr und neue 'regulations' hatten sich noch nicht durchgesetzt. Wir hatten bloss ein Visum für den Großraum Moskau und konnten uns in der ganzen Ex-Sowjetunion praktisch frei bewegen. Waren in Kasachsten und Kirgisien. Es gab keine Grenzkontrollen!
Heute dürfte die Situation schon anders sein: Visum (leicht erhältlich für Kirgisien), Transitvisum für Belarus, Russland und Kasachstan für die Zugfahrt nötig! Wir kauften unser Zugticket damals einfach in Moskau (4 Tage Fahrt um ca. 7 € / Person Schlafwagen!). Damit man die Transitvisen bekommt, braucht man, glaub ich, schon vorher das Zugticket. Und wenn man es bei uns in Europa kauft, dürfte es wohl einiges teurer sein und schwieriger zu bekommen. Alles in allem würde eine Zugfahrt bedeuten, dass man viel mehr an Organisation aufwenden muss. Aber: Es lohnt sich! Die Fahrt durch Südrussland und die Steppen Kasachstans sind traumhaft. Das Leben an den Bahnhöfen (~Märkte) ist sehr asiatisch, die Leute im Zug werden zu Mitreisenden und man wird in andere Abteile geladen, etc. Wirklich Erlebenswert. Die Zugfahrt als Ziel!
Bezüglich Touren im Tien Shan braucht man, glaub ich, heute ein Permit. Und ob man sich so frei überall bewegen darf, weiß ich nicht. Ansonsten wäre unsere Trekking-Tour von damals leicht auch zu Zweit zu machen. Allerdings musst du alles mitnehmen (Zelt, Essen, Kocher, etc.).
Englisch konnte 1993 absolut niemand! Kamen mit russisch gut durch, ein paar Worte Kirgisisch öffnete Tür und Tor.
Andreas
@Thomas:
Bin dieses Jahr auch zwei Monate in Kirgisien. Zugfahrt (Preis in Bischkek 2003 ca 50 EUR nach Moskau) Transitvisum würde ich vorher in Deutschland besorgen, u.U. auch in moskau direkt bei längerem Aufenthalt.
Trekken im Tien Shan oder andere Ala Toos eigentlich kein Problem, war selbst letztes Jahr zu zweit unterwegs, allerdings vorher unbedingt Karten im Nationalgeographischen Institut in Bischkek besorgen...
Kann u.U. auch Kontakte zu Führeren/mehr Infos nach Kirgistan besorgen... Wenn Du Lust hast kannst du vielleicht auch von meiner neuen Hütte in die Berge starten (ca. 50km von Bischkek, Gelände bis 4500 m , recht einsames schönes Gebiet)
Gruß
Sebastian
PS: Englisch spricht in Kirgisien die absolute Minderheit, lerne im Moment selbst russisch... :>)
@andreas: In 11 Jahren wird sich wirklich vieles verändert haben. Naja, immerhin habe ich gestern Abend im Internet noch gelesen, dass der DAV-Dresden, wo ich auch wohne, Ende der 98 oder 99 mit dem Zug nach Kirgisien gefahren ist um dort den Pik Lenin zu besteigen. Mit dennen werde ich mich auch mal kurzschliessen.
Ansonsten, mit Rußisch ist bei mir auch nix :-) Aber was nicht ist, kann ja noch werden ;)
Grüße
Thomas
@ Thomas: Wir konnten natürlich auch nicht richtig russisch; lernten nur aus dem Kauderwelsch-Bändchen. Da Russisch für die Kirgisen ja auch eine Fremdsprache ist, kamen wir damit aber ganz gut durch, trotz unserer schauderhaften Aussprache ::)
Übrigens trafen wir ein paar Ältere Kirgisen, die deutsch sprachen (Kriegsveteranen) und auch eine bemerkenswert große deutsche Minderheit gab es in Bischkek (zumindest 1993; keine Ahnung, wieviele davon schon ausgewandert sind...). Wir hatten einige sehr interessante Gespräche.
Andreas
Hallo Andreas,
plane Ende August für etwa 4 Wochen nach Kirgisien zu gehen. Möchte mir das Leben im Land aber auch die (hohen) Berge anschauen. In der Stadt findet man sich sicher gut zurecht, aber wie steht es mit dem Trecken im Tien Shan?
Habe mir deinen Routenvorschlag (Nomadengebiet "Kümtör) interessiert angeschaut. Wie lange wart ihr dafür unterwegs? Wie sieht es mit der Orientierung aus (markierte Wege wie in den Alpen wird es wohl kaum geben). Kann man sich "verlaufen"? Wie verpflegt man sich, gibt es Wasser? Trifft man hin und wieder Leute (andere Trecker bzw. Einheimische)?
Ich möchte alleine reisen, d.h. auch alleine Trecken. Ist das zu empfehlen? Kann ich mir z.B. bei einem Unfall (nehmen wir an, ich breche mir ein Bein) überhaupt helfen?
Grüße, Norbert
Hallo Norbert,
Erstmal vorweg: meine Tour war 1993. Insofern sind aktuelle Fragen an mich eher obsolet :-/
Ich will aber trotzdem versuchen, einiges zu beantworten:
> plane Ende August für etwa 4 Wochen nach Kirgisien zu gehen.
Wir hatten Anfang August immer Frost am Morgen; am Ak Bel sogar Schneetreiben; im September kann es schon 'winterlich' werden (keine Ahnung wegen Schneehöhen...)
> Möchte mir das Leben im Land aber auch die (hohen) Berge anschauen. In der Stadt findet man sich sicher gut zurecht, aber wie steht es mit dem Trecken im Tien Shan?
Wir hatten bloss die 500.000er TPC. Klick dich ein wenig durch die Beiträge, dann findest du Links bezüglich Kartenkauf und/oder Download
> Habe mir deinen Routenvorschlag (Nomadengebiet "Kümtör) interessiert angeschaut. Wie lange wart ihr dafür unterwegs?
eine Woche dauerte die Tour
> Wie sieht es mit der Orientierung aus (markierte Wege wie in den Alpen wird es wohl kaum geben). Kann man sich "verlaufen"?
Nach Karte und Verstand gewandert; anders kann man es nicht sagen; das Tal ist bei gutem Wetter problemlos zu erwandern; verirren kann man sich da nicht!
> Wie verpflegt man sich, gibt es Wasser? Trifft man hin und wieder Leute (andere Trecker bzw. Einheimische)?
Wasser en masse (Flüsse); Lebensmittel alles mitschleppen: In Karakol gibt es gute Märkte, wo wir damals sogar Trockennahrung gefunden haben. Andere Trekker wirst du dort nicht treffen! Nomaden trifft man, luden uns auch zu essen ein. Man kann aber nicht damit rechnen.
> Ich möchte alleine reisen, d.h. auch alleine Trecken. Ist das zu empfehlen?
NEIN!
> Kann ich mir z.B. bei einem Unfall (nehmen wir an, ich breche mir ein Bein) überhaupt helfen?
nochmals NEIN! Wenn du Glück hast, kommen ein paar Nomaden vorbei. Aber du kannst in 100 m Entfernung eines Reiters in einer Mulde liegen und wirst nicht gefunden!
Grüße,
Andreas
@Norbert:
War letztes Jahr im Tien Shan trekken und schließe mich Andreas weitesgehend an, alleine ist das ne heikle Sache!
War August/September unterwegs und kann bestätigen, dass es zu Winterartigen Einbrüchen kommen kann (auf 3400 m 5 cm Eis auf dem Zelt...)
Bin selbst im Juli und August in Kirgisien, plane einige Treks und Pferdetouren und ein bischen Mopedfahren... vielleicht läuft man sich ja über den Weg oder Du schreibst ne email....
Sebastian
vBulletin® v3.8.1, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.