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Vollständige Version anzeigen : Indonesien :: Vulkan Rinjani auf Lombok


strolch
22.04.2003, 13:29
Hallo Zusammen,

nachdem ich die tollen Berichte von Kenia genossen habe, möchte ich auch gerne hier einen Beitrag posten.

Mit dem Rinjani verbinden mich viele persönliche Erinnerungen und dieser Koloss (3720m), der Halb-Lombok erfüllt und mit Leben (Wasser) versorgt, steht für zwei Lebensabschnitte.

So hatte ich bereits 1996 versucht diesen Feuerberg zu erlaufen und die Besteigung sollte das damalige Highlight des Indonesien-Trips werden.
Alles war bereits gepackt, die Fresstütchen vorbereitet und der Weg war klar.

Während der Nacht machte sich der Berg allerdings das erste mal bemerkbar.
Zur Aufstehenszeit um 4 Uhr früh rumpelte es bereits alle 8 Minuten für ca. 10 Sekunden.
Als ich damals das Losmen in Senaru verließ, hatte sich die Welt verändert. Während der Nacht hatte es Aschestaub geregnet und alles war grau bedeckt.
Am Eingang (Pos.1) zum Nationalpark wurde dann auch vom Aufstieg zum Kraterrand von den Parkrangern dringenst abgeraten.

Meine damalige Begleitung bekam ziemliches Fracksausen und ließ mich den Aufstieg alleine nicht machen.
Wir verbrachten die Nacht damals am nahegelegen Wasserfall, was natürlich kein Vergleich zu dem Spektakel war, welcher sich vom Kraterrand aus während der Nacht darbieten sollte.

Am nächsten Morgen Tag trafen wir dann auf Mutige, die von dem spektakulären Lavastrom berichteten, der sich in den Kratersee ergoß.
Damals mußte ich den Rinjani leider abhaken, konnte diesen Berg aber nie vergessen und irgendwie hatte ich mit dem Leben seit damals eine Rechnung zu begleichen.

6 Jahre später, zufällig exakt an meinem Geburtstag, habe ich diesen leeren Punkt aus meinem Leben getilgt (man konnte immer noch den Lavastrom von 1996 sehen).

Abgesehen vom Auftsieg zum Gipfel (der recht anstrengend ist), ist die Tour spektakulär und gehört zu den schönsten Erinnerungen meines Lebens.

Der 3-Tage-Trip gestaltet sich ungefähr wie folgt:

1. Tag: Der lange Anstieg durch Wiesen und ausgewaschenen Furchen bis zur Kraterrinne.
2. Tag: 3-4 Uhr aufstehen und die letzten 600 Höhenmeter bis zum Gipfel (Sonnenaufgang mit Blick nach Bali: Batur, Agung, Gili-Inseln -> Tolles Panorama).
Dann Abstieg in die Caldera, Übernachtung am See (Wer noch Kraft hat kann dann in den heissen Quellen ein erholsames Bad nehmen :-) ).
3. Tag: Über den Kraterrand Abstieg durch den Bergregenwald nach Senaru.

Ich empfehle für diese Drei-Tages-Variante einen Träger zu engagieren (bei Hardy Krüger ... ist kein Witz. Ein wirklich guter Träger ist ein Mann namens Yick / spricht aber nur indonesisch).
2000 soll es zu Raubüberfällen gekommen sein und Polizisten liefen damals regelmäßig die Strecke ab.
Also die Kamera gut verstecken und wenig Geld mitnehmen.

Grüße
Knut

Die Bilder zu dem Tripp findet Ihr unter:
http://www.reise-notizen.de/pics/main.php?mode=album&album=Lombok_Rinjani&am
p;dispsize=640&startsite=1

fzimmerm
15.11.2003, 16:08
Ich kann dem nur beipflichten, dass sich die Rinjani-Besteigung lohnt.... Habe dies gerade Ende Oktober hinter mich gebracht.
Hier aber noch einige nützliche Hinweise für die Besteigung des Gunung Rinjani auf Lombok/Indonesien:
Auch wenn der Aufstieg im Dschungelgebiet beginnt, sollte man nicht vergessen, dass es in 3726m Höhe doch empfindlich kalt und stürmisch sein kann. Unabdingbar ist daher zumindest ein Windbreaker und zumindest ein warmer Schlafsack – jedenfalls dann, wenn man, wie ich, kurz vor der Regenzeit Ende Oktober den Rinjani besteigt.

Ich habe keinen Windbreaker dabei gehabt und bin nur in Polohemd und Strickjacke aufgestiegen, da mein „erfahrener“ guide, den ich angewiesen hatte, mir einen zu besorgen, da ich in Deutschland noch nicht vorhatte den Rinjani zu besteigen, diese vergessen hatte, wie er mir auf 2300m dann schliesslich eröffnete. (Bei ca. 2000-2200m durchbricht man übrigens die Wolkengrenze.)

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank dafür an meinen guide Aripin von Gili Air und die anschliessende ordentliche Erkältung! ;-)

Ausserdem ist festes, knöchelhohes Schuhwerk meines Erachtens unverzichtbar. Entgegen dem, was einige guides – insbesondere auf Gili Air behaupten – reichen Turnschuhe nicht aus, Trekkingsandalen auf keinen Fall. Denn ab dem Base Camp auf 3000m wird der Weg zunehmend gerölliger, bei den letzten vierhundert Höhenmeter muss man sich schon ganz gut in das Lavageröll einkeilen, wenn man etwas zügiger vorankommen möchte. Wer allerdings nur auf die 3000m möchte, kommt mit Turnschuhen und Trekkingsandalen locker hin – die einheimischen Träger laufen dort mit Flip-Flops oder barfuß ´rauf…

Hinsichtlich der Wasservorräte ist zu bedenken, dass man gerade bis zur Höhe von 3000m ordentlich schwitzen wird, sodass mehrere Liter absolut notwendig sind.

In der Nähe des Base Camp auf 3000m befindet sich eine Frischwasserquelle, von der man sich fürs Kochen und für den weiteren Aufstieg mit Wasser eindecken kann, sofern man über Trinkwasserbehälter verfügt. Es wäre wünschenswert, wenn die üblichen Plastikflaschen nicht im Gelände entsorgt würden, da sich dort schon einiges ansammelt.

Für das Feuer für´s abendliche Licht, Kochen und Aufwärmen findet man um das Base Camp hinreichend Holz, sodass dies kein größeres Problem darstellt. Bei Übernachtung etc. beim Camp auf 3000m muss nachdrücklich darauf hingewiesen werden, dass sich dort viele Affen tummeln, die nichts besseres zu tun haben, als einem alles wegzunehmen, was nicht niet- und nagelfest ist, deswegen lieber ein wenig mehr aufpassen! Ansonsten springen da noch eine Vielzahl von Ratten umher, die sich aber erst im Dunkeln herauszutrauen scheinen…

Apropos dunkel: Eine vernünftige Taschenlampe ist unabdingbar, da man den weiteren Aufstieg üblicherweise morgens gegen 2-3 Uhr beginnt (Wecker nicht vergessen, sonst verschläft man das Beste, hatte mein Handy mit Wecker dabei) und man seine Sachen und seinen Weg finden möchte. Eine Stirnlampe ist sicherlich eine angenehme Alternative, da man dann beim Klettern die Hände frei hat….

Die guided tour wird ortsüblich für 3 bis 5 Tage angesetzt. Je nach dem wieviel Zeit man in Indonesien hat, ist das natürlich angenehm. Ich hatte mich aber dazu entschieden den obligatorischen Wasserfallabstecher etc auszulassen und habe nur den Aufstieg gemacht. Mit Anreise von Gili Air und Rückreise habe ich zwei Tage gebraucht. Klar, danach reichlich erschöpft, aber machbar.

Ansonsten wird jeder bei dem Aufstieg seine eigenen Eindrücke bekommen, Naturschönheiten entdecken und Erfahrungen machen, sodass ich davon absehe meinen Aufstieg en detail zu schildern.

November 2003
Franc Zimmermann
franc.zimmermann@web.de

derLamers
11.10.2006, 16:08
Hallo

kann das ganze nur bestätigen. ein sehr sehr anstrengender aber ebenso lohnenswerter Trek. Was die buchung und planung angeht solltet ihr wegen der härte der tour auf einen träger nicht verzichten. was das geld angeht lassen sich schon angebote ab 700.000 RP (ca. 64€) finden aber die preise sind stark verhandelbar... am besten vergleicht mehrer anbieter!!! (Stand. September 2006)

ein anbieter ist RINJANI MASTER TREKKING. Ein gewisser Mr. Suhardy der sich aber lieber als Hardy Krüger ausgibt ist ABER ein absoluter bauernfänger, ripper oder wie man sowas nennt... er gibt sich als deutscher aus, verspricht freies essen und schlafen und verkauft sich ausgesprochen gut... ABER er ist weder ein deutscher noch ein guter mann. NUR der zahlende Tourist wird von ihm gut behandelt - desto mehr er zahlt desto besser!!!
ABER die jungen oft erst 18 jahre alten träger und guides schickt der möchtegern vater HARDY mit flipflops, ohne zelt, schlafsack, decken oder jacken auf den verflucht kalten berg. die jungen sollen sich die sachen selber kaufen sagte er mir nach der tour, er könne sich ja nicht um alles kümmern und die gesamte ausrüstung stellen - NEEEEEEEEE???
Also uns zahlenden toursiten konnnte er schuhe, schlafsack, zelte, isomatten, decken, etc bereitstellen...


gruss
derLamer
Oktober 2006