Vollständige Version anzeigen : Erdbeben im Kathmandu Valley
Gregor aus Essen
18.09.2011, 15:14
Hallo,
laut Infos aus Nepal (von Freunden),
hat sich heute ein Erdbeben im KTM - Valley ereignet.
Stärke: 6,8; Uhrzeit war: 6.26 NST
E-Mail Zitat meines Freundes:
"A tremor measuring 6.8 magintue in rector scale rocked Nepal, with tremors felt around the Kathmandu Valley and its surrounding districts on Sunday.
According to officials, the epicenter of the quake is said to be near Sikkim, India".
Weiterhin meldet mein Freund von Schäden an der Britischen Botschaft und einigen Verletzten in Bakthapur. Ausserdem werden "einige Probleme" im östlichen Teil Nepals gemeldet. Weitere Einzelheiten sind noch nicht bekannt.
Weitere Nachrichten sind zu lesen unter:
http://www.nepalnews.com
Grüße aus Essen,
Gregor
Nachtrag: Mittlerweile weden zwei Todesfälle aus Dharan (Ost-Nepal) gemeldet.
Hi,
das Beben war auch noch sehr deutlich in Pokhara zu spüren gewesen. In Dhankuta/ Ostnepal war es wohl noch stärker gewesen als im KTM-Valley. In weiten Teile des Terais war es ebenfalls zu spüren, sogar noch in Delhi.
In Kathmandu starben 3 Personen nach dem Einsturz einer Mauer vom Gelände der Britischen Botschaft. In Dharan starben zwei Personen beim Einsturz einer Wand ihres Hauses. Etliche Menschen wurden verletzt, insbesondere weil sie während des Bebens aus Fenstern sprangen. In Indien starben mindestens 6 Personen.
Mindestens 58 Häuser wurden landesweit zerstört, sofern bereits Meldungen vorliegen, davon 10 in Kathmandu.
EMSC meldet eine Stärke von 6,8 auf der Richter-Skala, das Beben lag in nur 10 km Tiefe.
Hier findet Ihr eine Karte mit dem Epizentrum, an der Nordostgrenze Nepals, in Sikkim:
http://www.emsc-csem.org/Images/EVID/23/236/236174/236174.regional.jpg
http://www.emsc-csem.org/Images/EVID/23/236/236174/236174.local.jpg
Ich hoffe, die Meldungen gerade aus Sikkim und Ostnepal bleiben dabei. (Nicht wie bei anderen Beben, wo die Opferzahlen in den Nachrichten stündlich steigen...) Dann wäre Nepal noch mal glimpflich davon gekommen.
Wir haben für solche Fälle zwar mittlerweile einsatzfähige Rettungshunde in Nepal, aber es fehlt uns noch gänzlich die Ausrüstung für Erdbebeneinsätze und das nötige Geld, um solch einen Einsatz zu finanzieren (für Helikopterflüge etc.). So können wir nur hoffen, dass The Big One uns noch möglichst viel Zeit lässt, unsere Teams entsprechend vorzubereiten. Hilfe ist jederzeit willkommen.
CU
Daniela
hier noch zwei interessante artikel
http://www.nepalitimes.com/blogs/thebrief/2011/09/18/quake-warning-for-nepal/
http://www.nepalitimes.com/issue/2011/01/14/Nation/17841
Hallo zusammen,
die erschreckende Zusammenfassung bislang:
http://earthquake-report.com/2011/09/18/very-strong-earthquake-in-sikkim-india/
Videos:
http://earthquake-report.com/2011/09/22/earthquake-nepal-sikkim-video-selection-showing-the-many-faces-of-this-cruel-earthquake/
Das Beben vom 18. September begann um 18.25h Ortszeit und dauerte knapp 2 Minuten, und forderte bislang
in Indien: 83-113 Todesopfer, >300 Verletze, >50 000 Obdachlose, 15 000 zerstörte und > 100 000 beschädigte Gebäude.
in Nepal: 9 Todesopfer, > 89 Verletzte, > 7200 Obdachlose, 2000 zerstörte oder beschädigte Gebäude.
in Tibet: 7 Todesopfer, 200 Verletzte, 13793 Betroffene/ Obdachlose, ca. 1000 zerstörte und 2000 beschädigte Gebäude.
in Bhutan: 1 Todesopfer, 16 Verletzte, 4000 beschädigte Häuser.
in Bangladesh: 1 Verletzter, > 50 Häuser beschädigt.
Es ist damit zu rechnen, dass mit fortschreitenden Rettungs- und Bergungsmaßnahmen insbesondere in den abgelegenen Gebieten die Opferzahlen noch steigen.
Die letzten 9 von der Außenwelt abgeschlossenen Dörfer in Sikkim wurden am Freitag mittag (Ortszeit) von Rettungsmannschaften erreicht. Es gibt keine Spur von 120 Einwohnern des Dorfes Bay village in Nord-Sikkim zwischen Lachung und Chungthang, Bay village und die Umgebung, sämtliche Häuser und Hütten sind vollkommen zerstört und in Trümmern. Die Bewohner werden vermisst.
Der National Highway 55 in Sikkim, der in die Katastrophenregion führt, ist mittlerweile wieder befahrbar. Bei den Räumarbeiten wurden 2 Soldaten getötet.
152 Schulen im ostnepalischen Distrikt Panchthar wurden beschädigt; die meisten staatlich gebauten Gebäude wurden beschädigt oder sind zerstört, (angeblich) nahezu durchgängig wegen Baumängeln.
Der Koshi Highway Dharan-Dhankuta befindet sich noch in Reparatur, er wurde beim Beben beschädigt.
Tragisch auch, im Teesta III hydroelectric project in Sikkim, das sich im Bau befindet, sind 17 Arbeiter durch Erdrutsche getötet und weitere 10 Tote in Tunnels des Projekts gefunden worden.
Gänsehaut... auch noch nach 25 Jahren Erfahrung in internationalem Katastrophenschutz und Rettungshundearbeit... was wird erst passieren, wenn es weiter westlich passiert... Seismologen befürchten extrem hohe Spannungen an den Verwerfungen westlich des KTM-valley. Dort gab es schon längere Zeit keine kleineren "Entlastungsbeben" , durch die hohe Spannungen ein klein wenig abgebaut werden können. Dort ist seit langem Ruhe und auf den Gefährdungskarten ist diese Region tiefrot.
Das macht mir kein gutes Bauchgefühl und ich befürchte, dass uns so langsam die Zeit davon läuft mit dem Ausbau unserer Rettungshundestaffel zu einer schlagkräftigen Katastrophenschutz-Einheit nach westlichem Standart. Es mangelt nicht am Willen und Können, sondern einzig am Geld....
Nachdenkliche Grüße aus dem Nachtdienst,
Daniela
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