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Vollständige Version anzeigen : Anfänger: Treikking in Kanada


rutote
01.09.2011, 22:58
Hallo zusammen.
Ich habe vor im nächsten Jahr eine Trekkingreise nach Kanada zu Unternehmen. Allerdings bin ich sehr unerfahren was das angeht und bitte deswegen um Hilfe (Wusste bis heute nicht mal das es dafür den Begriff "Trekking" gibt :)

Mein Ziel ist eine alleinige 2 Monatige Wanderreise ab irgendwo in Kanada bis irgendwo in Kanada. Ohne Mietauto und möglichst ausschliesslich zu Fuss. Dabei interessieren mich vorallem die endlosen Borealen Nadelwälder und die Tundra. Ich möchte der Zivilisation und Städten e.t.c. möglichst fern sein.

Meine ganz grobe Vorstellung der Reise sieht etwa so aus:
-Mit dem Flugzeug nach Kanada
-Mit dem Zug an einen abgelegenen Ort
-Von da aus Wanderung durch das Niemandsland der Nadelwälder (Hauptteil der Wanderung)
-Danach übergang in die Tundra
-Durch die Tundra zur nächsten Stadt mit Flughafen
-Zurückfliegen

Mein Ziel ist es praktisch nur mit meinem Rucksack auszukommen. Einen bestimmten Reiseweg will ich nicht. Bei A beginnen und irgendwie nach B kommen und möglichst wenig Kontakt zur Zivilisation haben. Zwischen A und B will ich komplett auf mich gestellt sein.

Habt ihr da Irgendwelche Tipps?
Start- und Endpunkt der Reise (Damit etwa 2 Monate dauer)?
Wie teuer wird das ganze etwa?
Was ist speziell zu beachten?

Habe wirklich noch von nichts eine Ahnung.


Vielen, vielen Dank
Freundlichste Grüsse Noah

Arne12
04.10.2011, 18:57
Hallo!

Was du vorhast finde ich echt klasse!! Ich habe exakt das gleiche vor. Ich hatte gehofft in diesem Forum Gleichgesinnte zu finden :) Super!

Mir geht es ähnlich, ich habe bisher kaum Erfahrung was solche Trekkingtouren angeht. Da weiß man manchmal garnicht wo man anfangen soll.
Ich will anfangen, indem ich erstmal eine etwas kleinere Wanderreise in Nordeuropa machen will um Erfahrungen zu sammeln. Allerdings auch alleine und fernab der Zivilisation. Nur im Zelt schlafen und sich selbst versorgen mit allem was man halt dabei hat.
Das ganz große Abenteuer namens 'Kanada' soll danach kommen.

Ich habe das Problem, dass ich eigentlich nicht 'hetzten' will, d.h. ich möchte nicht unter Druck stehen in einer bestimmten Zeit eine bestimmte Strecke zurücklegen zu müssen. Einfach nur in der Natur sein, aber das ist wohl unrealistisch.

Ich helfe dir sehr gerne, und würde mich auch selbst auch über reichlich Hilfe von Trekking-Experten freuen.

Aber zuerst würde ich mal damit anfangen:

Wie lange soll die Wanderung denn dauern? ca 2 Monate? Also dann muss man wohl zwischendurch Proviant besorgen. Und wo das möglich ist sollte man vor Reiseantritt schon wissen.
Zu welcher Jahreszeit willst du denn hin?
Bei A ankommen und zu B wandern finde ich auch gut, aber ich finde es etwas riskant sich den Weg selber mit Karte oder gps zu suchen. Das muss man dann schon gut drauf haben.

Auf jeden Fall wirst du viel Gepäck mitschleppen. Ich rechne mit ca 20 kg für meine 'kleine' Reise. Deshalb trainiere ich Rücken, Beine und den Körper insgesamt ein wenig um ihn zu stärken. Will ja nicht nach der ersten Woche Rückenschmerzen oder so bekommen.

Ich habe wie gesagt noch keine Bestätigung, allerdings finde ich ein Buch sehr empfehlenswert:
'Wandern' von Karen Berger

Wenn du das gelesen hast weißt du schon einiges mehr und kannst präzisere Fragen stellen. Mir gefällt's.
Gruß, Arne

Andreas L
05.10.2011, 06:34
Ich (und viele Andere hier im Forum) habe(n) so was schon gemacht. Aber darauf muss man sich vorbereiten - und das heisst vor allem: Erfahrungen sammeln. Das geht nicht in Foren, hier bekommt man bestenfalls Tips. Deshalb dauern diese Vorbereitungen, wenn man vom Null-Punkt ausgeht wie ihr das tut, einige Jahre (Arne ist da schon mal auf der richtigen Spur).

Konkret: Erfahrung braucht man in Sachen: Ernährung, Gesundheit, Bewegungfähigkeit, Kraft, psychische Exposition, Gefahren in der Natur usw - und die bekommt man nur durch Herantasten in Form von kleineren Touren. Nach 4, 5 mehrtägigen Touren in Zivilisations-Nähe, bei denen auch mal ungünstige Umstände geherrscht haben, mal was schiefgegangen ist, kommt man in den Bereich, wo eine Selbsteinschätzung für solche Touren möglich wird. Um in zivilisations-fernen Gebieten durchzukommen, braucht man ausser der Erfahrung auch viel Wissen über Ausrüstung. 10 bis 14 Kilo wiegt die, bezogen auf das, was ihr beide skizziert habt (meiner Erfahrung nach, geht auch leichter, aber das ist ein anderes Thema), dazu kommen ca 6 bis 7 Kilo Lebensmittel, unterm Strich also rund 20 Kilo und sehr viel mehr sollte man sich in dem Gelände, das ihr andeutet, auch nicht antun. Davon kann man maximal 14 Tage leben, zwei Monate sind ohne Zwischenverpflegung absolut nicht machbar - jedenfalls nicht in dem Bereich, den man "Trekking" nennt. Und um diese 20 Kilo jeden Tag ein paar Kilometer in schwierigem Gelände tragen zu können, muss man seinen Körper auch erst mal entsprechend konditionieren. Das geht auch nicht über Nacht.

Insgesamt bestätige ich hier also den Post von Arne, mit der Einschränkung, dass auch er sich das Ganze noch zu einfach und unproblematisch vorstellt - meiner Meinung und Erfahrung nach.

Das sollten erst mal ein paar Eckdaten sein. Dann noch: Lesen bildet - das ist auch hier so. Zur Vorbereitung und damit ihr wisst, was auf euch zukommen kann, wie der "worst case" in dem Gelände, das ihr euch ausgesucht habt aussieht, empfehle ich fürs erste "In die Wildnis" von Jon Krakauer.

Andreas

Arne12
05.10.2011, 07:49
Danke für die Antwort!

Na wenn wir hier Erfahrenen haben die so etwas schon gemacht haben, stelle ich gleich mal die Frage, die mich momentan am meisten beschäftigt:
Wie macht man das mit der Wasserversorgung unterwegs?
Man braucht immer Wasser, erst recht wenn man den ganzen Tag wandert und aktiv ist.

Wenn man mit 20 kg Gepäck ca 2 Wochen auskommt, dann beinhaltet das doch nicht den Wasservorrat, oder? Ich gehe bisher davon aus, das man Wasser unterwegs aus einem geeigneten Gewässer bekommt, und es dann reinigen muss.
Das bedeutet dann auch, dass die Wanderroute einen zu guten Wasserstellen führen muss, und dementsprechend gewählt werden muss, oder?

Wie viel Liter Wasser tragt ihr also bei euch? Und wo bekommt ihr unterwegs neues Wasser her?
Wie oft muss man die Flaschen nachfüllen? Täglich?

Habe 'Into the wild' übrigens schon gelesen ;)

Dankeschön und Gruß, Arne

Andreas L
05.10.2011, 19:17
... da wo ich hingehe, gibt es Wasser (sonst geh ich nicht hin). Nur der Zustand ist öfter mal fraglich ... Abkochen sollte man gleich vergessen (zu unsicher und kostet zuviel Zeit und Brennstoff), Chemie ist nichts für mich, vor allem wenn es um grössere Mengen geht. Bleibt der Pump-Keramikfilter - solange es noch irgendeine Pfütze gibt, hat man das Wasser, das man braucht. Ich habe etwa 1,5 Liter im Rucksack, das wird aufgefüllt, wann immer es geht. Gelagert wird in Wassernähe. Und: In ganz Nord-Amerika muss man immer mit Giadiasis rechnen. Also filtre ich alles, egal wo es herkommt und wie es aussieht. Der Zeitaufwand ist minimal, verglichen mit einer heftigen Durchfallerkrankung.
Was den Typ und die Marke der Filter angeht, gibts endlos viele Meinungen - da würde ich die Suchfunktion empfehlen. Meine Empfehlung: MSR.

Andreas

Arne12
06.10.2011, 08:04
Vielen Danke für die Antwort, sie hat mir sehr weitergeholfen, ich bin ebenfalls kein Freund von Chemie im Wasser und möchte auch Brennstoff sparen.
Das mit dieser Krankheit Giadiasis wusste ich bisher garnicht. Ich werde mich diesbezüglich informieren.

Meine nächste Frage betrifft die Bekleidung.

Habe vor mit einer 'all-Wetter Hose' zu wandern, die an Witterung und Kälte möglichst viel aushält.
Vermutlich braucht man bei Regen trotzdem Stulpen die nochmal die Schuhe von oben abdichten.
Ist das ratsam? Oder sollte man lieber eine 'normale' Hose tragen und eine Regenhose im Rücksack haben? In beiden Fällen würde ich zusätzlich Lange Unterwäsche mitnehmen
.
Die Jacke sollte halt warm wind- und regendicht sein. Kommt man bei einer Jacke auch ohne eine
Innenjacke aus Fleece aus, oder gibt's dann Probleme mit der Kälte?

Und was muss ich bei Hose und Jacke sonst beachten?

Wie Ihr seht habe ich Fragen über Fragen :)

Dankeschön, Arne

Andreas L
07.10.2011, 06:38
... hier fangen Fragen an, die Möglichkeiten eines Forums oder überhaupt der theoretischen Betrachtung zu sprengen. Gerade bei Bekleidung: Jahreszeit, Geographie (auch: Meereshöhe), zu erwartendes Wetter incl Temperaturen, Dauer des Trips, persönliche Exposition usw usf.
Hier kann man nur versuchen, Prognosen für sich selbst zu treffen und es dann ausprobieren: try and error. Als Vorinformation: Nachschlagen "Hypothermie" (sehr wichtig) plus "Windchill" und dann noch "Zwiebelschalenprinzip".
Vor dem Hintergrund dieser Faktoren kannst du Fragen präziser stellen - und wirst von 5 erfahrenen Leuten 5 verschiedene Antworten bekommen. Du selbst wirst dann, nachdem du Erfahrungen gesammelt hast, die 6. Antwort geben können - dafür ist das dann aber deine eigene. So funktioniert das.

Andreas

Arne12
08.10.2011, 07:01
Okay, so funktioniert das ... :) zur Bekleidungsfrage hätte ich zumindest Ort und Zeit angeben sollen damit andere wissen was sie empfehlen sollen.

Kann mir denn jemand in Sachen Verpflegung weiterhelfen?
Habe mir schon nach anderen Diskussionen zu dem Thema gesucht und gelesen, dass wohl einige Wanderer Nüsse/Studentenfutter mitnehmen (für jeden Tag auf Wanderung eine kleiner Portion), und schnell garende Nudeln (Eiernudeln), damit man Brennstoff spart.
Mich interessiert was andere Wanderer für ihre Touren mitnehmen.

Wenn man sich 1 - 2 Wochen selbst versorgen will, was eignet sich gut als Proviant?
Es sollten Lebensmittel sein, die man möglichst auch im Ausland bekommt.
Wie viel man mitnimmt muss man wohl mit sich selbst ausmachen, abgesehen von der Grundversorgung.
Vielleicht kann mir dabei jemand helfen, Arne

Andreas L
10.10.2011, 06:46
Wenn man von 6 - 8 Kilo für 14 Tage ausgeht, gibt es keinen oder kaum Spielraum für irgendwelche Leckereien - man muss sich auf die Grundversorgung beschränken.
Ich brauche täglich zwischen 2500 und 3000 Kcal. Wichtig sind Eiweis, Kohlehydrate und Mineralstoffe.
Zum Frühstück Haferflocken - um die Hundert Gramm, dazu Nüsse - ca 50 Gramm. Über den Tag verteilt 2 - 3 Müsliriegel. Abends 150 bis 200 Gramm Nudeln. Keine Eiernudeln, die können bei grosser Hitze verderben - Hartweizengries-Nudeln sind besser geeignet.

Ich verpacke alles in Portionen abgewogen in kleine Plastiksäcke: Die Haferflocken zusammen mit einem Esslöffel Milchpulver und den Nüssen - man muss dann morgens nur heisses Wasser drüberkippen. Dazu gibts einen Becher Kaffee. Die Müsliriegel am besten ohne Zucker - Honig ist ein viel geeigneterer Energielieferant. Abends die Nudeln, zusammen mit einem Esslöffel Gemüsebrühe. Die Zubereitung geht sehr energiesparend: Man bringt das Wasser zum Kochen (einen halben bis dreiviertel Liter), dann gibt man die Nudeln zusammen mit dem Gemüsebrühpulver rein. Kocher aus, den Deckel auf den Topf und nach ein paar Minuten in die Fleece-Jacke oder den Schlafsack packen. Nach etwa 20 Minuten sind die Nudel weich und das Ganze hat auch die richtige Temperatur zum essen. Statt dessen kann man auch diese Fertig-Menues nehmen - wenn man aber Gewicht und Nährstoffmenge vergleicht, wird man bei den Nudeln landen. Preislich ist ein Vergleich nicht nötig und bei der Beschaffung liegen auch die Nudeln und die Gemüsebrühe vorne.
Das Frühstück kann man mit Beeren anreichern, das Abendessen mit Pilzen (damit sollte man sich aber auskennen!). Ich sammle sowas den Tag über - wenn es was gibt. Wenn gewichtsmässig noch Spielraum bleibt, nehme ich ein paar Riegel aus geräuchertem Weizeneiweiss mit. Schmecken ein bisschen wie Räucherwurst und halten ungekühlt bis zu drei Monaten. Sojaproduke fallen leider aus - die wären sehr geeignet, brauchen aber Kühlung.

Fett nehme ich keines mit - jedenfalls nicht im Rucksack - es ist zu schwer und verdirbt zu leicht. Natürlich braucht der Körper Fett - aber das hat man ja eh dabei: nach einer solchen 14 Tages-Tour wiege ich regelmässig zwei bis drei Kilo weniger. Man sollte aber aufpassen: Wenn man von Natur aus kaum etwas auf den Rippen hat, kann das ins Auge gehen. Auch Leute, die an grosse Mengen Zucker gewöhnt sind, werden mit dieser Art der Ernährung Probleme bekommen (Hungerast). Auch ausgesprochenen "Fleischessern" kann das Probleme bereiten.
Zum Abendessen gibts noch eine volle Tages-Dosis Magnesium und Calzium. Vitamine kann man getrosst vergessen - über 14 Tage ist das noch kein Problem.

Mag manch einem sehr "frugal" vorkommen - ist aber besser, als sich den Rücken zu verrenken, nur dafür, dass der Gaumen seinen Spass hat. Natürlich sollten dann zwei, drei Tage Pause mit guter, Vitamin-reicher Ernährung folgen, bevor es weitergeht.

Andreas

Arne12
10.10.2011, 10:26
Vielen vielen Dank, das ist sehr hilfreich!

Noch eine Frage dazu:

Wenn man durch Kanada wandert, muss man sicher besondere Vorkehrungen in Sachen 'Wildtiere' treffen. Die Zubereitung von Essen macht man dann am besten in einiger Entfernung von Zelt, oder?
Sollte man die Lebensmittel dann über Nacht im Zelt lagern, oder lieber in einen Baum hängen oder so etwas?
Worauf sollte man bei Wildtieren achten?
Welche Vorkehrungen kann man treffen?
Arne

Andreas L
10.10.2011, 13:23
... wenn du in einer Gegend wanderst, in der Braunbären vorkommen, dann muss man eine ganze Menge Vorkehrungen treffen. Vor allem aber muss man das Verhalten dieser Tiere genau kennen - sofern das überhaupt möglich ist. Beste Referenz die ich kenne: Stephen Herrero, "Bären - Jäger und Gejagte in Amerikas Wildnis". Was der Mann nicht beantwortet, kann man wohl nicht beantworten. Aber es bleiben genug Fragen offen.
Auch Schwarzbären können Probleme bereiten - in der Regel aber nur unter bestimmten Umständen und nicht in dem Mass, wie Braunbären das können. Auch darauf geht Herrero breit ein.
Den Rahmen diese Forums aber sprengt dieses Thema - meiner Meinung nach. Deshalb nur der Buchtip.

Andreas

fjellstorm
14.10.2011, 11:07
Kanada ist ein schönes und interessante Trekkingziel, und ich will dir keinenfalls deine Ambitionen ausreden oder dergleichen.
Aber ein kleiner Denkanstoß meinerseits:
Habe wirklich noch von nichts eine Ahnung.Ich interpretiere das mal so, dass du bisher keinerlei Touren dieser Art gemacht hast.
Deshalb mein Vorschlag (und ja er klingt abgedroschen): Versuch es mal zuerst in Nordskandinavien, bevor du dich in die unendlichen Weiten Kanadas wagst. In Nordsk. kannst du embenfalls relativ unberührte, großteils Menschenleere Natur genießem, Tundra,Hochebene, Birken/Nadelwälder-alles inklusive. Dort Erfahrung sammeln, und dann nächstes mal was "größeres" wie eben zb Kanada. Klar gibt es in Kanada gut ausgeschilderte Trails oder dergleichen, aber wenn du wirklich weglos durchs Niemandsland willst ( zB.Yukon Territory, Northwest Territories, Nunavat-denn weiter südlich wirst du schwer auf Tundra treffen) erfordert das meiner bescheidenen Meinung nach einiges an Skills und Erfahrung, schon allein
Von da aus Wanderung durch das Niemandsland der Nadelwälder (Hauptteil der Wanderung)die Navigation in weglosen,dichten Nadelwälder bzw das Vorankommen überhaupt ist nicht zu unterschätzen.: Hindernisse müssen umgangen werden, anstrengendes Vorankommen durch wirklich dichtes Unterhozt etc ..und du hast so gut wie keinen Abhaltspunkt in solchen dichten Nadelwälder.Kartenlesen bzw Umgang mit Kompass/Navigation wird dabei vorausgesetzt, und selbst dann ist es kein Honiglecken.
Einfach drauflosgehn, weglos durch Nadelwälder bis zur Tundra und dann Flugplatz-sorry so läuft das nicht
Und try and error wäre in diesem Fall sehr riskant, der Preis dafür eventuell zu hoch...
So wie du deine Vorstellungen beschreibst, wäre das eine ambitionierte lange Wildnistour- und sowas bedarf IMO zumindest etwas an Erfahrung und KnowHow (das man sich eber Schritt für Schritt aneignen kann)
Deshalb, auch wenn es vielleicht nicht so spektakulär klingt, setzt deine persönliche Latte etwas tiefer, beginne Schritt für Schritt. Nordskandinavien hat ebenfalls viel zu bieten, mit dem Unterschied dass a) die Anfahrtskosten nicht so hoch sind b) du je nach Gebiet sogar im Notfall Handyempfang hast (aber nicht drauf verlassen), c) ebenenfalls je nach Gebiet in Notfall in Tagesabständen eine Hütte mit Nottelefon hast d) vermutlich mehr Personen antreffen wirst, die im Notfall Hilfe organiersieren könnten, als in den Weiten Nordkanadas.
Und es gibt je nach Jahreszeit und Gebiet auch in Nordskandinavien schöne, einsame, "wildnisnahe" Orte, mann muss sie nur für sich endecken...
Weiters kannst du erste Erfahrungswerte bezüchlich deiner Ausrüstung, persönlicher Kondition, Navigation etc sammeln, aber alles in einem Rahmen, wo der Preis nicht allzuhoch dafür wäre,.

Bitte nicht falschverstehen, dies soll dich nicht von deinen Zielen abbringen bzw diese als naiv darstellen es ist vielmehr ein gut gemeinter Rat von mir, mehr nicht.

gruß

Syd33
20.11.2011, 16:28
also hut ab das du allein los ziehen willst...

-wegen dem essen, da gibt es das sogenannte travellunch, das mußt du nur mit heißem wasser aufgießen 5-7 min warten, dann kannst du es essen...um platz zu sparen sollte man das travellunch umfüllen in ziplock beutel, beschriften was drin ist und schon hast du wieder etwas mehr platz im rucksack...

zwecks wasserfiltern hatte ich ein katadyn vario(war schlußendlich auch abhängig vom preis)... die trinkmenge hängt halt auch von der strecke ab die du täglich gehen möchtest...ich hatte ein 2l camelback und eine 1l nalgene trinkflasche(passend zum filter)dabei...

du solltest alle nahrungsmittel sowie hygieneartikel in einem packsack, der luftdicht und wasserabweisend ist, in ca 40m entfernung vom zelt in einem baum hängen...da sollte dein futter vor dem bären sicher sein...

gruß

jonnywalker
21.11.2011, 17:02
Was hier so noch gar nicht angesprochen wurde ist, dass ihr bei einer solchen Tour darauf achten solltet, dass ihr eurer Ausrüstung 100%ig vertrauen könnt. D.h. vor allem, dass ihr nicht mit der grade gekauften Jacke, dem neuen Zelt oder dem übers Internet bestellten, neuen Rucksack einfach loszieht!! Die komplette Ausrüstung sollte bekannt sein und vor allem vorher schon mal benutzt worden sein - nicht von anderen, sondern von euch selber! Sachen, die ihr wie hier schon oft erwähnt wurde, auf einem Trip in Zivilisationsnähe ausprobieren könnt!

Zeltstangen können brechen, Rucksackschnallen aufbiegen, Riemen aufscheuern, was auch immer... Kann ich mein Zelt auch bei Starkregen, steifer Brise oder (grade wenn es nach Kanada hochgehen soll) plötzlich einsetzendem Schneefall sicher aufbauen!?

Bei einer so langen Tour solltet ihr auf solche Eventualitäten eingestellt sein und wissen, wie ihr im Notfall darauf reagiert. Das erreicht ihr nur, indem ihr die Sachen benutzt, euch aktiv damit auseinandersetzt!! Im Forum bekommt man viele hilfreiche Tipps, aber nur wenn ihr euch hands-on damit beschäftigt, werdet ihr sie im Ernstfall auch routiniert anwenden können!!

Gruß, John - der auch von Kanada träumt... ;)