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Vollständige Version anzeigen : Trekking Sikkim


ulla
14.01.2004, 23:35
möchte anfang märz nach sikkim reisen und suche trekkingvorschläge,

Heiko
15.01.2004, 11:26
Also da gibt es einmal die etwas einfacheren:
Der Singalila Trek im Dreieck Indien-Sikkim-Nepal
http://reisebericht.klein-riese.de/report/report_d5.html
http://reisebericht.klein-riese.de/images/singalila-trek-map.gif
Sowie den Dzongi Trek
http://reisebericht.klein-riese.de/report/report_d9.html
etwas länger ist der Gochela Trek bis über 5.000m
eine Übersicht gibt es z.B. unter
http://darjeelingnews.net/darjeeling_sikkim_trekking.htm

Infos gibt es z.b. unter: http://reisebericht.klein-riese.de

oder einfach hier noch etwas deteilierter Fragen

Heiko

ulla
26.01.2004, 03:27
hallo heiko,
danke erstmal für die idee, hab im vorfeld schon darüber gelesen und damit "geliebäugelt";

was mich aber außerdem noch interessieren würde sind die temperaturen, die mich dort erwarten werden, vielleicht kannst du mir da auch weiter helfen;
ach und doch noch was, wie sieht es mit einem permit aus benötigt man den noch für sikkim und was kann´s kosten?
bis bald ulla;

Andreas
26.01.2004, 18:51
Hallo Ulla,

Ich war im Februar 98 auf diesem Trek unterwegs, den Heiko auf seiner Webseite und in seinem Buch beschreibt. Anfang März waren wir noch in Gangtok, bevor wir nach Kalkutta abreisten.

Insofern kann ich dir also schon Tipps bezüglich des Wetters / der Kälte geben.

1) Permit:
Der Singalila-Trek, den Heiko beschreibt, ist verwaltungstechnisch gesehen Teil von West-Bengal, genauer des autonomen Darjeeling Hill Counsils. Dafür ist kein Permit notwendig. Anders für Sikkim. Man benötigt ein Permit, das GRATIS erhältlich ist. Am einfachsten gleich zuhause mit dem indischen Visum mit beantragen, ansonsten einfach in Darjeeling die erforderlichen Behördengänge durchführen. Streng genommen darfst du dann an zwei Stellen Sikkim betreten/verlassen. Es gab allerdings keine Probleme, als wir damals im Anschluss an den Singalila-Trek gleich über die Berge weiter nach Dentam gewandert sind, was bereits in Sikkim liegt. Von dort ist man in einer Stunde mit dem Bus in Pelling.

2) Wetter:
Wir wanderten Mitte Februar den Singalila-Trek. Auf dem Abschnitt von Sandukphu bis Phalut lag hartgefrorener Schnee. Wir waren zu dritt und hatten mit dichtem Nebel zu kämpfen. Die Rododendren zeigten schon Ansätze von Blüten. Ab März werden sie sicher aufblühen. Nachts ging das Thermometer in den höheren Orten unter Null Grad runter, untertags war es eine angenehme 'Pulloverwärme', solange die Sonne schien. In der zweiten Februarhälfte wanderten wir in Westsikkim (Pelling / Kecheopari Lake / Yuksom). Das Wetter war nicht das Beste; es regnet relativ häufig.
Unter www.sikkim.cc habe ich ein paar Bilder von dieser Gegend online gestellt. Die Vegetation war schon in den Startlöchern. In Gangtok blühten dann sogar schon die Orchideen.

Ich würde dir also raten, leichte Winterbekleidung mit zu nehmen, ein warmer Schlafsack ist sicher kein Luxus. Ansonsten wirst du merken, dass das Wetter mit jedem Tag spürbar wärmer wird.

Grüße,
Andreas

Guest
26.01.2004, 20:08
Bin den Singalila Trek vor einigen Wochen gelaufen. Eine echte Überraschung - ein traumhafter kleiner Spaziergang mit gigantischen Ausblicken auf die ganzen Riesen. Der Trek geht leider einige Tage über einen Jeeptrail, der aber nicht (oder fast nicht) befahrbar ist.

Neu ist die Entryfee von Rs100 und die Auflage einen zertifizierten Guide dabei haben zu müssen (Standard Rs250/Tag incl Unerkunft und Food für den Guide). Wir sind bereits einen Tag unterwegs gewesen, als wir am Checkpost zum National Park ankamen. Der grimmig wirkende Mann vom Forest Department liess nicht mit sich handeln (nahm auch kein Baksheesh). Wir haben uns dann lose und für ein paar Rupees einer Indischen Reisegruppe angeschlossen, die uns mit über die Checkposts genommen hat. Ärgerlich, denn ein Guide dort ist good for nothing, der Weg ist einfach zu finden und Unterkünfte auch (übrigens sehr komfortable Berghütten - Überraschung!). ¤*#Das Essen weiter oben besteht hauptsächlich aus Dal Bhat (na zumindest im Winter). Es ist ziemlich viel Militär dort oben zur Zeit, wegen der Maoisten aus Nepal, die sich in den indischen Bergen verstecken. ohne Guide könnte man da eventuell bis ziemlich sicher Probleme bekommen, weil man öfters über die Nepalesische Grenze muss. Die Soldaten waren aber im Ganzen sehr freundlich und sahen alle ein wenig verfroren aus. Sobald die Sonne weg war, hat´s dann auch wirklich gefroren. Die beiden Optionen waren dann Schlafsack oder Küchenfeuer. Wir haben auf dem Weg vielleicht 10 andere Trekker getroffen (nur Inder), die Dimensionierung der Hütten lässt aber einen Ansturm zur Hochsaison vermuten? Schlafsack kann man sich auch in Dajeeling leihen (Rs30/d).

Viel Spass

Jochen

Andreas
26.01.2004, 22:03
@ Jochen:
Jetzt bin ich ganz perplex, dass plötzlich ein Guide verlangt wird. In anderen Gegenden werden die Restriktionen zunehmend gelockert; dass hier die Bestimmungen angezogen werden, kann meiner Meinung nach nur mit dem Maoistenproblem zu tun haben. Denn natürlich ist es hier ein 'Grüne Grenze' und ich nehme an, dass die indischen Soldaten in erster Linie dazu da sind, den Maoisten ein potentielles Rückzugsgebiet zu verwehren. Dass der Weg genau entlang der Grenze geht, was bislang ja nie ein Problem. '98 gab es nicht mal Checkpoints (außer in Manebhanjang, gleich am Anfang, wo man sich registrieren muss). Sind diese Checkpoints nur am Kamm oder auch bei Ramam und Rimbik?
Noch ein Frage: Wird einem der Guide behördlich zugeteilt, oder kann man ihn wenigstens 'auswählen'?

Andreas

Heiko
27.01.2004, 12:09
also unter:
http://www.sikkimtrekking.com/faq.htm
gibts es hierzu folgende Info:
Do I need a trekking permit and do I need to be in a group?

Yes. If you are planning to go trekking in Sikkim, then you will require to have a trekking permit. The Government of Sikkim also requires you to be in a group of minimum four people and travelling through a recognized agency of Sikkim and will issue permits to such groups only. We can however arrange for a group of two also but under special cases only. You will also require a separate passport size photo for your trekking permit.

Unsere Erfahrungen aus 2000:
Singalila - ohne Guide/Permit damals kein Problem
Dzongri - mit Guide/Permit Kontrolle beim Betreten des Nationalparks

Unsere Gruppe bestand aus 2 Personen!!

Andreas
27.01.2004, 13:32
@ Heiko:
Ja, genau! Für den Dzonogri-Trek (und die anderen Treks nördlich von Gangtok; z. B. Greenlaketrek) benötigte man immer schon ein Permit und eine recongnised agency. Anders für die nicht extra ausgewiesenen Routen (z. B. Dentam > Pelling > Kecheopari > Yuksom > Pemayangtse > Pelling, etc.), denn hierbei handelt es sich um 'freie' Gebiete, soweit man ein gültiges Sikkimpermit besitzt.

Überrascht war ich von Jochens Aussage, dass nun sogar für den Singalilatrek ein Guide verlangt wird. Würde mich interessieren, ob dies nur am eigentlichen Singalilarücken notwendig ist oder auch auf den Tal-Etappen (Rimbik > Ramam > Gorkhey).

Andreas

Guest
27.01.2004, 21:49
@andreas

In Maneh Bhajang sind wir einfach am checkpost vorbei gelatscht. Da sass gerade keiner. Ungemütlich wurde es erst zum Eingang in den National Park (war das in Kalipokhari?). Die übrigen checkposts waren am Kamm, mit Schranke, Stacheldraht, Sandsäcken und allem Drumherum. Indische Soldaten sehen ja oft so ein bisschen grimmig aus, sie waren allesamt aber ganz nett. Der Führer der indischen Trekkinggruppe, der wir uns lose angeschlossen hatten, musste mit denen verhandeln, dass wir abends alleine Spaziergänge machen konnten, die im Grenzgebiet waren. Keine Ahnung, ob das ohne ihn so geklappt hätte..
Ja, es ist tatsächlich wegen der Maoisten, die in Indien ihr Dal Bhat essen und in Nepal Unruhe stiften. Blöd, dass die Nepalesische "Regierung" zur Zeit es kaum geregelt bekommt, KTM in den Griff zu bekommen, geschweige die Regionen, die weit entfernt sind.

Komischer Weise soll es auf der Rimbik-Seite auch einen Checkpost vom Forest Department geben, den muss ich aber verpasst haben. Ich habe von einigen Spaniern gehört, die dort dem Officer Prügel angedroht haben, nix bezahlt haben und einfach vorbeigelaufen sind, die waren aber nur um Gorkhey herum unterwegs (true story?)

Den Guide kann man sich selbst aussuchen! Es gibt zahlreiche in Maneh Bhajang und in den anderen Dörfern, nicht jedoch in dem Kaff, wo der National Park anfängt (sind nur ein paar Häuser). Wir haben dort gefragt und ein Dorfjunge wollte sich für als Porter ausgeben. Hätte vielleicht geklappt, dann ist aber die Reisegruppe mit zertifiziertem Führer aufgetaucht, was die Rettung war. Die Mütze vom Forest Department wollte tatsächlich, dass wir umkehren und uns einen Guide besorgen. Bei nem anderen Officer wäre das wahrscheinlich auch mit Baksheesh gegangen. Der Preis für einem Führer scheinen kaum verhandelbare 250 Rups zu sein. Bloss nicht die Tour in Dajeeling buchen, die rechnen glaube ich mit 30 USD pro Nase und Tag. Wir mussten den Guide ja nicht bezahlen, so sind wir mit etwa Rs 200 am Tag mit satt Essen und Übernachtung dabei gewesen.

Aber: Bloss nicht abschrecken lassen, die Wanderung ist grossartig. Und was wäre das Reisen wenn nicht ein bisschen Hürden zu überwinden wären!

Jochen

Guest
27.01.2004, 21:53
Nachtrag: Die checkposts am Kamm sind alle Militär und mit Passkontrolle und Registrierung.....

Andreas
28.01.2004, 08:31
Danke Jochen, für die detaillierte Schilderung!
Als wir damals unterwegs waren, gab es außer in Manebhanjang keine Checkposten. Ganz egal, ob du die Route über Tonglu (Indien) oder über Jaubari (Nepal) nahmst oder ein wenig nach Nepal hinein abstiegst, niemand interessierte sich dafür, was du tust.
Es tut sicher nicht weh, 250 R für einen Guide zu bezahlen, aber man fühlt sich halt nicht mehr so frei wie früher, nehme ich an.

Meine Frage bezüglich Rimbik stellte ich deshalb, weil ich davon ausgehe, dass nepalesische Kämpfer (Maoisten) kaum so weit ins Landesinnere vordringen werden und eine Kontrolle aus militärisch-politischen Gründen wohl nicht notwendig ist. So ist wenigstens die Talroute 'frei' zu begehen.

Andreas