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Vollständige Version anzeigen : Frage auch hier: Hochgebirge mit Rollstuhl?


silkroad
17.08.2011, 17:09
Hallo ihr :)

bin neu hier, und würde euch gern gleich mal um eure Hilfe bitten:
Suche Trekkingtouren bzw. Höhenwege die mit einem Rollstuhl zu bewältigen sind. EINZIGES entscheidendes Kriterium für mich ist dabei die Wegbreite - diese sollte 60cm nicht unterschreiten, sonst wird´s eng :roll:
natürlich sind höhenmeter und wegbeschaffenheit etc. auch wichtig - aber sekundär, was von der Wegbreite her geht ist theoretisch möglich :)

find da ganz wenig tourentipps im netz. die so genannten "Wanderungen für Rollstuhlfahrer" sind meist ziemlich .. ähm, bescheiden und habem mit Bergwandern wenig zu tun (wenn ich mit dem Rolli zur Arbeit fahre, lege ich mehr Wegstrecke zurück als in manchen solchen "Wandertipps für Rollstuhlfahrer" vorgeschlagen ...

Suche nach Höhenwegen, im Idealfall sogar Wege auf Gipfel .. je höher desto besser :D Hoffe ihr habt da den einen oder anderen guten tipp für mich!

gruß aus dem schönen innsbruck
roman

erftwanderer
17.08.2011, 17:28
Hallo Roman,

als Fußgänger kann ich mich natürlich nicht in die Rolle des Rollstuhlfahrers versetzen. Gelegentlich rutscht einem schon mal die Bemerkung heraus "Der Weg geht auch mit Rollator", wenn man einen leichten Weg bezeichnen will.

So, genug des dummen Dahergerede. Ich war vergangene Woche auf der Seiser Alm. Als Tiroler wirst du sie vielleicht kennen. Wenn es irgendwo geht mit Rollstuhl, dann da, schätze ich. Ich weiß ja nicht, was du noch ohne kannst, aber an einigen Stellen fahren Gondeln hoch, wo ein zusammenklappbarer Rolli vielleicht mitfahren kann. Und die Panoramaweg dort oben sind meistens in gutem Zustand. Erkundige dich einfach mal.

Viel Glück
Klaus

Harp Booth
17.08.2011, 19:20
Hallo Silkroad,

willkommen im Forum!
Mir fehlt jetzt jedes Gefühl dafür, wie geländegängig Du mit de Rollstuhl bist, insbesondere was die Wegbeschaffenheit anbelangt und eventuelle Unterstützung

Aber vielleicht eine Anregung, die Du weiter recherchieren kannst.

Wir waren neulich mal wieder in Mittenwald zum Mountainbiken und haben dabei eine weitere ehemalige Jagdhütte von König Ludwig besucht. Das Soiernhaus.

Was beim Auftsieg (natürlich nicht über den Lakaiensteig) auffällt, ist das der Weg durchweg sehr breit ausgebaut ist und zumindest früher mal ordentlich befestigt war. Hier kommst Du zumindest bis zum Soiernsee. Der Aufstieg zum Haus ist dann zu steil und schmal.

Allerdings weiss ich nicht mehr genau wie breit das Stück das das Geröllfeld quert nun tatsächlich ist. Hier war der Weg wohl mal abgerutscht.

Ansonsten ist er teilweise auch in den breiteren Stücken mit Geröll versetzt.
Hier braucht es sicherlich mal Schiebeunterstützung.

Bis zum Steigeinstieg an der Materialseilbahn der Hütte ist es eine Tour über befestigte Forstwege...allerdings recht lang vom Tal aus mit einigen Höhenmetern.

Ähnliches haben wir beim Schachen erlebt. Ich schätze mal der König lies sich gerne über die Wege in einer Sänfte hochtragen bzw. ritt hoch.

Vielleicht gibt es in der Region ja noch weitere Jagdhütten mit gut erhaltenen Zustiegswegen in dieser Breite.

Schön gelegen sind Sie allemal.

Wie gesagt nur als Anregung für weitere Recherchen.

Gruss Harald

OmaMone
17.08.2011, 20:43
hallo,
wahrscheinlich kennst du es schon - aber es gibt im kaunertal ein rolli-roadbook mit unterschiedlichen touren in unterschiedlichen schwierigkeitsgraden.
http://issuu.com/weisseespitze/docs/rolli-roadbook#embed
gruesse
omamone

Wolfg
18.08.2011, 07:06
Hallo Roman!

Für Wandertouren kann ich dir das Raurisertal empfehlen, steilere Anstiege für Rollis, aber zu fahren, da es Forststraßen gibt. Ich kenne deine Konition nicht, dies musst du selbst entscheiden und dich dann auf der unten von mir angegebenen Seite informieren.
Für Rollis findest du im Raurisertal auf alle Fälle Routen.

Für Rollstuhl geeignet ist hier z.B. das Krumltal, Tal der Geier.
Ebenso das Seidlwinkeltal bis zum Tauernhaus.
Talschluss Kolm Saigurn, bedingt tauglich, kürzere Stecke bis zur Durchgangsalm.
Entweder von Rauris aus rauf bis zur Schwarzwand (weit, steiler Forstweg) oder mit der Gondelbahn rauf bis zur Heimalm oder Hochalm und Schwarzwand.

Am besten soll dir der Tourissmusverband eine Wanderkarte, eine Liste barriererfreier Hotels und Prospekte schicken.

Schau dir mal die Seite vorab mal an: www.raurisertal.at (http://www.raurisertal.at)

LG, Wolfgang

silkroad
18.08.2011, 08:33
Wow, erst mal danke für die schnellen Antworten hier :) werd mir das mal in aller Ruhe bei weiteren Recherchen ansehen. Ich hoffe, dass ich dieses Jahr im September noch einige Tage finde, um die eine oder andere Tour mal zu probieren.

Das "Rolli-Roadbook" vom Kaunertal kenne ich, hab in der Weissseespitze auch schon zwei mal Urlaub gemacht. Ist wirklich sehr schön dort (und auch für Nicht-Rollifahrer zu empfehlen ...). Aber die Touren sind mir dort durch die Bank .. hm, zu wenig alpin. Ich weiß, es ist vermutlich nicht so einfach, in der Region in der ich im Moment suche, passende Wege zu finden ... aber es muss ja doch den einen oder anderen geben :cool:

Seiseralm und Soiernhaus klingt mal ganz gut, ist auch nicht so weit weg, werd mir das mal genauer ansehen ... Rauristal weiß ich im Moment nicht mal wo das ist (sollte aber doch herauszufinden sein :roll: ) ... soweit mal vielen Dank für diese Tipps, wenn euch noch was einfällt, nur raus damit - bin für jeden Hinweis dankbar!

PS: Kennt von euch wer den "Zirbenweg" vom Patscherkofel (Innsbruck) zum Glungezer? Bin den vor gefühlten 100 Jahren mal gegangen, kann mich aber nicht mehr genau an den Wegzustand erinnern ...

silkroad
18.08.2011, 08:35
Hallo Silkroad,

willkommen im Forum!
Mir fehlt jetzt jedes Gefühl dafür, wie geländegängig Du mit de Rollstuhl bist, insbesondere was die Wegbeschaffenheit anbelangt und eventuelle Unterstützung


Danke übrigens für das Verlinken von den beiden Themen :)
Hm, wie geländegängig .. gute Frage, mein Motto ist: Alles, was nicht zu schmal ist, ist auch irgendwie zu schaffen - eventuell auch mit Unterstützung :) :cool:

leofranz
18.08.2011, 14:22
Hi,

ich wollte vor Jahren mit dem MTB vom Patscherkofel zum Glungezer über den Zirbenweg fahren - habe aber dann aufgegeben. Das Problem ist nicht die Wegbreite, sondern Stufen und große Steine.
Leider darf ich keine Links posten, aber wenn du unter w w w [ . ] rollrinn [ . ] at auf "Bilder > RRita" (im Moment 2. Eintrag von oben) gehst, dann sieht du ein paar Bilder von einem Rollifahrer am Zirbenweg. Ich finde den Bericht nicht mehr, aber soweit ich mich erinnern kann, sind die mit der Patscherkofelbahn hinauf, und über den Zirbenweg zur Neunerspitze.

Reizt dich die Höhe oder die Herausforderung eine schwierigen Weg zu schaffen?

auf w w w [ . ] geo-coaching [ . ] net gibt es "barrierefreie" Touren und wenn du unter MTB Touren reingehst, kannst du Touren mit wenig Höhenmeter und geringer Schwierigkeit auswählen.

lg Leo

silkroad
18.08.2011, 15:16
hi leofranz
danke für die info .. werd mal schauen ob ich da bilder oder sogar den bericht finde.
steine bzw. stufen sind bewältigbar (mit unterstützung)

zur frage "höhe oder herausforderung" .. beides, eigentlich. aber in erster linie geht es um die höhe, das gefühl, "hochalpin" am weg zu sein .. und wenn es nur ein besserer spazierweg ist ...

war vor meinem unfall viel in den bergen, je höher desto besser ...

OmaMone
18.08.2011, 20:22
...vielleicht meinte leofranz diesen artikel
http://www.tirol.at/xxl/de/774255/_id/1399139/index.html

gruesse
omamone

PS: vielleicht setzt du dich mal mit veit in verbindung. ich hatte mal vor jahren beruflich kontakt mit ihm - er ist viel mit handbike auch in den alpen unterwegs, aber vielleicht hat er dabei auch schon mehr erkundet als die alpenpaesse.
http://bike-o-matic.blogspot.com/2009_07_01_archive.html

und hier sind ein paar wanderempfehlungen zur seiser alm - ich war vor jahren dort unterwegs und hatte die meisten wege als breit und einfach in erinnerung, aber das kann auch ein wenig taeuschen, da wir ansonsten in den klettersteigen in den dolomiten unterwegs waren.
http://www.seiser-alm.it/de/berge-wandern/friedrich-august-weg-von-saltria-zum-sellajoch.html
http://www.seiser-alm.it/de/berge-wandern/wanderung-am-plattkofel-und-langkofel.html
aehnliches gilt fuer den rundweg um die zinnen
http://www.pustertal.org/de/berge-wandern/drei-zinnenumrundung.html

und alleine wirst du es ja bestimmt nicht machen, sondern wenn es eng wird, eine (oder zwei) helfende haende dabei haben.

silkroad
18.08.2011, 20:50
...vielleicht meinte leofranz diesen artikel
darfdenlinkníchtposten :)

gruesse
omamone


danke, hab den auch gefunden bei einer internet-recherche :)
super, der tipp mit veit, werd den unbedingt mal kontaktieren!

Freu mich jetzt auf Samstag, da schau ich mir mal den "Innsbrucker Almenweg" an, auf ca. 1500m mit relativ moderaten steigungen und forstwegen von alm zu alm :D

Florian Martin
19.08.2011, 09:18
Das Karwendelhaus (von Scharnitz oder Hinterriss) sowie manch andere Hütte ist ja mit dem (Gelände-)wagen und damit vermutlich auch mit dem Rollstuhl zu erreichen. Was aber vielleicht nicht ganz Deiner Vorstellung von Hochgebirge entspricht?

Gruss!

silkroad
19.08.2011, 09:48
Hi Florian, danke erstmal für die Anregung :)
Also klar, es wird sicherlich in diesem Herbst die eine oder andere Hütte auch werden, wo sich eine entsprechende Forststrasse oder ähnliches hochzieht ... is zwar meistens eher unspannend, aber für den Anfang ganz OK (ausserdem super Konditraining, 400 oder 500 Höhenmeter eine schottrige Forststraße rauf ist echt ZACH mit dem Rolli ...)

erftwanderer
19.08.2011, 10:08
Hallo Roman,

habe mir auch noch mal den Meraner Höhenweg durch den Kopf gehen lassen, den ich verg. Jahr gemacht habe.

Auf dem Teilstück von Pfelders bis etwa Vernuer könnte ich mir einen Rolli gut vorstellen. Dann aber weiter westlich geht es nicht. Die Wege sind z. T. sehr schmal und es geht durch das Tal der 1000 Stufen. Oberhalb von Vorderkaser (Jägerrast) verläuft der Weg auf einem alten Militärpfad, relativ breit, aber sehr holperig. Leider wurde der kleine Tunnel am Eisjöchl gesprengt, sodass man dort ein kurzes Stück die Hände zu Hilfe nehmen muss.

Auch die westliche Seite des Sarntaler Hufeisens wäre geeignet, von Sarnthein, bzw. Jennesien zur Meraner Hütte. Dann wieder vom Penser Joch zum Weißkogel und zurück. Die östliche Seite vom Penser Joch zum Rittner Horn geht nicht. Danach bis Oberbozen sollte es wieder gehen.

Gruß
Klaus

OmaMone
19.08.2011, 10:09
OT: ...darf ich mal neugierig sein, was hast du fuer eine bereifung? und welchen stuhl faehrst du?
gruesse
omamone

Florian Martin
19.08.2011, 10:10
super Konditraining, 400 oder 500 Höhenmeter eine schottrige Forststraße rauf ist echt ZACH mit dem Rolli ...)

Hallerangerhaus! Ist schon ohne Rollstuhl ein Anstieg, der viel fürs Geld bietet;). Ausserdem sehr nette Wirtsleute. In der Hütte dürfte es mit Rollstuhl schwierig, aber nicht unmöglich werden (kommst Du ohne Stuhl allein eine Treppe hinauf?, Gaststube im Erdgeschoss, Zimmer/Bad eine Treppe rauf).

silkroad
19.08.2011, 10:14
Hey, danke für die Tipps - vor allem der Hinweis auf den "Meraner Höhenweg", den hab ich mir in den letzen Tagen im Internet öfters angsehen .. das wäre natürlich richtig stark wenn er gehen würde! Werd mal wegen der genannten Etappen direkt bei den Hütten anrufen, danke nochmals!

Hallangerhaus - ist notiert :) kenn ich sogar von "früher", also von vor meinem Unfall - wäre cool, dort wieder mal hinzuschauen!

@OmaMone: Mein "Wanderrollstuhl" ist im Moment ein Starrrahmenrollstuhl von Sopur (der "Argon" falls dir das was sagt) .. Bereifung hab ich im Moment normale "Marathon Plus" von Schwalbe, sobald aber etwas mehr Geld da ist, würd ich mir Mountainbike Bereifung mit entsprechendem Profil drauftun :)

Jens
19.08.2011, 10:29
Kennst Du diese Seite ?
http://www.david-kraemer.net/david/wandern/wandern.htm


lG
Jens

OmaMone
19.08.2011, 10:46
hallo roman,
immer noch OT ;)
ja den rolli kenn ich. schoener leichter, gut haendelbarer stuhl. hatte schon ueberlegt, ob du den einen küschall vielleicht mit federung faehrst und ob das im gelaende dann doch rueckenschonender ist.
und bist du mit der schwalbe marathonbereifung zufrieden? gerade so im schotter und von "stein zu stein" stell ich mir es spannend vor, da die belastungsverteilung doch anders als beim radfahren ist. ich fand, als ich es mal probieren konnte (berufliche neugier), es deutlich anstrengender mit den cross-bereifung zu fahren, aber das ist wahrscheinlich wie beim rennrad- oder mountainbike fahren - man muss durch den rollwiderstand einfach mehr strampeln / oder mehr armkreaft aufbringen:schwitz:
gruesse
omamone

silkroad
19.08.2011, 11:36
hi jens, danke ja - die seite ist auch schon in meinem favoritenordner gespeichert :)

omamone, was machst denn beruflich? (wenn schon OT dann RICHTIG :cool: )
die MTB bereifung hat sicher auf asphalt einen höheren rollwiederstand, keine frage. aber ich hoffe, dass auf schotter (und vor allem dann auch schneematsch, schlamm oder ähnliche untergründe) die haftung höher ist ... das reifen durchdrehen kostet doch viel kraft (und nerven :roll:)
und mit federung geht gar nicht, is ja viel zu "luxuriös" :) ... so wenig wie möglich und das so einfach wie möglich ... federung geht mM nach dann nur mal kaputt und dann hast den salat. ausserdem ist jedes gramm an zusätzlichem Gewicht doof

OmaMone
19.08.2011, 11:54
ganz schoen OT: ;)
FÜ rollstuhlsport; dozent in dem bereich bei der trainer- und übungsleiterausbildung, habe mich im rahmen von forschungsarbeit mit kinderrollstuehlen (konstruktion etc) und mit leistungsdiagnostik und bewegungsdiagnostik im rollischnellfahren beschaeftigt und spiele selbst seit ein paar jahren als fussgaenger rollstuhlbasketball.
habe nicht die kraft in den armen wie ein aktiver rollifahrer und kenne durchdrehende reifen bei naesse aus eigener erfahrung :D tja und was die federung angeht, weiss ich auch immer nicht, ob das mehr an gewicht auch das mehr an komfort und gesundheit mit sich bringt. und es ist, wie du schreibst, auch wieder ein (zusaetzliches) mechanisches teil, was kaputt gehen kann.

und darueberhinaus finde ich es immer wieder schoen zu sehen (klingt gerade bloed, aber mir faellt keine andere formulierung ein), das es menschen im rolli gibt, die aktiv sind, unterwegs sein wollen und dabei ihre (neuen) grenzen ausloten. dabei kann auch mal was schief gehen, aber das passiert uns fussgaengern auch.
deshalb schau ich immer mal auf veits seiten, was er gerade mal wieder anstellt. und werde wohl nie vergessen, das wir vor vielen jahren auf dem elbrus ein paar russen getroffen haben, die mit selbst gebastelteten ski-sitz-konstruktionen sowohl auf dem elbrus als auch auch (glaube ich) auf dem kasbek waren. ich haette gern mein eigenes gesicht gesehen, als mir auf der prijut 11 in der ersten etage ein rollifahrer mit einer doppel-oberschenkel-amputation (ein anderer hatte polio und der dritte eine querschnittslaehmung) entgegen rollte. am abend habe ich ihnen dann loecher in den bauch gefragt. und natuerlich hatten sie eine menge helfer dabei, sind aber mit eigener armkraft hochgekommen.

gruesse
omamone

Florian Martin
19.08.2011, 12:46
weiter OT;): Hier ein Kerl, der nicht nur Paralympischer Meister im Schwimmen ist, sondern auch den 90 km langen Vasalauf (Langlauf) gefahren ist, ausschliesslich mit Doppelstocktechnik versteht sich, und dass nicht nur trotz einer niedrigen Querschnittslähmung, sondern auch mit halbierter Lungenkapazität. Homepage leider nur auf schwedisch: http://andersolsson.se/blogg/?page_id=3