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Vollständige Version anzeigen : Touren in Peru


jackzilly
08.08.2011, 21:13
Hallo zusammen,

fahre im Oktober für 4 Wochen nach Peru. Habe nun einmal alle standart Reiseziele ein wenig studiert. Irgendwie gibt es aber leider so viel, dass ich die übersicht leicht verlier. Ausserdem möchte ich auch nicht unbedingt typische reiserouten machen.
Habt ihr für mich hier evtl. ein paar Geheimtipps? Möchte auf jeden fall folgende Punkte machen:
- Ne runde Surfen am Pazifik (2-3 Tage)
- Trekking-Tour im Amazonasursprung (2-3 Tage)
- Machu Pichu (Trekking)
- 1-2 Hochtouren (ein Berg über 6000)
- sonstige must seen die wir nicht verpassen dürfen

Noch zusätzliche Hinweise:
- Sind nicht unbedingt sehr finanzkräftig (studenten), aber auch nicht sehr anspruchsvoll bzgl. unterkünfte
- Wenn möglich grosse Touristenströme und Guides verhindern
- Sind sehr Alpinerfahren
- Sollte auch bei allem eine ordentliche Herausforderung sein (Also Touren mit ordentlichen Niveau)
- Kann mit jeder Art von Sportart kombinierbar sein (Mountainbike etc.)

Für jeden Tipp wär ich euch sehr Dankbar

Grüsse
Otto

nilsfoell
10.08.2011, 20:29
Hi Otto,

Du suchst natürlich schon irgendwie eine "eierlegende Wollmilchsau", aber ich versuche mal ein paar Tipps.

Die Standard-Route (und obwohl sie so überlaufen ist, empfehle ich sie immer wieder) ist das Dreieck im Süden: Arequipa, Titicacasee und Cusco (Machu Picchu). Das kann man alles ganz gut verbinden, Titicacasee (Puno) liegt quasi auf dem Weg, ich finde es dort nicht ganz so besonders (für schönere Ecken des Sees braucht man dann schon wieder mehr Zeit) und daher reicht ein Tag dort. Wenn Du in Cusco anfängst, dann musst Du natürlich dort 2-3 Tage Akklimatisierungszeit einrechnen. Aber das schöne daran ist, dass man direkt über Lima "reinfliegen" kann und dann schon einmal das Highlight hat (wenn man es andersrum macht - Cusco am Schluss - kann es hinten raus ziemlich knapp werden, da dort oft Streiks etc. sind). Was Deine Wünsche betrifft, könntest Du auch hier die Berge in's Spiel bringen - relativ lohnende 6000er sind bei Arequipa (Coropuna, Ampato).

Aber grundsätzlich würde ich dafür eher die Cordillera Blanca empfehlen. Ist meine Lieblingsgegend in Peru. Wenn Ihr dann vorher schon die Südtour gemacht habt, dann seid Ihr schon gut akklimatisiert und könnt relativ direkt loslegen. Dort empfehle ich übrigens Mountainbiking von Caraz aus (es gibt zb die Möglichkeit mit dem Bus auf 4000m zu fahren und dann mit dem Bike wieder runter auf 2000m...).

Zu Amazonas kann ich leider nichts sagen. Vielleicht mal Puerto Maldonado prüfen - ist ja auch im Süden und vielleicht als Abstecher von der "Standard-Route" möglich. Aber Iquitos zb wäre schon wieder eine Reise für sich und in diese 4 Wochen und bei niedrigem Budget nicht unterbringbar.

Surfen: Könnt Ihr es schon? Grob gesagt, gibt es drei Hauptecken: Lima und südlich davon (aber im Oktober normalerweise noch ziemlich kalt); Trujlio (Huanchaco) bis Pacasmayo (dort ist auch das weltberühmte Chicama - aber erfordert schon Können); oder ganz im Norden in Máncora und Umgebung. Letzteres ist von den Stränden am schönsten und mit dem wärmsten Wasser (was zu dieser Zeit nicht unwichtig ist). Aber das wäre schwer kombinierbar mit dem Restprogramm, höchstens per Flug. Durch Lima kommt Ihr sowieso und die Ecke Huanchaco könnte man noch ganz gut mit der Cordillera Blanca kombinieren (dann Bus von Huaraz direkt nach Chimbote nehmen).

Kurz gesagt, mein Vorschlag: knapp 10 Tage für die "Südroute" einplanen und dann über Lima nach Huaraz (dort bergsteigen) und dann an den Pazifik zum Surfen. Aber weiß nicht, wo der Amazonas reinpasst. Reihenfolge kann man natürlich auch umgekehrt machen, aber so seid ihr a) akklimatisiert vorm Bergsteigen und b) habt Ihr die "must sees" schon abgehakt und könnt freier über den Rest der Zeit verfügen.

Auch wenn ich Cordillera Blanca/Huaraz empfehle, ist eigentlich Arequipa meine Lieblingsstadt im Land. Und die nahen Vulkane inklusive Colca-Canon sind schon ein Eldorado zum Trekking und Bergsteigen (allerdings nicht sehr technisch - verglichen mit Huaraz).

Wegen Budget: günstige Hotels gibt es ja überall. Was als einziges richtig in's Geld geht, ist Machu Picchu.

Nils

jackzilly
15.08.2011, 20:53
Danke erstmal für die ausführliche Info.

Hab nun schon von mehreren Seiten gehört, dass der Salkantay trail eine gute alternative zum inka trail wäre. Erstens nicht begrenzt, zweitens nicht so überlaufen, drittens auch ohne guides machbar. Habt ihr hierzu noch ein paar Infos oder sonst. Alternativen?

Dann zur Cordillera Blanca Gegend. Habt ihr hierzu evtl. genaue Tourentips. Am besten auch eher auf eigene Faust, da wir doch ordentliche Bergerfahrung haben und nicht unbedingt mit 20 unerfahrenen, nicht ausdauerenden touristen eine wanderung machen wollen. Und welcher 6000er so am spannendsten zu machen wäre. Also falls jemand schon einmal ähnliche touren gemacht hat, wäre ich für jede info dankbar...
Auch nähere Infos zu Mountainbiking von Caraz wäre ich sehr dankbar.

Grüsse aus dem Süden

raptor kev
28.10.2011, 19:31
Hallo zusammen,

ich bin auch auf der suche nach nem schöne tripp ( im moment fällt die wahl auch auf peru )
aber gibt es auch schöne trekkigrouten die man ohne einen guide machen kann da ich gelesen habe das man den Salkantay trail nicht alleine gehen kann/darf!?

gruß kevin

bernieHH
29.10.2011, 07:18
aber gibt es auch schöne trekkigrouten die man ohne einen guide machen kann da ich gelesen habe das man den Salkantay trail nicht alleine gehen kann/darf!?


Hallo Kevin,

das stimmt nicht, den Salcantay Trek kann/darf man sehr wohl alleine gehen. Übrigens darf man alle Treks alleine gehen, die nicht den Inka Trail berühren, auch wenn einem manchmal ziemlich aufdringlich versucht wird einen Guide aufzuschwatzen wenn man von einen beliebten Trekkingstartpunkt loslaufen will.

Empfehlen kann ich eine Tour in der Vilcanota.
Bilder und Infos habe ich hier:
http://www.trekkingforum.com/forum/showpost.php?p=125957&postcount=5

detaillierter und mit mehr Fotos findest du den Trek hier:
www.trekking.magix.net

gruss Bernd

raptor kev
29.10.2011, 18:36
Netter track!:up:

sieht sehr gut aus und wäre auch was für mich! wie hatte es bei der ganzen orientierung geklappt?
nur mit karte und GPS?

gruß kevin

bernieHH
29.10.2011, 22:51
Wir sind nur mit Karten gegangen, ohne GPS.
Leider sind in Cusco aber nur schlechte Karten erhältlich:(

gruss Bernd

raptor kev
30.10.2011, 20:47
nicht schlecht!
da ich mir schon denken kann das es nicht wirklich gute karten gibt!
wie siehts mit der beschaffenheiten der wege aus und vor allem welche ausrüstung/bekleidung hattet ihr dabei?

gruß kevin

bernieHH
31.10.2011, 19:22
vor allem welche ausrüstung/bekleidung hattet ihr dabei?


Normale Trekkingausrüstung, dazu gehören Trekkingstiefel, Zelt, Kocher, warme Kleidung und einen Schlafsack der bis unter minus 10 Grad warmhält.



wie siehts mit der beschaffenheiten der wege aus


die ersten dreieinhalb Tage auf dem Ausangate Circuit wanderten wir auf schmale Pfade, die an paar Stellen auch mal undeutlich waren. Die Pfade werden täglich von Einheimischen benutzt, die dort leben, aber auch von Trekkern. Die Wege sehen aber wesentlich weniger ausgetreten aus und werden auch weniger begangen wie zum Beispiel der Salcantay Trek. Auf den Ausangate Circuit haben wir pro Tag etwa eine organisierte Trekkinggruppe getroffen und auf den ganzen Trek verteilt einmal Individualtrekker. Du siehtst also, Organisiertes Trekking ist in Peru die Regel, Individualtekking eher die Ausnahme, aber es gibt sie. Wegmarkierungen wirst du allerdings vergeblich suchen.
Die Pässe am Ausangate Circuit (bis 5100 m) bieten bieten außer der Höhe keine Schwierigkeiten.

Nachdem wir den Ausangate Circuit verließen wurde das Gelände vom Anforderungsniveau ein völlig anderes Kaliber. Mischung zwischen wegloses Gelände und schmale Pfade. Der vierte Pass zur Laguna Sibinacocha war eine hochalpine Route, weglos, sehr steil und mit Kletterstellen, nicht machbar mit Lasttieren. Von Shallacancha existieren aber Routen über andere Pässe zur Laguna Sibinacocha die deutlich einfacher sind und auch mit Lasttieren passierbar.
Durch den Korridor langes Wandern über Geröllmoränen, entweder weglos oder vage erkennbare Route, gelegentliche Steinmänchen die schwer zu finden sind wenn man nicht genau darauf achtet. Tagelang am Stück über 5000 m Höhe oder knapp darunter, ohne Möglichkeiten tiefer abzusteigen. Wir haben tagelang keine Menschen getroffen.

Fazit
Die Normalroute des Ausangate Circuits wirst du ohne Probleme auch alleine machen können, falls dies nicht gerade dein erster Trek ist, du gut akklimatisiert bist und Erfahrung im Umgang mit schlechten Karten hast, auf denen die Pfade nur manchmal einigermaßen korrekt eingezeichnet sind, manchmal nur vage oder ungenau, aber meisten jedoch garnicht eingezeichnet sind.
Falls du mehr Erfahrung hast wirst du auch den Korridor und andere Routen alleine schaffen.

Federico
10.11.2011, 01:17
Hallo zusammen,

ich bin auch auf der suche nach nem schöne tripp ( im moment fällt die wahl auch auf peru )
aber gibt es auch schöne trekkigrouten die man ohne einen guide machen kann da ich gelesen habe das man den Salkantay trail nicht alleine gehen kann/darf!?

gruß kevin

Hallo Kevin,
ich empfehle dir den Alpamayo Track in der Cordillera Blanca und den Huayhuash Track im Süden davon. Letzterer ist allerdings anspruchsvoller und einsamer; dabei würde ich dir empfehlen, fÜr ein paar Tage einen Mauleselführer zu nehmen, damit du ohne schweren Rucksack bist; aber auf einen teuren Guide einer Agentur lässt sich verzichten, Hauptsache, du sprichst ein wenig Spanisch.

Gruss Friedrich

raptor kev
10.11.2011, 14:32
hallo friedric,

danke für den tipp werde mich dann mal über die route schlau machen! und mit spanisch sieht es dann doch schon schwierig aus aber mit englisch könnte ich sehr wol dienen!