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Vollständige Version anzeigen : Auf Tour mit Hunden


Askari
22.06.2011, 20:11
Hallo,

auch ich bin hier neu.
Wir haben drei Huskys, die mit uns bereits auf 3-Tagestouren dabei waren. Bisher aber nur im Allgäu und Schwarzwald.

Nun wollen wir die Touren ausbauen, zum einen von den Kilometern und zum anderen von der Dauer. Unser Ziel ist es uns und die Hunde für den Kungsleden fit zu bekommen bis zum nächsten Jahr.

Hat hier jemand Tipps zur Vorsorge? Mein Gedanke geht da in erster Linie in Richtung der Pfoten. Kann man hier irgendwas machen um Verletzungen durch spitze Steine zu verhindern? So wie ich gelesen habe, sind die Wege auf dem Kungsleden sehr steinig, das sind unsere Racker ja nicht gewohnt, zum mindestens über mehrere Stunden oder gar Tage. Wir werden auf jeden Fall Booties mitnehmen um im Notfall handeln zu können.

Habe schon herausgefunden, dass unser Hundefutterhersteller (Bozita) ein Hochleistungsfutter anbietet. Dieses werden wir uns dann holen. Die Hunde Tage vorher darauf umstellen. Habe schon gehört, dass man die Hunde wohl noch zusätzlich mit Fett versogen soll. Dafür werden wir dann wohl Schinkenschwaden mitnehmen.

Gibt es (ausser den Landestypischen Impfungen) noch was was zu beachten ist?

LG Askari

Daniela
23.06.2011, 07:58
Hi,

über die Einreisebestimmungen für Hunde nach Schweden bist Du informiert?
(Regeln zur Tollwuttiter-Bestimmung, EU-Heimtierausweis, Chipkennzeichnung, Entwurmung etc.) guckstu hier: http://www.sjv.se/swedishboardofagriculture/engelskasidor/animals/einfuhrvonhundenundkatzen.4.6621c2fb1231eb917e6800 04265.html

Je mehr Deine Hunde mit der Zeit an längere Touren gewöhnt werden, desto besser passt sich das Ballenhorn an die zunehmende Belastung an. Wichtig ist, dass Du langsam steigerst und die Laufleistung dann beibehältst (z.B. durch Fahrradtouren). Dünnlaufen der Ballen entsteht vornehmlich durch ungewohnt intensive Belastung. Gleiches gilt für Blasenlaufen. Das kann Dir einige Tage Zwangspause einbringen, mit oder ohne Booties. Ausreichend Booties würde ich in jedem Fall mitnehmen (auf ekligen Streckenabschnitten eignen sich Filzbooties ganz gut, sie sind leicht und weich und stören den Hund nicht wie die hohen Booties aus Neopren). Bitte vergiss alle möglichen Pfotensalben, Hirschhorntalg, Ballistol oder ähnliches. Sie weichen das Ballenhorn auf und machen es noch weicher, so dass es eher noch schneller abläuft als in normalem Zustand.

Viel Spaß,

Daniela

Rosenfan
23.06.2011, 19:12
Hi,
wie Daniela schon geschrieben hat, ist ein langsames Steigern des Trainings ganz wesentlich. Meine Hündin (Schäfer-Mix) muß dann verstärkt mit mir Rad fahren (also Asphalt) und da sie auch einen Rucksack hat wird auch dort das Gewicht langsam gesteigert. Wir sind immer im hochalpinen Bereich unterwegs, also auch viele Steine, Felsen etc und hatten noch nie Pfotenprobleme. Immer gut untersuchen auf der Strecke, so daß ihr schnell handeln könnt. Als Notfall-Booties habe ich die von Ruffwear, damit haben wir super Erfahrung gemacht, die sind sehr stabil, sitzen toll am Fuß und sind trotzdem schön flexibel. (aber eben im Gebirge noch nie gebraucht ;) ) Eine spezielle Pfotenpflege habe ich nie gemacht, eine gute Belastung/Nutzung der Pfoten baut den besten Schutz vor Problemen auf.

Frohes Trainieren,

Rosenfan

Florian Martin
25.06.2011, 22:17
Nun wollen wir die Touren ausbauen, zum einen von den Kilometern und zum anderen von der Dauer. Unser Ziel ist es uns und die Hunde für den Kungsleden fit zu bekommen bis zum nächsten Jahr.



Schöne Tour, bestimmt auch für die Hunde. Erkundigt Euch genau bzgl der Regeln im Fjäll:

http://www.fjallen.nu/besoka/hund.htm

Zwischen 1. März und 20. August müssen Hunde angeleint sein. Im Nationalpark Abisko und Sarek sind Hunde verboten mit Ausnahme angeleinter Hunde auf dem Kungsleden. Im Padjelanta sind Hunde nicth erlaubt.

Ein freilaufender Hund kann in wenigen Augenblicken eine Rentierherde auseinandertreiben, die dann in vielen Tagen wieder zusammengetrieben werden muss. Eine Rentiergruppe, die auf oder direkt am Wanderweg grast, sollte im grossen Bogen umgangen werden (acuh ohne Hund, aber ganz bestimmt mit).

God Tur!
Florian

Kristina
30.06.2011, 21:05
Hallo,

also wir sind auch immer mit unseren Hunden in Schweden unterwegs.Wir haben 2 Hunde,der eine ein MünsterländerMix die Hündin(jetzt12Monate) Mix norwegischer Elchhund/Jämthund.
Ich habe vor unserer letzten Tour unseren Tierarzt gefragt ob ich etwas beachten muss bezüglich unserer Hündin(da war sie 11 Monate alt) also wieviel kann der Hund laufen usw.
Die Hunde haben beide einen Rucksack getragen mit jeweils 2 kg und wir sind so um die 10km am Tag gelaufen(auch über Steine)
Wir haben vorher nicht dafür trainiert und auch keineBooties mitgenommen und die Hunde haben keine Probleme gehabt.
Ich denke auch das die Booties eher hinderlich sind für die Hunde weil sie nicht so einen grip haben wie die eigene Pfote.
Ich denke nicht das ein normal sportlicher Hund für so etwas extra training braucht,unsere Hunde sind die Strecke Problemlos gelaufen und hatten immer noch genung Energie um unter jedem Busch nach Lemmingen zu gucken ;)

Gruß
Kristina

caprisonne
19.07.2011, 11:23
Hallo,
was mir noch zusätzlich einfällt: vielleicht Bierhefe oder Kieselerde zufüttern??? Soll ja unter anderem gut für die Krallen sein (fürs Fell sowieso ;) )
Viel Spaß bei der Tour

momo
25.08.2011, 15:45
Hallihallo,
ich bin am Vorbereiten von "Kungsleden mit Hund" für 2013 - also an euren Erfahrungen interessiert. Allerdings ist unser Hundi die Miniausgabe von euren - Tibetterrier. Also von der Ausdauer her sollten das Huskys eigentlich ohne Probleme schaffen - ich habe da bei unserer Sportskanone auch keine Bedenken. Sind doch beides Gebirgshunde!

Pfotenschutz - viel Asphalt vorher laufen wurde mir gesagt. Wenn das am Fahrrad geht, umso besser für dich.
Ich habe noch den heißen Tip bekommen, wegen der zahlreichen Brücken Gitterrosttraining zu machen und außerdem (guck mal in meinen ganz neuen thread zum Kungsleden) sind das wohl oft Hänge-Wackel-Brücken. Sollte Hundi abkönnen, aber kann man ja trainieren. Unsern kann man zur Not um den Hals mit Standplatzschlinge und Wandergeschirr tragen, einen Husky wohl eher nicht.
Ach so, Bootfahren sollten sie auch können.
Wollt ihr mit Zelt gehen oder euch auf leere Hundezimmer in den Hütten verlassen?

Informativ finde ich übrigens das Büchlein "Trekking mit Hund" (Conrad Stein Verlag, gerade neu rausgekommen).
Bin gespannt auf eure Erfahrungen!

Askari
31.10.2011, 16:20
so, nun endlich habe ich mal wieder Zeit.
Wir sind auf Grund der Vorbereitungen die letzten 7 Tage den Westweg im Schwarzwald Etappe 1-6 gelaufen. Wir hatten je einen Rucksack mt ca. 11-13 Kg auf, je nach Versorgung (meißt 3 Tage Nahrungsmittel, Wasser gab es vom Brunnen oder Notfalls Pfütze) und die Hunde hatten Ihre Packtaschen auf mit ca. 1,5- 2 Kg. Gelaufen sind wir am Tag zwischen 18 und 25 Km. 7 Tage durchgehend ca. 130 Km , geschlafen wurde im Zelt. Tiefsttemeraturen hatten wir 2 Nächte mit max -4 Grad tagsüber bis auf 2 Tage Sonnenschein. Wir sind alle samt gut angekommen, ein wenig fix und fertig. Am 3 Tag hatten wir einen Höhenunterschied von Forbach ca 300 HM nach Badener HöHE ca 1020 HM. Ich denke das war so die schlimmste Steigung.

Nun nach 3 Tagen Erholung sind wir wieder alle samt fit für die nächste Tour.

buedi
05.01.2012, 16:29
Ich möchte dieses Jahr auch eine etwas längere Tour mit meinen beiden Hunden machen und bin noch etwas ratlos in einigen Punkten.
Das Buch Trekking mit Hund hab ich gelesen, hat mir auch gut gefallen, aber mich auch nicht so richtig weiter gebracht.
1. Kann ich mich nicht wirklich für eine Strecke entscheiden (ich möchte auf keinen Fall irgendwo hin wo viele "Spaziergänger" unterwegs sind). Habt ihr Empfehlungen für Strecken auf denen man die Hunde gut ohne Leine laufen lassen kann/darf? Sie sind keine großen Jäger, im Wald können sie aber schon mal hinter irgendwas hinterher flitzen.
2. Meine 3 jährige Hündin hat häufiger mal Pfotenprobleme. 2x die Krallen und letztens hat sie sich ein ca. 1 qcm großes Stück Hornhaut vom Ballen gerissen. Hab nun vom Tierarzt so Vitamin/Mineraltabletten bekommen. Überlege nun die Pfotenschutzschuhe von Ruff Wear zu bestellen, aber die sind so teuer, dass es schon ärgerlich wär wenn die im hohen Gras verloren gehen oder sie mit ihnen nicht laufen mag. Hat da jemand Erfahrung mit gemacht?
Sie läuft schon mit nem normalen Pfotenschutzschuh von Trixie nur noch auf 3 Beinen :-/

momo
05.01.2012, 17:34
Hallo buedi,
bzgl der Pfotenschutzschuhe kann ich dir berichten, wir haben's genauso gemacht wie im "Trekking mit Hund" steht, also angezogen, kein großes Buhei gemacht, raus, Spielzeug mit, 2-3 h draußen geblieben. Nah 5 Minuten ohne "Bemitleidetwerden" sind die Dinger vergessen. Ruffwear-Schuhe wegen der Größe unbedingt im Laden anprobieren. Es gibt nicht nur die 3 Größen, die z.B. Globetrotter anbietet, sondern nach unten (oben glaube ich auch) noch mehr. Bei Fressnapf probieren?
Die Ruffwear-Schuhe sind nicht sonderlich hoch. Je nach Behaarung "deiner" Hundebeine und nach "Haartyp" können die schon mal trotz passender Größe abrutschen. Je nach Hund kann man sie/oder auch nicht/ mit Tape befestigen. Training auf steinigem Untergrund bringt da glaube ich mehr. Ich werde die Ruffwear-Schuhe nur für den Notfall dabeihaben.
Strecken zum länger frei laufen lassen kann ich dir mangels Erfahrung keine sagen, aber wenn der Hund im Wald/bei interessanten anderen Tieren nicht sofort und in jeder Situation zu dir kommt, solltest du ihn dann von der Leine lassen? Könnte ja je nach Gegend problematisch werden ...
Viel Erfolg mit den Schuhen!

buedi
05.01.2012, 20:54
Klar ist das mit dem Jagen so eine Sache, allerdings entfernen sich meine Hunde nicht weit von mir und sie jagen auch nicht passioniert hinter allem hinterher. Nur hier bei uns im Wald sind z.B. Kaninchen und Rehe so zahm, dass sie sogar auf dem Weg noch auf einen zugehen und nur so 15m in den Wald gehen wenn man vorbei kommt. Natürlich sind die Hunde da sehr versucht. Wenn ich in Gegenden bin in denen sich das Wild so verhält wie es normal ist (nämlich wild) ist das nicht so ein Problem.
Wenn ich längere Touren (v.a. in unbekannter Umgebung) gemacht hab, dann waren die zwei eher daran interessiert in meiner Nähe zu bleiben.
Ich hab ja auch kein Problem sie in besonders brisanter Umgebung an die Leine zu nehmen, aber eben nicht 10 - 20 km am Stück. Es sollte also generell der Freilauf erlaubt sein.
Ich will ja auch nicht riskieren, dass sie irgend ein wild gewordener Jäger abknallt, entsprechend pass ich schon auf.

pepenipf
06.01.2012, 09:31
Wir haben auch die Ruffwear Schuhe. Aber bei Touren haben wir sie auch nur für den Notfall dabei. Lex hat sie im Allgäu länger getragen, da er sich eine Kralle abgerissen hatte. Allerdings ziehe ich dann immer mindestens 2 an (in dem Fall beide Hinten) damit das Gefühl und das Auftittverhalten Beidseitig gleich bleibt. Lex hatte keine Probleme, man muss sie schon gut festziehen, aber dann hat Lex auch keinen verloren, trotzdem bin ich da zugegebenermaßen immer unsicher und schaue regelmäßig ob er sie noch trägt.
Fyn trägt sie bei Schnee bei unserer Morgenrunde, da wir da eine lange Strecke über Salzgestreuten Weg müssen und er damit große Probleme hat. Er hat dann alle 4 an, am Anfang starkst er auch durch die Gegend und will nicht so recht, aber da ich halt einfach losmaschier udn er ja Gassi gehen will, ist das nach 2 Minten vergessen und er rennt ganz normal damit rum.
Viele Grüße
Nina