Vollständige Version anzeigen : Trekking im Himalaya
Guten Abend,
Ich habe gerade einen sehr interessanten Artikel zum Trekkingtourismus im Everestgebiet gefunden, wobei ähnliches wohl auch für andere bekannte Gebiete gilt.
Der Link (http://www.zeit.de/reisen/2011-04/sherpa-nepal-himalaya) führt zu dem Artikel auf Zeit.de.
Mfg domi
Gregor aus Essen
30.04.2011, 05:09
Hallo,
dann meinst du diesen Artikel?
http://www.zeit.de/reisen/2011-04/sherpa-nepal-himalaya?page=1
Ich find ihn eigentlich ziemlich einseitig und auch nicht
immer 100%ig korrekt.
Grüße aus Essen,
Gregor
die Bezeichnung des Everestes als Müllberg ist irreführend. Sie wird in meinemn Augen hauptsächlich darum so oft in den Medien verbreitet weil sich damit einfacher Sponsoren finden lassen. Denn wenn z.B Peter Müller zum Sponsor geht und sagt "hallo ich möchte auf den Everest, kannst du mir ein par Zig-Tausend Euro geben, dass ist doch eine supertolle Sache" dann guckt der einmal kurz auf und beginnt zu gähnen. Denn Peter Müller wird damit nie in die Medien kommen und ist somit für einen Sponsor als Werbemultiplikator vollständig unnütz.
Wenn man aber erzählt, das ganze Everest ist vollständig von rücksichtslosen Bergsteigern zugemüllt und wir wollen eine große Säuberungsaktion durchführen dann steigt die Chance beträchlich, dass man in den Medien beachtet wird. Der Effekt ist umso größer, je dramatischer man die Lage beschreibt und so wird kräftig übertrieben. Und am Schluss werden dann stolz die hunderte von Kilo eingesammelter vorgezeigt, die man ja zum Teil selber mit der expedition mit gebracht hat.
So entsteht ein falsches Bild.
Leider führt das dazu, dass mich dann Trekker ganz entsetzt angeguckt haben, wenn ich sagte dass ich zum EBC gehen wollte. " Wie auf diese Müllhalde, das tu ich mir nicht an" .
Und so haben sie ein großartiges Erlebnis verpasst, denn das EBC ist eben nicht eine Müllhalde, sondern bietet ein großartiges Bergerlebnis.
http://www.nepal-dia.de/BKD-Reisebericht_Khumbu/BKD-EBC_deutsch/bkd-ebc_deutsch.html :up::up:
Der Artikel ist auf jeden Fall einseitig, dass würde wohl niemand bestreiten. Jedoch finde ich das es wichtig wäre den Trekkingtourismus zu hinterfragen. Wir alle wollen möglichst viel und unberührte Natur erleben und sollten daher verantwortungsvoller mit ihr umgehen! Ein "Müllneutrales" Trekking wird wohl keiner hinbekommen, das wäre für uns dann auch nicht mehr eine so große Erholung, da man mehr schleppen müsste und eventuell nicht mehr den heutigen Komfort bekommen würde.
Ich hoffe, dass sich hier noch ein paar andere zu Wort melden ;)
Mfg domi
Gregor aus Essen
30.04.2011, 11:41
Hi,
ich versuche seit Jahren ein "müllneutrales" Trekking zu praktizieren.
Das geht eigentlich ganz gut.
Den unvermeidbaren Müll (z.B. eine Plastiktüte, ein Schokoriegelpapier etc.)
nehme ich wieder mit nach Kathmandu.
Zumindest liegt der Müll dann nicht mehr in den Trekkinggebieten rum.
Wasser gibt es (fast) nur als "boiled water" in der eigenen Alu-Flasche.
Natürlich bin ich auch an der "Produktion" von Müll beteiligt, wenn ich z.B. eine
(der von mir sehr geliebten :up::D:lecker:) Rara Noudle Soups bestelle.
Die Verpackung muss ja auch wohin.
Aber man (und frau) kann schon éine Menge tun.
Ein weiterer Faktor ist meiner Beobachtung nach das Umweltverhalten vieler Einheimischen.
Viele von ihnen haben kein Problem damit ihren Müll in ihrer Umgebung zu entsorgen.
Wohl versuch KEEP (Kathmandu Environmetal Eduction Project; www.keepnepal.org/ (http://www.keepnepal.org/) ) seit Jahren dort eine Sensibilisierung hin zu bekommen...
...aber "mühsam, mühsam ernährt sich das Eichhörnchen"....
Um noch einmal auf den Artikel zurück zu kommen:
Ich habe noch nie einen Träger, Porter, Porterguide in Nepal sagen hören,
er wäre "Sherpa" von Beruf. Ganz im Gegenteil;
sie sind stolz darauf Tamang, Newar,Gurung....etc. zu sein.
Was meinst du damit: man müsste mehr schleppen um ein "müllneutrales" Trekking hin zu bekommen?:confused:
Viele Grüße aus dem sonnigen Essen,
Gregor
Mit "Müllneutral" meinte ich, dass man seinen Müll auch wieder mit ins Tal nimmt. Nach dem was du schreibst (Müll wieder mit nach Kathmandu nehmen) bist du der Prototyp eines Trekkers, der leider nicht verbreitet ist. Bei diversen Reinigungsaktionen habe ich von Verpackungsresten bis zu kaputten Stöcken alles finden - sogar Spritzen...
Ich war selber im Herbst im Everest Basecamp und dieser war sehr sauber:up:.
Von unten sieht man natürlich nicht in obere Hänge rein, aber in den letzten Jahren gibt es immer wieder mehr Expeditionen , die den jahrelangen Müll zu Tale bringen.
Ich meine es gibt auch eine zentrale Verbrennungsstelle für den Müll, bin mir allerdings nicht ganz sicher wo dieser liegt.
Zu der Müllproblematik hat sich in den letzten Jahres einiges positiv getan.
Die Müllbergen in den Bergen, auch in der Annapurna Region sind merklich weniger geworden:up:
Oberhalb von Chomrong darf keine Wasserflaschen gekuft werden.
In den 90er Jahren sah es in Sachen Umweltschutz um einiges schlimmer aus, z.B. Sträucher die mit gebrauchten Klopapier verziert waren:down:
lG
Jens
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