Manali90
19.01.2011, 23:20
Der Parang La - Trek
Trotz z.T. schwieriger Passagen und dem Gletscherübergang ist der Trek über den Parang La der einfachste Übergang zwischen Spiti und Ladakh, in früheren Zeiten eine klassische Karawanenroute zwischen Spiti und dem Changtang und den Hochebenen Nordwesttibets. Auf der Ebene von Ladarcha, zwischen Dumla und Kiato in Spiti, soll jährlich ein großer Tauschmarkt stattgefunden haben.
Die Route ist für Tragtiere begehbar, die Zeltplätze sind wie überall auf Hochgebirgsrouten in den Transhimalaya von Futtermöglichkeiten für die Tragtiere vorgegeben (was z.B. die langen Gehtage bei der Überschreitung des Parang La und von Kyangdom nach Korzok nötig macht).
Bemerkenswert sind die imposanten Schluchten von Parilungbi und Raglungbi, die wilde Landschaft am Parang La, das „Niemandsland“ am Pare Chhu (keine Almen, keinerlei Bewirtschaftung, auch nicht durch Hirten, keine Manis, bis auf eine Ausnahme noch nicht einmal Lhatses: nur eine Pfadspur), das Durchschreiten des Pare Chhu und der erstaunliche unvermittelte Übergang zu grünem Sumpfland nach Verlassen des Pare Chhu, die grandiose Weite der tibetischen Landschaft des Changtang mit ihren Nomaden, das bei blauem Himmel blaue, klare Meer des Tsho Moriri (drittgrößter natürlicher Süßwassersee Indiens) im Kontrast zur Hochgebirgswüste der umliegenden 6000er Mentok und Lungser Kangri und Chhamser Kangri, der Anblick des Dorfes Korzok in unfassbarer Einsamkeit (fast 100 km von Dumla, dem letzten Dorf Spitis auf der Route, und 43 km von Sumdo entfernt, zugleich heute ein Rummelplatz). Die Aussicht vom Parang La selbst bietet kein Panorama.
Wie oft auf Trekkingstrecken (vgl. P.5550 über dem Shingo La) lohnen sich Extratouren auf Berghänge oder kleinere Gipfel, um die umgebende Landschaft ganz zu erfassen. Zu nennen sind hier v.a. der P.5895 über dem Parang La (mit Einblicken in die wilde Bergwelt der Schutt- und Eisgipfel der nördlichen Spiti), ein Aufstieg auf wenigstens 4820m westlich über dem Zeltplatz nördlich Norbu Sumdo (mit Blick zurück zum Paru Chhu und v.a. über die Ebenen hinweg über den Tsho Moriri) und Exkursionen über Korzok zu den bewässerten Weiden und Hochweiden des Dorfs und zurück zu einem Lhatse auf 4680m über dem Dorf (Blick über das Dorf und den Tsho Moriri).
Einschätzung im Vergleich: Der Parang La ist leichter als Kugti Galu und Pin Parbati-Pass, aber schwerer als Shingo La und Phirtse La. Im Vergleich zum Shingo La und Phirtse La gibt es an einigen Stellen schwierigere Hänge; die Nordseite des Parang La ist mit der Begehung von Gletscher und Moränen vergleichbar mit dem Kugti Galu; die Flussquerung des Pare Chhu ist vergleichbar mit dem Kamirup auf der Phirtse La-Route (also unter Benutzung von 30-40m Reepschnur ungefährlich; bei Hochwasser aber u.U. unpassierbar).
Die folgende Beschreibung enthält reine Gehzeiten für halbwegs akklimatisierte Gruppen (wir sind Ende Juni/Anfang Juli 2006 zunächst über den Rohtang Jot zum Chandertal getrekkt und haben uns einige Tage in Spiti aufgehalten, auch mit Akklimatisierungstouren, u.a. durch die Shilla-Schlucht). Ich habe die Gehzeiten der Teilnehmer/innen der 10-köpfigen Gruppe gemittelt, wo sich Differenzen ergaben.
Zeiten für Flussdurchquerungen sind nicht eingerechnet!
Die Höhen sind mit Thommen-TX gemessen und bis Karsa Gongma mit der indischen 1:50.000-Karte Sheet 52 L/3 3rd Edition 1988 (1966) abgeglichen, wobei sich einige Differenzen zu den üblichen Beschreibungen des Treks ergaben (der Höhenverlauf Karsa Gongma bis Korzok war unproblematisch). Die Kartenskizze wurde kompiliert aus der o.a. 1.50.000-Karte und der AMS-Karte NI 44-13 Series U502 „Tso Morari“ Edition 1 (1963) und verglichen mit der Leoman Map 1:200.000 Sheet 6 (deren Basis die AMS-Karte ist) und Skizzen u.a. bei Harish Kapadia und Sanan/Swadi (s.u.).
1.Tag: Von Kibber über Dumla nach Thaltak (4610m), 190’ reine Gehzeit
Trekkingstart auf 4100m hinter Kibber, wo der alte Pfad in die Parilungbi-Schlucht von der neuen Straße nach Kiato abzweigt. Steil hinunter, über die Brücke (3950m) und gegenüber in das sanfte Hochtal, vorbei an Mühlen, und über einen kleinen Pass (4130m) und hinunter bis kurz vor das erste Haus von Dumla (4110m, 65’). Hier zweigt der Pfad auf die Hänge von Thaltak ab (der erste Pfad, der vor dem kleinen Pass steil hochzieht, ist nicht kürzer!). Über trockene Hänge (Wasser bei den Mühlen mitnehmen!) in NO-Richtung zum einem kleinen Sattel (4660m, links liegt P.4769) und leicht abwärts zum obersten Zeltplatz von Thaltak (4610m, 125’).
Herrlicher Ausblick auf die Westflanke des heiligen Gipfels Kanamo (5974m) im Osten, dessen Name („Mutter in Weiß und Schwarz“) aus dieser Perspektive leicht zu begreifen ist (stark vergletscherte Nordseite, Südseite nur dunkler Schutt). Vorkommen von Blauschafen (die gar nicht so blau sind); Fossilienregion.
2.Tag: Von Thaltak durch die Raglungbi-Schlucht und aufwärts nach Boroglen (5000m), 220’
Vom obersten Zeltplatz von Thaltak abwärts über sandige Serpentinen, vorbei an weiteren Zeltmöglichkeiten, und schließlich steil durch eine Schlucht zum Raglungbi (4260m, 40’). Durch die zunächst enge Raglungbi-Schlucht flussaufwärts (eine leichte Kletterstelle; nach 20’ temporäre Brücke, 4285m zum orographisch linken Ufer), bis nach 50’ der Pfad das Tal nach NO verlässt (Jagtha, 4360m, kein guter Platz zum Zelten, aber Wasser auffüllen!). Nun steil in Schutthängen über einem trockenen Hochtal nordostwärts hoch auf 4630m, 30mH Abstieg in das Hochtal und an dessen westlichen Hang hoch, bis der Pfad auf 4850m halblinks zum Zeltplatz Boroglen (5000m, 130’) abzweigt.
Boroglen liegt unterhalb eines Wasservorkommens (P.5060 in der indischen 1.50.000-Karte), kurz bevor der Pfad sich wieder nach rechts um die Ecke wendet.
Die in manchen Beschreibungen auftauchende Höhenangabe 5140m für Boroglen gilt offenbar für einen kleinen steinigen Zeltplatz 30’ oberhalb Boroglen, den ich aber nicht empfehlen würde.)
3.Tag: Von Boroglen über den Parang La (5580m) nach Karsa Gongma (4880m), 285’
Von Boroglen Richtung NO über steinige Hochtäler, zuletzt am Hang über Serpentinen in 100’ auf den Parang La (5580m, gemessen 5480m, also 480mH über Boroglen). Abstieg über den mächtigen Gletscher rechtshaltend zur östlichen Seitenmoräne (Steinzeichen, Pfadspur, 5290m, 50’). In der Moräne mühsam abwärts, bis unterhalb des Gletscherendes der Gletscherbach (= Pare Chhu) über eine Schneebrücke überquert werden kann (5030m, 60’). Weiter talauswärts (nach 5’ Zeltplatz ohne Gras im Schotter) in trockenen Schutthängen, zuletzt auch streckenweise am Rande des Flussbetts, bis sich das Tal weitet, zum weiten Zeltplatz von Karsa Gongma (4880m, 75’).
Im Osten mündet das Tal des Pakshi Lamaur Chhu ein, mit dem Weg zu den Basislagern der prominenten Eisgipfel Lhakhang (6250m) und Parilungbi (6186m).
Zielpunkt des Treks vom Parang La aus ist ein im NO gut sichtbaren Talgrund auffallender kleiner brauner Hügel, von uns „der Pudding“ genannt, vor dem in einer weiten Verbreiterung des Tals Karsa Gongma liegt. Spätestens beim Verlassen des Gletschers sollte man (unter Addition von Mineralien) Wasser fassen, wenn man nicht das sedimentgesättigte Wasser des Paru Chhu trinken will.
Die Tagestour ist am Ende recht lang, für konditionsstarke Bergsteiger zu empfehlen ist aber die steile Extratour zum P.5895 östlich vom Pass (über Schutt und Schnee, 180’ extra).
4.Tag: Von Karsa Gongma (4880m) nach Dutung (4730m), 135’ reine Gehzeit
Leichter Trekkingtag nach der Parang La-Überschreitung: Es geht in einer Rechts-Links-Schleife flach durch das Tal des Paru Chhu. Nach dessen anfänglicher Durchwatung über die geteilten Wasserläufe in der flachen Ebene geht es in Rechtskurve nö herum um den braunen Hügel (bei Hochwasser auf Wegspur vor dem Hügel am Hang auf Pfad hoch und nach der Kurve wieder ins Tal), über einen ersten Gebirgsbach (4830m, 50’, „Dokpo Phirse“?), weiter nach Linkskurve in 45’ zu einer einfachen Flussdurchquerung (Fluss von OSO) auf 4770m („Tarang Yongma“?). Von hier nordwärts weiter in 40’ zum Zeltplatz von Dutung (4730m).
Dutung liegt auf einer Ebene gegenüber der Einmündung der Route vom Takling La (von Kiato in Spiti) aus dem Westen; weites Tal zuvor mit Schuttflächen im Osten. Rückblick auf den Eisgipfel 6306m im SW.
Der Routenverlauf ist korrekt auf der Leoman Map und (grob) bei Sanan/Swadi angegeben.
5.Tag: Von Dutung nach Umdung (4600m), 345’ reine Gehzeit durch das Tal des Pare Chhu
Der Tag ist lang, eine Aufteilung der Tagestouren des 5./6.Tags empfiehlt sich aber nicht, weil die Überquerung des Pare Chhu am nächsten Tag möglichst früh sein sollte. Die Route windet sich durch das Tal des Paru Chhu, das in der Realität viel übersichtlicher gegliedert ist als auf den Karten angegeben: Es gibt eine große Rechtskurve nach O, dann eine Linkskurve nach NO, am Ende noch eine kleinere Rechts- und eine Linkskurve im Tal.
Von Dutung aus geht es zunächst über zwei Seitenbäche von OSO (springen oder waten) mit kleineren Zeltplätzen und dann auf ein Plateau mit imposanten Felsblöcken (Ende des Plateaus mit wunderbarem Tiefblick auf die Ostkurve, 4720m, 60’). Nach kurzem Abstieg (kleiner Zeltplatz) durch die steinige große Ostkurve (Fluss von NW mündet hier ein; Wasserläufe nach 50’/55’ im Hang) und hinunter ins Flussbett (4660m, 70’). Weiter zu kleinem Nalla im Hang von Süden (8’), zu kleinem Zeltplatz am Fluss (17’) und nach kurzem Gegenanstieg hinunter zu auffallenden Konglomerattürmen in der Nordostkurve (4640m, 65’). Gleich danach Fluss von SSO durchwaten, das Tal weitet sich, aber ein 50mH-Auf- und Abstieg nach 20’ im Hang wird nötig. Nach weiteren 30’ Bachlauf, nach 35’ nasse Wiesenfläche am Fluss, nach weiteren 30’ Tal von SO (mehrere Wasserläufe im steinigen Hang). Nach einem kurzen, giftigen Anstieg am Hang (60mH) hinunter zur Campsite von Umdung (4600m, Lhatse, 150’ von den Türmen, gegenüber in WNW mündet ein breites Tal).
Im Rückblick begleitet der Blick auf zwei Eisgipfel ca. 6200m (Parilungbi?).
6.Tag: Von Umdung zum Camp nördlich Norbu Sumdo (4530m), 180’
Vor dem Verlassen des Paru Chhu-Tals windet sich der Pfad durch drei weniger auffällige Recht-Links-Kurven. Nach Umdung in 20’ kleiner Zeltplatz, nach 35’ in Rechtskurve zurück ins Flussbett, nach 55’ wieder in Hängen, nach 60’ kleine Campsite, nach 65’ großes trockenes Tal von SO, nach 70’ Campsite, nach 90’ Weitung des Tals mit Tamarisken (4550m). Weiter im Tal bis zur Flussüberquerung (4520m, 45’) Der Fluss teilt sich hier in mehrere Arme im Flussbett. Was aber trotz der Strömung die Durchquerung erleichtert, ist der sichere Untergrund durch ebenen Kies.
Im Juli 2006 war die Überquerung einfach, auch weil es wenig Schmelzwasser gab: Wasser nur bis zum Oberschenkel. Nach heftigen Monsun-Regenfällen im August 2006 wurde wegen des hohen Wasserstands des Pare Chhu der gesamte Trek unbegehbar. Ein Versuch, den Fluss trotzdem zu überschreiten, endete tödlich.
Nach Norden, auf erstem Plateau überraschend, weil sich das Tal nach Norden ohne Pass öffnet, am Westrand des breiten Tals über dem grünen, sumpfigen Grund in 45’ zum Camp (4530m).
Es ist noch weit zum Tsho Moriri. Für einen Überblick kann der Aufstieg zu einem Aussichtsgipfel direkt westlich über dem Camp über steilen Schutt sorgen (knapp 300mH, Steinzeichen).
7.Tag: Vom Camp nördlich Norbu Sumdo nach Kyangdom (4530m), 185’
Alles erscheint kurz, aber man ist ja schließlich in die tibetische Landschaft des Transhimalaya eingetaucht: Der Weg führt zum Beginn einer Ebene (4560m, 45’) und weit über diese Schuttebene zu den ersten Wasserläufen vom Phirse Phu im Westen (4565m, 90’). Weiter darin leicht linkshaltend in 50’ zum Zeltplatz Kyangdom (4530m). - Nomadenzelte im Sommer (Yaks, Schafe, Pashmina-Ziegen), auf der steinigen Ebene vor dem Südufer des Tsho Moriri Begegnungen mit Wildeseln (Kyang). Eine Wasserscheide wird unmerklich überquert, das Phirse Phu (Phu = Tal), entwässert nicht in den Paru Chhu, sondern (zusammen mit zwei anderen Flussläufen) in den Tsho Moriri, der seinerseits keinen Abfluss hat.
Der Tsho Moriri enthält trotzdem kein salziges Wasser (im Gegensatz zum Tsho Kar, dem Weißen See, bei Thugje Gompa). Das Wasser des Sees ist durchgehend süß und klar (und wird es hoffentlich, bei sich weiter entwickelndem Tourismus, auch bleiben), der Strand ist z.T. steinig, z.T. sandig. – Schon zeigen sich Spuren einer Jeeptrasse auf der Ostseite, und es ist von Plänen für Wassersport (Segeln? Motorboote???) die Rede. Entwicklungen lassen sich nicht aufhalten, aber vielleicht verantwortlich steuern. Immerhin ist das Nordende schon zum Schutz der Schwarzhalskraniche und „barheaded geese“ eingezäunt, und ein Helikoptertourismus (wie am Hamta Jot geplant wird wegen der wegen der Höhe des Sees nicht möglich sein.
8.Tag: Von Kyangdom nach Korzok (4530m), 300’
Es ist beim ersten Blick auf den See unglaublich, dass der Trek entlang des Tsho Moriri eine lange Tagestour sein soll. Aber es ist so. 120’ dauert der Trek zu einer Rast auf Steinen über dem See, weitere 60’ zu einem kleinen Sandtal mit Bademöglichkeiten im See, noch einmal 60’, nach ersten Mani-Mauern, zu einem Anstieg mit Blöcken im Hang. Noch einmal 60’ weiter beginnen die Manis von Korzok, und einheimische Hirten begegnen. Auf der letzten Stunde nach Korzok wechseln sich Hangwege und Passagen entlang Felsklippen ab (durchaus mediterran), kurz vor dem Ende ein letzter kleiner Pass mit herrlichem Rückblick über den See.
Im Rückblick taucht der breite Eisgipfel Umdung Kang (6642m) auf und beherrscht die Südseite des Sees. Die beiden Schneegipfel im Osten, die den ganzen Tag begleiten, sind (nördlich) Chhamser Kangri (6622m) und südlich Lungser Kangri (6666m). Im Westen steilt sich die Menthok-Gruppe (6276m) immer weiter auf.
Korzok zeigte sich im Jahre 2006 als Rummelplatz mit festen Zeltlagern, Geschäften, „Homestays“ und sogar einem „Resort“. - Ganz traditionell zeigten sich dagegen das große sumpfige Weidegebiet des Ortes im W (Korzokphule) und die Herden auf den Hochweiden ringsum. Einen „Einstieg“ in die Menthok-Gruppe haben wir nicht erkundet.
Kosten: „Niemandsland“ bedeutet nicht, dass nicht jemand für das Zelten Geld verlangt. Für den Trek über den Parang La und entlang des Paru Chhu war das eine „Youth Federation“ aus Spiti, in Korzok kostete ein Zelt pro Nacht 100/- (immerhin sind dafür der Zeltplatz in Ordnung gehalten und eine ummauerte Latrine eingerichtet). - Unsere Jeepfahrer aus Manali mussten pro Fahrzeug 1000/- „Parkgebühr“ in Korzok bezahlen und hatten Mühe, nicht blockiert zu werden (die „Taxi Union“ aus Leh verlangt, dass man mit ihr aus Korzok nach Leh fährt, um von dort nach Manali zu kommen – einen Umweg von über 200 km).
Angaben in bekannten Beschreibungen erwiesen sich z.T. als ungenau, aber nicht so gravierend wie (z.T. immer noch) beim Shingo La oder Pin Parbati-Pass. Vorgefundene Höhenangaben überschätzen Paralungbi-Schlucht und auch Raglungbi-Schlucht, was z.T. auch an den Anstrengungen in großer Höhe liegen mag. Leider sind die Streckenangaben bei Sanan/Swadi (trotz des Lobs für das Buch durch meinen Freund Andreas Wagner) recht ungenau, obwohl in ihrer Skizze gerade Dutung exakt lokalisiert ist.
Probleme meiner Beschreibung bzw. Skizze ergaben sich v.a. mit der den Trek umgebenden Topographie, weil Höhenangaben zu den den Blick beherrschenden Gipfeln (und auch Tälern) oft ebenso unsicher sind wie deren exakte Lage und auch Benennung. Die indische 1:50.000-Karte gibt zwar eine präzise Topographie, aber kaum Gipfelnamen an. Auf der AMS-Karte erscheinen Höhenkoten in feet, die ich in Meter umgerechnet habe (und mit den, z.T. falsch umgerechneten, Angaben in der Leoman Map und den Angaben von Harish Kapadia, der die Region sicherlich am besten kennt, aber keinen Thommen hat, wahrscheinlich auch nicht die 1:50.000-Karte, die der militärischen Geheimhaltung unterliegt, verglichen). Interessant ist, dass Harish Kapadia trigonometrische Bauten des Survey of India aus dem 19.Jh. vorgefunden hat – sowohl auf dem Parilungbi (= „Parang La station #1“ 6166 o. 6186m) als auch auf dem Chhamser Kangri (6622m) – mit Sichtverbindung. Der Name Parilungbi wird von Kapadia als „Gipfel in einem anderen Land“ erklärt - von beiden Seiten, Spiti und Ladakh, gültig – was meinen Ausdruck vom „Niemandsland“ am oberen Paru Chhu bestätigt. (Allerdings sind manche Übersetzungen Kapadias zweifelhaft, vgl. seine Übersetzung des Namens „Kanamo“.)
Dass unsere Guides und Horsemen und die Einheimischen/Nomaden kaum Angaben zu Gipfelnamen, geschweige denn –zustiegen machen konnten, versteht sich von selbst – es liegt völlig außerhalb ihres Interesses.
Trotz z.T. schwieriger Passagen und dem Gletscherübergang ist der Trek über den Parang La der einfachste Übergang zwischen Spiti und Ladakh, in früheren Zeiten eine klassische Karawanenroute zwischen Spiti und dem Changtang und den Hochebenen Nordwesttibets. Auf der Ebene von Ladarcha, zwischen Dumla und Kiato in Spiti, soll jährlich ein großer Tauschmarkt stattgefunden haben.
Die Route ist für Tragtiere begehbar, die Zeltplätze sind wie überall auf Hochgebirgsrouten in den Transhimalaya von Futtermöglichkeiten für die Tragtiere vorgegeben (was z.B. die langen Gehtage bei der Überschreitung des Parang La und von Kyangdom nach Korzok nötig macht).
Bemerkenswert sind die imposanten Schluchten von Parilungbi und Raglungbi, die wilde Landschaft am Parang La, das „Niemandsland“ am Pare Chhu (keine Almen, keinerlei Bewirtschaftung, auch nicht durch Hirten, keine Manis, bis auf eine Ausnahme noch nicht einmal Lhatses: nur eine Pfadspur), das Durchschreiten des Pare Chhu und der erstaunliche unvermittelte Übergang zu grünem Sumpfland nach Verlassen des Pare Chhu, die grandiose Weite der tibetischen Landschaft des Changtang mit ihren Nomaden, das bei blauem Himmel blaue, klare Meer des Tsho Moriri (drittgrößter natürlicher Süßwassersee Indiens) im Kontrast zur Hochgebirgswüste der umliegenden 6000er Mentok und Lungser Kangri und Chhamser Kangri, der Anblick des Dorfes Korzok in unfassbarer Einsamkeit (fast 100 km von Dumla, dem letzten Dorf Spitis auf der Route, und 43 km von Sumdo entfernt, zugleich heute ein Rummelplatz). Die Aussicht vom Parang La selbst bietet kein Panorama.
Wie oft auf Trekkingstrecken (vgl. P.5550 über dem Shingo La) lohnen sich Extratouren auf Berghänge oder kleinere Gipfel, um die umgebende Landschaft ganz zu erfassen. Zu nennen sind hier v.a. der P.5895 über dem Parang La (mit Einblicken in die wilde Bergwelt der Schutt- und Eisgipfel der nördlichen Spiti), ein Aufstieg auf wenigstens 4820m westlich über dem Zeltplatz nördlich Norbu Sumdo (mit Blick zurück zum Paru Chhu und v.a. über die Ebenen hinweg über den Tsho Moriri) und Exkursionen über Korzok zu den bewässerten Weiden und Hochweiden des Dorfs und zurück zu einem Lhatse auf 4680m über dem Dorf (Blick über das Dorf und den Tsho Moriri).
Einschätzung im Vergleich: Der Parang La ist leichter als Kugti Galu und Pin Parbati-Pass, aber schwerer als Shingo La und Phirtse La. Im Vergleich zum Shingo La und Phirtse La gibt es an einigen Stellen schwierigere Hänge; die Nordseite des Parang La ist mit der Begehung von Gletscher und Moränen vergleichbar mit dem Kugti Galu; die Flussquerung des Pare Chhu ist vergleichbar mit dem Kamirup auf der Phirtse La-Route (also unter Benutzung von 30-40m Reepschnur ungefährlich; bei Hochwasser aber u.U. unpassierbar).
Die folgende Beschreibung enthält reine Gehzeiten für halbwegs akklimatisierte Gruppen (wir sind Ende Juni/Anfang Juli 2006 zunächst über den Rohtang Jot zum Chandertal getrekkt und haben uns einige Tage in Spiti aufgehalten, auch mit Akklimatisierungstouren, u.a. durch die Shilla-Schlucht). Ich habe die Gehzeiten der Teilnehmer/innen der 10-köpfigen Gruppe gemittelt, wo sich Differenzen ergaben.
Zeiten für Flussdurchquerungen sind nicht eingerechnet!
Die Höhen sind mit Thommen-TX gemessen und bis Karsa Gongma mit der indischen 1:50.000-Karte Sheet 52 L/3 3rd Edition 1988 (1966) abgeglichen, wobei sich einige Differenzen zu den üblichen Beschreibungen des Treks ergaben (der Höhenverlauf Karsa Gongma bis Korzok war unproblematisch). Die Kartenskizze wurde kompiliert aus der o.a. 1.50.000-Karte und der AMS-Karte NI 44-13 Series U502 „Tso Morari“ Edition 1 (1963) und verglichen mit der Leoman Map 1:200.000 Sheet 6 (deren Basis die AMS-Karte ist) und Skizzen u.a. bei Harish Kapadia und Sanan/Swadi (s.u.).
1.Tag: Von Kibber über Dumla nach Thaltak (4610m), 190’ reine Gehzeit
Trekkingstart auf 4100m hinter Kibber, wo der alte Pfad in die Parilungbi-Schlucht von der neuen Straße nach Kiato abzweigt. Steil hinunter, über die Brücke (3950m) und gegenüber in das sanfte Hochtal, vorbei an Mühlen, und über einen kleinen Pass (4130m) und hinunter bis kurz vor das erste Haus von Dumla (4110m, 65’). Hier zweigt der Pfad auf die Hänge von Thaltak ab (der erste Pfad, der vor dem kleinen Pass steil hochzieht, ist nicht kürzer!). Über trockene Hänge (Wasser bei den Mühlen mitnehmen!) in NO-Richtung zum einem kleinen Sattel (4660m, links liegt P.4769) und leicht abwärts zum obersten Zeltplatz von Thaltak (4610m, 125’).
Herrlicher Ausblick auf die Westflanke des heiligen Gipfels Kanamo (5974m) im Osten, dessen Name („Mutter in Weiß und Schwarz“) aus dieser Perspektive leicht zu begreifen ist (stark vergletscherte Nordseite, Südseite nur dunkler Schutt). Vorkommen von Blauschafen (die gar nicht so blau sind); Fossilienregion.
2.Tag: Von Thaltak durch die Raglungbi-Schlucht und aufwärts nach Boroglen (5000m), 220’
Vom obersten Zeltplatz von Thaltak abwärts über sandige Serpentinen, vorbei an weiteren Zeltmöglichkeiten, und schließlich steil durch eine Schlucht zum Raglungbi (4260m, 40’). Durch die zunächst enge Raglungbi-Schlucht flussaufwärts (eine leichte Kletterstelle; nach 20’ temporäre Brücke, 4285m zum orographisch linken Ufer), bis nach 50’ der Pfad das Tal nach NO verlässt (Jagtha, 4360m, kein guter Platz zum Zelten, aber Wasser auffüllen!). Nun steil in Schutthängen über einem trockenen Hochtal nordostwärts hoch auf 4630m, 30mH Abstieg in das Hochtal und an dessen westlichen Hang hoch, bis der Pfad auf 4850m halblinks zum Zeltplatz Boroglen (5000m, 130’) abzweigt.
Boroglen liegt unterhalb eines Wasservorkommens (P.5060 in der indischen 1.50.000-Karte), kurz bevor der Pfad sich wieder nach rechts um die Ecke wendet.
Die in manchen Beschreibungen auftauchende Höhenangabe 5140m für Boroglen gilt offenbar für einen kleinen steinigen Zeltplatz 30’ oberhalb Boroglen, den ich aber nicht empfehlen würde.)
3.Tag: Von Boroglen über den Parang La (5580m) nach Karsa Gongma (4880m), 285’
Von Boroglen Richtung NO über steinige Hochtäler, zuletzt am Hang über Serpentinen in 100’ auf den Parang La (5580m, gemessen 5480m, also 480mH über Boroglen). Abstieg über den mächtigen Gletscher rechtshaltend zur östlichen Seitenmoräne (Steinzeichen, Pfadspur, 5290m, 50’). In der Moräne mühsam abwärts, bis unterhalb des Gletscherendes der Gletscherbach (= Pare Chhu) über eine Schneebrücke überquert werden kann (5030m, 60’). Weiter talauswärts (nach 5’ Zeltplatz ohne Gras im Schotter) in trockenen Schutthängen, zuletzt auch streckenweise am Rande des Flussbetts, bis sich das Tal weitet, zum weiten Zeltplatz von Karsa Gongma (4880m, 75’).
Im Osten mündet das Tal des Pakshi Lamaur Chhu ein, mit dem Weg zu den Basislagern der prominenten Eisgipfel Lhakhang (6250m) und Parilungbi (6186m).
Zielpunkt des Treks vom Parang La aus ist ein im NO gut sichtbaren Talgrund auffallender kleiner brauner Hügel, von uns „der Pudding“ genannt, vor dem in einer weiten Verbreiterung des Tals Karsa Gongma liegt. Spätestens beim Verlassen des Gletschers sollte man (unter Addition von Mineralien) Wasser fassen, wenn man nicht das sedimentgesättigte Wasser des Paru Chhu trinken will.
Die Tagestour ist am Ende recht lang, für konditionsstarke Bergsteiger zu empfehlen ist aber die steile Extratour zum P.5895 östlich vom Pass (über Schutt und Schnee, 180’ extra).
4.Tag: Von Karsa Gongma (4880m) nach Dutung (4730m), 135’ reine Gehzeit
Leichter Trekkingtag nach der Parang La-Überschreitung: Es geht in einer Rechts-Links-Schleife flach durch das Tal des Paru Chhu. Nach dessen anfänglicher Durchwatung über die geteilten Wasserläufe in der flachen Ebene geht es in Rechtskurve nö herum um den braunen Hügel (bei Hochwasser auf Wegspur vor dem Hügel am Hang auf Pfad hoch und nach der Kurve wieder ins Tal), über einen ersten Gebirgsbach (4830m, 50’, „Dokpo Phirse“?), weiter nach Linkskurve in 45’ zu einer einfachen Flussdurchquerung (Fluss von OSO) auf 4770m („Tarang Yongma“?). Von hier nordwärts weiter in 40’ zum Zeltplatz von Dutung (4730m).
Dutung liegt auf einer Ebene gegenüber der Einmündung der Route vom Takling La (von Kiato in Spiti) aus dem Westen; weites Tal zuvor mit Schuttflächen im Osten. Rückblick auf den Eisgipfel 6306m im SW.
Der Routenverlauf ist korrekt auf der Leoman Map und (grob) bei Sanan/Swadi angegeben.
5.Tag: Von Dutung nach Umdung (4600m), 345’ reine Gehzeit durch das Tal des Pare Chhu
Der Tag ist lang, eine Aufteilung der Tagestouren des 5./6.Tags empfiehlt sich aber nicht, weil die Überquerung des Pare Chhu am nächsten Tag möglichst früh sein sollte. Die Route windet sich durch das Tal des Paru Chhu, das in der Realität viel übersichtlicher gegliedert ist als auf den Karten angegeben: Es gibt eine große Rechtskurve nach O, dann eine Linkskurve nach NO, am Ende noch eine kleinere Rechts- und eine Linkskurve im Tal.
Von Dutung aus geht es zunächst über zwei Seitenbäche von OSO (springen oder waten) mit kleineren Zeltplätzen und dann auf ein Plateau mit imposanten Felsblöcken (Ende des Plateaus mit wunderbarem Tiefblick auf die Ostkurve, 4720m, 60’). Nach kurzem Abstieg (kleiner Zeltplatz) durch die steinige große Ostkurve (Fluss von NW mündet hier ein; Wasserläufe nach 50’/55’ im Hang) und hinunter ins Flussbett (4660m, 70’). Weiter zu kleinem Nalla im Hang von Süden (8’), zu kleinem Zeltplatz am Fluss (17’) und nach kurzem Gegenanstieg hinunter zu auffallenden Konglomerattürmen in der Nordostkurve (4640m, 65’). Gleich danach Fluss von SSO durchwaten, das Tal weitet sich, aber ein 50mH-Auf- und Abstieg nach 20’ im Hang wird nötig. Nach weiteren 30’ Bachlauf, nach 35’ nasse Wiesenfläche am Fluss, nach weiteren 30’ Tal von SO (mehrere Wasserläufe im steinigen Hang). Nach einem kurzen, giftigen Anstieg am Hang (60mH) hinunter zur Campsite von Umdung (4600m, Lhatse, 150’ von den Türmen, gegenüber in WNW mündet ein breites Tal).
Im Rückblick begleitet der Blick auf zwei Eisgipfel ca. 6200m (Parilungbi?).
6.Tag: Von Umdung zum Camp nördlich Norbu Sumdo (4530m), 180’
Vor dem Verlassen des Paru Chhu-Tals windet sich der Pfad durch drei weniger auffällige Recht-Links-Kurven. Nach Umdung in 20’ kleiner Zeltplatz, nach 35’ in Rechtskurve zurück ins Flussbett, nach 55’ wieder in Hängen, nach 60’ kleine Campsite, nach 65’ großes trockenes Tal von SO, nach 70’ Campsite, nach 90’ Weitung des Tals mit Tamarisken (4550m). Weiter im Tal bis zur Flussüberquerung (4520m, 45’) Der Fluss teilt sich hier in mehrere Arme im Flussbett. Was aber trotz der Strömung die Durchquerung erleichtert, ist der sichere Untergrund durch ebenen Kies.
Im Juli 2006 war die Überquerung einfach, auch weil es wenig Schmelzwasser gab: Wasser nur bis zum Oberschenkel. Nach heftigen Monsun-Regenfällen im August 2006 wurde wegen des hohen Wasserstands des Pare Chhu der gesamte Trek unbegehbar. Ein Versuch, den Fluss trotzdem zu überschreiten, endete tödlich.
Nach Norden, auf erstem Plateau überraschend, weil sich das Tal nach Norden ohne Pass öffnet, am Westrand des breiten Tals über dem grünen, sumpfigen Grund in 45’ zum Camp (4530m).
Es ist noch weit zum Tsho Moriri. Für einen Überblick kann der Aufstieg zu einem Aussichtsgipfel direkt westlich über dem Camp über steilen Schutt sorgen (knapp 300mH, Steinzeichen).
7.Tag: Vom Camp nördlich Norbu Sumdo nach Kyangdom (4530m), 185’
Alles erscheint kurz, aber man ist ja schließlich in die tibetische Landschaft des Transhimalaya eingetaucht: Der Weg führt zum Beginn einer Ebene (4560m, 45’) und weit über diese Schuttebene zu den ersten Wasserläufen vom Phirse Phu im Westen (4565m, 90’). Weiter darin leicht linkshaltend in 50’ zum Zeltplatz Kyangdom (4530m). - Nomadenzelte im Sommer (Yaks, Schafe, Pashmina-Ziegen), auf der steinigen Ebene vor dem Südufer des Tsho Moriri Begegnungen mit Wildeseln (Kyang). Eine Wasserscheide wird unmerklich überquert, das Phirse Phu (Phu = Tal), entwässert nicht in den Paru Chhu, sondern (zusammen mit zwei anderen Flussläufen) in den Tsho Moriri, der seinerseits keinen Abfluss hat.
Der Tsho Moriri enthält trotzdem kein salziges Wasser (im Gegensatz zum Tsho Kar, dem Weißen See, bei Thugje Gompa). Das Wasser des Sees ist durchgehend süß und klar (und wird es hoffentlich, bei sich weiter entwickelndem Tourismus, auch bleiben), der Strand ist z.T. steinig, z.T. sandig. – Schon zeigen sich Spuren einer Jeeptrasse auf der Ostseite, und es ist von Plänen für Wassersport (Segeln? Motorboote???) die Rede. Entwicklungen lassen sich nicht aufhalten, aber vielleicht verantwortlich steuern. Immerhin ist das Nordende schon zum Schutz der Schwarzhalskraniche und „barheaded geese“ eingezäunt, und ein Helikoptertourismus (wie am Hamta Jot geplant wird wegen der wegen der Höhe des Sees nicht möglich sein.
8.Tag: Von Kyangdom nach Korzok (4530m), 300’
Es ist beim ersten Blick auf den See unglaublich, dass der Trek entlang des Tsho Moriri eine lange Tagestour sein soll. Aber es ist so. 120’ dauert der Trek zu einer Rast auf Steinen über dem See, weitere 60’ zu einem kleinen Sandtal mit Bademöglichkeiten im See, noch einmal 60’, nach ersten Mani-Mauern, zu einem Anstieg mit Blöcken im Hang. Noch einmal 60’ weiter beginnen die Manis von Korzok, und einheimische Hirten begegnen. Auf der letzten Stunde nach Korzok wechseln sich Hangwege und Passagen entlang Felsklippen ab (durchaus mediterran), kurz vor dem Ende ein letzter kleiner Pass mit herrlichem Rückblick über den See.
Im Rückblick taucht der breite Eisgipfel Umdung Kang (6642m) auf und beherrscht die Südseite des Sees. Die beiden Schneegipfel im Osten, die den ganzen Tag begleiten, sind (nördlich) Chhamser Kangri (6622m) und südlich Lungser Kangri (6666m). Im Westen steilt sich die Menthok-Gruppe (6276m) immer weiter auf.
Korzok zeigte sich im Jahre 2006 als Rummelplatz mit festen Zeltlagern, Geschäften, „Homestays“ und sogar einem „Resort“. - Ganz traditionell zeigten sich dagegen das große sumpfige Weidegebiet des Ortes im W (Korzokphule) und die Herden auf den Hochweiden ringsum. Einen „Einstieg“ in die Menthok-Gruppe haben wir nicht erkundet.
Kosten: „Niemandsland“ bedeutet nicht, dass nicht jemand für das Zelten Geld verlangt. Für den Trek über den Parang La und entlang des Paru Chhu war das eine „Youth Federation“ aus Spiti, in Korzok kostete ein Zelt pro Nacht 100/- (immerhin sind dafür der Zeltplatz in Ordnung gehalten und eine ummauerte Latrine eingerichtet). - Unsere Jeepfahrer aus Manali mussten pro Fahrzeug 1000/- „Parkgebühr“ in Korzok bezahlen und hatten Mühe, nicht blockiert zu werden (die „Taxi Union“ aus Leh verlangt, dass man mit ihr aus Korzok nach Leh fährt, um von dort nach Manali zu kommen – einen Umweg von über 200 km).
Angaben in bekannten Beschreibungen erwiesen sich z.T. als ungenau, aber nicht so gravierend wie (z.T. immer noch) beim Shingo La oder Pin Parbati-Pass. Vorgefundene Höhenangaben überschätzen Paralungbi-Schlucht und auch Raglungbi-Schlucht, was z.T. auch an den Anstrengungen in großer Höhe liegen mag. Leider sind die Streckenangaben bei Sanan/Swadi (trotz des Lobs für das Buch durch meinen Freund Andreas Wagner) recht ungenau, obwohl in ihrer Skizze gerade Dutung exakt lokalisiert ist.
Probleme meiner Beschreibung bzw. Skizze ergaben sich v.a. mit der den Trek umgebenden Topographie, weil Höhenangaben zu den den Blick beherrschenden Gipfeln (und auch Tälern) oft ebenso unsicher sind wie deren exakte Lage und auch Benennung. Die indische 1:50.000-Karte gibt zwar eine präzise Topographie, aber kaum Gipfelnamen an. Auf der AMS-Karte erscheinen Höhenkoten in feet, die ich in Meter umgerechnet habe (und mit den, z.T. falsch umgerechneten, Angaben in der Leoman Map und den Angaben von Harish Kapadia, der die Region sicherlich am besten kennt, aber keinen Thommen hat, wahrscheinlich auch nicht die 1:50.000-Karte, die der militärischen Geheimhaltung unterliegt, verglichen). Interessant ist, dass Harish Kapadia trigonometrische Bauten des Survey of India aus dem 19.Jh. vorgefunden hat – sowohl auf dem Parilungbi (= „Parang La station #1“ 6166 o. 6186m) als auch auf dem Chhamser Kangri (6622m) – mit Sichtverbindung. Der Name Parilungbi wird von Kapadia als „Gipfel in einem anderen Land“ erklärt - von beiden Seiten, Spiti und Ladakh, gültig – was meinen Ausdruck vom „Niemandsland“ am oberen Paru Chhu bestätigt. (Allerdings sind manche Übersetzungen Kapadias zweifelhaft, vgl. seine Übersetzung des Namens „Kanamo“.)
Dass unsere Guides und Horsemen und die Einheimischen/Nomaden kaum Angaben zu Gipfelnamen, geschweige denn –zustiegen machen konnten, versteht sich von selbst – es liegt völlig außerhalb ihres Interesses.