Manali90
15.01.2011, 20:52
Trek von Okhaldhunga über den Pikey Peak Richtung Jiri
Fortsetzung: über Singati Bazar und Bigu Gompa nach Bahrabise
Die folgende Beschreibung informiert über den Trek, den eine elfköpfige Gruppe der Naturfreunde Deutschlands im Oktober 2010 gegangen ist. Der Trek war bewusst als Lodge- und Homestay-Trek geplant, um in Kontakt mit Land und Leuten zu kommen und möglichst viel Umsatz bei den Einheimischen zu machen. Dennoch benötigten wir zwei Guides und ein Team mit neun Trägern, weil für den Notfall bei der zu erwartenden mageren Infrastruktur, etwa wenn größere Gruppen am selben Ort sein oder Hütten geschlossen sein sollten, einige Zelte und Unterlagen mitgenommen wurden. Wir sind aber schließlich immer untergekommen, nicht zuletzt weil wir zwischen Rumjatar und Likhu Khola, zwischen Mali Danda und Singati Bazar und zwischen Singati Bazar und Bahrabise, also an 15 Tagen abseits der bekannten Wege, nur acht (!) trekkende Ausländer/innen trafen.
Ich hatte die Route auf der Grundlage eigener Erfahrungen von 1990 und Internet-Recherchen über Teile der Route nach den Schneider-Karten 1:50.000 „Tamba Kosi – Likhu Khola“ und „Lapchi Kang“ und der Nepal Map 1:125.000 „Jiri – Pikey Peak“ (die fast das gesamte Gebiet abdeckt) vorgeplant und mit meinem Freund Harka Bahadur Magar aus Maidane (Shangrila Journeys) abgesprochen. Harka erkundete danach im Juli 2010 die Strecke mit dem späteren Guide Lok Bahadur Magar in umgekehrter Richtung.
Für größere Gruppen sind sicherlich ähnliche organisatorische Vorkehrungen nötig. Kleinere Gruppen mit 2 bis 4 Tourist/inn/en dürften aber ohne Planung von Details gut durchkommen können. Die Mitnahme von Schlafsack und Unterlage ist selbstverständlich, ein lokaler Guide sehr zu empfehlen.
Die Angabe reiner Gehzeiten kann auch dazu dienen, die jeweiligen Tagesabschnitte anders zu planen bzw. sich Abschnitte auszusuchen. Üblicherweise sind 240’ bis 270’ für einen Trekkingtag genug, wenn man am Wege oder am Ziel noch einiges erleben will. Wer „eingelaufen“ ist, kann sicher auch bis zu 360’ schaffen, oder mehr. Die Verhältnisse können aber auch mehr oder weniger diktieren.
Für die umgekehrte Richtung kann ich keine Gehzeiten angeben.
Die Höhenangaben sind nicht als absolut einzuschätzen. Insbesondere ein Versuch, über „Google Maps“ die Route zu erkunden, scheiterte an der völlig ungenauen Aufnahme der Region. Die Angaben in der Beschreibung sind aber relativ, d.h. bezogen auf die jeweilige Trekkingstrecke, genau. Dazu noch nähere Angaben in der Beschreibung.
Für den ersten Abschnitt (bis Jiri) ist kein TIMS vorgeschrieben. Für den zweiten Abschnitt das TIMS und das Permit der „Gaurishankar Conservation Area“ (2000/- NR).
Voraussetzung ist ein Flug nach Rumjatar (eine knappe Stunde von Kathmandu). Okhaldhunga ist aber auch von Kathmandu aus per Bus erreichbar (Abfahrt nachmittags, Nachtfahrt durch das Terai, morgens Bus hoch nach Okhaldhunga).
Rumjatar – Okhaldhunga 600mH, 155’ reine Gehzeit
Vom Flugplatz (1340m) Richtung Dorf, linkshaltend entlang Mauern zwischen den Häusern leicht abwärts und dann rechtshaltend über breiten Weg am Hang, zuletzt alten Fußweg benutzend, nordwärts zu tiefstem Punkt im Tal (Okhaldhunga auf Bergkamm gegenüber sichtbar); Bachüberquerung (1140m, ca. 45’). Steil hinauf, an einem Bhatti (Teashop, ca. 1300m) vorbei, zur Hauptstraße von Okhaldhunga, die auf ca. 1630m erreicht wird (Basar). Weiter hinauf und westlich um Bergrücken herum zum Solukhumbu Guesthouse (1700m, 110’).
Okhaldhunga – Thade (Thare) – Maidane 1100mH, 335’ reine Gehzeit
Der Weg folgt dem Höhenrücken nordwärts ohne Abstiege, mehrfach die neue Straße Okhaldhunga – Phaplu kreuzend, bis zum Ort Thade (Thare). Der alte Fußweg von Okhaldhunga in Richtung Khumbu, den u.a. die britische Khumbu-Expedition von Eric Shipton (mit Hillary) 1952 ging, ist noch intakt. Beschrieben wird hier der Weg über Maidane (wegen des Besuchs des Projekts). Ohne Besuch von Maidane folgt die Route weiter Richtung Norden bis Dhap (2932m; Aussichten bis zum Everest) und zweigt dort Richtung Jhapre/Pikey ab.
Vom Guesthouse (1700m) die rechte, ansteigende Straße nutzend aufwärts (die Straße links zweigt ab zum “Okhaldunga”, zu deutsch: “Mörserstein”) in 20’ zum Ende des Basars (1770m), in 10’ über die Ramailo Danda (Dorf Ramailo) zu einer großen Antenne (1830m) und in noch einmal 10’ zum Dorf Komin. Kurz dahinter befindet sich auf 1870m der Wasserspeicher für die Stadt Okhaldhunga (die Wasserleitung kommt von Jantarkhani). Nun führt der breite alte Weg westseitig am Hang unter dem Bergkamm aufwärts, nach 20’ Chautaaraa mit Tiefblick auf das Mission Hospital (1970m), in weiteren 40’ wird das Dorf Chitre erreicht (2080m, Bhatti mit Übernachtungsmöglichkeit im Dormitory, 100’ von Okhaldhunga).
Weiter hoch, später über offenes Gelände, vorbei an den Ruinen eines verlassenen Dorfs (2360m, Chautaaraa; das Dorf hat König Birendra für die Einwohner eines abgebrannten Dorfs errichten lassen, die es wieder verließen, als ihr eigenes Dorf wieder aufgebaut war) in 70’ zum Newar-Dorf Todkey (Torkey, 2490m, bescheidene Übernachtungsmöglichkeit).
In weiteren steilen 20’ erreicht man auf 2570m bei einem stattlichen runden Chautaaraa die Straße, die man aber wieder verlässt, um ihr später flach in 45’ zu folgen zum Magar-Dorf Thade (Thare, 2750m, erste Passhöhe; gute Übernachtungsmöglichkeiten; 65’ von Todkey).
Die Straße nach Maidane zweigt nördlich vom Dorf links ab, zunächst flach; bald links auf den alten Fußweg und leicht absteigend über offenes Gelände und durch Wald in 75’ zu den ersten Häusern des oberen Maidane (Sherpa-Dorf, 2500m). In weiteren 25’ zum Projektzentrum von Maidane (2360m, 100’ von Thade). In Maidane leben Magar, Tamang, Sherpa und Kami.
Über das Maidane-Projekt, zu dem neben der „Shree Nava Jyoti Primary and Secondary School“ Berufsausbildung mit Werkstätten, Gesundheitsversorgung und Verbesserung der Infrastruktur mit Brückenbau, Wasserversorgung und Elektrizität gehören, gibt der deutsche Trägerverein „Kinder in Okhaldhunga e.V.“ www.kinder-in-okhaldhunga.de (http://www.kinder-in-okhaldhunga.de/) Auskunft.
Der Aussichtsgipfel Kami Danda (2570m), ca. 40’ vom Projektzentrum südlich über dem Dorf gelegen, bietet Aussichten zum Pikey, auf die Numbur-Gruppe (6958m) und die hohen Berge des Khumbu mit Chomolungma (Everest), Lhotse, Tamserku, Kangtega, Mera, Chamlang und Makalu.
Maidane – Jhapre 700mH, 180’ reine Gehzeit
Vom Projektzentrum Maidane (2360m) nach Norden auf klarem Pfad abwärts, zuletzt rechtshaltend, in 25’ zur neuen Hängebrücke (2160m) über den Jantarkhani Khola zwischen Maidane und Arbote. (Nach ca. 15’ zweigt links ein Weg ab, der zur neuen Pumpstation für die Wasserversorgung von Maidane führt).
Über die Brücke zunächst flach nach rechts (ostwärts), dann links (nordwärts) steil im Zickzack durch dichten Dschungel hoch zu einer Wiese in offenem Gelände (35’, 2370m, Blick auf Maidane im Süden gegenüber, Arbote und Jantarkhani östlich talaufwärts). Weiter steil im Hang hoch, zuletzt linkshaltend in 30’ flach auf die Kammhöhe (Hütte, 2520m, Felder am oberen Ende des Magar-Dorfs Bakhre, 65’ von der Brücke). Hier rechts (nordostwärts) abbiegen und aufwärts über offenes Gelände und durch lockeren Wald mal steiler, mal flacher mit Wiesen, zuletzt nordwestwärts in dichten Wald mit Eichen. Nach 40’ bei einer Wegteilung (2700m) links halten. Es ist der schmalere Weg, eine Abkürzung, aber klar und viel begangen. Nach wenigen Minuten drei Wasserläufe/Quellen, von denen die mittlere sehr gutes Wasser hat. Bald bekommt man einen ersten Blick auf Jhapre, ca. 15’ nach dem Abzweig erreicht man auf 2730m den Hauptweg auf der Phokte Danda (Grenze zwischen Okhaldhunga- und Solukhumbu-Distrikt). Flach weiter auf der Höhe in 20’ zu einem ersten Sherpa-Lodge (2760m, 75’ von der Hütte oberhalb von Bakhre) und, jetzt ganz im Solukhumbu-Distrikt, in 10’ zum „Everest-Lodge“ (2800m, 10 Schlafplätze), in 15’ zur Gompa von Jhapre (2820m, weitere kleine Lodges).
Bei Jhapre münden weitere Trekkingrouten aus den Tälern von Westen und Osten ein.
Jhapre – Logde am Pikey 1000mH, 305’ reine Gehzeit
Von Jhapre (2820m) durch Wald nordwestwärts hoch auf die Rako Danda, nach 55’ erste Mani-Mauer (3100m, mit Aussicht nach Westen und Osten), weiter durch Rhododendronwald in 30’ in offenes Gelände (Mani-Mauer) und über Kammweg und Almgelände (Enzianwiesen im Herbst), vorbei an weiterer Mani-Mauer (Abzweig nach Tolu Gompa, die im Moment allerdings verwaist ist; der alte Lama ist gestorben, und die zentrale Buddha-Figur soll gestohlen sein) in 35’ zu den Hütten von Bhulbule (3230m, zwei Bhattis, 120’ von Jhapre).
Weiter aufwärts, zunehmend flacher auf der Lamche Danda auf breitem Weg (Mani-Mauer nach 15’) in 40’ zu einer Yak Kharka mit Buddha-Stupa (3370m).
(Kurz vor dem Stupa an einem kleinen Teich mündet von Westen ein Weg aus Richtung Jiri ein.)
Nach der Yak Kharka schwenkt der Weg in die Ostflanke des 3805m hohen Lanyo ein. Im Auf und Ab durch Rhododendronwald (mehrere gute Wasserläufe) und wieder in offenes Gelände in 65’ zu breitem Sattel Lam Mani (3370m) mit langer Mani-Mauer vor dem Aufschwung zum Pikey.
Nun nordwärts steil hoch in offenem Gelände auf breitem Weg (unterwegs Quelle) in 35’ zu kleinem Chautaaraa (3520m). Hier zweigt rechts ein Weg steil hoch zum Pikey-Gipfel ab. Weiter eher flach am Hang, mehrere Wasserläufe passierend, in 30’ zur Käserei am Pikey (3580m; Übernachtungsmöglichkeit für Einzelne nahebei) und in weiteren 15’ zur Lodge am Pikey (3640m, 80’ von Lam Mani).
Das Lodge war im Herbst 2010 in einem recht provisorischen Zustand. Nachdem der Besitzer gestorben ist, bewirtschaften es Witwe und Töchter. Es ist dieselbe Familie, der auch das Numbur View Lodge in Ngowur/Naur gehört. Ca. 12 einfache Schlafplätze unter dem Dach, z.T. auf dem Holzboden, also Unterlagen mitbringen. Die Grundversorgung ist gewährleistet, wir haben die Hütte auch bei Nebel und Regen nicht geschlossen gefunden. Wegen des schlechten Wetters kann hier auch kein Bericht zur Aussicht vom Pikey (4065m/4070m) stehen. Ich verweise auf Holger Röhle, einen der Aktivisten für das Maidane-Projekt, der die Region regelmäßig bereist: http://holgerroehle.online.de/holger/index.html (http://holgerroehle.online.de/holger/index.html), für Bilder: http://www.gosikunde.de (http://www.gosikunde.de/).
Gipfelblicke vom Pikey: http://www.gosikunde.de/Nepal2006/html/pike2.html
Pikey Lodge – Ngowur Gompa (Naur) 340mH abwärts, 50’ reine Gehzeit
Vom Lodge am Pikey (3640m) auf deutlichem Weg steil durch Wald hinunter zur Siedlung und Kloster von Ngowur (Naur, 3300m). Übernachtungsmöglichkeiten in drei Häusern für ca. 15 Trekker/innen, Zeltplatzterrassen; zentral ist das Numbur View Lodge). Käsefabrikation ca. 15’ vom Ort.
Ngowur (Naur) zum Likhu Khola 1900mH abwärts, 280’ reine Gehzeit
Von Ngowur Gompa (3300m) auf breitem Weg, immer dem Bergrücken abwärts folgend (oft entlang einer Wasserleitung) durch Eichen- und Rhododendronwald, nach 60’ vorbei an der kleinen, älteren Goli-Gompa (2890m), in 70’ zum relativ stattlichen Teashop und Lodge von Lam Mani (2810m).
An Mani-Mauern vorbei und im Hang ansteigen, nach 20’ bei Verzweigung den flacheren Weg wählen (2870m), in weiteren 15’ zum ersten Haus von Golela (Felder, Häuser, Mani-Mauer, 2890m). Nach 5’ bei Kreuzung (links unten Schule) geradeaus, leicht ansteigend und oberhalb der stattlichen Goli Gompa in 5’ zu einer Wegekreuzung mit stattlichem Mani-Felsblock (2910m, 45’ ab Lam Mani).
Von hier aus geht es (rechts) nur noch abwärts Richtung Likhu Khola, zuerst im Zickzack durch dichten Wald, nach 40’ (2580m) ist das erste Haus von Namkheli erreicht, nach weiteren 25’ ein Chautaaraa (2370m), nach weiteren 5’ ein Bhatti/Lodge (2320m).
Der Weg geht abwärts (klar) weiter, nach weiteren 30’ mündet ein breiter Plattenweg von rechts (NO) ein, Chautaaraa (2050m, 100’ von Goli Gompa).
Von hier ist bald das stattliche Dorf Chaumlakharka links unterhalb sichtbar, weiter abwärts durch Felder und gepflegte Gehöfte mit Gemüse- und Blumenbeeten in 65’ abwärts zur Brücke über den Likhu Khola (1470m).
Hier ist der alte Hauptweg von Jiri zum Khumbu erreicht, und wir befinden uns im Ramechap-Distrikt.
Auf der westlichen Flussseite den Hauptweg links leicht aufwärts zu einem Logde am Thado Khola (1490m).
Die barometrische Höhenmessung ohne verlässlichen Kontrollpunkt hat uns sowohl bei Messung mit Thommen TX als auch digitalen Höhenmessern im Likhu Khola insgesamt eine Abweichung von ca. 80m ab Rumjatar erbracht. Die regelmäßig feststellbaren Luftdruckabfälle bis zum Abend von ca. 30m habe ich bis dahin in den Höhenangaben ausgeglichen. Stephen Bezruchka gibt in seinem beispielhaften Trekkingführer 1540m für den Weg über dem Likhu Khola an, also ca. 60m mehr als die Höhe, auf der wir herausgekommen sind. Stephens Angabe dürfte realistisch sein; nach der Schneider-Karte liegt das Tal noch höher.
Die folgende Wegstrecke habe ich nicht konkret aufgenommen, im Vertrauen auf die bekannten Beschreibungen vom Likhu Khola über Bhandar und Deorali, hinab nach Shivalaya, wieder aufwärts zur Mali Danda und abwärts nach Jiri. Es ist der traditionelle Weg vom/zum Everest-Gebiet.
Von der Lodge am Thado Khola kurz im Tal hoch, dann den Bach auf einer Brücke überschreiten und im Hang in Kehren hoch (u.a. Kardamom-Pflanzungen) zu den ersten Häusern des unteren Bhandar (Lodge, Geschäfte). Weiter hoch, an Gehöften und u.a. Teepflanzungen vorbei, zum Zentrum des alten Bhandar mit stattlichem Kloster.
(Das neue Bhandar mit Straßenanschluss liegt südlich.) Auf dem alten Pfad, zuletzt auch die neue Straße querend, hoch zur Passhöhe Deorali (2705m) mit stattlichen Lodges, Mani-Mauern in mehreren Reihen, Aussicht auf den Gaurishankar und den Langtang- und Jugal Himal schon vom Pass aus, besser noch von den Hügeln südlich oberhalb. Der heilige Berg Gaurishankar zeigt sich hier besonders imposant wie ein Eisfinger über den dunklen Gebirgsketten.
Der Weg hinunter führt zuerst durch Wald, dann durch Tamang- und Chettri-Dörfer nach Shivalaya, einem Marktort am Khimti Khola mit vielen Geschäften und Lodges. Busanschluss nach Süden (und darüber hinaus Kathmandu).
In Shivalaya erst die Brücke queren und dann auf klarem Weg linkshaltend in das Seitental (Yelung Khola), schließlich im Hang gegenüber hoch zum Dorf Mali. Zuerst einfaches Lodge, weiter oben an der Straße von Jiri größeres Lodge. Von hier über die Mali Danda (2420m) nach Jiri oder direkt über die Chodong Danda Richtung Tamba Kosi Valley / Singati Bazar.
Fortsetzung im Nepal-Wiki:
ð Verbindung Mali Danda – Serakapti – Singati Bazar
ð Lodgetrekking in der Gaurishankar-Region
-pfeil- Es gibt in Nepal mehr zu sehen als auf den ausgetretenen zwei bis drei Pfaden, und vor allem mehr zu erleben :) !
-pfeil- Fotos unter http://www.trekkingforum.com/photogallery-fotogalerie/index.php?n=2175 und Folgende.
Fortsetzung: über Singati Bazar und Bigu Gompa nach Bahrabise
Die folgende Beschreibung informiert über den Trek, den eine elfköpfige Gruppe der Naturfreunde Deutschlands im Oktober 2010 gegangen ist. Der Trek war bewusst als Lodge- und Homestay-Trek geplant, um in Kontakt mit Land und Leuten zu kommen und möglichst viel Umsatz bei den Einheimischen zu machen. Dennoch benötigten wir zwei Guides und ein Team mit neun Trägern, weil für den Notfall bei der zu erwartenden mageren Infrastruktur, etwa wenn größere Gruppen am selben Ort sein oder Hütten geschlossen sein sollten, einige Zelte und Unterlagen mitgenommen wurden. Wir sind aber schließlich immer untergekommen, nicht zuletzt weil wir zwischen Rumjatar und Likhu Khola, zwischen Mali Danda und Singati Bazar und zwischen Singati Bazar und Bahrabise, also an 15 Tagen abseits der bekannten Wege, nur acht (!) trekkende Ausländer/innen trafen.
Ich hatte die Route auf der Grundlage eigener Erfahrungen von 1990 und Internet-Recherchen über Teile der Route nach den Schneider-Karten 1:50.000 „Tamba Kosi – Likhu Khola“ und „Lapchi Kang“ und der Nepal Map 1:125.000 „Jiri – Pikey Peak“ (die fast das gesamte Gebiet abdeckt) vorgeplant und mit meinem Freund Harka Bahadur Magar aus Maidane (Shangrila Journeys) abgesprochen. Harka erkundete danach im Juli 2010 die Strecke mit dem späteren Guide Lok Bahadur Magar in umgekehrter Richtung.
Für größere Gruppen sind sicherlich ähnliche organisatorische Vorkehrungen nötig. Kleinere Gruppen mit 2 bis 4 Tourist/inn/en dürften aber ohne Planung von Details gut durchkommen können. Die Mitnahme von Schlafsack und Unterlage ist selbstverständlich, ein lokaler Guide sehr zu empfehlen.
Die Angabe reiner Gehzeiten kann auch dazu dienen, die jeweiligen Tagesabschnitte anders zu planen bzw. sich Abschnitte auszusuchen. Üblicherweise sind 240’ bis 270’ für einen Trekkingtag genug, wenn man am Wege oder am Ziel noch einiges erleben will. Wer „eingelaufen“ ist, kann sicher auch bis zu 360’ schaffen, oder mehr. Die Verhältnisse können aber auch mehr oder weniger diktieren.
Für die umgekehrte Richtung kann ich keine Gehzeiten angeben.
Die Höhenangaben sind nicht als absolut einzuschätzen. Insbesondere ein Versuch, über „Google Maps“ die Route zu erkunden, scheiterte an der völlig ungenauen Aufnahme der Region. Die Angaben in der Beschreibung sind aber relativ, d.h. bezogen auf die jeweilige Trekkingstrecke, genau. Dazu noch nähere Angaben in der Beschreibung.
Für den ersten Abschnitt (bis Jiri) ist kein TIMS vorgeschrieben. Für den zweiten Abschnitt das TIMS und das Permit der „Gaurishankar Conservation Area“ (2000/- NR).
Voraussetzung ist ein Flug nach Rumjatar (eine knappe Stunde von Kathmandu). Okhaldhunga ist aber auch von Kathmandu aus per Bus erreichbar (Abfahrt nachmittags, Nachtfahrt durch das Terai, morgens Bus hoch nach Okhaldhunga).
Rumjatar – Okhaldhunga 600mH, 155’ reine Gehzeit
Vom Flugplatz (1340m) Richtung Dorf, linkshaltend entlang Mauern zwischen den Häusern leicht abwärts und dann rechtshaltend über breiten Weg am Hang, zuletzt alten Fußweg benutzend, nordwärts zu tiefstem Punkt im Tal (Okhaldhunga auf Bergkamm gegenüber sichtbar); Bachüberquerung (1140m, ca. 45’). Steil hinauf, an einem Bhatti (Teashop, ca. 1300m) vorbei, zur Hauptstraße von Okhaldhunga, die auf ca. 1630m erreicht wird (Basar). Weiter hinauf und westlich um Bergrücken herum zum Solukhumbu Guesthouse (1700m, 110’).
Okhaldhunga – Thade (Thare) – Maidane 1100mH, 335’ reine Gehzeit
Der Weg folgt dem Höhenrücken nordwärts ohne Abstiege, mehrfach die neue Straße Okhaldhunga – Phaplu kreuzend, bis zum Ort Thade (Thare). Der alte Fußweg von Okhaldhunga in Richtung Khumbu, den u.a. die britische Khumbu-Expedition von Eric Shipton (mit Hillary) 1952 ging, ist noch intakt. Beschrieben wird hier der Weg über Maidane (wegen des Besuchs des Projekts). Ohne Besuch von Maidane folgt die Route weiter Richtung Norden bis Dhap (2932m; Aussichten bis zum Everest) und zweigt dort Richtung Jhapre/Pikey ab.
Vom Guesthouse (1700m) die rechte, ansteigende Straße nutzend aufwärts (die Straße links zweigt ab zum “Okhaldunga”, zu deutsch: “Mörserstein”) in 20’ zum Ende des Basars (1770m), in 10’ über die Ramailo Danda (Dorf Ramailo) zu einer großen Antenne (1830m) und in noch einmal 10’ zum Dorf Komin. Kurz dahinter befindet sich auf 1870m der Wasserspeicher für die Stadt Okhaldhunga (die Wasserleitung kommt von Jantarkhani). Nun führt der breite alte Weg westseitig am Hang unter dem Bergkamm aufwärts, nach 20’ Chautaaraa mit Tiefblick auf das Mission Hospital (1970m), in weiteren 40’ wird das Dorf Chitre erreicht (2080m, Bhatti mit Übernachtungsmöglichkeit im Dormitory, 100’ von Okhaldhunga).
Weiter hoch, später über offenes Gelände, vorbei an den Ruinen eines verlassenen Dorfs (2360m, Chautaaraa; das Dorf hat König Birendra für die Einwohner eines abgebrannten Dorfs errichten lassen, die es wieder verließen, als ihr eigenes Dorf wieder aufgebaut war) in 70’ zum Newar-Dorf Todkey (Torkey, 2490m, bescheidene Übernachtungsmöglichkeit).
In weiteren steilen 20’ erreicht man auf 2570m bei einem stattlichen runden Chautaaraa die Straße, die man aber wieder verlässt, um ihr später flach in 45’ zu folgen zum Magar-Dorf Thade (Thare, 2750m, erste Passhöhe; gute Übernachtungsmöglichkeiten; 65’ von Todkey).
Die Straße nach Maidane zweigt nördlich vom Dorf links ab, zunächst flach; bald links auf den alten Fußweg und leicht absteigend über offenes Gelände und durch Wald in 75’ zu den ersten Häusern des oberen Maidane (Sherpa-Dorf, 2500m). In weiteren 25’ zum Projektzentrum von Maidane (2360m, 100’ von Thade). In Maidane leben Magar, Tamang, Sherpa und Kami.
Über das Maidane-Projekt, zu dem neben der „Shree Nava Jyoti Primary and Secondary School“ Berufsausbildung mit Werkstätten, Gesundheitsversorgung und Verbesserung der Infrastruktur mit Brückenbau, Wasserversorgung und Elektrizität gehören, gibt der deutsche Trägerverein „Kinder in Okhaldhunga e.V.“ www.kinder-in-okhaldhunga.de (http://www.kinder-in-okhaldhunga.de/) Auskunft.
Der Aussichtsgipfel Kami Danda (2570m), ca. 40’ vom Projektzentrum südlich über dem Dorf gelegen, bietet Aussichten zum Pikey, auf die Numbur-Gruppe (6958m) und die hohen Berge des Khumbu mit Chomolungma (Everest), Lhotse, Tamserku, Kangtega, Mera, Chamlang und Makalu.
Maidane – Jhapre 700mH, 180’ reine Gehzeit
Vom Projektzentrum Maidane (2360m) nach Norden auf klarem Pfad abwärts, zuletzt rechtshaltend, in 25’ zur neuen Hängebrücke (2160m) über den Jantarkhani Khola zwischen Maidane und Arbote. (Nach ca. 15’ zweigt links ein Weg ab, der zur neuen Pumpstation für die Wasserversorgung von Maidane führt).
Über die Brücke zunächst flach nach rechts (ostwärts), dann links (nordwärts) steil im Zickzack durch dichten Dschungel hoch zu einer Wiese in offenem Gelände (35’, 2370m, Blick auf Maidane im Süden gegenüber, Arbote und Jantarkhani östlich talaufwärts). Weiter steil im Hang hoch, zuletzt linkshaltend in 30’ flach auf die Kammhöhe (Hütte, 2520m, Felder am oberen Ende des Magar-Dorfs Bakhre, 65’ von der Brücke). Hier rechts (nordostwärts) abbiegen und aufwärts über offenes Gelände und durch lockeren Wald mal steiler, mal flacher mit Wiesen, zuletzt nordwestwärts in dichten Wald mit Eichen. Nach 40’ bei einer Wegteilung (2700m) links halten. Es ist der schmalere Weg, eine Abkürzung, aber klar und viel begangen. Nach wenigen Minuten drei Wasserläufe/Quellen, von denen die mittlere sehr gutes Wasser hat. Bald bekommt man einen ersten Blick auf Jhapre, ca. 15’ nach dem Abzweig erreicht man auf 2730m den Hauptweg auf der Phokte Danda (Grenze zwischen Okhaldhunga- und Solukhumbu-Distrikt). Flach weiter auf der Höhe in 20’ zu einem ersten Sherpa-Lodge (2760m, 75’ von der Hütte oberhalb von Bakhre) und, jetzt ganz im Solukhumbu-Distrikt, in 10’ zum „Everest-Lodge“ (2800m, 10 Schlafplätze), in 15’ zur Gompa von Jhapre (2820m, weitere kleine Lodges).
Bei Jhapre münden weitere Trekkingrouten aus den Tälern von Westen und Osten ein.
Jhapre – Logde am Pikey 1000mH, 305’ reine Gehzeit
Von Jhapre (2820m) durch Wald nordwestwärts hoch auf die Rako Danda, nach 55’ erste Mani-Mauer (3100m, mit Aussicht nach Westen und Osten), weiter durch Rhododendronwald in 30’ in offenes Gelände (Mani-Mauer) und über Kammweg und Almgelände (Enzianwiesen im Herbst), vorbei an weiterer Mani-Mauer (Abzweig nach Tolu Gompa, die im Moment allerdings verwaist ist; der alte Lama ist gestorben, und die zentrale Buddha-Figur soll gestohlen sein) in 35’ zu den Hütten von Bhulbule (3230m, zwei Bhattis, 120’ von Jhapre).
Weiter aufwärts, zunehmend flacher auf der Lamche Danda auf breitem Weg (Mani-Mauer nach 15’) in 40’ zu einer Yak Kharka mit Buddha-Stupa (3370m).
(Kurz vor dem Stupa an einem kleinen Teich mündet von Westen ein Weg aus Richtung Jiri ein.)
Nach der Yak Kharka schwenkt der Weg in die Ostflanke des 3805m hohen Lanyo ein. Im Auf und Ab durch Rhododendronwald (mehrere gute Wasserläufe) und wieder in offenes Gelände in 65’ zu breitem Sattel Lam Mani (3370m) mit langer Mani-Mauer vor dem Aufschwung zum Pikey.
Nun nordwärts steil hoch in offenem Gelände auf breitem Weg (unterwegs Quelle) in 35’ zu kleinem Chautaaraa (3520m). Hier zweigt rechts ein Weg steil hoch zum Pikey-Gipfel ab. Weiter eher flach am Hang, mehrere Wasserläufe passierend, in 30’ zur Käserei am Pikey (3580m; Übernachtungsmöglichkeit für Einzelne nahebei) und in weiteren 15’ zur Lodge am Pikey (3640m, 80’ von Lam Mani).
Das Lodge war im Herbst 2010 in einem recht provisorischen Zustand. Nachdem der Besitzer gestorben ist, bewirtschaften es Witwe und Töchter. Es ist dieselbe Familie, der auch das Numbur View Lodge in Ngowur/Naur gehört. Ca. 12 einfache Schlafplätze unter dem Dach, z.T. auf dem Holzboden, also Unterlagen mitbringen. Die Grundversorgung ist gewährleistet, wir haben die Hütte auch bei Nebel und Regen nicht geschlossen gefunden. Wegen des schlechten Wetters kann hier auch kein Bericht zur Aussicht vom Pikey (4065m/4070m) stehen. Ich verweise auf Holger Röhle, einen der Aktivisten für das Maidane-Projekt, der die Region regelmäßig bereist: http://holgerroehle.online.de/holger/index.html (http://holgerroehle.online.de/holger/index.html), für Bilder: http://www.gosikunde.de (http://www.gosikunde.de/).
Gipfelblicke vom Pikey: http://www.gosikunde.de/Nepal2006/html/pike2.html
Pikey Lodge – Ngowur Gompa (Naur) 340mH abwärts, 50’ reine Gehzeit
Vom Lodge am Pikey (3640m) auf deutlichem Weg steil durch Wald hinunter zur Siedlung und Kloster von Ngowur (Naur, 3300m). Übernachtungsmöglichkeiten in drei Häusern für ca. 15 Trekker/innen, Zeltplatzterrassen; zentral ist das Numbur View Lodge). Käsefabrikation ca. 15’ vom Ort.
Ngowur (Naur) zum Likhu Khola 1900mH abwärts, 280’ reine Gehzeit
Von Ngowur Gompa (3300m) auf breitem Weg, immer dem Bergrücken abwärts folgend (oft entlang einer Wasserleitung) durch Eichen- und Rhododendronwald, nach 60’ vorbei an der kleinen, älteren Goli-Gompa (2890m), in 70’ zum relativ stattlichen Teashop und Lodge von Lam Mani (2810m).
An Mani-Mauern vorbei und im Hang ansteigen, nach 20’ bei Verzweigung den flacheren Weg wählen (2870m), in weiteren 15’ zum ersten Haus von Golela (Felder, Häuser, Mani-Mauer, 2890m). Nach 5’ bei Kreuzung (links unten Schule) geradeaus, leicht ansteigend und oberhalb der stattlichen Goli Gompa in 5’ zu einer Wegekreuzung mit stattlichem Mani-Felsblock (2910m, 45’ ab Lam Mani).
Von hier aus geht es (rechts) nur noch abwärts Richtung Likhu Khola, zuerst im Zickzack durch dichten Wald, nach 40’ (2580m) ist das erste Haus von Namkheli erreicht, nach weiteren 25’ ein Chautaaraa (2370m), nach weiteren 5’ ein Bhatti/Lodge (2320m).
Der Weg geht abwärts (klar) weiter, nach weiteren 30’ mündet ein breiter Plattenweg von rechts (NO) ein, Chautaaraa (2050m, 100’ von Goli Gompa).
Von hier ist bald das stattliche Dorf Chaumlakharka links unterhalb sichtbar, weiter abwärts durch Felder und gepflegte Gehöfte mit Gemüse- und Blumenbeeten in 65’ abwärts zur Brücke über den Likhu Khola (1470m).
Hier ist der alte Hauptweg von Jiri zum Khumbu erreicht, und wir befinden uns im Ramechap-Distrikt.
Auf der westlichen Flussseite den Hauptweg links leicht aufwärts zu einem Logde am Thado Khola (1490m).
Die barometrische Höhenmessung ohne verlässlichen Kontrollpunkt hat uns sowohl bei Messung mit Thommen TX als auch digitalen Höhenmessern im Likhu Khola insgesamt eine Abweichung von ca. 80m ab Rumjatar erbracht. Die regelmäßig feststellbaren Luftdruckabfälle bis zum Abend von ca. 30m habe ich bis dahin in den Höhenangaben ausgeglichen. Stephen Bezruchka gibt in seinem beispielhaften Trekkingführer 1540m für den Weg über dem Likhu Khola an, also ca. 60m mehr als die Höhe, auf der wir herausgekommen sind. Stephens Angabe dürfte realistisch sein; nach der Schneider-Karte liegt das Tal noch höher.
Die folgende Wegstrecke habe ich nicht konkret aufgenommen, im Vertrauen auf die bekannten Beschreibungen vom Likhu Khola über Bhandar und Deorali, hinab nach Shivalaya, wieder aufwärts zur Mali Danda und abwärts nach Jiri. Es ist der traditionelle Weg vom/zum Everest-Gebiet.
Von der Lodge am Thado Khola kurz im Tal hoch, dann den Bach auf einer Brücke überschreiten und im Hang in Kehren hoch (u.a. Kardamom-Pflanzungen) zu den ersten Häusern des unteren Bhandar (Lodge, Geschäfte). Weiter hoch, an Gehöften und u.a. Teepflanzungen vorbei, zum Zentrum des alten Bhandar mit stattlichem Kloster.
(Das neue Bhandar mit Straßenanschluss liegt südlich.) Auf dem alten Pfad, zuletzt auch die neue Straße querend, hoch zur Passhöhe Deorali (2705m) mit stattlichen Lodges, Mani-Mauern in mehreren Reihen, Aussicht auf den Gaurishankar und den Langtang- und Jugal Himal schon vom Pass aus, besser noch von den Hügeln südlich oberhalb. Der heilige Berg Gaurishankar zeigt sich hier besonders imposant wie ein Eisfinger über den dunklen Gebirgsketten.
Der Weg hinunter führt zuerst durch Wald, dann durch Tamang- und Chettri-Dörfer nach Shivalaya, einem Marktort am Khimti Khola mit vielen Geschäften und Lodges. Busanschluss nach Süden (und darüber hinaus Kathmandu).
In Shivalaya erst die Brücke queren und dann auf klarem Weg linkshaltend in das Seitental (Yelung Khola), schließlich im Hang gegenüber hoch zum Dorf Mali. Zuerst einfaches Lodge, weiter oben an der Straße von Jiri größeres Lodge. Von hier über die Mali Danda (2420m) nach Jiri oder direkt über die Chodong Danda Richtung Tamba Kosi Valley / Singati Bazar.
Fortsetzung im Nepal-Wiki:
ð Verbindung Mali Danda – Serakapti – Singati Bazar
ð Lodgetrekking in der Gaurishankar-Region
-pfeil- Es gibt in Nepal mehr zu sehen als auf den ausgetretenen zwei bis drei Pfaden, und vor allem mehr zu erleben :) !
-pfeil- Fotos unter http://www.trekkingforum.com/photogallery-fotogalerie/index.php?n=2175 und Folgende.